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1979 wurden 25.000 Exemplare der Broschüre
von einer Bundesbehörde gekauft und verteilt.
Die Scientology-Organisation hat keine
Klage erhoben.
In der Originalausgabe von 1979 fehlt die
Angabe des Autors ebenso, wie das Erscheinungsjahr.
Ich bin alleiniger Autor.
Eberhard Kleinmann, der damalige Vorsitzende
des Vorstandes der ABI, hat den Text 1997 erneut verwendet und ein Buch
daraus gemacht. Ich habe dieser Verwendung nicht zugestimmt.
Die Texte wurden teilweise wörtlich
übernommen, teilweise verändert, gelegentlich auch sinnentstellend.
Ingo Heinemann 23.4.98
Vorwort I: Für Scientology-Anhänger
Vorwort II: Für
sonstige Leser
Vorwort III: Über
diese Broschüre
1. Der Sektengründer
und seine Finanzen
Zielgruppen: Kontaktschwache, Einsame, Kranke9. Werbung und Propaganda
Verbotene Straßenwerbung10. Die Wucherpreise der Sekte
Heiratsanzeigen und Heimarbeit
Index - Stichwortverzeichnis - nachträglich (1998) eingefügt
Die Verfasser dieser Broschüre teilen diese Meinung, und der Inhalt dieser Broschüre wird zeigen, warum.
Für diese Broschüre konnte nur ein Bruchteil des vorhandenen Materials verarbeitet werden und wir haben keineswegs die besonders krassen Fälle herausgesucht. Da Scientology-Anhänger die Broschüre wohl kaum zu Ende lesen werden, sei es schon hier gesagt: Das Grundrecht der Religionsfreiheit verleiht nicht das Recht, ständig andere Grundrechte und Gesetze zu verletzen. Das Grundrecht der Religionsfreiheit beinhaltet das Recht, sich kritisch mit einer Gruppe auseinanderzusetzen, die sich Kirche nennt und die deren Privilegien in Anspruch nimmt.
Und hier noch ein Versprechen: die ABI
befaßt sich nur so lange mit der Scientology-Sekte, bis diese sich
an die in Deutschland geltenden Gesetze hält.
Somit mit allen Firmen und Organisationen, die Unterricht, Kurse, Bücher und Zeitschriften verkaufen. Dazu gehört die Verbraucheraufklärung: die Information des Interessenten über Preise, Inhalte und Vertragsgestaltung. Und dazu gehört die Überprüfung der Werbung.
Seit 1965 sind Verbraucherorganisationen
berechtigt, gegen Verstöße gegen das Gesetz gegen den unlauteren
Wettbewerb (UWG) vorzugehen. Das UWG ist sozusagen das Grundgesetz der
sozialen Marktwirtschaft: es soll den Leistungswettbewerb sichern. Der
Käufer soll ein Angebot annehmen, eine Ware kaufen, weil ihn das Angebot
überzeugt, weil ihm die Ware gefällt. Nicht aber um weiteren
Belästigungen zu entgehen. Deshalb verstößt das Ansprechen
von Straßenpassanten gegen das UWG, wenn damit die Absicht verbunden
ist, etwas zu verkaufen. Nach der Terminologie des UWG ist diese Handlung
sittenwidrig. Die ABI war vor 1975
Nachdem die Scientology-Buchverkäufer auf Stuttgarts Straßen auftauchten, war ein Vorgehen dagegen eine Routinesache. Die Sekte hätte wie sonst üblich -eine Unterlassungserklärung abgeben und die Straßenwerbung einstellen können und die Sache wäre erledigt gewesen. Die Sekte gab keine Erklärung ab, also kam die Sache routinemäßig vor die 17. Kammer des Landgerichts Stuttgart. Diese erließ eine Einstweilige Verfügung: Straßenwerbung verboten (17 0 285/75).
Die Scientologen wehrten sich auf ihre Art: sie veranstalteten zwei Straßendemonstrationen. An der ersten nahmen ca. 15 Demonstranten und ein »Geistlicher« teil, derselbe, der später einen jungen Stuttgarter zu einem Kredithai brachte, wo der einen Kredit von 10.000.- DM gegen 30 % Zinsen aufnahm, um Scientologen-Kurse zu bezahlen. An der zweiten Demonstration nahmen dann ca. 50 Personen teil, auch zwei »Geistliche«. Die Scientologen können für sich in Anspruch nehmen, die ersten Straßendemonstrationen gegen eine Verbraucherorganisation durchgeführt zu haben.
Bei dieser Demonstration, die durch die Stuttgarter Innenstadt führte und in der Alten Poststraße endete, wurde zahlreiche Transparente mitgeführt: »ABI gegen Religionsfreiheit« konnte man dort lesen und »ABI = Aktion Falschinformation« und ähnliche Nettigkeiten mehr.
Photos dieser Demonstration erschienen
in der Tagespresse. Die Wirkung hatten die Scientologen wohl nicht einkalkuliert:
auf Grund dieser Photos gingen bei der ABI sofort Beschwerden über
die Sekte ein. Erst jetzt wurde klar, welches Ausmaß die Tätigkeit
dieser Organisation bereits angenommen hatte.
Diese Broschüre soll nichts ersetzen, was bisher über Scientology geschrieben wurde. Auch nicht die ABI-Infos, die weiter verfügbar sind. Diese Broschüre bringt zahlreiche Informationen, die in Deutschland bisher nicht veröffentlicht worden sind. Das gilt für Gerichtsurteile aus Frankreich, England und den USA:
letzteres besonders. Das Strafurteil gegen die Sektenbosse wurde bis Mitte November - als diese Zeilen geschrieben wurden - in der deutschen Presse mit keinem Wort erwähnt.
Die Sprache hat in dieser Broschüre
zweifellos unter der Aktualität gelitten. Dies zum Vorteil der Sekte:
es blieb keine Zeit für geschliffene Formulierungen, wie sie beispielsweise
in der französischen Tageszeitung L‘Aurore vom 15.2.78 enthalten sind.
Über das Urteil gegen Hubbard:
Der Leser mag auch einiges überzeichnet
finden, übertrieben. Er mag bei der ABI anfragen: wir haben aus Zeit
und Platzmangel nicht geschrieben über Entführung auf offener
Straße, mitten in München, wenig über die Ausbeutung der
Mitglieder, nichts über die Hierarchie und auch nichts über die
Strafen, die für Nichtigkeiten verhängt werden. Zahlreiche Aspekte
mußten zwangsläufig vernachlässigt werden.
Photos: Ingo Heinemann
1. Photo:
im Vordergrund zwei Scientologen
in hochgeschlossener schwarzer Geistlichen-Kleidung, ein ca. 10 cm großes
Scientology-Kreuz (kaum zu unterscheiden vom christlichen Symbol) außen
tragend.
Etwa 10 Meter dahinter (dazwischen keine
Personen) ein Transparent ca. 1,80 Meter mal 4 Meter:
"Hände weg von der Religionsfreiheit"
Insgesamt ca. 10 Demonstranten zu sehen.
2. Photo:
Im Vordergrund Transparent ca. 1 Meter
mal 2,50 Meter:
"ABI = Aktion Religionsverfolgung
ABI = Aktion Falschinformation"
Insgesamt ca. 10 Demonstranten zu sehen.
Erste nachweisbare Tatsache scheint zu sein, daß Hubbard an der Universität Washington eingeschrieben war. In seiner offiziellen Star-Biographie wird behauptet, er habe an einem der ersten Seminare über Atomare und Molekulare Phänomene teilgenommen und sei deshalb einer der ersten Studenten der Kernphysik in den USA gewesen. Was allerdings nur stimmen kann, wenn sich in den USA die Atomforschung außerhalb der Universitäten vollzogen hat.
Sei‘s drum, gehen wir davon aus, daß diese Information stimmt. »All about Radiation« - »Alles über Radioaktivität« heißt ein Büchlein, erstmals 1957 herausgegeben, Copyright Hubbard. Es wird noch heute verkauft, trotz teils mühelos erkennbar unsinnigen Inhalts. Im Klappentext wird aus dem Studenten plötzlich »einer von Amerika‘s ersten Atomphysikern«, was übrigens auch »einer von Amerika‘s bedeutendsten Atomphysikern« bedeuten kann: maßlose Hochstapelei jedenfalls in beiden Bedeutungen.
Es gibt - soweit ersichtlich - nur einen Hinweis darauf, daß Hubbard seine Universitäts-Studien mit einem regulären Abschluß beendet hat: das Frankfurter College für angewandte Philosophie behauptet in einer 6-seitigen Hubbard-Biographie: »Mit 21 Jahren beschloß er seine Hochschulstudien mit ,Eins‘«. Wir werden die Frankfurter nach ihrer Quelle fragen.
Später schmückte sich Hubbard mit dem Titel eines Doktors der Philosophie, verliehen von der University of Sequoia, die sich auch als College für Heilung ohne Medikamente bezeichnete, wohl nur aus einem Postfach bestand und Doktor-Titel per Direktversand vergab. Es wurde die Vermutung geäußert, daß Sequoia sozusagen Hubbards eigener Laden gewesen sei. Hubbard jedenfalls verzichtete 1966 durch eine spektakuläre Zeitungsanzeige in der Londoner TIMES auf seinen Titel. Die Sekte benutzt ihn bei passenden Gelegenheiten weiter.
CFAP - Frankfurt verfügt auch hier über eine Sonderinformation, freilich ohne Hubbard-Copyright: demnach hat die Universität Los Angeles ihm 1953 den Doktor der Philosophie verliehen.
Am 2. Weltkrieg hat Hubbard - so wird wenigstens
behauptet - als Corvetten-Kapitän teilgenommen. Auch diese Angabe
ist recht zweifelhaft, besonders wenn man Schilderungen über seine
ersten Reisen auf dem Sea-Org-Flagschiff liest. Dem Kapitän wurde
verboten, das Radar zu benutzen. Statt dessen wurde das
Über Hubbards Kriegsjahre gibt es die unterschiedlichsten Darstellungen, die sich teilweise gegenseitig ausschließen.
Im Werbetext für »Dianetics,
die Entwicklung einer Wissenschaft« heißt es:
In anderen Scientology-Texten heißt es, er sei zweimal für tot erklärt worden und er habe ein Jahr lang (1945) in einem Marinehospital gelegen.
Und schließlich erhielt Hubbard nach Auskunft der Veteran‘s Administrations 160. - Dollar im Monat als Ausgleich für körperliche Schäden, die er sich während des zweiten Weltkriegs zugezogen habe und die ihn zu 40 % arbeitsunfähig machen. Die Liste der Schäden ist allerdings nicht sehr kriegstypisch: Geschwür am Zwölffingerdarm, Schleimbeutelentzündung (rechte Schulter), Arthritis, Bindehautentzündung.
Sollte der clevere Werbemanager Hubbard etwa aus einer Arthritis eine Lähmung und aus einer Bindehautentzündung Blindheit fabriziert haben? Alles spricht dafür und dann ist auch die wundersame Heilung von Lähmung und Blindheit verständlich: Bindehautentzündung und Arthritis lassen sich auch herkömmlich ohne Dianetic heilen.
Erwähnenswert wiederum die Frankfurter
CFAP-Biographie:
Ausländische Scientologen überschwemmten
die Gegend, vorwiegend US-Amerikaner, deren damals hoher Dollar-Kurs billiges
Leben in Europa ermöglichte
Angeklagt war Hubbard nicht allein. Die Anklage und die Ladung wurden auch dem Holländer Henry Willem Laarhuis, der Französin Jaqueline Valantin und dem in Casablanca geborenen Franzosen Georges Andreu zugestellt. Andreu war der einzige, der sich der Justiz stellte.
Das Urteil verrät erstaunliche Kenntnis der Scientology-Organisation. Auch einen erstaunlichen Willen der Richter, sich mit dieser Materie zu befassen, trotz oder auch gerade wegen der Abwesenheit des Hauptangeklagten: das Gericht hat es sich nicht leicht gemacht.
Das Gericht hat die Geschäftsbücher der Sekte durch Buchhaltungs-Sachverständige überprüfen lassen. Diese haben u.a. festgestellt, daß 10 % der Bruttoeinnahmen an die »Mutterkirche« nach England überwiesen werden. Nach England! Auf diese Zahlungen wird im Zusammenhang mit Hubbards Finanzen zurückzukommen sein: in den Satzungen der deutschen Scientology-Vereine heißt es, daß 10 % als Spende an die Mutterkirche in Californien überwiesen werden. Wozu also der Umweg über England?
Das Gericht stellte weiter fest, daß - welche juristische Form auch jeweils gewählt wurde - Scientology als wohlgeführte und rentable Geschäftsunternehmen aufgezogen worden waren. Von Gemeinnützigkeit konnte keine Rede sein, auch wenn die Bilanz keine Gewinne auswies: denn diese wurden jeweils sofort in Grundstücke und andere Anlagen gesteckt.
Das Gericht bestätigt übrigens
eine Feststellung, die viele Jahre zuvor schon das US-Bundesgericht getroffen
hat:
90 % der Umsätze stammen aus dem
Verkauf von Kursen.
All das ist nicht strafbar. Warum also
Betrug?
Das Gericht hat sehr sorgfältig aufgezählt,
was alles versprochen wurde: geschäftliche Erfolge, Verbesserungen
der beruflichen Karriere, der Gesundheit usw.
»Die französische Gruppe der Scientology ist ein kommerzielles Unternehmen, das sich hinter einer falschen, irreführenden Fassade versteckt, eine Firma, die Dienstleistungen verkauft; diese Gruppe hat mit betrügerischen Manövern Leute dazu verleitet, Dinge zu glauben, die in Wirklichkeit nicht stimmen. «
Anschließend erließ das Gericht gegen Hubbard und Kollegen Haftbefehl. Soweit bekannt, ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Aber wenn es rechtskräftig wird und wenn die französische Regierung Auslieferungsantrag stellt: Hubbard wird sein Hauptquartier wohl wieder auf die Meere verlegen.
Für die Scientologen weltweit ein heikles Thema. Nicht ohne Grund wird Hubbard zum selbstlosen Idealisten stilisiert. Im Hintergrund stehen stets Steuerfragen. Und im Hintergrund steht natürlich die Vermutung, Scientology sei für Hubbard lediglich ein Erwerbsunternehmen.
Vielfach wurde und wird behauptet, Hubbard bekomme 10 % vom Brutto-Umsatz seiner Sekte. Die Scientology-Sekte setzt sich gegen diese Behauptung wütend und ohne Rücksicht auf Prozeßkosten zur Wehr. Den Mut für solche Prozesse können die Scientologen wohl nur aus drohenden Steuerzahlungen oder aus der durch gezielte Desinformation verursachten - Unkenntnis der Tatsachen beziehen.
Zunächst einmal: Hubbard besitzt das Copyright für alle schriftlichen Produkte der Scientology-Sekte, bis hin zu harmlosen Einladungs-Kärtchen.
COPYRIGHT: das bedeutet nach internationalen Gepflogenheiten eine Lizenzgebühr von 8-10 % vom Endverkaufspreis. Wenn der Bestseller »Dianetik« also im Jahr 200 000 mal verkauft wird, eine durchaus realistische Zahl, dann stehen Hubbard allein aus dem Verkauf dieses Buches 800.000.- DM zu. Die Scientology-Sekte verkauft allerdings einige Dutzend Hubbard-Bücher, dazu Tonbänder, E-Meter, und, nicht zuletzt, die Kurse.
Hubbard bekommt aber nicht nur 10 % vom Buchverkauf, sondern 10 % von den gesamten Brutto-Umsätzen aller Sektenorganisationen.
Die Sekte bestreitet dies und hat wegen
solcher Angaben bereits mehrfach geklagt. Der ehemalige Scientologe Kaufman
(»Übermenschen unter uns«) berichtet, daß jeder,
der eine Scientology-Filiale gründen will, 10 % der Brutto-Einnahmen
an Hubbard bzw. die Scientologen-Zentrale überweisen muß. Daran
dürfte sich bis
Deutsche Finanzämter wird interessieren, ob Hubbard oder Mutterkirche nicht etwa ein und dasselbe sind, denn das stünde zweifellos der Gemeinnützigkeit entgegen.
Die Antwort liegt seit dem 19.7.69 vor. Damals urteilte das der US- Bundesfinanzgerichtshof unter der Nr.226-61 über Sektengründer Hubbards Begehren auf Steuerrückzahlung. Aus dem
»Während der fraglichen Jahre
wurden diese anderen Prozentanteile, Honorare und Provisionen, soweit sie
in den Akten ausgewiesen sind, ganz offensichtlich Hubbard zugänglich
gemacht zum Zwecke seines persönlichen Nutzens. Eine derartige Regelung
läßt den Schluß auf die Existenz eines Konzessions-Netzes
für privaten Gewinn zu und wirft auf der anderen Seite Zweifel auf
an der Korrektheit der Zahlungen durch die Klägerin (die »Mutterkirche«
-Red.) an Hubbard und an die Mitglieder seiner Familie. Die Tatsache, daß
Hubbard der Empfänger von Einkünften der Klägerin in der
Form von Tantiemen und Provisionen war, gibt gleichermaßen Anlaß
zur Annahme des persönlichen Gewinn.
Das Urteil weiter:
So zum Beispiel in einem Prozeß gegen den Heinrich Bauer-Verlag der diese Behauptung in einem Artikel mit dem Titel »Die miesen Geschäfte der falschen Christen« weitergegeben hatte.
Der Verlag ließ den Hauptbuchhalter der englischen Sektenzentrale vor Gericht laden. Der bestätigte immerhin, daß Hubbard auch von dieser Organisation Geld bekommen hat, als Gehalt bezeichnet. Immerhin rund 30.000.- DM pro Jahr. Dieser Buchhalter machte außerdem eine bemerkenswerte Aussage:
»Es gibt eine kommerzielle Gesellschaft
in Dänemark, die seine Bücher vertreibt. Diese Gesellschaft macht
auch Gewinne . . . Hubbard hatte . . . mit dieser Gesellschaft einen normalen
Schriftstellervertrag. «
Und jetzt wieder zurück in die Bundesrepublik
und ein besonderer Hinweis für die Finanzämter: vor demselben
Gericht erschien auch Inez Lochridge als Zeugin, die Leiterin des Scientology-
»Finanzwesens«. Ihre wichtigste Aussage war:
Schließlich wurde in diesem Gerichtstermin
noch der Wirtschaftsprüfer der deutschen Sektenzentrale gehört.
