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Prozess gegen Scientology in Paris
Am 2.2.2012 hat das Berufungsgericht
Cour d'Appell in Paris das Urteil des Strafgerichtshof
(>>) vom 25.10.2009 bestätigt. Hier eine anonymisierte
Fassung des Berufungsurteils:
http://www.Ingo-Heinemann.de/Cour-DAppel-Paris-Dossier-10-00510-2fev2012-jugement-Scientology-anonyme.pdf
Das Urteil und umfangreiche
Erläuterungen hat Wilfried Handl veröffentlicht in http://www.wilfriedhandl.com/blog/
Dort die Liste der Artikel
in der rechten Spalte.
Am 25.10.2009 hatte der Strafgerichtshof in Paris Scientology-Chef Alain Rosenberg zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung und 30.000 Euro Geldstrafe verurteilt.
Drei weitere Führungsmitglieder wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt, gegen zwei weitere Angeklagte wurden Geldstrafen ausgesprochen.
Das "Celebrity Centre" muss 400.000 Euro Strafe bezahlen, die Buchhandlung SEL 200.000 Euro.
Der Vorwurf: organisierter
gemeinschaftlicher Betrug,
auch als bandenmässiger Betrug bezeichnet.
| L'EVENEMENT 5.11.98
Scientology: Die Sekte, die den Staat bedroht |
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Frankreich:
Scientology-Vertreter
wegen Betruges und illegalen Arzneimittelhandels angeklagt
| Tages-Anzeiger Zürich 23.06.2000
Die französische Nationalversammlung hat zahlreiche Massnahmen zur Bekämpfung des Sektenwesens verschärft. Es hagelt Proteste. Von Jürg Schoch, Paris In Frankreich gibt es rund 170 Sekten mit mehr als 400 000 Anhängern. Einige dieser Vereinigungen sorgen regelmässig für Aufregung und Entrüstung. Das Sonnentempler-Drama ist nicht vergessen, ebenso wenig das ungeklärte Verschwinden wichtiger Akten in einem Prozess, der im September in Marseille gegen Angehörige der Scientologen stattfand. Der sozialistische Abgeordnete Raymond Forni erklärte damals, solche Umtriebe wunderten ihn überhaupt nicht, sei doch anzunehmen, dass die Scientologen im Justizapparat Protektion genössen. Bei ihm als Vorsitzenden der Rechtskommission hätten Anhänger dieser Sekte ebenfalls versucht, sich zu infiltrieren. Mittlerweile ist Forni zum Vorsitzenden der Nationalversammlung aufgerückt, und die hat jetzt das gesetzliche Arsenal gegen Sektenmissbräuche massiv verschärft - einstimmig, was bei wenigen Geschäften der Fall ist. Der Gesetzestext sieht die Möglichkeit vor, dass Sekten, die zweimal straffällig geworden sind, durch Gerichtsbeschluss aufgelöst werden können. Die strafrechtliche Verantwortlichkeit juristischer Personen wird massiv ausgedehnt auf Fälle illegaler ärztlicher Tätigkeit, lügenhafter Propaganda, Anstiftung zum Selbstmord usw. Zweifelhaften Organisationen kann verboten werden, sich in der Nähe von Schulen, Spitälern oder Altersheimen niederzulassen. Auch Baubewilligungen können ihnen verweigert werden, falls bereits Einträge im Strafregister vorliegen. Vergleiche mit Mussolini und China Am meisten zu reden gibt indes ein neu geschaffener Straftatbestand, der kurz mit "geistiger Manipulation" umschrieben wird. Mit drei Jahren Gefängnis und einer saftigen Busse soll bestraft werden, wer andere in "psychologische oder psychische Abhängigkeit" versetzt, oder wer Techniken anwendet, die die Urteilsfähigkeit einer Person so verändern, dass diese gegen ihren Willen Handlungen begeht, die ihr schweren Schaden zufügen. Der ganze Wortlaut dieses Tatbestandes, den andere Länder nicht kennen, ist nicht nur lang und kompliziert, sondern auch "schwammig", wie Juristen und Psychiater kritisieren. Denn je nach klinischer oder juristischer Ebene hätten einzelne Begriffe unterschiedliche Bedeutungen. Wenn diese Fachleute aus Angst vor Repressionen seitens der Sekten anonym bleiben wollen, so haben die Sekten selber das neue Dispositiv und vor allem diesen Manipulations-Tatbestand bereits schärfstens kritisiert. Die Moon-Sekte (Vereinigungskirche) sieht Parallelen zum Antisemitismus, eine Sprecherin der Scientologen erklärte, das einzige je vergleichbare Gesetz über mentale Manipulation sei vom Mussolini-Regime verabschiedet worden, um sich der kommunistischen Opposition zu entledigen. Am 14. Juni hatten amerikanische Vertreter von Kirchen und ähnlichen Vereinigungen in der International Herald Tribune einen offenen Brief an Premierminister Jospin publiziert, in dem sie ihn ausdrücklich warnten: "Wird der repressive Text Gesetz, so werden just die Freiheiten zerstört, die den Unterschied zwischen China und Frankreich ausmachen; denn die Regierung hat dann alle Mittel in der Hand, religiöse Organisationen aufzulösen, die ihr nicht passen." Auf Vorbehalte stossen
die neuen Bestimmungen aber auch bei den etablierten Kirchen Frankreichs.
Ebenso haben einzelne Menschenrechtsorganisationen kritische Einwände
erhoben, allerdings aus andern Motiven. Frankreich ist das Land der Aufklärung,
des freien Denkens. Ein Gesetzesparagraf über "geistige Manipulation"
könnte auch missbraucht werden. Das Terrain, auf das sich die Deputierten
begeben haben, ist jedenfalls heikel. Justizministerin Guigou räumte
denn auch ein, "ergänzende Überlegungen" - das Geschäft
kommt noch vor den Senat - könnten nützlich sein.
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| Hubbard
wegen Betrug verurteilt:
Einen deutlichen Knick in Hubbards Biographie am 14.2.1978: an diesem Tag verurteilte ihn die 13. Strafkammer in Paris zu 4 Jahren Gefängnis und 30.000 Franc Geldstrafe. Hubbard selbst nahm dieses Ereignis aus der Ferne zur Kenntnis (oder auch nicht): er hatte sich der Justiz nicht gestellt. ... Weiter: http://www.ingo-heinemann.de/Heinemann1979-Die-Scientology-Organisation.htm#verurteilt |