|
Adresse dieser Seite: http://www.Ingo-Heinemann.de/Geldwaesche.htm Zuletzt bearbeitet am 16.9.2006 zur Homepage | zur Inhaltsseite | AGPF-Spendenkonto |
Kein Prozess gegen "Geldwäsche"
und "Gehirnwäsche"
Die Scientology-Organisation
plant ihre Prozesse offenbar sorgfältig. Nicht jedes angedrohte Verfahren
wird auch durchgeführt. Nicht selten werden angefangene Verfahren
abgebrochen.
| Inhalt dieser Seite: | Zum Thema auch: | In anderen Websites: |
|
|
Bundesminister Blüm
hat die Scientology-Organisation als "verbrecherische Geldwäsche-Organisation"
bezeichnet und ihr Gehirnwäsche vorgeworfen. Kein führender Politiker
hat sich jemals deutlicher geäußert. Der angedrohte Hauptsache-Prozeß
blieb bisher aus.
Nach einer Pressemitteilung
des Bayerischen Innenministeriums vom 28.11.97 hat Scientology die
Anträge auf gerichtliche Überprüfung der bayerischen Erlasse
zur sog. Schutzerklärung ohne Begründung zurückgenommen,
Verwaltungsgericht München M 24 E 96.6565. Der Staatssekretär:
Die prozeßfreudige Organisation scheut richterliche Überprüfung
ihres menschenverachtenden Systems.
Dazu auch: AGPF-Info
5/98 und Schutzerklärungen
gegen Unterwanderung.
Klage vergessen?
Bundesarbeitsminister Dr. Norbert Blüm hat der Scientology-Organisation am 18.9.94 in der "Welt am Sonntag" u.a. Geldwäsche und Gehirnwäsche vorgeworfen. Das Oberverwaltungsgericht Münster 5 B 993/95 hat durch Beschluß vom 31.5.96 einen Antrag auf einstweilige Anordnung gegen Äußerungen des Bundesministers Blüm zurückgewiesen. Das Gericht hat auch klargestellt, daß es sich nicht um Äußerungen eines Privatmannes handelt:
"Damit hat der Minister nicht als Privatmann, sondern hoheitlich in seiner Funktion als Minister zu Fragen Stellung genommen, die zu seinem Geschäftsbereich gehören. ...".Wortlaut des Beschlusses in: AGPF-Info 3/96 .
Anmerkung: Die Scientology-Organisation hat sofort nach Veröffentlichung der Entscheidung die Klage "in der Hauptsache" angekündigt. Diese hätte auch bereits während des bisherigen Verfahrens erhoben werden können.Die Scientology-Organisation hat sich also von Anfang an gegen die Vorwürfe des Ministers nur mit halber Kraft verteidigt.
1997 hat die AGPF im AGPF-info 6/97 an die angekündigte Hauptsache-Klage erinnert:
Scientology gegen Minister Blüm
Nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster einen Antrag auf einstweilige Anordnung gegen Äußerungen des Bundesministers Blüm zurückgewiesen hatte (5 B 993/95 Beschluß vom 31.5.96, vgl. AGPF-Info 3/96), hat die Scientology-Organisation Klage in der Hauptsache angekündigt. Das Gericht hatte die Verwendung des Begriffs "verbrecherische Geldwäsche-Organisation" auch deshalb zugelassen, weil "ein Abwarten der Hauptsache zuzumuten" sei. Eine Nachfrage beim Ministerium ergab: Bis heute wurde keine Klage erhoben.
Blüm hat in einem Gespräch
mit dem SPIEGEL ("Das ist Psychokrieg") von einer "Einschüchterungsstrategie"
der Scientology-Organisation gesprochen und warum diese bei ihm keine Wirkung
hat.
Dass bisher keine Hauptsacheklage erhoben
wurde, spricht dafür, daß auch Prozesse zu dieser Strategie
gehören.
Vgl. dazu auch:
Welt am Sonntag 18.9.94
Blüm fordert härtere
Bekämpfung von Scientology
Von Heinz Vielain
Bonn.
Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) drängt auf eine "wesentlich härtere und schnellere Bekämpfung" der in Deutschland tätigen Sekte "Scientology".
Er halte die Sekte für eine "verbrecherische Geldwäsche-Organisation, die unter dem Deckmantel der Religion ihre verblendete Ideologie weltweit verbreiten will und dabei vor nichts zurückschreckt", erklärte Blüm gegenüber WELT am SONNTAG. Der Minister hat die Bundesanstalt für Arbeit angewiesen, an Mitglieder der "Scientology" keine "Arbeitsvermittlungserlaubnisse" zu erteilen.
Der CDU-Politiker gegenüber WELT am SONNTAG: "Es ist höchste Zeit, daß den Rädelsführern dieses menschenverachtenden Kartells der Unterdrückung endlich mit allen staatlichen Mitteln klargemacht wird, was sie sind: Kriminelle! Es müssen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, daß der Verfassungsschutz in die Beobachtung der Sekte einbezogen wird".
Wie ein "Riesenkrake", so der Minister, versuche Scientology die Welt zu umspannen: "Potentielle Mitglieder werden in psychische und physische Abhängigkeitsverhältnisse getrieben. Sie werden Gehirnwäschen unterzogen, ihre Persönlichkeit wird systematisch zerstört. Dann werden sie hemmungslos materiell ausgebeutet. Obwohl wir dies alles wissen, wurde bislang viel zu wenig zur wirklich wirksamen Bekämpfung dieser Organisation getan."
Blüm warnte davor, durch "immer neue
rechtliche Prüfungen statt entschlossener Bekämpfung" der Sekte
beständig mehr Freiräume zu öffnen.