Er korrigiert Ines Lockrigde, die von Netto-Beträgen gesprochen hatte:
Die von Hubbard angebotenen Beweise sind
läppisch. Dennoch scheinen seine Anhänger diesen Beweisen zu
glauben. Wir müssen uns damit auseinandersetzen. Den für Scientologen
wohl wichtigsten Beweis enthält das Buch »Have you lived before
this life?« - »Hast du schon vor diesem Leben gelebt?«
(Eine deutsche
Die Überschrift »die Bedingungen des Experiments« ist übrigens irreführend, wie fast alles bei Scientology: in der Wissenschaft dient die Beschreibung der Bedingungen dazu, es jederzeit wiederholen zu können. Nur die Wiederholbarkeit unter denselben Bedingungen sichert einem Experiment Beweiskraft.
Hubbard macht hier wenigstens noch den
Versuch, Wissenschaftlichkeit vorzutäuschen. Später verzichtet
er auch darauf. Zu den »Bedingungen des Experiments« gehört
auch eine Beschreibung des E-Meters, auf die noch zurückzukommen
sein wird:
Das E-Meter, wie es in der Sprache der
Psychotherapie heißt, spürt Gebiete geistiger Belastung und
Überlastung auf. Dies ist für den Polizeibeamten ebenso nützlich,
wie für den Therapeuten weil alles, was es anzeigt, die Person beunruhigt.
Das E-Meter lokalisiert die Störung dann in Zeit und Charakter. Einige
Leute mit schlechtem Gewissen haben berechtigterweise Angst vor dem E-Meter,
denn wenn es durch einen Experten bedient wird, deckt es alles und jedes
auf, was diejenigen getan haben und waren.
Die in diesem Buch beschriebenen Experimente
sind also nicht wiederholbar und haben deshalb keinerlei Beweiskraft!
Fall 1 Jessie Gray: »Durch Fragen und Interpretation der E-Meter-Reaktionen« hat der Scientologe Jessie Gray beim »Preclear« etwas entdeckt, das 651 Jahre zuvor geschah. Von einem Affen ist die Rede und dem nackten Körper eines hübschen, weißhaarigen Mannes. Eine Küste, ein Schiff, Zeichen im Sand und zwei helmbewehrte Soldaten machen einen Gefangenen. Nichts fehlt, was eine Story farbig macht.
Fall 2 ist ein Kuli im China des 19. Jahrhunderts: »wenigstens halbwegs genug zu essen und eine Wand um daran zu schlafen, das war unsere Vorstellung von Wohlstand.« Dann wird es etwas präziser: 1874, im Mai.
Fall 3 am 19. März 56 vor Christus von einem römischen Legionär getötet. 45 Minuten lang konnte er nicht verstehen, weshalb er lebte, sein Körper aber tot war. Drei Stunden hielt er sich neben dem toten Körper auf, fühlte die Hitze der Sonne auf dem toten Körper und fühlte, wie der Soldat sein Schwert herauszog. Später beschloß er, den Körper des Bruders der Frau zu benutzen, die ihn vergiftet hatte.
Fall 4 geschah »vor neun galaktischen Perioden«. Ich war männlichen Geschlechts, geboren von Weltraum-Eltern. Anscheinend habe ich zwei oder drei Mütter, die gestorben sind oder getötet wurden ... Im Alter von 16 Jahren töte ich meinen Vater
Fall 5 hatte das Ungeschick, daß der stärkste Zeigerausschlag auf eine Zeit vor 78 Billionen Jahren deutete. Er fand sich in einer fantastischen Raum-Fabrik, in der goldene Tiere - meistens Elefanten und Zebras - konzentrisch am Nacken aufgehängt waren
Fall 6 begann vor 1600 Jahren auf einem Planeten der Perfektion. Er war Ingenieur und hatte diejenigen Maschinen mit Energie zu versorgen, die dem Wohl der Bürger dienten. Eine Maschine war eine Art Gott, der Befehle gab.
Fall 8 das Ereignis wurde mit dem E-Meter lokalisiert und es stellte sich heraus, daß es vor 3225 Jahren geschah. Ich war in Nordafrika in der Nähe der Küste stationiert. Ich war der Führer in diesem Sektor der römischen Armee« usw. Es folgt eine sehr farbige Geschichte. Bemerkung: Rom wurde erst vor ca. 2600 Jahren gegründet. Rom kann also 600 Jahre früher keine Armee in Afrika gehabt haben. Die Punischen Kriege fanden vor ca. 2240 Jahren statt. Das E-Meter hat sich wohl um tausend Jahre geirrt.
Fall 9 hatte im Weltraum einen Zusammenstoß mit einem riesigen Meteoriten.
Fall 10 geschah vor 55.000.000.000.000.000.000. Jahren, exakt herausgefunden mit dem Zeiger des E-Meters. Damals hat er u.a. die atomgetriebenen Maschinen eines Raumschiffes repariert.
Fall 11 liegt erst 6254 Jahre zurück.
Er war damals ca. 35 Jahre alt, Zimmermann, verheiratet seit 12 Jahren,
drei Kinder. Obwohl er immer pleite war, legte er sich eine Mätresse
zu und war deshalb erst recht pleite. Seine Mätresse verlangte viel
Fall 12 begann 1790 und endete 1804. Er war Sohn französischer Aristokraten und wurde im Alter von 3 nach England geschmuggelt. Beide Eltern starben in Frankreich, er kehrte später zurück, fuhr auf einem Kriegsschiff zur See, hatte die Kanone zu bedienen und starb an einem Betriebsunfall.
Fall 13 hatte ebenfalls Ärger im Betrieb: vor 468 Millionen Jahren verlor er den Körper eines Roboters. Vor genau 469 476 600 Jahren war er auf dem Mars, allerdings ohne Körper. Er hat dort große Verwüstungen angerichtet, eine Brücke und Gebäude zerstört. (Folgt wieder einmal eine wilde Weltraum-Geschichte).
Fall 15 geschah vor 1 Million 15 Tausend und 550 Jahren. Auf einem anderen Planeten. Er war Raumpilot und hatte eine Panne.
Fall 16 geschah erst vor 1500 Jahren. Zuerst sah er 4 Arme, die aus der Erde emporragten. Vor der Kulisse des Vesuvs spielt sich ein Drama ab: der »Preclear« erlebt den Untergang Pompejis.
Dies also sind die Beweise der Scientology-Sekte dafür, daß jeder schon früher gelebt hat. Dieses Buch gehört noch heute zu den von Scientologen angebotenen Standardwerken.
In diesem Zusammenhang sollte vielleicht daran erinnert werden, daß Sektengründer Hubbard vor der Sektengründung Science- fiktion-Autor war, also Schreiber wissenschaftlich fundierter Zukunftsmärchen.
So erklärt sich auch die Zeitangabe »vor neun galaktischen Perioden« in Fall 4. Wissenschaftler nehmen an, daß unser Universum durch den sogenannten »Urknall« entstanden ist: durch eine riesige Explosion entstanden z.B. Erde und Sonne und seither fliegen alle Bestandteile des Universums weiter auseinander, so lange, bis die Anziehungskraft nicht mehr ausreicht, dann stürzt alles wieder zusammen und es kommt erneut zu einer Explosion, mit der verglichen die Sonne eine Sparflamme ist.
Die Thetanen aber, die geistigen Wesen,
die nach Hubbards Meinung in uns stecken, überstehen all dies unbeschadet.
Unbeschadet, aber nicht unverändert. Hubbard hat auch ein Buch darüber
geschrieben, was die Thetanen in dieser Zeit so getrieben haben. Titel:
»A history of man« - »Eine Geschichte der Menschheit«.
Anmerkung des Übersetzers: im Original heißt es »sixty trillion«. Im US-Englisch bedeutet dies Billionen, im britischen Englisch jedoch Trillionen. Wir haben die US-Bedeutung unterstellt.
In der Zwischenzeit glaubt Hubbard, einen noch wesentlich länger zurückliegenden Zeitraum unter Kontrolle zu haben. Vgl. dazu das Kapitel über das E-Meter. Hubbard schildert eingangs, wie er seine Probanden »whole track« ausgehorcht habe, also über die ganze Länge der Zeitspur, über eben die 60 Billionen Jahre. Er verliert allerdings kein Wort darüber, warum es gerade 60 Billionen sind und nicht etwa 20 oder 120.
Anfangs habe er verschiedene Instrumente benutzt, beispielsweise einen Elektro-Encepaholographen und einen Lügendetektor der Polizei. Diese Geräte hätten sich jedoch als für seine Zwecke unangemessen und zu beschränkt erwiesen. Dann habe Volney Mathison sein elektronisches Genie diesem Problem zugewandt und das Elektropsychometer erfunden.
Auf die unsinnige Behauptung, das E-Meter sei leistungsfähiger als ein Lügendetektor, wird noch eingegangen. Immerhin gibt er hier zu, daß nicht er das E-Meter erfunden hat, sondern ein gewisser Volney Mathison. Wir haben an anderer Stelle bereits ein Zitat wiedergegeben, in dem er sogar zugibt, daß dieses Gerät bereits über 100 Jahre alt ist.
All dies wäre uninteressant, wenn sich Hubbard nicht vom britischen Patentamt ein Patent für das E-Meter hätte erteilen lassen (Patent Nr.943012). Ein Patent aber wird nur für eine eigene Leistung erteilt, die noch dazu neu sein muß. Das Patent wiederum dient zur Rechtfertigung der wucherischen Preise (vgl. Kapitel Preise): die als »Arbeitspferd« bezeichnete Normalausführung kostet ca. 1.500.-DM, eine optisch verbesserte Ausführung ca. 2.500.- DM.
Zurück zur »Geschichte der Menschheit«:
Hubbard benutzt hier wie anderswo Theorien, die durchaus gängigen
Lehrmeinungen entsprechen: Was nach Hubbards Bearbeitung dabei herauskommt,
ist allerdings lesenswert. So spricht er von einer genetischen Linie, in
der alle Erfahrungen enthalten seien, die während der Evolution gesammelt
worden seien. Durchaus gängige Meinung, heute als DNS bekannt.
Die Einprägung ist sehr interessant.
Der Preclear wird vor ein Rad gesetzt, welches eine Reihe von Bildern enthält.
wenn sich das Rad dreht, verschwinden die Bilder. Er wird hin- und herbewegt,
nach rechts, nach links und nach hinten. Speziell angeordnete Spiegel täuschen
ihm vor, stets vor dem Spiegel zu sitzen. Eine Maske schlägt ihn durch
die Bilder hindurch. Die Bilder verschwinden. Der Zweck des Ganzen ist,
ihm den Eindruck zu geben, als habe er kein vergangenes Leben gehabt, daß
er nicht länger dieselbe Identität habe, daß sein Gedächtnis
ausgelöscht sei.«
Den OT gibt es in verschiedenen Stufen,
von I bis VIII und die jeweils höchste Stufe erklimmt nur Hubbard.
Vielleicht liegt das daran, daß es ihn nichts kostet. Daß ein
OT nicht krank wird, ist eine Selbstverständlichkeit. Umso interessanter
ist die Frage, warum niemand Hubbard zu sehen bekommt. Neuesten Gerüchten
nach ist er querschnittgelähmt. Das wäre allerdings ein herber
Schlag: ein gelähmter OT, an den Rollstuhl gefesselt und nicht einmal
in der Lage, seinen eigenen Körper in Aktion zu setzen.
Das gefundene Material wurde in einer 42 seitigen Anklageschrift zusammengefaßt, die jetzt eine ganz besondere Bedeutung gewinnt: die Gerichtsverhandlung war nach kürzester Zeit vorbei, da sich die Angeklagten für schuldig erklärt haben und deshalb über die einzelnen Punkte der Anklage gar nicht mehr verhandelt werden mußte.
Angeklagt waren Mary Sue Hubbard, Ehefrau des Sektengründer und 9 weitere Sektenbosse. Die Anklage: Verschwörung. Die Art und Weise des Vorgehens: wie man aus Agenten-Krimis kennt. Mary Sue Hubbard war (und ist wohl noch) Chefin des Guardian-Office, des Sicherheitsbüros der Sekte. Man weiß jetzt, daß man diesen Titel absolut ernst zu nehmen hat.
Es begann 1973: der Auftrag wurde erteilt,
alle Interpol-Berichte zu beschaffen, die sich auf Scientology oder Hubbard
beziehen. 1974 wurde beschlossen, einen Agenten einzuschleusen. Dieser
wurde zunächst auf das Finanzamt angesetzt. Allerdings verließ
man sich nicht auf ihn: vorsichtshalber installierte man im Konferenzraum
des Finanzamtes eine Abhöranlage. (Im Kapitel »Sektengründers
Hubbards Finanzen« wird beschrieben, weshalb man Interesse am Finanzamt
hatte).
Die Akteninhalte müssen bedrohlich
gewesen sein, denn im Dezember 1975 wurde ein »Frühwarnsystem«
ins Leben gerufen, um die »persönliche Sicherheit« des
Sektengründers Hubbard zu gewährleisten. Der Auftrag: Infiltration
aller Regierungsbehörden, denen die Befugnis zusteht, Hubbard unter
Strafandrohung vorzuladen oder ein Strafverfahren gegen ihn einzuleiten.
Schon 10 Tage später wurde Sharon Thomas ausgewählt: sie sollte
als Agentin in das Bundes-Justizministerium eingeschleust werden. Ende
Februar 1976 gelang es Sharon Thomas bereits, im Justizministerium eine
Anstellung als Sekretärin zu bekommen. Agent Wolfe setzte derweil
seine Diebstahlserie fort. Er muß in so ziemlich allen Büros
geklaut haben.
Im Mai wurde das Gericht besucht um die Örtlichkeiten zu besichtigen und wenig später wurde ein Schlüssel gestohlen und kopiert. Meisner und Wolfe benutzen diesen Schlüssel eifrig und stahlen zahlreiche Akten. Am 11.6.1976 allerdings hatten sie Pech: im Gebäude befanden sich bereits FBI-Agenten. Offenbar war der Verlust zahlloser Akten aufgefallen.
Scientology ungebrochen: Ende 1976 beschloß man, in wichtigen Räumen des Finanzamtes ständige Abhöreinrichtungen zu installieren, um zu hören, was man dort über die Frage beriet, ob die Scientology-Sekte Steuern zu bezahlen hat oder nicht.
Wölfe und Meißner wurden 1976 verhaftet, Gerichtsverfahren folgten und hier haben offenbar Scientologen das Blaue vom Himmel herunter gelogen. Denn anschließend folgten Verfahren wegen falscher Aussagen, Meineid. Agent Wolfe wurde am 10.6.77 verurteilt und seine Aussage war offenbar Anlaß für den Hausdurchsuchungsbefehl und dem Aufmarsch der 134 FBI-Agenten.
Aber: mit der Verurteilung Wolfes hatte
es kein Ende: die Scientologen heckten
Am 3.7.1977 schrieb des Sektengründers Ehefrau Mary Sue Hubbard einen verräterischen Brief an Henning Heldt: sie erteilte ihm die Anweisung, »Meisner verschwinden zu lassen, falls er zum Verräter werden sollte.«
Soweit einige Auszüge aus einem Kriminalfall,
der bisher einmalig dasteht. Die angeklagten Sektenbosse haben sich für
schuldig bekannt. Über die Höhe der Strafe wird das Gericht noch
befinden. Ein paar Jahre wird des Sektengründers Ehefrau wohl hinter
Gitter müssen.
Die hochrenommierte Evangelische Akademie
Tutzing (Gäste einer kürzlichen Diskussionsrunde u.a.: Bundespräsident,
Bundeskanzler, Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Buch: dtv:
»Die Zukunft unserer Demokratie«) bereitete seit längerem
eine Tagung zum Thema Jugendreligionen vor. Damit die Tagung nicht durch
die üblichen Scientology-Demonstrationen gestört werde, wurden
die Vorgespräche telephonisch geführt. Insbesondere wurde keine
Veröffentlichung vorgenommen. Dennoch erschienen am 10.11.79 Angehörige
der Scientology-Sekte in der Neuen Abtei des kleinen Ortes Heilsbronn bei
Nürnberg und verlangten lautstark Einlaß. Als ihnen dies verwehrt
wurde, verteilten sie ein Flugblatt
Die US-Regierung hat bereits die Auslieferung
beantragt. Über die Auslieferung wird derzeit noch verhandelt.
Denn für Scientologen sind Hubbards Führungsanweisungen Gesetz. Sie werden auch wie Gesetze veröffentlicht, nebst erforderlichen Korrekturen und Aufhebungen. Daß Scientologen zur Durchsetzung ihrer Ziele und bei der Verfolgung Mißliebiger zum Teil schlimme Straftaten begehen, ist sattsam bekannt.
So wurde ein Beamter der Bundeswehr fast Opfer eines raffiniert ausgeklügelten Plans: Dieser Beamte hatte Anträge auf Freistellung vom Wehrdienst zu bearbeiten. Darunter auch Anträge von Scientologen, die das Geistlichen-Privileg für sich in Anspruch nehmen wollten. Der Beamte lehnte diese Anträge ab.
Zitat aus einem Strafbefehl gegen einen
Schweizer Scientologen (AZ 24 JS 3728/ 75 zugestellt per Vollzugsanstalt
München-Stadelheim) und inzwischen durch Urteil bestätigt.
Dabei seien diese Zahlungen jeweils als »Zeitzahlung« deklariert gewesen. Da Regierungsrat W. in der Wehrbereichsverwaltung VI tätig sei, könne es sich nur um Gegenleistungen von Wehrpflichtigen für deren rechtswidrige Freistellung
Der anonyme Schreiber bezeichnete sich als Bediensteter der Deutschen Bundespost und behauptete, die rechtswidrige Handlungsweise von Regierungsrat W. im Rahmen seiner Dienstverrichtungen entdeckt zu haben. Daher sei es ihm möglich gewesen, die Ablichtungen anhand der Originalbelege der an W. übersandten Postanweisungen herzustellen.
