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Eine deutsche Scientologin
hat ein amerikanisches Gericht mit gefälschten Unterlagen getäuscht
und so Asyl erschlichen.
Die Aktion war Chefsache:
Sprecher der Asylantin war damals Kurt Weiland, einer der obersten Scientology-Chefs.
US-Parlament sollte Deutschland verurteilen
Anfang November 1997 stand auf der Tagesordnung des amerikanischen Parlaments ein Antrag auf Verurteilung Deutschlands wegen Verfolgung der Scientology-Kirche. Termingerecht zwei Tage vorher berichtete die Presse weltweit: Ein US-Gericht hatte einer Deutschen Asyl gewährt wegen religiöser Verfolgung. Das amerikanische Parlament lehnte den Antrag gegen Deutschland trotzdem ab.
Die Bekanntgabe der bereits 8 Monate vorher ergangenen Asyl-Entscheidung
durch die Scientology-Organisation zu diesem Zeitpunkt war der vorläufige
Höhepunkt einer bereits seit Jahren mit gewaltigem Aufwand geführten
Kampagne der Scientology-Organisation gegen die Bundesrepublik Deutschland:
Am 9.1.97 wurde in der Zeitung "International Herald Tribune" ein "Offener
Brief an Helmut Kohl, Kanzler der Bundesreublik Deutschland" veröffentlich,
den etliche Prominente unterzeichnet hatten. Wieder einmal wurde die Bundesrepublik
in die Nähe der Ermordung von Millionen Juden im deutschen Nazi-Staat
gerückt. Dies wurde bereits seit 1979 systematisch betrieben. Zum
Beispiel wurde 1979 mit einer Broschüre "Holocaust bis 1984" der Eindruck
erweckt, als wolle der deutsche Staat Scientologen ermorden, vgl dazu auch
Damals war die Kampagne an die deutsche Öffentlichkeit gerichtet, die allerdings ohne weiteres erkennen konnte, daß in Wahrheit kein Scientology-Anhänger je zu Schaden gekommen war, daß hingegen die Organisation eine breite Spur von Schäden unter ihren Kunden und Anhängern hinterließ.
19xx wurde an der amerikanischen Ostküste eine wochenlange Anzeigenkampagne
durchgeführt.
Mutmaßlicher Drahtzieher: Kurt Weiland
Weniger als zwei Wochen später berichtete FOCUS (47/1997 vom 17.11.97) bereits, wer die Asylantin war: Antje Victore, geborene Pingel. Ihr Sprecher war Kurt Weiland, der allerdings den Namen der Asylantin nicht genannt hat.
Über Kurt Weiland habe ich bereits 1979 berichtet. Damals war er
Pressesprecher der Scientology-Organisation in Deutschland,
vgl. Die
Scientology-Sekte und ihre Tarnorganisationen, 1979
Schon zuvor hatte er sich durch gezielte Täuschung der Öffentlichkeit
hervorgetan.
1975 verbot das Landgericht München (9 O 20 089/75 Beschluß
v. 29.10.75 Haack ./. Kurt Weiland wegen Flugblatt "Haack: von Gott
und der Welt verlassen? Inquisition im 20 Jahrhundert!") Kurt Weiland die
Behauptung, Haack habe vor Gericht zugegeben, das Beichtgeheimnis einer
Frau in einer Sex-Zeitschrift veröffentlicht zu haben, er habe auf
diese Weise eine ander Religion anschwärzen wollen, Haack habe gegen
das 8. Gebot verstoßen, indem er eine andere Religion beim Landesnervenarzt
für Berlin anzuschwärzen versuchte ....
Friedrich Wilhelm Haack war der wichtigste Scientology-Kritiker in
Deutschland.
15 Jahre später war Kurt Weiland ganzoben. Eine amerikanisch Fachzeitschrift
für Rechtsanwälte (The American Lawyer 7+8/92 S. 78) berichtete:
"Kurt Weiland ... ist verantwortlich für die juristische Strategie
der Scientology Kirche". Die Bedeutung dieser Strategie erweist sich an
einer Angabe in demselben Aufsatz, wonach ein Rechtsanwalt William Drescher
ein Jahreshonorar von 540.000.- Dollar bekommen hat.
Andre Tabayoyon berichtet 1994 in einer Eidesstattlichen Erklärung über Weilands Stellung im Scientology-Konzern:
"Kurt Weiland ist der Kommandierende Offizier des Büros für Spezielle Angelegenheiten International (CO OSA INT). Heber Jentzsch, der Präsident der CSI, empfängt Orders von und berichtet an Kurt Weiland, der sein Vorgesetzter ist. Die Arbeitsposition ("Post") von Weiland liegt innerhalb der CSI. Er überwacht Rechtsangelegenheiten direkt, auch Untersuchungen und Öffentlichkeitsarbeit. Kurt Weiland steht dem Untersuchungsleiter ("Director of Investigations") vor; das ist die Abteilung der Church, in der verdeckte Geheimdienstoperationen, Einschüchterungen und Belästigungen durchgeführt werden – oft durch private Ermittler wie Eugen Ingram. Kurt Weiland berichtet an Mike Rinder, der im Wachhundausschuß ("Watchdog Committee") als WDC OSA sitzt. Rinder berichtet an den Vorsitzenden des Wachhundausschusses, nämlich Mark Yeager. Yeager berichtet an Miscavige. Somit ist der Präsident der CSI (Rev. Heber Jentzsch) lediglich ein mittelklassiger Vertreter ohne nennenswerte Befugnisse. Der Zweck ist, Gerichtsfälle und Prozesse auf Heber Jentzsch's Strohmann-Ebene zu halten."Weiland war also ganz oben in der Hierarchie des Scientology-Geheimdienstes.