Es wurde festgestellt, daß Regierungsrat W.. durch die anonymen Schreiben wissentlich falsch der Bestechung bezichtigt wurde. Regierungsrat W. erhielt zwar vermutlich vom Verfasser der anonymen Schreiben v. 7.11.74 mehrmals Beträge von 200.- DM überwiesen.
Diese Überweisungen sollten als Beweismittel für die angebliche Bestechlichkeit von Regierungsrat W. dienen. Die als Beweismittel übersandten Ablichtungen dieser Postanweisungen stellten Fälschungen dar. Diese Fälschungen wurden mit Hilfe einer Fotomontage hergestellt, wobei zur Herstellung teils die Einlieferungsabschnitte der Originalbelege an W. und teils Empfängerabschnitte von Postanweisungen verwendet wurden, die am gleichen Tage und an den gleichen Schaltern des gleichen Postamtes an den Beschuldigten (den Schweizer Scientologen, Anm. d. Red.,) aufgegeben wurden und auf denen nichtexistente Personen als Einzahler angegeben waren.
Der Tatbeitrag des Beschuldigten bestand darin, die am 17.10.74 an ihn überwiesenen Beträge von jeweils 10.- DM am 18.10.74 in Empfang genommen und die Empfängerabschnitte zur Herstellung gefälschter Beweismittel (Fotomontage) an andere Personen weitergegeben zu haben.
Der Beschuldigte wußte, daß die auf den an ihn gerichteten Postanweisungen genannten Einzahler nicht existent und die Beträge fingiert waren. Dem Beschuldigten war bewußt, daß sein Tatbeitrag dazu dienen sollte, auf Regierungsrat W. den Verdacht der Bestechung zu richten.
Regierungsrat W. hatte die an ihn überwiesenen
Gelder jeweils unverzüglich an seine Dienststelle abgeliefert.«
Der Plan war im übrigen wesentlich raffinierter, als es hier den Anschein haben mag. Die Unterlagen der Post werden nach einer gewissen Zeit vernichtet und es hat erheblicher technischer Hilfsmittel und eines sehr großen Aufwandes bedurft, um das Komplott aufzudecken.
Dieser Fall kann nicht als untypisch angesehen werden.
Der Begriff Kirche ist nämlich unzweifelhaft christlichen Ursprungs, abgeleitet aus dem spätgriechischen Kyrikon, Gotteshaus. Theologen können belegen, daß damit nur das »Haus des Gottes der Christen« gemeint sein kann. Dementsprechend definieren die Wörterbücher den Begriff Kirche auch als »christliches Gotteshaus«.
Dennoch - und dies sei klargestellt - will niemand der Scientology-Sekte verbieten, sich selbst als Kirche zu bezeichnen. Nur: dem wissenschaftlichen Wortsinn entspricht diese Bezeichnung nicht, denn mit einer christlichen Kirche hat die Scientology-Sekte nun wirklich keine Ähnlichkeit.
Auch der hier verwendete Begriff der Sekte
ist im wissenschaftlichen Sinne nicht korrekt verwendet, denn als Sekten
werden Abspaltungen bestehender religiöser Gruppen bezeichnet. Niemand
ist jedoch verpflichtet, die deutsche Sprache nur im Sinne der Sprachwissenschaft
zu verwenden: die Umgangssprache bedient sich des Begriffs Sekte weitaus
großzügiger. Hier steht Sekte für alle möglichen kleinen
Gruppen.
Der Begriff Jugendreligionen wurde erstmals vom Evangelischen Sektenbeauftragten in Bayern, Herrn Pfarrer Haack, verwendet, als Sammelbegriff für alle möglichen religiösen Organisationen, die kaum Gemeinsamkeiten haben außer derjenigen, daß sich ihre Mitgliedschaft vorwiegend aus Jugendlichen rekrutiert. Bei Scientology sind es nicht Jugendliche im Sinne des Volljährigkeitsgesetzes. Auch hier ist die Umgangssprache weit großzügiger: so kann man beispielsweise bis zum Alter von 35 Mitglied bei den Jugendorganisationen der politischen Parteien sein. Auch in den Gesetzen ist der Jugendliche nicht einheitlich definiert: das Jugendstrafrecht ist nicht nur auf alle Personen bis zum Alter von 21 Jahren anwendbar, sondern auch auf solche, deren Entwicklungsstand dem eines Jugendlichen entspricht.
Man hätte sich seinerzeit auch wie bei Scientology üblich - eines amerikanischen Begriffs bedienen können: dort nennt man alle diese Organisationen destruktive Kulte.
Selbstverständlich darf die Scientology-Sekte auch behaupten, die von ihr verbreiteten Glaubensinhalte seien eine Religion: auch für diesen Begriff hat niemand das Urheberrecht. Eine ganz andere Frage ist, ob der Scientology-Sekte auch jene Vorteile zustehen, die den klassischen Religionsgemeinschaften eingeräumt werden. Hierzu an anderer Stelle.
Inwieweit befaßt sich die Sekte nun
tatsächlich mit Glaubensfragen? Erinnert sei noch einmal an Hubbards
denkwürdigen Ausspruch anläßlich einer Schriftsteller-Tagung
1949:
Die Scientologen aber gehen viel weiter: sie behaupten nicht nur, all diese Dinge zu wissen (Wissen ist bekanntlich von anderer Qualität als Glauben), sondern auch, dies beweisen zu können. Und zwar mit Hilfe ihrer magischen Kiste, dem E-Meter. Hier nun beginnt die Scharlatanerie, denn mit diesem Gerät läßt sich dies nicht beweisen.
Die Scientologen produzieren Unmengen von Papier. Allein die »Technischen Bulletins« und der »Organisations-Verwaltungs-Kurs« umfassen 21 dicke Bände im Großformat. Und dann gibt es noch das Bändchen »Der Hintergrund und die Zeremonien der Scientology-Kirche«, ganze 70 Seiten, in zwei dicken Deckeln verpackt, nicht einmal einen Zentimeter dick. Dieses Bändchen enthält u.a. Ausführungen über Buddhismus, Hinduismus, Plato, Aristoteles, Thomas von Aquin und die Bibel.
Religion wird im allgemeinen definiert als der Glaube an eine überirdische Macht und deren kultische Verehrung. Diese Definition hatten wohl auch jene englischen Richter im Auge, welche über die Klage der englischen Sekte zu befinden hatten: die Sekte hatte dort beantragt, daß die Kapelle der Sektenzentrale in Saint Hill Manor als »Ort des Treffens zu religiöser Anbetung« zu registrieren. Damit wäre die Sekte quasi in den Status einer offiziellen Kirche gehoben worden und jeder, der ihren »Gottesdienst« gestört hätte, wäre bestraft worden.
Viel verlangt das englische Gesetz von
1855 über die Registrierung der Orte der
Der Prozeß fand vor dem Gerichtshof für Strafsachen statt, die Klage wurde abgewiesen. Der Richter:
»Man sollte doch zum Mindesten erwarten dürfen, daß auch irgend eine Gelegenheit für eine Verehrung vorgesehen ist, entweder in der Form gesprochener Gelöbnisse oder in stiller Meditation. Ich kann nichts dergleichen finden. «
Die Sekte ging in Berufung, die am 6.7.1970 verhandelt wurde, dem Jahr, in dem die Sekte begann, in Deutschland Fuß zu fassen. Man darf wohl davon ausgehen, daß die Sekte alle verfügbaren Beweismittel vorgelegt hat. Deshalb sind die Ausführungen des Gerichts höchst interessant:
»Religiöse Verehrung bedeutet die Ehrfurcht, die Achtung vor Gott oder vor einem allerhöchsten ,,,lesen. Ich finde davon nichts im Glaubensbekenntnis der Kirche der Scientology . . . Ich finde hier nichts, das seiner Natur nach einer Verehrung entspricht. «
Soweit Lord Denning. Lordrichter Winn stimmte dem zu und meinte, es erscheine ihm, als ob die Scientologen »weitaus mehr mit der Erziehung und der Entwicklung des Thetans beschäftigt sind, als mit Gott in irgendeiner Form und Gestalt.« In Deutschland gibt es ein derartiges Anerkennungsverfahren nicht. Hier werden nur Einzelfälle entschieden. So der des Scientologen Walter Fiedler, aktives Mitglied des Frankfurter College für angewandte Philosophie. Fiedler beantragte, als Geistlicher vom Wehrdienst freigestellt zu werden. Das Verwaltungsgericht Darmstadt gab seinem Antrag statt. Es konnte wohl nicht anders, denn dem Gericht lag als Beweismittel wohl nur das Bändchen »Hintergründe und Zeremonien« vor. Und dies, obwohl andere Bundeswehr-Beamte in anderen solchen Verfahren umfangreiches Beweismaterial vorgelegt haben. Obwohl das Urteil noch keineswegs rechtskräftig ist, haben die Scientologen es bereits erwartungsgemäß zu Werbezwecken ausgeschlachtet.
Wir möchten in diesem Zusammenhang
auf einen Grundsatz hinweisen: Wenn das religiöse Bekenntnis allein
als Mittel zur Erreichung nichtreligiöser Ziele und Zwecke dient,
kann man nicht von einer religiösen Gemeinschaft sprechen. Und das
ist hier der Fall.
(Aus: Jugendliche in destruktiven religiösen Gruppen. Bericht der Landesregierung Rheinland-Pfalz über die so genannten neuen Jugendreligionen.)
»Vieles würde als absurd empfunden und abschreckend wirken.«
(dito)
Die Scientology-Sekte wirkt in höchstem Maße absurd und abschreckend, wenn man einmal einen Überblick gewonnen hat. Einen solchen Überblick gewinnt allerdings in aller Regel kein Außenstehender. Das Mitglied wird schrittweise »eingeweiht«. Allerdings nur so weit, als unbedingt erforderlich. Jedes Mitglied bekommt nur diejenigen Informationen, die ihm gegeben werden müssen, um ihn davon zu überzeugen, daß die Buchung weiterer Kurse notwendig ist.
Dieses Prinzip der geplanten Desinformation gilt insbesondere auch für die Mitarbeiter der Scientology-Sekte. Was man nicht weiß, kann man nicht verplappern.
Beispiel: die Deutschland-Zentrale der Sekte bekam einen neuen Pressesprecher, Kurt Weiland (als Nachfolger des Andreas Ostertag). Ein Pressesprecher muß natürlich darüber Bescheid wissen, welche Gerichtsverfahren anhängig sind und waren. Was läge also näher, als daß ihn entweder der frühere Pressesprecher informiert, oder aber sonstige Mitarbeiter.
Tatsächlich wurde Kurt Weiland vom GUARDIAN OFFICE der Englischen Sekten-Zentrale nicht umfassend informiert. Das Guardian-Office (Wächter-Büro, Sicherheits-Büro) ist eine Art übergeordneter Organisation, die unabhängig von den jeweiligen örtlichen Scientology-Organisationen operiert. Das Guardian-Office scheint im Umgang mit der Presse vorwiegend ein Sicherheitsproblem zu sehen. Folglich sind seine Informationen erheblich gefiltert und müssen schließlich noch übersetzt werden. Der Pressesprecher kann diese Informationen nun nach seinem Geschmack auslegen.
Wenn beispielsweise der Brief vom Guardian-Office keine Informationen über Prozesse enthält, dann kann Scientology folglich auch keine Prozesse verloren haben.
Wenn selbst Pressesprecher Weiland nur
gezielt und nicht etwa umfassend informiert wird, so muß dies umso
mehr für alle anderen Mitarbeiter und Mitglieder gelten, die kaum
in die Verlegenheit kommen, konkrete Fragen beantworten zu müssen.
(Bericht der Landesregierung Rheinland-Pfalz)
Diese zutreffende Einschätzung der Lage gilt ganz besonders für Scientology. Geködert wird mit einem Kommunikationskurs. Derartiges wird auch von den Volkshochschulen und zahlreichen anderen Organisationen angeboten. Die Teilnehmer glauben also, an einer völlig normalen Veranstaltung teilzunehmen. Ungewöhnlich mag ihnen erscheinen, daß sie ihrem Gegenüber minutenlang starr in die Augen blicken sollen. Aber das wird als unerläßlich hingenommen.
In diesem Stadium ist den Teilnehmern häufig unbekannt, daß sie einer Sekte oder einer Kirche beigetreten sind. Ebenso unbekannt dürfte den meisten sein, daß sie dort als Preclear bezeichnet werden, als Nicht-Geklärte, als Unwissende. Sie wissen auch nicht, daß ihnen - geht es nach der Sekte - ein langer und teurer Weg bevorsteht, auf dem der Clear, der Geklärte, der Wissende, nur eine erste Stufe ist.
Zunächst fällt dem Teilnehmer das Vokabular auf. Es ist meist Amerikanisch oder dem Amerikanischen entlehnt. Da kaum jemand fließend Amerikanisch spricht, scheint es nur natürlich, daß man Vokabeln lernen muß.
Hier wird jetzt ein »Studierpaket« angeboten. Auch die Begründung dafür erscheint plausibel: der »Student« soll nicht nur Vokabeln pauken, er soll vielmehr auch gleich lernen, was die Vokabeln bedeuten. »Wortklären« nennt die Scientology-Sekte das.
Damit kein Mißverständnis entsteht: es ist sinnvoll, sich immer mal wieder der ursprünglichen Bedeutung bestimmter Worte zu vergewissern. Aber genau hier beginnt die Manipulation: dem Teilnehmer wird in der Regel nicht gesagt, ob das fragliche Wort zu der amerikanischen Umgangssprache gehört oder aber ein Scientology-Kunstwort ist. Noch weniger wird gesagt, ob die erklärte Bedeutung die übliche ist, oder aber diejenige, den Scientology dem Wort beimißt.
Das beginnt bereits mit den Worten »Scientology«
und »Dianetic« Umständlich wird erklärt, daß
die Worte aus lateinischen und griechischen Teilen zusammengesetzt sind,
so wie dies auch in Wörterbüchern bei allgemein gebräuchlichen
Fremdworten üblich ist. Mit keinem Wort wird jedoch darauf hingewiesen,
daß es sich um ein Kunstwort handelt. Dieses Kunstwort wurde nicht
von Sektengründer Hubbard erfunden, denn der Deutsche A. Nordenholz
hat bereits 1934 in München ein Buch mit dem Titel »Scientologie«
geschrieben. Dieses Buch wurde auch ins Amerikanische übersetzt, wobei
automatisch aus dem »ie« ein »y« wird, aus Scientologie
wird also das von Hubbard gebrauchte Scientology. Dies wäre die eigentliche
Wortgeschichte, die allerdings mit keinem Wort erwähnt wird.
Ein wichtiges Beispiel ist das Wort KAPITALIST. Früher bedeutete es »jemand, der seine Einkünfte daraus bezieht, daß er anderen Geld leiht«. In der Volkswirtschaftslehre ist das noch heute die Definition. Durch die Redefinition der Propaganda wurde er eine Person mit Reichtum, die in Geschäfte investiert (wodurch er zum Eigentümer wird und nicht zum Bankier), und zur Zeit ist er jemand, der andere ausbeutet, Kriege anzettelt und Arbeiter niedertrampelt! In kurzer Zeit hat sich die Bedeutung des Wortes gewandelt durch die Anstrengungen derjenigen, die unter der Maske des Arbeiterfreundes danach trachten, alles im Lande in ihren Besitz zu bringen. Totalitärer Sozialismus muß private Eigentümer ausrotten mit dem Auftrag, das Besitztum an sich zu reißen.
Es gibt viele solche Bespiele. Das sind keine »natürlichen« Änderungen der Sprache. Es sind Änderungen durch Propaganda, sorgfältig geplant und durch eine Werbekampagne durchgeführt mit dem Auftrag, bei der öffentlichen Meinung einen Vorteil für die Gruppe zu erlangen, welche die Propaganda durchführt.
Wird die Redefinition oft genug wiederholt, kann die öffentliche Meinung dadurch geändert werden, daß die Bedeutung eines Wortes geändert wird.
»Psychiatrie« und »Psychiater« ist leicht redefiniert in die Bedeutung »ein anti-sozialer Feind des Volkes«. Dadurch werden die verrückten und tötenden Psychiater von der Liste der bevorzugten Berufe verschwinden. Dies ist ein guter Gebrauch von dieser Technik, denn für ein Jahrhundert haben die Psychiater einen für alle Zeiten geltenden Rekord der Unmenschlichkeit an Menschen aufgestellt.
Die Redefinition von Wörtern wird dadurch bewirkt, daß andere Gefühle und Symbole mit ihnen verbunden werden, als diejenigen, die man erwartet.
Die Amerikanische Medizinische Gesellschaft (AMA) und die Nationale Gesellschaft für Geistige Gesundheit in England und Süd-Afrika und die »Britische Psychologische Gesellschaft« in Australien haben sehr hart daran gearbeitet, Scientology im öffentlichen Bewußtsein zu redefinieren.
Aus diesem Grund sind zwei Dinge eingetreten: die Scientologen redefinieren »Arzt«, »Psychiatrie« und »Psychologie« in die Bedeutung von »unerwünschte anti-soziale Elemente« und sie versuchen, die gegenwärtige Bedeutung von »Scientology« zu stabilisieren. Die AMA hat es sogar fertiggebracht, US-Wörterbücher zu veranlassen, »Dianetics« als eine »pseudo-Wissenschaft von Science-Fiction« zu redefinieren.
Die Nachrichten des Massenmedien werden glücklicherweise von der Öffentlichkeit weder respektiert, noch wird auf sie eingegangen. Die Massenmedien glauben, die öffentliche Meinung zu steuern, aber das Gegenteil kann eintreten.
»Die kapitalistische AMA versucht, der Bevölkerung die Wohltat neuer Entdeckungen wie der Scientology zu verweigern, weil sie die großen Profite ausrotten würde, welche die AMA mit den psychosomatischen Krankheiten der Leute macht.« - So könnte eine Erklärung lauten, durch welche die Umkehr der Bedeutung bewirkt werden könnte. Man muß die Propagandisten finden, bombardieren und anprangern, um Fortschritte gegen solche Versuche der Redefinition zu machen. Man muß die Propagandisten brandmarken und die Bemühungen des Redefinierens anfachen, indem man dazu eine ständige PR-Kampagne
Ein typischer Fall ist das Wort »Psychologie«.
Websters Internationales Wörterbuch der Englischen Sprache - 1829 - definiert »Psychologie: eine wissenschaftliche Abhandlung oder eine Monographie über die menschliche Seele; die Lehre von der Natur und dem Gut der Seele. «
Websters Hochschul-Wörterbuch - 1892 - »Psychologie: die Kräfte und Funktionen der Seele.«
Merriam Websters 3. Internationales Wörterbuch von 1961: »Psychologie: die Wissenschaft des Geistes oder geistiger Phänomene oder Aktivitäten; das Studium des biologischen Organismus des Menschen und der körperlichen und sozialen Umgebung«.
Irgendwo auf diesem Weg hat der Mensch seine Seele verloren.
Wir suchen den Zeitpunkt und finden Professor Wundt, 1879, der in der Zeit Deutschlands größten Militarismus von Bismarck beauftragt wurde, zu versuchen, eine Philosophie zu finden, die seine Soldaten dazu bringt, Menschen zu töten. Und wir finden Hegel, den »großen« deutschen Philosophen, das Idol der Super-Sozialisten, der hervorgehoben hat, daß KRIEG VON ENTSCHEIDENDER BEDEUTUNG für die geistige Gesundheit der Bevölkerung ist.
Davon ausgehend können wir die moderne Psychologie redefinieren als ein deutsches militärisches System, welches dafür benutzt wurde, Männer für den Krieg in Form zu bringen und welches in amerikanischen und anderen Universitäten in den Zeiten mit öffentlichen Geldern unterstützt wurde, in denen die Regierungen Schwierigkeiten bei der Einberufung von Soldaten hatten. Eine verständliche Abhandlung darüber, warum »die da« für die Psychologie Reklame gemacht haben, wäre selbstverständlich ein Weg, ein bereits redefiniertes Wort zu redefinieren, nämlich »Psychologie«.
Der Weg, ein Wort zu redefinieren, besteht darin, die neue Definition so oft wie irgend möglich zu wiederholen. Dementsprechend ist es nötig, Medizin, Psychiatrie und Psychologie abwärts zu redefinieren und Dianetics und Scientology aufwärts zu definieren.
Soweit es Worte angeht, geht die Schlacht um die öffentliche Meinung darum, daß Deiner Definition geglaubt wird und nicht derjenigen der Opposition.
Konsequente und wiederholte Anstrengung
ist der Schlüssel zu jedem Erfolg mit dieser Technik der Propaganda.
Man muß wissen, wie es anzustellen ist.
L. RON HUBBARD
Gründer
LRH: mesrd
Copyright 1971 by L. Ron Hubbard, All
Rights reserved
Auf der untersten Stufe der Scientologen-Leitern - die es in zahlreichen Ausführungen gibt - wird noch nicht gesagt, daß Ärzte unerwünschte asoziale Elemente sind. Aber es wird schon einmal darauf hingewiesen, daß die meisten Krankheiten somatischen, also seelischen Ursprungs sind. Daraus ergibt sich dann zwanglos, daß ein guter seelischer Zustand - für den Scientology sorgen will - auch frei von allen möglichen Krankheiten macht. Dann braucht man auch keine Krankenversicherung mehr, und der Schritt zum Absurden ist nicht mehr weit. Die Mutter eines hauptberuflichen Scientology-Mitarbeiters stellte ihrem Sohn völlig zu Recht die besorgte Frage nach Kranken- und Rentenversicherung. Die Antwort entsprach der Logik der Scientologen:
EIN SCIENTOLOGE WIRD WEDER KRANK NOCH ALT.
Mit Datum vom 14.5.1979 schreibt das »Rechtsamt«
der Sektenzentrale an die ABI (die ABI hatte die Organisation ZIEL als
Tarnorganisation der Scientology-Sekte bezeichnet):
Auch die Nationalsozialisten benützten
den Willen des Menschen »Ordnung zu schaffen« als Vorwand für
Ihre totalitären und menschenunwürdigen Ziele zu verfolgen.«
Deshalb noch einmal ein kurzer Auszug aus
Hubbards Anweisungen über den Umgang mit Gegnern:
»Wenn wir untersuchen, fällt all dies auf den Angreifer zurück. Er zieht sich zu schnell zurück, als daß dieser Rückzug noch geordnet vonstatten gehen könnte. «
»Ein Angreifer ist wie eine Hausfrau, die im Rathaus erzählt, wie schrecklich ihr Nachbar sein Haus führt. Aber wenn man ihre Tür öffnet, fallen die Spülschüsseln und die dreckigen Windeln auf die Veranda.«
»Ich kann mehrere schwere Angriffe aufzählen, die zusammengebrochen sind, nachdem wir geräuschvoll eine Untersuchung über die Angreifer begonnen haben.«
»Diejenigen, die jemanden kritisieren, weil er Scientologe ist, können eine persönliche Überprüfung früherer Motive und Handlungen nicht überstehen. Das ist zufällig eine glückliche Tatsache für uns. Der Verbrecher scheut das Tageslicht, und wir sind das Tageslicht.«
»Der fortwährend von den Russen eingefädelte kalte Krieg hat einige Elemente westlicher Regierungen unter Druck zu Faschisten gemacht.«
»Kommunisten greifen uns nicht an,
sie hetzen faschistische Elemente auf, so daß diese uns angreifen
werden.«
Und was ist mit der erwähnten Strafanzeige, die Kleinmann »des Verstoßes gegen drei Gesetze des Strafgesetzbuches« verdächtigt?
Zunächst einmal war jahrelang nichts über eine solche Anzeige zu erfahren. Später wurde der ABI bekannt, daß eine Strafanzeige wegen »Volksverhetzung« erstattet worden sei. Das Ermittlungsverfahren wurde später erwartungsgemäß eingestellt.
Dazu ist zu sagen, daß jedermann
durch eine Strafanzeige ein Ermittlungsverfahren einleiten kann. Lediglich
die wissentlich falsche Anzeige ist strafbar, nicht aber die falsche juristische
Wertung, auch wenn diese noch so absurd ist. Das gilt natürlich besonders
für so schwammige Tatbestände wie den der Volksverhetzung.
Dieser Vorgang wird häufig als Gehirnwäsche
bezeichnet, neuerdings auch als Psychomutation, als Umwandlung der Psyche.
Derartige Begriffe halten wir für durchaus zutreffend, denn am Ende
dieses Vorganges sind die Scientology-Anhänger bereit, auch das Unmögliche
zu glauben, E-Meter-Schwindel und Clear-Scharlatanerie.
Nach unserer Auffassung ist die Scientology-Sekte eine Gefahr für die Demokratie und zwar aus verschiedenen Gründen. Zum einen ist sie nicht irgend eine neue Sekte, sondern die mit Abstand größte der neuen Sekten:
ca. 150 000 Mitglieder. (Alle anderen zusammen nur wenige Tausend, von der Transzendentalen Meditation einmal abgesehen.)
Gegenüber anderen extremen Organisationen zweifellos eine sehr große Zahl. Hinzu kommen die Betroffenen: Angehörige, Verwandte, Freunde, Kollegen.
Nach außen gibt sich die Sekte keineswegs sektiererisch, wie beispielsweise jene, die durch gelbe Kutten, kahlgeschorene Köpfe und Tingeltangel zu erkennen geben, daß sie sich selbst außerhalb dieser Gesellschaft stellen.
Ganz anders Scientology: sie unterwandern die Gesellschaft, sie benutzen deren Regeln bis zum Exzeß, um der Gesellschaft ihre Werte aufzuzwingen. Und diese Werte sind antidemokratisch.
Demokratie, das ist - sehr kurz gesagt
- die Herrschaft des Volkes. Herrschaft meint: die Regeln aufstellen und
durchsetzen, nach denen die Gesellschaft ihr Zusammenleben regelt.
Gefahr für die Demokratie: wir wissen, daß dies ein großes Wort ist. Wir werden deshalb versuchen, dieses zu erläutern.
Unser Grundgesetz regelt die fundamentalsten Grundsätze des Zusammenlebens, von denen nicht abgewichen werden kann. Dies sind die Grundrechte, die größtenteils mit den sog. Menschenrechten übereinstimmen. Von diesen Grundrechten hat aber keines den absoluten Vorrang vor den anderen. Und kein Grundrecht entbindet den Bürger von der Befolgung der Gesetze des Staates. Ob ein Gesetz selbst gegen das Grundgesetz verstößt, hat nur das Bundesverfassungsgericht zu entscheiden und nicht der einzelne Bürger.
Religiös motivierte Ritualmorde sind
selbstverständlich nicht vom Grundrecht der Religionsfreiheit gedeckt.
Das wurden wohl auch Scientologen bestätigen. Warum aber sollte religiös
motivierter Betrug zulässig sein? Aus genau diesem Grunde haben sich
die Gerichte bisher nicht damit befaßt, ob die Scientology-Sekte
eine Religion beinhaltet oder (nur) ein gigantischer Werbezirkus für
Hubbard ist. Denn Gerichte sind nicht dazu berufen, abstrakte Streitfälle
zu lösen. Gerichte sollen Einzelfall-Konflikte lösen.
Nach Artikel 18 des Grundgesetzes verwirkt derjenige seine Grundrechte, der sie mißbraucht. Man wird sich diese Regelung genauer ansehen müssen.
Als Mißbrauch von Grundrechten muß es insbesondere auch angesehen werden, wenn ein Grundrecht exzessiv benutzt wird, um die Ausübung anderer Grundrechte zu verhindern.
Hier geht es um die Grundrechte
- der Religionsfreiheit und
- der Freiheit der Meinungsäußerung
Hierzu gleich ein Beispiel. Zuvor noch
ein Wort zur Demokratie: nach liberalem Demokratieverständnis soll
sich der Staat nur dort einmischen, wo ein Interessenausgleich nicht ohne
staatlichen Eingriff zu Gunsten des Schwächeren möglich ist.
Grundlage solcher Abwägungen ist die Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit:
Nicht verbieten, sondern überzeugen. Deshalb soll - und will wohl
auch niemand - die Sekten oder die Scientology-Sekte verbieten. Aber man
will und soll sie dem scharfen Wind der Meinungsfreiheit aussetzen: Meinungsfreiheit
ersetzt Verbote.
Und zu einem haben sich die Gerichte längst durchgerungen: den Schutz der Meinungsfreiheit genießt nicht nur die »richtige«, sondern auch die »falsche« Meinung.
Die sogenannten klassischen Sekten nehmen dies hin und leiden stumm. So die »Wachturm«-Leute der Zeugen Jehovas, die stumm ihre Blätter hochhalten, und werden sie noch so beschimpft.
Die Scientologen sind da ganz anderer Auffassung:
Dieser Artikel - vom Inhalt her keineswegs
besonders sensationell - führte zu der wohl größten Prozeßwelle,
welche die Welt je gesehen hat. Die Scientologen hatten darin schon Übung:
den SPIEGEL hatten sie wegen zweier Artikel in Los Angeles, London und
Hamburg verklagt und der SPIEGEL schloß schließlich zur Beendigung
dieser Prozesse einen Vergleich, durch den er sich unter anderem verpflichtete,
im Zusammenhang mit der Scientology-Sekte nicht mehr das Wort »profitbringend«
zu verwenden. Außerdem verpflichtete sich der Spiegel, eine umfangreiche
Gegendarstellung abzudrucken und nur so wird verständlich, daß
der Spiegel am 17.8.78 einen umfangreichen Leitartikel veröffentlichte,
der sich unter dem Titel »Jugendsekten - die neue Droge« mit
den neuen Sekten befaßte, ohne deren Größte - die Scientology-Sekte
auch nur mit einem Wort zu erwähnen.
Beim Heinrich-Bauer-Verlag ging dieses Kalkül nicht auf: sein Justitiar begann, mit zähem Fleiß und großer Phantasie ein Informationsnetz zu den zahlreichen Prozeß- Schauplätzen aufzubauen und Informationen zu beschaffen und zu verteilen. Auch der Heinrich-Bauer-Verlag hat seither nichts wesentliches mehr über die Scientology-Sekte geschrieben, verständlich. Aber: er ist nicht zu Kreuze gekrochen, er hat sich nicht durch gerichtliche Vergleiche die Pressefreiheit beschneiden lassen.
Bei den Prozessen in Washington, Los Angeles
und New York ging es jeweils um Schadensersatzforderungen der jeweiligen
Scientologen-Organisationen in Millionenhöhe. Damit war der Verlag
offenbar nicht kleinzukriegen. Deshalb holte die Sekte zu einem großen
Schlag aus.
Auch in dieser Klageschrift beklagen sich die Scientologen über den Artikel »Die miesen Geschäfte der falschen Christen«. Die Sekte und ihre Bosse fühlen sich durch diesen Artikel geschädigt. Das Gericht soll nicht nur feststellen, daß dieser Artikel verleumderisch und beleidigend ist. Es soll die Beklagten auch noch verurteilen, Schadenersatz zu bezahlen und zwar »Hfl. 1.000.000.000.- (eine Milliarde Gulden)« Das ist ca. 1 Milliarde Mark. Zusätzlich soll noch jeder der Sektenbosse für sich 10.000.- DM bekommen.
1 Milliarde Mark: um solch einen Riesen-Betrag wurde wohl noch nie prozessiert. Der Heinrich-Bauer-Verlag beschäftigt einen der am besten bezahlten Manager der Welt: 2 Millionen soll dieser im Jahr bekommen. Er müßte 500 Jahre auf sein Gehalt verzichten, damit die Milliarde an die Scientologen bezahlt werden könnte. Denn 1 Milliarde, das sind tausend Millionen. Vermutlich wären alle hauptberuflichen Scientology-Mitarbeiter schlagartig Millionäre.
1 Milliarde Mark: selbstverständlich
könnte der Heinrich-Bauer-Verlag einen solchen Betrag nicht bezahlen.
Wohl kaum eine deutsche Firma könnte dies.
Die Scientologen haben jedoch für den Fall vorgesorgt, daß der HBV diesen Betrag nicht aufbringen kann: dann muß eben Dr. Horst Herold bezahlen, der Chef des BKA. Der verdient zweifellos ein gutes Gehalt, aber er würde wohl einige tausend Jahre abstottern müssen. Das könnte bedeuten, daß die Scientologen nicht Dr. Herold verantwortlich machen, sondern dessen »Thetan« der ja nach der Meinung der Scientologen ewig lebt, weshalb Mitarbeiter-Verträge bei den Scientologen auch gelegentlich für 1 Milliarde Jahre abgeschlossen werden. Damit wäre Dr. Herolds »Thetan« gut bedient.
Eine andere Möglichkeit: wenn Dr.
Herold nicht zahlen kann, dann muß es eben sein Arbeitgeber, der
Staat, die Bundesrepublik Deutschland, der Steuerzahler. Und der kann diesen
Betrag aufbringen.
Mit Schreiben v. 4.11.1974 wandte sich der Wiesbadener Rechtsanwalt Kirch an die Hausbank des Verlegers. Er schildert wortreich aber teils falsch den Verlauf der Prozesse und behauptet dann (wahrheitswidrig), der Verlag habe »Vergleichsgespräche« angeboten. Da es sich um Millionenbeträge handele, wird um »Auskunft über die Kreditwürdigkeit des Heinrich-Bauer-Verlages« gebeten. Vier Tage später schreibt dieser Rechtsanwalt Kirch fast gleichlautend an die renommierte Deutsche Zentralstelle zur Bekämpfung von Schwindelfirmen in Hamburg. Auch hier wird um Auskunft über die Kreditwürdigkeit gebeten.
Der Heinrich-Bauer-Verlag ging völlig zu Recht davon aus, daß die Sekte lediglich Unsicherheit verbreiten wolle und erhob Klage. Das Landgericht Hamburg (74 0 629/74) verbot praktisch den Wortlaut des Briefes.
Das Gericht: »Beide Schreiben sollten
die Kreditwürdigkeit des Verlages in Zweifel ziehen, vor allem aber,
diese »Zweifel« bei den Empfängern der Anfragen gewissermaßen
aktenkundig machen, dies wiederum in dem Bewußtsein, daß dem
Verlag besondere Schwierigkeiten dadurch entstehen könnten, daß
Zweifel gerade bei seiner Hausbank einerseits und außerdem andererseits
bei einer Institution wie der Zentrale zur Bekämpfung von Schwindelfirmen
geweckt werden, die ihrem Vereinszweck nach dazu da ist, Schwindelfirmen
zu bekämpfen. « Das Gericht führte weiter aus, daß
keinerlei Grund für den Versand eines solchen Schreibens bestanden
habe, außer eben der Versuch der Kreditgefährdung.
Hier muß nun zunächst geschildert werden, was das BKA und Herr Herold mit der Scientology-Sekte zu tun haben: das BKA hat unter dem Aktenzeichen EA III 1/ 4 - B 196 649 am 8.3.73 einen Bericht über die Scientology-Sekte erstellt. Dieser Bericht ist irgendwie an die Öffentlichkeit gelangt und auch die ABI wurde mehrfach wegen angeblicher Verbreitung dieses (eher harmlosen) Berichts verklagt. Den ersten Prozeß dieser Art verloren die Scientologen vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart (4 U 132/75). Die zweite Klage wurde in München angestrengt. Das Landgericht sollte der ABI zahlreiche Behauptungen untersagen.
In diesem Prozeß beantragte die Scientology-Sekte u.a., den Streitwert mit 100.000.- DM festzusetzen. Nach dem Streitwert berechnen sich die Kosten und wer verliert, muß alles bezahlen; in diesem Fall bei drei Instanzen über 50.000.-DM. Einen solchen Betrag kann keine gemeinnützige Organisation aufbringen. Die Rechnung der Scientologen: die ABI wird sich verpflichten, die Behauptungen nicht zu wiederholen, anstatt den Ruin zu riskieren. Die Rechnung ging nicht auf:
die ABI hat sich zu nichts verpflichtet und das Landgericht München wies die Klage am 26.4.1977 unter dem Aktenzeichen 9 0 7372/77 zurück. Und es setzte - wie von den Scientologen beantragt - den Streitwert auf 100.000.- DM fest. Was jetzt geschah, ist unglaublich, aber jederzeit in den Gerichtsakten nachprüfbar: die Scientologen legten gegen die Festsetzung des von ihnen selbst beantragten Streitwertes Beschwerde ein (denn jetzt ging es um ihr Geld). Natürlich wurde die Beschwerde abgelehnt. Damit ist bewiesen: die Sekte hat einen Streitwert beantragt, den sie selbst als überhöht ansieht.