Asyl-Story gegen Verfassungsschutz-Beobachtung
Die Scientology Kirche Deutschland e.V. hat am 15.4.99 Klage gegen
das Saarland erhoben mit dem Antrag:
"Das Saarland hat es zu unterlassen, den Kläger mit nachrichtendienstlichen Mitteln durch das Landesamt für Verfassungsschutz zu überwachen".Scientology-Schriftsatz an das Verwaltungsgericht 6 K 53/99
| In der Verwaltungsstreitsache
Scientology Kirche Deutschland e. V. gegen das Bundesland Saarland wegen Unterlassung Aktenzeichen: 6 K 53/99 begründen wir den mit Schriftsatz vom 15.04.1999 geänderten Klageantrag wie folgt: [Seite 26 des Schriftsatzes:] Es braucht nicht zu verwundern, daß die vorstehend aufgezeigten Exzesse recht harsche Kritik durch das Ausland bzw. durch internationale Organisationen erfahren haben. Die Vereinigten Staaten von Amerika, die Vereinten Nationen, die OSZE-Konferenz sowie weitere Menschenrechtsorganisationen rügten scharf das Vorgehen deutscher Behörden als Menschenrechtsverletzungen. Ein US-Gericht hat bereits einem deutschen Scientologen politisches Asyl gewährt, da Scientologen in Deutschland systematischer religiöser Verfolgung ausgesetzt sind. |
Bayerisches Innenministerium 1997: Asyl absurd
Behörden/Bayern/Pressemitteilungen/65997.htm
10. November 1997
Regensburger: Kongreß läßt Scientology abblitzen -
Asyl für Scientologin in den USA absurd
+++ Bayerns Innenstaatssekretär Hermann Regensburger begrüßt, daß das US-Repräsentantenhaus mit klarer Mehrheit eine Resolution zugunsten der Scientology-Organisation abgelehnt hat. Der Fall einer Scientologin, die nach unbestätigten Angaben der Scientology-Organisation in den USA bereits am 28. Februar Asyl in den USA erhalten habe, ist für Regensburger nicht nachvollziehbar. +++
Regensburger erklärt dazu: "Dieser Fall ist uns bisher völlig
unbekannt. Von der Scientology-Organisation selbst ist er nur schemenhaft
dargestellt. Bekannt ist dagegen, daß SO schon früher öffentlich
Leute mit der Behauptung vorgeschickt hat, verfolgt zu sein; soweit eine
Nachprüfung dann überhaupt möglich war, hat keiner der Fälle
dieser Behauptung standgehalten. Wenn Scientology jetzt den angeblich schon
Ende Februar 1997 entschiedenen Fall aus dem Eisfach zieht, so verfolgt
die Organisation ganz offensichtlich das Propagandaziel, von der jüngsten
Resolution im US-Repräsentantenhaus abzulenken, die für sie schlecht
ausgegangenen ist: Diese Kammer des US-Parlaments lehnte es ab, davon zu
sprechen, in Deutschland würden religiöse Minderheiten diskriminiert.
Es ist zu begrüßen, daß sich also am Sonntag bei einer
klaren Mehrheit der Washingtoner Abgeordneten die Vernunft gegen die von
Scientology öffentlich geschürte Verfolgungshysterie durchgesetzt
hat. Zu hoffen bleibt nur, daß jetzt auch die US-Regierung ihren
Standpunkt gegenüber dieser Organisation überdenkt. Jetzt sollten
auch endlich die sittenwidrigen bis kriminellen SO-Aktivitäten durch
US-Sicherheitsbehörden nachdrücklich untersucht werden."
Verfassungschutzbericht: Asyl-Antrag sollte deutsche Regierung zum Rücktritt zwingen
Verfassungschutzbericht98/12
Im Berichtszeitraum sind auch Informationen darüber angefallen,
dass deutsche Scientologen in die Diskreditierungskampagne gegen die Bundesrepublik
Deutschland eingebunden waren. Den Verfassungsschutzbehörden liegt
eine schriftliche Erklärung eines ehemaligen Scientologen aus dem
Jahre 1998 vor. Darin wird beschrieben, dass die SO bereits 1996 versucht
habe, Scientologen zur Stellung eines Asylgesuches in den Vereinigten Staaten
zu überreden. Alle notwendigen Vorbereitungen seien bereits getroffen,
Rechtsanwälte ständen in den USA bereit, um die entsprechenden
Schritte einzuleiten.
Ziel dieser Aktion sei es, die Scientology feindlich gesonnene Bundesregierung durch den politischen Druck aus dem Ausland zum Rücktritt zu zwingen, zumindest aber ein Einlenken gegenüber der Organisation zu erreichen. Diese Erkenntnis wurde durch das tatsächliche Verhalten der SO 1997 bestätigt, als die Organisation Propaganda-Aktivitäten um den angeblich in den USA gestellten Asylantrag einer deutschen Scientologin entfaltete.
So stellten sich drei weitere "Exil-Scientologen" auf einer Pressekonferenz
in Stuttgart vor, weil auch ihre Lebensgrundlage "durch systematische staatliche
Diskriminierungspolitik zerstört worden sei".