Der Platz in dieser Broschüre reicht
bei weitem nicht aus um über alle Prozesse zu berichten, die von den
Scientologen angestrengt wurden (und der ABI bekannt sind): so wurde die
Bundesregierung schon mehrfach verklagt, ebenso das Bundesministerium für
Jugend, Familie und Gesundheit. In einem dieser Prozesse wird eine halbe
Million DM Schadenersatz verlangt. Der Schaden soll u.a. dadurch entstanden
sein, daß das Ministerium den BKA-Bericht weitergegeben hat, wodurch
er in die Hände der ABI gelangt sei, die ihn weiter verbreitet habe,
weshalb die Scientology-Sekte (vergeblich) gegen die ABI klagen mußte:
dieser Schadensposten wird mit ca. 25.000. - DM veranschlagt. Die Sekte
wird auch diesen Prozeß verlieren.
Was macht nun eigentlich die Umgebung für
Scientologen so unsicher? Seitenweise werden die Gefahren geschildert,
denen die Scientology-Sekte auf aller Welt ausgesetzt war und ist. Dann
aber kommt man zum Punkt:
SEF trägt die Kosten für die
rechtliche Verteidigung und bringt auch andere notwendige Unterstützung.
Die geschätzten Gesamtkosten, die dafür aufzubringen sind, werden
auf etwa 3,5 Millionen Dollars geschätzt (ca. 7 Millionen DM).
Der Belästigungscharakter dieser »Nacht- und Nebelaktion« wird evident durch die Tatsache, daß bis jetzt - 2 1/2 Jahre später - keine weiteren Aktionen durch die Behörden erfolgten«
»Derartige willkürliche Belästigung
aufgrund geringfügiger oder ungerechtfertigter Vorwürfe oder
denunziatorischer Informationen waren im Dritten Reich gegenüber jüdischen
Mitbürgern an der Tagesordnung.«
Die Scientologen lieben es, sich als verfolgte religiöse Minderheit darzustellen. Sie schrecken auch nicht davor zurück, Vergleiche zum Schicksal der Juden während des Dritten Reiches anzustellen. »Holocaust bis 1984« heißt eine ihrer neueren Broschüren. »Holocaust« hieß die US-Filmserie, in der die Ausrottung der Juden an Einzelbeispielen gezeigt wurde und »1984« ist Titel eines visionären Zukunftsromans.
Es ist geradezu typisch für den Stil der Scientologen, daß sie das Leiden der Juden für eigene Werbezwecke einsetzen und glauben machen wollen, daß auch sie leiden und befürchten müssen, ermordet zu werden.
Das sind durchaus keine Ausrutscher. Dahinter
steckt vielmehr System, wie bei allem, was die Scientologen tun. »Endlösungskonferenz«
ist der Titel eines Flugblattes, im November 1979 an die Teilnehmer
einer Tagung verteilt, wohl unter Anspielung auf die berüchtigte Wannsee-Konferenz,
auf der die »Endlösung«, die endgültige Vernichtung
des jüdischen Volkes beschlossen wurde.
Die Scientologen berufen sich stets und immer auf die Religionsfreiheit, einem Grundrecht, das Toleranz gebietet. Die Sektenangehörigen selbst aber sind in einem ungewöhnlich großem Maße intolerant. Hierfür ein Beispiel:
Wir dürfen Sie ausdrücklich darauf hinweisen, daß wir in dieser Verunglimpfung unserer Religionsgemeinschaft nichts weiter sehen, als die Fortsetzung einer unmoralischen Einbeziehung einer Minorität in Dietzenbach interne Interessenszwiste.
Uns ist bekannt, daß einige Pastoren Ihrer Gegend, deren zweifelhafte Aktionen und fragwürdiger Lebenswandel dem Gros der evangelischen Kirche auf keinen Fall dienlich sind, maßgeblich an der Inszenierung dieser religiösen Hetztirade beteiligt sind.
Nicht bekannt ist uns jedoch, warum diese Herren glauben, aus dem Rahmen christlicher Verhaltens- und Toleranznormen fallen zu müssen.
Die Intention der für morgen geplanten »öffentlichen Auspeitschung und Kreuzigung« einer von maßgebenden Religionswissenschaftlern anerkannten Glaubensgemeinschaft geht eindeutig aus der Wahl des »lnquisitors« hervor. Ingo Heinemann, von der Stuttgarter ABI, ist bekannt für seine Fähigkeit zur Stimmungsmache und Aufheizung der Gemüter zu sorgen. Daß es ihm lieber ist, den religiösen Intimbereich unserer Gemeindemitglieder auf sträfliche Weise öffentlich zur Schau zu stellen, als zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, die erst vor kurzem anläßlich einer Pressekonferenz in Frankfurt über seine Organisation bekannt wurden und die laut einer inzwischen vorliegenden Gerichtsentscheidung als berechtigte Schlußfolgerungen anzusehen sind, ist aufgrund der Schwere dieser Anschuldigungen nur allzu verständlich. «
Es sieht aus, als ob die Verantwortlichen eine unerbittliche religiöse Auseinandersetzung erschaffen wollen, um eine realistische Analyse der Situation Jugendlicher in der heutigen Gesellschaft zu verhindern.
Wir dürfen Sie darauf aufmerksam machen, daß erst letzten Sonntag einer der »Väter des Grundgesetzes«, der ehemalige Bundestagsvizepräsident Carlo Schmid zum Anlaß des Volkstrauertages vor dem Bundestag erklärte: »Friede sei mehr als nur die Abwesenheit von Zorn und Streit und Freiheit kein Naturzustand. Sie seien vielmehr das für alle gleiche Recht, die Welt für immer mehr Menschlichkeit bereitzumachen. Gedacht werden solle aber auch in tiefer Scham der Schmach, daß der Name unseres Volkes durch Unmenschen ohne sittliches Bewußtsein befleckt wurde.«
Gerade dieses sittliche Bewußtsein ist es, an das wir hier appellieren. Eine Carlo Schmid's Idealen entsprechende Gesinnung äußerte auch der parlamentarische Referent der sozialdemokratischen Fraktion des Hessischen Landtages, Volker Berger, in einem Schreiben an unsere Kirche. Er bestätigte, daß die Freiheit des religiösen Bekenntnisses (Art. 4GG, Art. 9 Hessische Verfassung) eines der wichtigsten Grundrechte überhaupt war und ist. Die SPD-Fraktion habe sich stets für den Schutz religiöser Minderheiten eingesetzt, etc.
Abschließend dürfen wir Sie ersuchen, im Sinne der Wahrung unserer Verfassung, der Aufrechterhaltung humanitärer und religiöser Werte und somit der freiheitlich demokratischen Grundordnung, den folgenden verständlichen Forderungen nachzukommen:
1. Die Veranstaltung muß aus dem
Rathaus der Dietzenbacher Bürger in private Lokalitäten verlegt
werden.
2. Jegliche Parteinahme einer oder mehrerer
mit öffentlichen Ämtern betrauter Personen sollte durch ein Eildekret
vorsichtshalber untersagt werden.
3. Für den Fall, daß es durch
die im Zuge solcher Veranstaltungen gewöhnlich stattfindende Pogromhetze
zu tätlichen Ausschreitungen oder aber zu
In dem Wissen in Ihnen einen Verfechter
der Verfassungs- und Menschenrechte zu adressieren, werden wir im Laufe
des Nachmittags des 21. November 1978 endgültigen Bescheid zu unserem
Ersuchen erbitten.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Bernhard Schmitt (i.A. H. Berrang)
Verantw. Leiter des Rechtsamts
SCIENTOLOGY KIRCHE DEUTSCHLAND
Zu dieser höchst merkwürdigen
Auffassung von Religionsfreiheit ein Kommentar von kompetenter Stelle:
Die Veranstaltung lief im übrigen fast normal ab: Scientologen besetzten die besten Plätze und versuchten lautstark, den Abend in eine Werbeveranstaltung umzufunktionieren. Dazu die FRANKFURTER RUNDSCHAU vom 22.1.1978:
»Doch mit Ingo Heinemann, dem Zweiten
Vorsitzenden der Aktion Bildungsinformation (ABI) aus Stuttgart und dem
Dietzenbacher Pfarrer Keller saßen den Scientologen Männer gegenüber,
die dies nicht zuließen, zumal auch aus den Reihen des Publikums
Unmut aufkam . . Nach dem Vortrag Heinemanns entwickelte sich eine hitzige
Diskussion, in der er zu Anfang gefragt wurde, ,wieviel Geld' er für
diese Veranstaltung erhalte. Zu diesem Zeitpunkt wußte der
ABI-
Soweit bekannt, wurde noch nie ein Scientologe geschlagen, getreten oder des Saales verwiesen. Die Befürchtung, »die im Zuge solcher Veranstaltungen gewöhnlich (!) stattfindende Pogromhetze (!)« werde zu »tätlichen Ausschreitungen führen«, ist also an den Haaren herbeigezogen. Bisher konnte sich die Scientology- Sekte lediglich über eine Stinkbombe beschweren, die angeblich ein Gegner in ihre Räume befördert haben soll.
Der Scientologe, der - nach eigener Angabe
- in der VHS »fünf Einführungsabende über Scientology
mit praktischen Übungen« durchgeführt hat, beklagte sich
höheren Ortes: an den Bundestags-Ausschuß für Jugend, Familie
und Gesundheit schickte er ein dreiseitiges Schreiben, eng betippt, mit
Kopien an den Petitionsausschuß, den Ausschuß für Bildung
und Wissenschaft, den Rechtsausschuß und an die Gesundheitsministerin
Antje Huber. Originalton: »Versuchen Sie, zu verhindern, daß
Menschen verfolgt werden, die nichts weiter tun, als ihre im Grundgesetz
verankerten Rechte auf freie Meinungsäußerung und auf die freie
Entfaltung der Persönlichkeit zu gebrauchen. « Der Hintergrund:
die Presse hatte von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung
Gebrauch gemacht und die Meinung vertreten, daß dieser Scientologe
seine Meinung nicht gerade in einer staatlich geförderten Einrichtung
äußern brauche und seine Persönlichkeit wohl auch außerhalb
der VHS entfalten könne. Den drei Seiten Scientology-Propaganda folgt
ein PS: »Aufgrund möglicher Repressalien bitte ich um vertrauliche
Handhabung dieses Schreibens.« Hier die Repressalie: der Mann heißt
Winfried Männecke und nennt sich Dipl. rer. pol. (techn.) und Unternehmensberater.
Er ist außerdem Gründungsmitglied der Scientology-Tarnorganisation
»Kommission zum Schutz des Bürgers gegen Datenmißbrauch«.
Tatsächlich hatte Heinemann zuvor erst ein einziges Mal an einer derartigen Informationsveranstaltung mitgewirkt, auf Einladung der VHS Ulm. Wie ein Tonbandmitschnitt belegt, lief diese Veranstaltung ausgesprochen ruhig ab. Während dieser Veranstaltung wurde die These aufgestellt, die Scientology-Organisationen seien nur durch die Politik der GEZIELTEN DESINFORMATION aufrecht zu
Hierzu Kurt Weiland mit Schreiben vorn
22 10.1978:
Natürlich erhalte ich ab und zu Briefe von meinen Bekannten und Freunden in England, aber wie Sie auf eine ominöse fünfseitige briefliche Anweisung oder so kommen, ist mir schleierhaft. Haben Sie etwa ein Schreiben durch einen Einbruch erhalten, oder wurde mein Postgeheimnis verletzt, daß Sie an einen an mich adressierten Brief herankommen?
Ich bitte mit äußerstem Nachdruck, mir innerhalb 48 Stunden nach Erhalt dieses Briefes mitzuteilen, auf welche Art und bis zu welchem Grade in meine Intimsphäre eingedrungen wurde. Ein Stillschweigen würde - wie immer und Ihnen sicherlich bekannt - unweigerlich für sich sprechen.
Kurt Weiland, Presse- und Informationsamt.«
Dieses Mal muß also das grundgesetzlich
geschützte Briefgeheimnis dazu herhalten, einen Scientology-Kritiker
als Kriminellen abzustempeln. Ganz nach den Erkenntnissen des Sektengründers
Hubbard:
Die Behauptung der gezielten Desinformation beruht u.a. auf der Tatsache, daß an keiner Stelle des ,,WORLD WIDE-Briefes auch nur eine Andeutung darüber gemacht wird, daß Scientology-Deutschland nicht weniger als zehn Prozesse gegen die ABI verloren hatte. So wird verständlich, daß innerhalb der Sektenzentrale offenbar stets behauptet wurde, die ABI habe alle Prozesse verloren.
Noch eins an Herrn Weilands Adresse: nach seiner Lesart wurde durch die Veröffentlichung dieser Briefe wiederum das Postgeheimnis verletzt, denn die Briefe wurden durch die Post transportiert. Und in seine Intimsphäre eingedrungen, da Intimes sich bei ihm beruflich abzuspielen scheint.
Eine besonders kuriose Auffassung von der
Religionsfreiheit vertritt Luise Buhl, Schriftführerin der Scientology-Tarnorganisation
»Gesellschaft zur Förderung religiöser Toleranz und zwischenmenschlicher
Beziehungen e.V.«. In einem Brief an die FDP-Fraktion in Bonn beschwert
sie sich über eine Pressekonferenz, die von zwei FDP-Mitgliedern des
Hessischen Landtages veranstaltet wurde und in der es u.a. um die Verunglimpfung
der Psychiatrie durch die Scientology-Sekte ging. Frau Buhl stellt dies
als den Kampf der Sektenexperten und der Psychiater dar und folgert:
Zu ähnlichen Ansinnen äußerte sich der Bundestagsabgeordnete Klaus Immer aus Altenkirchen in einem Schreiben vom 3.7.1978 zugleich abgewogen und deutlich:
Vom Grundrecht auf Religionsfreiheit machen die Scientologen in außerordentlich exzessiver Weise Gebrauch: mit Hilfe dieses Grundrechts soll verhindert werden, daß Kritiker ihre Meinung frei äußern. Zu diesem Zweck bedient sich die Scientology-Sekte nicht nur zahlreicher Repressalien, sondern sie benutzt auch andere Grundrechte bis zum Exzeß: so das Grundrecht der Meinungsfreiheit. Denn so unbeliebt die Meinungsfreiheit der Kritiker bei den Scientologen ist, so lieb ist ihnen ihre eigene Meinungsfreiheit: sie unterstellen Pastoren einen fragwürdigen Lebenswandel, behaupten eine Pogromhetze, nennen Kritiker Inquisitoren usw.
In diesem Zusammenwirken der verschiedensten Maßnahmen liegt nach unserer Auffassung ein ständiger, planmäßiger Mißbrauch von Grundrechten.
Der Mißbrauch von Grundrechten ist nicht strafbar. Allerdings: wer Grundrechte zum Kampf gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung mißbraucht, der verwirkt diese Grundrechte (Artikel 18 Grundgesetz).
Das gilt aber nicht für Religionsgemeinschaften und solche »Vereinigungen, die sich die gemeinschaftliche Pflege einer Weltanschauung zur Aufgabe machen«. Denn die sind vom Grundrecht der Religionsfreiheit geschützt.
Den Mißbrauch der Religionsfreiheit
haben die vielzitierten Väter der Verfassung entweder nicht vorausgesehen
oder bewußt in Kauf genommen.
Bei einem gegebenen äußeren Widerstand kann mittels des sog. Tonarms die Anzeigenadel auf den Punkt »set needle here« gebracht werden. Die Nadelanschläge von dieser Stelle aus sind dann in etwa proportional zu der Widerstandsänderung dividiert durch den Widerstand. Geräte dieser Art werden schon seit Beginn unseres Jahrhunderts zur Anzeige von Widerstandswerten und deren Veränderungen in der Haut des Menschen verwendet.
2. Das E-Meter entspricht in der Technologie bei weitem nicht den heute üblichen wissenschaftlichen Geräten zur Messung von Hautwiderständen:
a) Die Justierungsmöglichkeit und die Einstellmöglichkeit des sog. Tonarms ist zu ungenau.
b) Bei wissenschaftlichen Geräten
wird heutzutage entweder der Strom, der durch den Menschen geschickt wird,
oder die Spannung, die angelegt wird, konstant gehalten, so daß die
Anzeige entweder proportional zum Widerstand oder proportional zur Leitfähigkeit
ist. Keine der beiden Möglichkeiten ist im »E-Meter« realisiert.
3. Die Art der Widerstandsmessung mit dem E-Meter entspricht nicht den heutigen wissenschaftlichen Kriterien:
In der Wissenschaft wird der Hautwiderstand zwischen zwei bestimmten Stellen durch Anbringung von Elektroden von genau bestimmter Größe und Verwendung einer wohldefinierten Elektrodenpaste gemessen. Dabei wird durch die Elektrodenpaste ein bestimmter und gleichbleibender Übergangswiderstand zwischen Haut und Elektrode hergestellt.
Beim E-Meter entsprechen den Elektroden zwei Konservendosen, die der Proband in den Händen hält. Der Übergangswiderstand zwischen Haut und »Elektrode« hängt damit sehr stark davon ab, wie fest der Proband die Dosen hält. Dadurch können viele Widerstandsänderungen angezeigt werden, die mit den Hautwiderstandsveränderungen nichts zu tun haben: Während in der Wissenschaft das Auftreten solcher »Artefakte« soweit wie möglich vermieden wird, wird das bei »E-Meter-Messungen« offensichtlich sogar begünstigt!
4. Das E-Meter entspricht nicht den elektrischen Sicherheitsbestimmungen:
Das Gerät ist zwar batteriebetrieben und die dabei auftretenden Spannungen sind auch im Fehlerfalle als ungefährlich zu betrachten, jedoch die Vorrichtung zur Wiederaufladung der Batterien widerspricht (zumindest bei dem zur Begutachtung vorliegenden Gerät) eklatant den Sicherheitsbestimmungen für elektrische Geräte:
a) Es besteht kein Schutz gegen Auftreten zu hoher Berührungsspannung im Fehlerfalle durch Verwendung des Schutzleiters (§ 5 VBG 4).
b) Das Ladegerät enthält keinen
Transformator, der die Netzversorgung von der Elektrodenanschlußbuchse
trennt; bei ungünstiger Stellung des Netzsteckers liegen an der Elektroden-Anschlußbuchse
über eine Gleichrichterdiode direkt 220 V, wobei die Diode Ströme
über 10 mA durchläßt, was als lebensgefährlicher Strom
gilt. Weiterhin besteht keine Absicherung des Netzstromkreises. Bei nicht
eingestecktem Elektrodenkabel widerspricht das den Bestimmungen gegen den
Schutz von unter Spannung stehenden Teilen gegen zufälliges Berühren
(§ 5 VBG 4; VDE 0100), bei Anwendung des Gerätes mit angeschlossenem
Ladekabel kann für den Probanden Lebensgefahr bestehen.
darf. Die Scientology-Sekte hat behauptet, das Gerät sei den Sicherheitsbestimmungen angepaßt worden. Das mag sein. Die ABI hat in den Scientologen-Schriften jedoch keinerlei Hinweis auf die Gefährlichkeit der noch in Gebrauch befindlichen alten Geräte gefunden. Da die Adressen aller Käufer bekannt sind, hätten diese auch einzeln angeschrieben und gewarnt werden müssen. Auch von einer solchen Aktion ist nichts bekannt.
Zur Anwendung des Gerätes sagt das
Gutachten der Universität Tübingen:
Änderungen des Hautwiderstandes werden physiologisch durch electrochemische Erregung der peripheren Schweißdrüsen ausgelöst. Gesteuert werden diese Erregungen von verschiedenen, z.T. noch nicht eindeutig lokalisierbaren Hirnregionen, vor allem dem sogenannten limbischen System und Teilen des Großhirns. Änderungen des Aktivitätsgrades (in Richtung Erhöhung der Aktivität) dieser Hirnteile können eine Änderung des Hautwiderstandes in der Körperperipherie auslösen, wenn sie eine bestimmte Erregungsstärke überschritten haben (vor allem an der Handinnenseite oder den Fußsohlen, wo sich besonders viele Schweißdrüsen befinden).
Solche Änderungen können aufgrund der unspezifischen Organisation der beteiligten Hirnregionen von vielen äußeren oder körperinternen Reizen ausgelöst werden: Vor allem Bewegungen (z.B. tiefes Einatmen, schwache, schwer sichtbare Bewegungen der Finger und Hände, oder nicht sichtbare Verspannungen der Muskulatur) führen zu Änderungen des Hautwiderstandes ohne daß psychologische Faktoren daran beteiligt sein müssen. Änderungen des Stoffwechsels beeinflussen den Hautwiderstand auch erheblich, ohne daß damit psychologische Änderungen einhergehen müssen. Jeder äußere (z.B. ein Lichtsignal, eine Frage, Tageszeit, ein Geräusch, Diät, usw.) oder innere Reize (z.B. eine angsterregende Vorstellung, aber auch eine erfreuliche Vorstellung oder Gedanke) kann mit einer Änderung des Hautwiderstandes einhergehen. Aus einer aufgetretenen Änderung des Hautwiderstandes in einer Frage-Antwort-Situation (wie z.B. ein »Auditing« der Scientologen) kann nicht auf irgendwelche spezifische Gedanken oder spezifische emotionale Änderungen geschlossen werden. Es ist aber durchaus möglich, durch geschickte Frageformulierungen informierte oder fehlinformierte Personen zur Preisgabe von Informationen zu bringen, die am Beginn der Befragung diese Personen nicht geben wollten.
Nur im psychophysiologischen Experiment - und bei »Auditing« handelt es sich nicht um ein psychophysiologisches Experiment - kann unter kontrollierten
Reizbedingungen aus Änderungen des Hautwiderstandes auf Änderungen des zentralnervösen Erregungsniveaus geschlossen werden. Nur in den Händen eines entsprechend ausgebildeten Psychologen, Arztes oder Naturwissenschaftlers mit abgeschlossener Hochschulausbildung ist eine sinnvolle Anwendung von Hautwiderstandsgeräten zu diagnostischen Zwecken zu erwarten. Ein therapeutischer Effekt der Anwendung dieses Gerätes oder anderer Geräte zur Messung des Hautwiderstandes ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Stellung: Student-Auditor und Coach sitzen einander an einem Tisch gegenüber. Der Student-Auditor bedient das E-Meter. Der Coach hält die Dosen in seinen Händen.
Anweisungen: Keine festgelegten Anweisungen. » Über und Unter« - Fragen wird dazu benutzt, das richtige Datum zu isolieren.
Wichtig im Training: Der Coach wählt
sich ein Datum aus, vorzugsweise seinen Geburtstag oder irgendeinen anderen
bekannten Jahrestag. Wenn dann der Student-Auditor besser wird, wählt
der Coach irgendein Datum (Monat, Tag und Jahr) beliebig aus seinen ersten
Lebensjahren (aus diesem Leben) aus. Dabei nennt er dem Student-Auditor
das Datum natürlich nicht. Der Student-Auditor muß dann mit
Hilfe des E-Meters das vom Coach ausgewählte Datum finden. Der Coach
darf hierbei außer seinen Anweisungen als Coach nichts sagen oder
antworten.
Sobald der Student-Auditor die Übung besser kann, sollte der Coach den Schwierigkeitsgrad der Übung erhöhen, indem er den Student-Auditor Monat, Jahr, Tag und ebenfalls Minuten und Sekunden herausfinden läßt. Der Student-Auditor kann »vor« und »nach« verwenden, aber für die Daten aus diesem Leben nicht »mehr als« oder »weniger als« verwenden. Der Coach sollte dem Student-Auditor für schlechtes TR 0 bis 2, für unklare und indirekte »Q und A«-artige Fragen und für schlechte Interpretation der E-Meter-Anzeige ein Flunk erteilen; ebenfalls dafür, daß der Student-Auditor beim Fragenstellen übermäßig lange braucht.
Der Student-Auditor besteht diese Übung, wenn er leicht, richtig und genau mit dem E-Meter datieren kann.
Geschichtliches: Von L. Ron Hubbard als »E-Meter Hidden Body Part« im November 1958 in London entwickelt und im Dezember 1963 überarbeitet.
E-METER-ÜBUNG NR.25
Nummer: EM-25.
Name: Datieren der Zeitspur.
Zweck: Den Student-Auditor darin zu
trainieren, Daten auf der Zeitspur genau und schnell festzustellen, zu
helfen, eine Realität über die Zeitspur zu erlangen, und zu demonstrieren,
daß man mit dem E-Meter etwas herausfinden kann, ohne daß der
Preclear mit Worten etwas antworten muß.
Stellung: Coach und Student-Auditor
sitzen sich an einem Tisch gegenüber. Auf dem Tisch steht ein betriebsbereites
E-Meter. Der Coach hält die Dosen in seinen Händen.
Anweisungen: Keine festgelegten Anweisungen.
Wichtig im Training:
Schritt 1. Der Student-Auditor wird
zunächst darin trainiert, die richtige
Der Student-Auditor stellt hierbei folgende Fragen: »Handelt es sich bei der Größenordnung um Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte, Jahrtausende, Zehntausende von Jahren, Hunderttausende von Jahren?« usw., bis er eine klare Anzeige bekommt. Dann nennt der StudentAuditor dem Coach die gefundene Größenordnung. Stimmt diese nicht, erteilt der Coach dem Student-Auditor ein Flunk, und der Student-Auditor beginnt von vorn, bis er die richtige Größenordnung gefunden hat. Wenn der Student-Auditor die richtige Größenordnung gefunden hat, zeigt ihm der Coach das Blatt Papier, auf dem die Größenordnung steht. Dieser Teil der Übung wird so lange gemacht, bis der Student-Auditor gut mit großen Zeitspannen umgehen kann.
Schritt 2. Als nächstes schreibt der Coach einen bestimmten Betrag an Jahren auf ein Blatt Papier. Er verwendet dabei eine runde Zahl, wie zum Beispiel »vor 75 Billionen Billionen Jahren«, »vor 150 Milliarden Billionen Jahren«, »vor 89 Milliarden Jahren«, oder etwas in der Art. Der Student-Auditor findet das Datum heraus, indem er als erstes nach der Größenordnung sucht. Nehmen wir als Beispiel eine Größenordnung von Zehntausenden von Billionen von Jahren. Dann bestimmt der Student-Auditor das Datum genauer, indem er »mehr als« oder »weniger als« verwendet. »Liegt das Datum mehr als 50.000 Billionen Jahre zurück, weniger als 50.000 Billionen Jahre zurück?« Der Student-Auditor wird bei einer der beiden Fragen eine Anzeige erhalten. Er nimmt als Antwort das, was anzeigte. Wenn bei keiner der beiden Fragen eine Anzeige erfolgte, dann war entweder das TR-1 des Student-Auditors unzureichend oder das gefragte Datum lag vom eigentlichen Datum zu weit entfernt. In unserem Beispiel reagierte die Nadel auf »weniger als 50.000 Billionen Jahre«. Jetzt geht man folgendermaßen weiter:
»Liegt dieses Datum mehr als 25.000 Billionen Jahre zurück? Das zeigt an.« »Liegt dieses Datum mehr als 35.000 Billionen Jahre zurück, weniger als 35.000 Billionen Jahre zurück? Weniger als zeigt an.«
»Liegt dieses Datum mehr als 30.000 Billionen Jahre zurück? Das zeigt an.«
»Liegt dieses Datum 30.000 Billionen Jahre zurück, 31, 32? Das zeigt an. 32.000 Billionen Jahre zurück. Ist dies ein richtiges Datum? Ist dies ein falsches Datum? Es zeigt als richtiges an.«
Beachten Sie, daß die zweite Frage
nicht mehr angefügt wird, wenn die erste Frage mit »größer
als« anzeigt.
Schritt 3. Im letzten Schritt dieser Übung schreibt der Coach ein vollständiges Datum auf, wie zum Beispiel: 56.276.345.829.100 Jahre zurück, 315 Tage, 42 Stunden, 15 Minuten und 10 Sekunden.
Der Student-Auditor muß dieses Datum genau ermitteln, wobei er wie im zweiten Schritt dieser Übung verfährt. Der Coach sollte kein Datum aufschreiben, das mehr als Hunderte von Billionen Jahren zurückliegt. Der Student-Auditor erhält ein Flunk, wenn er nicht das richtige Datum bekommt, und er besteht, wenn er es findet.
Zur Klarstellung die folgende Aufstellung:
1 - 9 Jahre.
10 - 99, Jahrzehnte.
100 - 999, Jahrhunderte.
1000 - 9999, Jahrtausende.
10.000 - 99.999, Zehntausende von Jahren.
100.000 - 999.999, Hunderttausende
von Jahren.
1.000.000 - 9.999.999, Millionen von
Jahren.
10.000.000 - 99.999.999, Zehnmillionen
von Jahren.
100.000.000 - 999.999.999, Hunderte
von Millionen von Jahren.
1.000.000.000 - 9.999.999.999, Milliarden
von Jahren.
10.000.000.000 - 99.999.999.999, Zehnmilliarden
von Jahren.
100.000.000.000 - 999.999.999.999,
Hunderte von Milliarden von Jahren.
1.000.000.000.000 - 9.999.999.999.999,
Billionen von Jahren.
10.000.000.000.000 - 99.999.999.999.999,
Zehn Billionen von Jahren.
100.000.000.000.000 - 999.999.999.999.999,
Hunderte von Billionen von Jahren.
1.000.000.000.000.000 - 9.999.999.999.999.999,
Tausende von Billionen von Jahren.
10.000.000.000.000.000 - 99.999.999.999.999.999,
Zehntausende von Billionen von Jahren.
100.000.000.000.000.000 - 999. 999.999.999.999.999,
Hunderttausende von Billionen von Jahren.
Millionen von Billionen von Jahren.
Zehnmillionen von Billionen von Jahren.
Hunderte von Millionen von Billionen
von Jahren.
Milliarden von Billionen von Jahren.
Zehnmilliarden von Billionen von Jahren.
Hunderte von Milliarden von Billionen
von Jahren.
Billionen von Billionen von Jahren.
Zehnbillionen von Billionen von Jahren.
Hunderte von Billionen von Billionen
von Jahren.
Tausende von Billionen von Billionen
von Jahren.
Zehntausende von Billionen von Billionen
von Jahren.
Hunderttausend von Billionen von Billionen
von Jahren.
Millionen von Billionen von Billionen
von Jahren.
Zehnmillionen von Billionen von Billionen
von Jahren.
Hunderte Millionen von Billionen von
Billionen von Jahren.
Milliarden von Billionen von Billionen
von Jahren.
Zehnmillarden von Billionen von Billionen
von Jahren.
Hunderte Milliarden von Billionen von
Billionen von Jahren.
Billionen von Billionen von Billionen
von Jahren.
Diese Übung gilt als bestanden, wenn der Student-Auditor genau und schnell ein Datum auf der Zeitspur feststellen kann. Für eine vorangegangene Übung wird dem Student-Auditor ein rosa Zettel gegeben, wenn der Kursleiter merkt, daß diese nicht beherrscht wird. Der Student-Auditor soll diese Übung dann noch einmal machen.
Geschichtliches: Ermitteln von Daten auf der Zeitspur wurde zum ersten Mal von L. Ron Hubbard 1951 durchgeführt, als es sich zeigte, daß sich Reclears an Geschehnisse erinnern können, die weiter zurück lagen, als ihr gegenwärtiges Leben zurück reichte.
Seitdem wurde Datieren auf den Kursen
von Scientology gelehrt. Diese Übung wurde 1963 überarbeitet.
In seiner »Geschichte der Menschheit« war Hubbard noch etwas bescheidener gewesen:
Man sieht, Hubbard ist inzwischen wesentlich weiter in die Vergangenheit vorgedrungen. Die Thetanen müssen den Urknall (»heller als tausend Sonnen«) vielfach mitgemacht haben.
In der neuesten Ausgabe des »Buches
der E-Meter-Übungen« findet sich - rotgedruckt - das folgende
Hubbard-Bulletin:
DATIEREN - VERBOTENE WÖRTER
Die Wörter »mehr« - »weniger« kommen in der Bank vor, und ihre Verwendung beim Datieren ist verboten.
Im Buch der E-Meter-Übungen muß die Formulierungsweise für das Datieren der Zeitspur, E-Meter-Übung 25, in der die Wörter »mehr« - »weniger« enthalten sind, verändert werden zu »größer als« - »kleiner als«. E-Meter-Übung 22, Finden verborgener Daten aus diesem Leben mit Hilfe des E-Meters, bleibt unverändert.
Jeder, der beim Datieren die Wörter »früher« - »später« verwendet, Wörter, die in keiner E-Meter- Übung zu finden sind, ist nicht nur des Alter-is-ness der Technologie schuldig, sondern wird seinen Studenten oder Preclear in die Bank
Wiedervervielfältigen alle Kurse, die das »Buch der E-Meter-Übungen« enthalten.
STREICHUNG IM »BUCH DER E-METER-ÜBUNGEN«
Schritt 5 der E-Meter-Übung Nr.16, bei dem der Student eine Rockslam-Nadelanzeige erzeugen muß, ist hiermit mit Genehmigung von L. Ron Hubbard aufgehoben.
Julie Gillespie Trainings- und Dienstleistungs-Adjutant. Mit Genehmigung von Midshipman (Oberfähnrich) John Eastment, Stabsadjutant des Kommodore 4/5 (CS-4/5). Autorisiert durch den Persönlichen Kommunikator von L.RH. Genehmigt durch die Autorisierungs- und Prüfungseinheit (AVU) für die
VORSTÄNDE DER SCIENTOLOGYKIRCHEN
BDCS: RG: KU: JE: JG: Iflnt Übers.:
CK/EJ: bj.rd Englisches Original Copyright
1977, deutsche Übersetzung 1977
by L. Ron Hubbard ALLE RECHTE VORBEHALTEN
E-Meter-Übung Nr.16 betrifft »Erzeugen
von Nadelverhalten« Der gestrichene Absatz lautet.
Teilweise wurde bereits beschrieben, mit welchen Methoden die Kritikfähigkeit der Scientology-Anhänger systematisch abgebaut wird, bis sie in der Lage sind, auch Unmögliches für Realität zu halten.
Die Begriffe Technik und Wissenschaft spielen dabei eine ebenso große Rolle, wie die im Gesundheitsbereich inzwischen weit verbreitete Erwartungshaltung:
Von Ärzten wird erwartet, daß sie körperliche Funktionsstörung mit Hilfe eines Medikamentes schnell und problemlos beseitigen. Diese Erwartungshaltung wird von vielen Ärzten dadurch gefördert, daß eine Behandlung von in der Regel wenigen Minuten Dauer mit dem Ausstellen eines Rezeptes gekrönt wird. Schließlich lassen nur wenige Ärzte Zweifel daran aufkommen, daß ihre Diagnose richtig ist (wofür es übrigens durchaus gute Gründe geben mag).
Diese Erwartungshaltung überträgt sich auf seelische Funktionsstörungen, tatsächliche und vermeintliche. Vom Psychiater und Psychologen wird erwartet, daß er diese Funktionsstörungen schnell und problemlos beseitigen soll, was aber in den seltensten Fällten ohne aktive Mitwirkung des Patienten gelingen kann.
Diese Erwartungshaltung benutzen alle diejenigen Psycho-Heiler, die ein vermeintliches Patentrezept anbieten. So beispielsweise Janov, der behauptet, daß alle Störungen auf vorgeburtlichen oder frühkindlichen »Primärerlebnissen« beruhen, die den »Urschmerz« hervorgerufen haben, der seinerseits durch die »Urschrei-Therapie« beseitigt werden kann.
(Janov ist übrigens - wie Hubbard - der Meinung, daß die Anwendung seiner Theorien letztlich zu einer Welt ohne Krieg und Verbrechen führen kann)
In diesem Zusammenhang wird häufig der Begriff Technik gebraucht: Janov's Technik, den »Urschrei« herbeizuführen, soll so einfach sein, daß ein deutscher Autor wegen der Mißbrauchsmöglichkeiten davon absah, sie in einem Rundfunk-Vortrag zu schildern.
Technik und Wissenschaft sind auch Hubbards
Zauberworte. Natürlich ruft die Verwendung dieser Begriffe Assoziationen
hervor: Technik hat Menschen auf den Mond gebracht und dem Schüler
seinen Taschenrechner beschert. Warum also sollte die Technik nicht in
der Lage sein, seelische Funktionsstörungen - vermeintliche oder tatsächliche
- zu beseitigen? Und ganz besonders dann, wenn
Technik ist - sehr vereinfachend - die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf praktische Aufgaben.
Als wissenschaftlich werden Erkenntnisse dann angesehen, wenn sie beweisbar, also nachvollziehbar sind. In den Naturwissenschaften lassen sich diese wissenschaftlichen Erkenntnisse in Formeln ausdrücken, die jeder nachprüfen kann, der die erforderliche Ausbildung besitzt.
In den sogenannten Geisteswissenschaften ist das etwas schwieriger: hier kann man sich überwiegend nur auf Erfahrungen stützen. Deshalb auch »empirische Wissenschaft« im Gegensatz zu den »exakten Wissenschaften«. Als wissenschaftlich gesichert gilt hier nur, was bei stets wiederholten Versuchen unter denselben Versuchsbedingungen stets dieselben Ergebnisse bringt. Beispiel: schlägt man mit einem Gummihammer auf ein locker pendelndes Knie, so schnellt erfahrungsgemäß das Bein vor. Diese Erfahrung ist derart häufig, daß man auf Störungen schließen kann, wenn das Bein nicht vorschnellt. Derartige Erfahrungen sind teils Jahrhunderte alt, teils noch älter.
Bei einer sehr neuen Erfahrung kann man zunächst behaupten, die Versuchsanordnung sei nach wissenschaftlichen Kriterien aufgebaut. Das bedeutet: Die Versuchsbeschreibung ist derart, daß der Versuch stets wiederholbar ist. Damit kann aber das so gewonnene Ergebnis noch keineswegs wissenschaftlich genannt werden. Erst die Bestätigung durch andere, wissenschaftlich bereits abgesicherte Erfahrungen kann aus einem durch Versuche gewonnenen Erfahrungssatz eine Wissenschaft machen, aus dem Glauben oder Hoffen ein Wissen.
Erfahrungen, die nicht beweisbar sind oder deren Beweis sich dem individuellen Verständnis entzieht, sollte man deshalb keineswegs als nicht vorhanden betrachten, denn sie gehören in den Bereich des Glaubens und der Glaube ist für einen großen Teil der Menschheit Grundlage des Seelenlebens.
Zurück zu Hubbards Scientology-Dianetic.
Hubbard selbst scheint sich dieser Grundsätze durchaus bewußt
zu sein. Er schreibt:
Nichts dergleichen ist bei Hubbard zu finden.
Er verwirrt den Leser weiter, indem er einen bekannten Begriff einführt
und diesem eine falsche Bedeutung unterschiebt:
Mit anderen Worten: Hubbard behauptet,
Naturgesetze entdeckt zu haben die so selbstverständlich sind, daß
sie nicht bezweifelt werden können und die deshalb des wissenschaftlichen
Beweises nicht bedürfen, also als wissenschaftlich bewiesen angesehen
werden können. Hier einige von Hubbards Axiomen:
Ein junger Bäcker war monatelang in der Sektenzentrale in Kopenhagen. Er unternahm mehrere Versuche sich von der Sekte zu trennen, wurde schließlich von Dänemark nach Deutschland abgeschoben und an der Grenze in die nächste psychiatrische Klinik eingeliefert. Von dort haben ihn seine Eltern abgeholt. Der junge Mann war monatelang in psychiatrischer Behandlung und jahrelang arbeitsunfähig. Anfangs litt er vor allem unter großer Schlaflosigkeit: Er hatte Angst, daß Sektengründer Hubbard persönlich seinen Thetan losschicken, und daß der während des Schlafs Besitz von seinem Körper und Geist ergreifen könne.
Wir haben ihn darauf hingewiesen, daß Hubbard, wenn er über derartige Fähigkeiten verfüge, sich zunächst seine wirklichen Gegner vornehmen würde. Tagsüber sei ihm dies auch einsichtig, so der junge Bäcker, nicht aber bei Nacht.
Es muß hier noch einmal klargestellt werden: Hubbard hat nichts von alldem bewiesen oder demonstriert. Die Regierungen aller Länder geben Riesensummen für Forschung aus. Auch die abseitigsten Behauptungen werden überprüft, notfalls von den Militärs. Ein Thetan wäre eine unglaubliche Allzweckwaffe und Scientology längst zum Staatsgeheimnis erklärt, wäre auch nur das Geringste daran beweisbar. Der Thetan ist nichts anderes als das Hirngespinst eines Phantasten.
Sektengründer Hubbard über Sehstörungen
und Brillen:
»DMSH-Geburtstag« lautet die Überschrift in einer Scientologen-Zeitschrift neueren Datums. Jahr für Jahr wird der »Geburtstag« dieses Buches mit einer Feier und Vorträgen, mit einem »farbenfrohen, fast riesigen Geburtstagskuchen« und mit anschließender fröhlicher Party begangen.
Der kurz gefaßte Inhalt dieses Buches: Der weitaus größte Teil aller Krankheiten sei psychosomatischen Ursprungs, verursacht durch »Engramme«. Die Beseitigung dieser Engramme führe somit nicht nur zu geistiger und körperlicher Gesundheit, sondern auch zur Unsterblichkeit in Form des Thetanen.
Diese Behauptung wird tagtäglich in zahllosen Kursen und Auditings praktiziert.
Ein Scientology-Mitarbeiter antwortete
auf die Frage nach Kranken- und Rentenversicherung:
Ein Scientologe wird weder krank noch alt.
Zielgruppen:
Kontaktschwache, Einsame, Kranke.
Wie die Scientology-Sekte trickreich an die Zielgruppen kommt.
Die hohen Preise der Sekte - pro Stunde jetzt über 300. - DM - sind zugleich ihr bestes Werbeinstrument. Da die jüngeren Interessenten nicht in der Lage sind, so viel Geld aufzubringen, werden diese deshalb FSM (in den USA »Free Scientology Member«. In Deutschland als Freier Scientology Mitarbeiter). Der FSM erhält für jedes verkaufte Buch und für jeden Kursabschluß eine Provision. Diese Provision wird jedoch nicht in Geld ausbezahlt: der FSM darf dafür an bestimmten Kursen teilnehmen.
Ursprünglich wurde sehr gezielt geworben
und angesprochen. Wegen der großen Zahl der FSM's wird jetzt auch
gestreut: Fast jeder Stuttgarter Haushalt wird schon einmal den »kostenlosen
ARK-Persönlichkeitstest« im Briefkasten gefunden haben, auch
als »Oxford Capacity Analyse« bezeichnet. Dieser Test umfaßt
200 Fragen, zum Beispiel:
Bei diesem Termin wird dem Interessenten routiniert ein Diagramm vorgeführt und erläutert, wo seine Stärken und wo seine Schwächen liegen. Und regelmäßig werden gewisse Schwächen diagnostiziert, die es abzubauen gelte. Die 200 Fragen geben genügend Anhaltspunkte.
Dann wird der Kommunikationskurs angeboten, nach dessen Absolvierung alle Probleme beseitigt seien. Im Gespräch wird bereits sehr früh auf persönliche Probleme eingegangen, ggf. auch auf Krankheiten, denn der Test bietet auch hier genügend Anhaltspunkte.
Dieser Kommunikationskurs wird von machen Leuten als durchaus angenehm empfunden. Das kann Anreiz für die Teilnahme an weiteren Kursen sein. Andere empfinden es als unangenehm, wenn man ihnen minutenlang in die Augen starrt. Denen wird dann gesagt, daß dieser Kurs noch nicht das gewünschte Ergebnis gezeigt habe, der nächste aber ganz gewiß.
Und schon wieder hat die Sekte einige Mitglieder mehr. Auch wenn diese gar nicht wissen, daß sie einer Sekte beigetreten sind.
Alle diese Gespräche erfolgen in ausgesprochen freundlicher Manier. Der Interessent fühlt sich persönlich angesprochen und fühlt: Die wollen mich. Wenn die Gespräche nicht ausreichen, aber ein gut gefülltes Portemonnaie vermutet wird, erfolgen weitere Anrufe, auch mehrmals täglich und es kommen weitere Briefe.
Wunderheiler
Nur Ärzte und Heilpraktiker dürfen
die »Heilkunde« ausüben. Ausübung ohne behördliche
Zulassung kann mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft werden. Ausübung
der Heilkunde definiert das Heilpraktikergesetz:
Die Parallele zu Scientology' ist sehr einfach: Auch Scientology bedient sich übernatürlicher Kräfte. Der Trick: Man tut so, als sei Übernatürliches völlig normal und im übrigen beweisbar.
Eine ganze Forschungsrichtung bemüht sich seit langem, übernatürliche Dinge nachzuweisen: die PSI-Forschung. Zum Beispiel Telepathie: Mit umfangreichen Kartenexperimenten wurde versucht, die Übertragung von Gedanken nachzuweisen. Angebliche Erfolge erwiesen sich im Nachhinein als Schwindel. Oder Psychokinese: Die Bewegung von Dingen allein durch Geisteskraft. Den Scientologen gelingt all dies ohne Mühe, wenigstens nach ihren eigenen Behauptungen.
Mehr noch: Sie spüren einem unsichtbaren, geistigen Wesen nach, welches Millionen von Jahren alt sein kann und noch älter. Und sie behaupten, auch damalige seelische Empfindungen dieser »Thetanen« aufspüren zu können: Höchst übernatürlich. Scientology aber stellt dies dar, als sei es alltäglich. Laufend werden unter der Rubrik »OT-Phänomene« solche Wunder geschildert: Beispielsweise wie jemand einen Autounfall verhindert und ein Kind rettet, indem er durch seines Geistes Kraft das Auto ruckartig stoppt. Nach unserer Auffassung bestätigt sich die Scientology-Sekte als der derzeit größte Wunderheiler der Republik.
Mehr noch: Die Wunderheiler verweisen im allgemeinen auf den Glauben. Scientology aber verweist schlicht auf das E-Meter.
Die Gerichte werden sich damit befassen müssen.
Die Werbung nimmt einen sehr großen Raum in diesen Organisationen ein. Unter Werbung verstehen wir dabei nicht nur die direkte Werbung zum Verkauf eines Produktes sondern auch die Eigenwerbung, die Public Relations, kurz PR. Dazu muß man auch die außerordentlich große Zahl von Aktivitäten gegenüber der Presse zählen, sei es zur Abwehr oder zur Förderung von Zeitungs-Artikeln oder sei es, daß eine Zeitung auf Grund eines bestimmten Artikels mit Leserbriefen bombardiert wird.
Die von der Scientology-Sekte verbreitete Werbung wäre unter normalen Umständen gar nicht zu finanzieren, selbst das größte Versandhaus würde pleite gehen.
Der Trick: Die Mitglieder der Sekte merken gar nicht, daß sie Werbung treiben. Der erste Scientology-Kurs und gleichzeitig der Aufreißer für weitere Kurse ist bekanntlich der Kommunikationskurs. Hier lernen die Teilnehmer, sich gegenseitig in die Augen zu starren und sozusagen als Praktikum werden sie auf die Straße geschickt, um Leute anzusprechen. Hubbards Zauberwort heißt Kommunikation. Kommunikation ist gut, also ist jede Art von Kommunikation gut und ganz besonders, wenn sie nebenher noch Provision oder kostenlose Kurse bringt. Jeder Kunde wird persönlich und intensiv betreut. Da es sich bei diesen Kunden häufig um Einsame und Kontaktschwache handelt, wird dies als persönliche Sorge empfunden, »endlich kümmert sich mal jemand um mich«. Natürlich lohnt es sich, sich intensiv um einen Kunden zu kümmern, dem man nach Möglichkeit einige zehntausend DM abschwatzen will.
Auch Telephonanrufe und persönliche Briefe werden von diesem Personenkreis häufig nicht als Werbung erkannt, sondern als persönliche Sorge empfunden.
Kein Wunder: Die Scientologen werden einem
intensiven Verkäufertraining unterzogen, nur daß dieses anders
deklariert ist.
In den ersten 5 Jahren dürften die weitaus meisten Kontakte durch Ansprechen von Straßenpassanten zustande gekommen sein.
Dabei wurden z.T. derselbe simple Trick benutzt, den Schüler gebrauchen, die Mädchen auf der Straße ansprechen: Überraschen und zum Lachen bringen.
Zum Beispiel: »Wissen Sie, wieviel Schuhe Sie anhaben?« Natürlich antwortet der Angesprochene. Das gibt Gelegenheit für die Frage, ob man ein paar Minuten Zeit habe: »Ich gehöre zu einer Organisation, die den Kontakt unter den Menschen fördern will«. Ein anderer Scientologe eröffnet das Gespräch mit der Frage »arbeiten Sie?«
Das Ansprechen von Straßenpassanten zu Werbezwecken ist in doppelter Hinsicht verboten.
1. Es handelt sich um eine sog. Sondernutzung öffentlicher Verkehrsflächen. Die Stadt München hat der Scientology-Sekte deshalb schon durch Verfügung vom 29.5.79 - AZ: B 32 - 064122 A-38/74-155/72 - den Verkauf von Büchern auf der Straße untersagt.
Trotz dieses Verbots wurde weiterverkauft. So durch den Scientologen Georg Stoffel, der auch als Sprecher der »Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte« auftrat und der kürzlich als Autor der Mediziner-Zeitschrift »diagnosen« unter dem Titel »Wiederholung des psychiatrischen Holocaust« über Aktivitäten der »Kommission« berichtete.
Georg Stoffel bekam am 9.1.75 eine Untersagungsanordnung zugestellt. Deren sofortige Vollziehbarkeit wurde angeordnet (AZ: B 32 - 0~22 A-6/74). Herr Stoffel hat gegen diese Anordnung Widerspruch eingelegt. Das Verwaltungsgericht München hat diesen Widerspruch zurückgewiesen, ebenso wie in vier anderen Fällen.
2. Das Ansprechen von Straßenpassanten zum Zweck der Anbahnung eines Vertragsabschlusses verstößt gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Auf diese Prozesse wurde bereits im Vorwort hingewiesen.
Die Scientologen werben nach wie vor auf der Straße. In Stuttgart tut sich dabei insbesondere der Dianetics e.V. hervor, der in teuerster Geschäftslage Stuttgarts ein »Studio mit Galerie« unterhält, in der Königsstraße 10, unmittelbar beim Bahnhof. Dort sprechen nach wie vor Scientologen die Passanten an, zeigen ihnen die Zacken einer Test-Auswertung vor und lotsen sie in ihre Büros. Praktisch ausschließlich junge Leute. Der Dianetic e.V. fühlt sich in einer besonderen Lage: Er hat den bisher einzigen Prozeß gegen die ABI gewonnen. Damals hatte der Dianetic e.V. sein Hauptquartier in einiger Entfernung von der Königsstraße, auf der die Passanten angesprochen wurden. Das Gericht vertrat die Auffassung, daß bei diesem Verein das Ansprechen nicht wettbewerbswidrig sei, weil der Angesprochene sich die Sache auf dem verhältnismäßig langen Weg noch einmal überlegen könne. Jetzt aber hat der Dianetic e.V. sein Büro auf der Königsstraße und die Scientologen sprechen die Passanten unmittelbar davor an. Stoff für einen neuen Prozeß.
Im übrigen haben die Scientologen sich durchaus Marktkonform verhalten: Sie haben neue Wege der Werbung erschlossen. So werden beispielsweise Prospekte für das Buch »Dianetics« offenbar flächendeckend in Briefkästen verteilt, nicht per Postwurfsendung, sondern per Scientologen-Wurfsendung. Ein Scientologe beispielsweise ließ die Scientology-Prospekte zusammen mit seinen eigenen Geschäftsprospekten verteilen und er wird vermutlich die gesamten Kosten dieser Aktion als Betriebsausgaben verbuchen.
Auf diese Weise wird inzwischen auch der
»Persönlichkeitstest« verteilt: Gelegentlich liegt er
massenhaft in Abfallkörben, die in vielen großen Wohnhäusern
vor den Briefkästen stehen und der Beseitigung unerwünschter
Werbung dienen.
Heiratsanzeigen
und Heimarbeit
Die Scientologen sind zweifellos Werbe-Profis. Manche von ihnen kennen sich auch in den tiefsten Stellen der Werbetricks aus. So jener, der ein einer Kleinanzeige Heimarbeit für 9.- DM die Stunde anbot und damit weit über 1000 Adressen erlangt haben soll, denn Heimarbeit wird üblicherweise eben nicht nach Stunden bezahlt, sondern nach Stückzahl oder ähnlich. Vielleicht hat dieser Scientologe den Interessenten Hubbards Buch »Probleme der Arbeit« angeboten.
Ein anderer Scientologe suchte Kontakt über eine Heiratsanzeige. Die Inserentin verlor ihre Erbschaft an die Scientologen, überstand die Scientology-Kontakte nur mit einem geistigen Schaden, mußte Monate in einer Psychiatrischen Klinik verbringen und war anschließend jahrelang arbeitsunfähig.
Ein anderer schließlich tat sich als Veranstalter rauschender Partys hervor, die insbesondere auf junge grüne Witwen, gelangweilte junge Ehefrauen eine große Anziehungskraft ausgeübt haben.
Und all dies dient nur oder vorwiegend der Adressenbeschaffung. Die eigentliche Bearbeitung des potentiellen Kunden folgt erst, Anrufe, Briefe, Prospekte und das alles in einem bisher unbekannten Ausmaß.
Wucher ist ein harter Vorwurf. Er wird begründet werden. Das Oberlandesgericht Stuttgart hat kürzlich in einer aufsehenerregenden Entscheidung festgestellt, dass Zinsen dann wucherisch sind, wenn sie um 100 % über den Marktzinsen liegen. Gemessen an dieser Marge - und es besteht kein Anlaß, diese hier nicht anzuwenden - muß man die Scientology-Preise schon gigantischen Super-Wucher bezeichnen.
Das E-Meter
Ende 1976 hat das E-Meter ca. 500.- DM
gekostet. Die ABI hat damals unwidersprochen behauptet, daß die Herstellungskosten
bei 50. - DM liegen. Ein ähnliches Gerät vertreibt ein Stuttgarter
Diplomingenieur für ca. 125.- DM. Nehmen wir diesen Preis einmal als
Marktpreis. Bei hundert Prozent Aufschlag dürfte das Gerät also
250. - DM kosten. Tatsächlich kostet es inzwischen über 1.500.
- DM.
Der Preis liegt also über 1000 % über dem Marktpreis.
Zu berücksichtigen ist, daß seit einiger Zeit jeder »Auditor« 2 E-Meter besitzen soll. Zusammen mit der wachsenden Zahl der Scientology-Anhänger dürfte das den Absatz erheblich gesteigert haben und höhere Produktionsziffern verringern bekanntlich die Produktionskosten.
Es kommt noch besser: Seit kurzer Zeit bietet Scientology mit erheblichem Werbeaufwand ein neues E-Meter an (das seitherige wird seither als Arbeitspferd bezeichnet). Dieses neue E-Meter unterscheidet sich tatsächlich deutlich vom Vorgänger-Modell: Bisher gab es einen braunen Holzkasten, in den eine Scheibe eingelassen war, auf der sich die Scala und die Einstellknöpfe befanden.
Das neue E-Meter ist oval und aus Plastic. Auch die Scala ist oval. Und statt eines mechanischen Zählwerkes findet sich die heute übliche elektronische Leuchtanzeige. Mit anderen Worten: Die alte magische Kiste wurde modisch aufgepäppelt, weder geschmacklich noch herstellungstechnisch irgend eine Besonderheit. Der Werbung ist kein nachprüfbarer Hinweis auf ein verändertes Innenleben zu entnehmen und das Innenleben der alten Kiste war mager genug: Auch die neue magic box dürfte überwiegend leer sein. Und was kostet dieses offenbar für den Sonntagsgebrauch gedachte E-Meter?
ca. 3.200. DM für ein simples elektronisches
Gerät!
(Dezember 79, monatlich 10 % Preissteigerung!)
Zum Vergleich: Dafür bekommt man heutzutage
einen Kopierautomaten oder
Die Staatsanwaltschaften mögen die
Verfasser dieses Textes wegen Beleidigung belangen, weil wir die Verkäufer
Betrüger und Wucherer nennen. Oder sie mögen die Verkäufer
wegen dieser Delikte anklagen.
Die Preise für Kurse werden nach wie vor in höchst irreführender Weise als »Beiträge« und »Spenden« bezeichnet.
Beiträge sind im üblichen Sprachgebrauch regelmäßig wiederkehrende Leistungen, mit denen der Grundbedarf des Vereins gedeckt wird.
Beiträge können steuerfrei sein: Für das Mitglied, wenn der Verein gemeinnützig ist. Scientology-Vereine sind im allgemeinen nicht als gemeinnützig anerkannt, doch dürfte dies kaum einem Mitglied bekannt sein.
Schließlich sind Mitgliedsbeiträge auch für den Verein steuerfrei. Und zwar auch für solche Vereine, die nicht gemeinnützig sind.
Solche Vereine müssen 56 % Körperschaftssteuer vom Gewinn abführen. Mitgliedsbeiträge bleiben unter bestimmten Voraussetzungen bei der Gewinnermittlung unberücksichtigt.
Für Spenden gilt im Prinzip dasselbe: Der Spender kann sie von der Steuer absetzen und der Empfänger braucht sie nicht zu versteuern.
Wir wissen nicht, ob die verschiedenen Scientology-Vereine Steuern bezahlen. Wir wissen allerdings, daß dem Dianetic Stuttgart e.V. die Gemeinnützigkeit aberkannt wurde. Selbstverständlich wissen wir dies nicht vom Finanzamt. Der Verein Dianetic e.V. selbst hat diese Nachricht verbreitet, verbunden mit der Bitte an die Mitglieder, Briefe zu schreiben, um das Finanzamt zu einer Meinungsänderung zu veranlassen. Und wir wissen, daß die Steuerermäßigung für die Scientology-Sekte von derart großem Interesse ist, daß die Sektenbosse, die alle ihre Kritiker zu Kriminellen abstempeln, offenbar selbst schuldig geworden sind: Sie stehen derzeit in Washington vor Gericht. Sie sollen eingebrochen haben, Wanzen gelegt und Regierungsakten gestohlen.
Zurück zu den Preisen, die bei Dienstleistungen dieser Art vom Gesetz Vergütung genannt werden:
1976 betrug der Stundensatz für das »Auditing« höchstens 64.- DM. Die ABI hatte damals diesen Stundensatz mit dem eines akademisch ausgebildeten Psychologen verglichen und für zu hoch befunden. Aber damals konnte man darüber immerhin noch streiten. Jetzt ist jeder Streit überflüssig:
ca. 350. DM pro Stunde!!
Dieser Stundensatz - monatlich 5 oder 10 % mehr! - wird allerdings nur noch selten oder fast nie ausgewiesen und er ist auch nur schwer errechenbar.
350.- DM pro Stunde! Dieser Preis ist mit nichts mehr vergleichbar. Auch der Hinweis auf die Einkünfte von Chefärzten - so sehr eine Kritik daran berechtigt sein mag - liegt neben der Sache: Chefärzte erhalten ihre Rieseneinkommen, weil sie sich auf ihrem Gebiet einen Namen gemacht haben (und wohl auch aus anderen Gründen). Scientology- »Auditoren« sind Leute ohne jeden Namen, und in der Regel meist ohne fachliche Ausbildung. Das Geld wird dem Markenzeichen Scientology geopfert, wie ein Journalist schrieb: »Altäre für das Geld der Ängstlichen.«
Die Sekte mußte natürlich damit rechnen, daß mal jemand nachrechnet und zu dem einzig möglichen Schluß kommt, daß diese Kurse erstens für die Teilnehmer zu teuer sind und zweitens sagenhaften Profit abwerfen müssen.
Kurz nach Inkrafttreten der Preiserhöhungs-Automatik
wurde unter dem Datum des 17.12.78 »Ron's Journal 30« veröffentlicht:
Tatsache ist immerhin: noch nie hat Scientology so viele »Clears« produziert, wie heute. Im Februar 1979 waren weltweit erst 6.300 Menschen in diesem übermenschlichen Zustand.
Ein Jahr später gelang es endlich
einigen »Prominenten« deutschen Scientologen Clear zu werden
(»Clears« werden numeriert):
Paula Preisinger 7825Einen Monat später stiegen die Zahlen dann rasant an und wieder war einige deutsche »Prominenz« dabei:
Jörg Stettler 7890
Nebenbei: Bisher konnten die sagenhaften Fähigkeiten der »clears« im Verborgenen blühen, weil es davon so wenige gab.
So bekommen Clears angeblich keinen Schnupfen,
sie brauchen keine Brille, sie haben selten oder nie Unfälle. Und
überhaupt: Nach Hubbard beruhen 70 % aller Krankheiten auf somatischen
Ursachen und sind damit für einen Clear gegenstandslos.
Zurück zu »Ron's Journal 30«
und den sagenhaften Fortschritten:
Der zweite Clear wurde erst 1952 gefunden. Wenn Sonia Bianca also wiedergeboren wurde, müßte man doch feststellen können, ob sie überhaupt gestorben ist. Noch unglaubwürdiger wird »Rons Journal 30«, wenn man der Hubbard-Biographie des Frankfurter CFAP Glauben schenken darf. Dort heißt es wörtlich: »Im August 1965 erklärte er den Zustand des ,Clear' als erstmals erreicht«.
Aber - wie schon erwähnt - die Frankfurter haben sich offenbar ihre eigene Biographie gebastelt.
Zu den »technische Durchbrüchen«
des Jahres 1978 gehört auch der
In einem Punkt darf man den Angaben der Sekte getrost glauben: Sektengründer Hubbards Scientology-Bücher dürften sehr hohe Auflagen erreichen. Hohe Auflagen bedeuten geringe Produktionskosten. Bei Auflagen von einigen Hunderttausend kostet auch ein dickes, gebundenes Buch kaum über zwei oder drei Mark an Herstellungskosten.
DIANETIK: DIE MODERNE WISSENSCHAFT DER GEISTIGEN GESUNDHEIT ist ein solches Buch. Preis: 44,- DM.
Allerdings werden von den unterschiedlichen
Scientology-Organisationen auch unterschiedliche Preislisten verschickt.
Die Scientology-Zentrale in München verschickte eine Preisliste, nach
der dieses Buch 33,-- DM kosten sollte. Und zwar mit der ausdrücklichen
Gleichzeitig verschickte die Sektenzentrale in Kopenhagen die Preisliste, nach der dasselbe Buch 44, - DM kostet.
Ob nun 33,- DM oder 44,- DM: Wucher ist das allemal. Selbst wenn das Buch in der Herstellung 5,- DM kosten würde und man einen satten Vertriebszuschlag von 100 % hinzugeben würde, käme ein Preis von lediglich 10,- DM zustande. Trotz dieses schon jetzt überhöhten Preises werden die Preise für Bücher Monat für Monat um 10 % erhöht. Das bedeutet:
314 % Preiserhöhung im Jahr!
Da diese Zahl schier unglaublich ist, soll
Hubbards diesbezügliche Führungsanweisung hier wiedergegeben
werden:
Betrifft: ERHÖHUNG DER BUCHPREISE
Referenz LRH ED 284, Die Lösung der
Inflation
Hebt LRH ED 284-1 auf und ergänzt
LRH ED 284-4.
Vom 1. Juni 1979 an werden die Preise
aller Dianetik- und Scientology-Bücher, Kurs-Packs und anderer Materialien,
einschließlich E-Meter, monatlich um 10 % steigen, wirksam um Mitternacht
eines jeden Monats, am letzten Tag des vorangegangenen Monats.
Druck- und Papierkosten sind rapide angestiegen
und steigen weiterhin an. Bücher und Materialien werden Gefahr laufen,
nur mit Verlust geliefert zu werden, und dies könnte Disseminationslinien
unterbrechen.
Einzelnen Buchverkäufern und Einzelbuchverkaufsstellen
wird vorzeitiger Kauf empfohlen, solange bestehende Lagerbestände
ausreichen und bis der
Es sei erwähnt, daß »Dianetik,
die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit« in sein 29. Lebensjahr
als ein ständiger Bestseller eintritt und daß Sammlungen von
LRH-Büchern und Erzählungen nun bis zu 70.000.-- US-Dollar erbringen,
nach Aussage von maßgebenden Sammlern. Die Nachfrage bleibt weiterhin
sehr hoch, und es muß alles unternommen werden, um mit ihr Schritt
zu halten.
L. RON HUBBARD GRÜNDERAuf Verlangen
derVORS TÄNDEderSCIENTOLOGY-KIRCHEN
»Druck- und Papierkosten steigen rapide« heißt es zur Rechtfertigung dieser Preissteigerung. Diese Behauptung ist in diesem Zusammenhang falsch. Es ist schon zweifelhaft, ob die Druck- und Papierkosten überhaupt steigen. Bei derartigen Großaufträgen dürfte die Steigerung jedoch kaum ins Gewicht fallen und bestimmt nicht mehr ausmachen als die üblichen 5 % im Jahr.
Die Scientology-Sekte hat hier eine neue Variante des sogenannten Psychologischen Kaufzwanges erfunden. Sie führt bewußt eine Inflationsmentalität herbei, um den Käufer zu schnellen Bestellungen zu drängen.
Die tatsächlichen Gründe für derartige Preiserhöhungen verbunden mit einem starken psychologischen Kaufanreiz kann nur vermutet werden. An der Organisation der Sekte hat sich, so weit ersichtlich, nichts verändert, was einen derart großen Geldbedarf rechtfertigen würde. Auch kaufmännisch ist eine solche Preispolitik weder logisch noch vernünftig.
Also müssen entweder die Sekte oder der Copyright-Inhaber und Sektengründer Hubbard aus anderen Gründen einen erhöhten Geldbedarf haben.Eine plausible Antwort: An den Gerüchten, nach denen Hubbard entweder querschnittgelähmt oder tot ist, könnte was dran sein, und Erbauseinandersetzungen stehen bevor oder sind bereits in Gang.
Nicht genug mit den Super-Wucherpreisen: Scientology-Anhänger werden noch auf andere Art und Weise geschröpft. Am Beispiel der Kurse:
Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) bestimmt:§ 614 BGB: Die Vergütung ist nach der Leistung der Dienste zu entrichten. Ist die Vergütung nach Zeitabschnitten bemessen, so ist sie nach dem Ablauf der einzelnen Zeitabschnitte zu entrichten.
Nicht so bei der Scientology-Sekte: hier wird die Vergütung grundsätzlich im voraus verlangt.
Der Fall: ein Stuttgarter hatte den 200-Fragen-Test absolviert. Die Auswertung fiel - wie üblich äußerst negativ aus. Wohl deshalb kümmerte sich der Stuttgarter Scientologen-»Geistliche« höchst persönlich um den Mann. 200 Stunden »geistliche Beratung« brauche er mindestens, zum Preis von damals 48,-- DM pro Stunde, also solle das Ganze 9.600,-- DM kosten.
Der Stuttgarter hatte zwar kein Geld, aber eine krisenfeste Stellung bei einem Versorgungsunternehmen. Also schleppte ihn der Stuttgarter Scientologen-»Geistliche« Helmut Kohl höchstpersönlich zum nächsten Kredithai. Dort wurde ein Kredit aufgenommen, auf den üblichen harmlosen Formularen, in denen die wahren Kreditkosten kunstvoll verschleiert werden.
1 % Zinsen im Monat sind laut Formular zu zahlen, und der Durchschnittsbürger errechnet daraus 12 % im Jahr. Weit gefehlt. 10 % Preissteigerung sind auch nicht 120 % im Jahr, sondern eben 314 %. Tatsächlich entspricht ein Zinssatz von 1 % im Monat einem solchen von 23,41 % im Jahr. Hinzu kommen Kosten für Bearbeitung, Versicherung usw. usw., die den Kreditkosten zuzurechnen sind, so daß man sehr schnell auf einen Zinssatz von ca. 40 % kommt.
Die Scientologen-Zentrale hat das Geld kassiert, und der Teilnehmer hat kurz darauf gekündigt. Nach einigem Hin und Her wurde ihm dann das übliche Rückzahlungs-Formular geschickt.
Es ist zweifellos leichter, vom Finanzamt Geld zurückzubekommen, als von der Scientology-Sekte, wenn man deren Formular benutzt. Daß die Einzahlungs-
Quittungen vorgelegt werden müssen,
ist gerade noch verständlich, spricht allerdings für eine schlecht
geführte Buchhaltung. Dann aber wird es schlimm:
4. Nun bekommt der Antragsteller vom Leiter der Qualifikationsabteilung eine Bestätigung, welche Art korrektiver Leistung er erhalten hat, oder ob er eine solche Leistung verweigert hat. Diese Bestätigung wird an dieses Formblatt angeheftet.
5. Der Antragsteller geht jetzt zum Ethik-Officer der Kirche, wo er folgende Erklärung sowie eine Verzichtserklärung laut HCO PL vom 5. Februar 1970, Ausgabe 11, unterschreibt.
6. Ich, der Antragsteller, verstehe, daß eine Bearbeitungsgebühr für die Bearbeitung einer Rückzahlung erhoben wird. Die Gebühr wird festgelegt, nachdem mein Antrag vom C.B.V. überprüft wurde, da sämtliche Ausgaben, die durch das Bearbeiten dieses Antrages entstanden sind, in der Berechnung aufgeführt werden müssen.
7. Der Antragsteller muß ebenso verstehen, daß sein Antrag zurückgewiesen werden kann, wenn:
D) Wenn er/sie Verzichtserklärungen
gefälscht hat, die aufgrund einer psychiatrischen Vergangenheit abgegeben
wurden, oder die Kirche in anderer Weise hintergangen hat.G) Wenn
irgend eine Drohung, Nötigung oder Einschüchterung von Seiten
des Antragstellers versucht wurde.
K) Wenn es irgend einen anderen
Verstoß gegen den ursprünglichen Vertrag gibt.«
Während der »Antragsteller«
Zinsen bezahlt und Scientology das Geld auf der Bank liegen hat und Zinsen
kassiert, soll der Antragsteller also einen langwierigen
Der Vertrag mit der Scientology-Sekte ist ein DIENSTVERTRAG. Jeder Dienstvertrag kann fristlos gekündigt werden. Wenn es sich um Dienstleistungen höherer Art handelt, kann der Vertrag sogar jederzeit und ohne Angabe von Gründen gekündigt werden, § 627 BGB. Um solche Dienstleistungen handelt es sich hier, mögen sie auch wertlos sein.
Bereits mit der Kündigung kann die Rückzahlung gefordert werden. Dafür sollte eine Frist gesetzt werden. Gleichzeitig sollte angedroht werden, für den Fall, daß die Zahlung nicht fristgemäß eingeht, einen Mahnbescheid zu beantragen oder Klage zu erheben.
In dem oben geschilderten Fall hat die ABI im Auftrage des Stuttgarters ca. über 10 Monate korrespondiert, ehe sich die Scientology-Sekte bequemte, das Geld zurückzuzahlen. Daraufhin stellte die ABI der Sekte 24 % Zinsen für diesen Zeitraum in Rechnung und die Kosten der Bearbeitung durch die ABI, berechnet nach der Gebührenordnung für Rechtsbeistände. Die Sekte weigerte sich zu zahlen, und die ABI erhob Klage beim Amtsgericht München.
Das Amtsgericht München (9 C 836/77)
gab der Klage statt. Aus den Entscheidungsgründen:
Der Beklagte (Scientology- Verein) kann sich auch nicht auf Artikel 137 der Weimarer Reichs-Verfassung berufen. Denn auch die durch diesen Artikel eingeräumte Regelungsfreiheit für Religionsgemeinschaften steht unter dem Vorbehalt von Treu und Glauben.
Schließlich kann sich der Beklagte
(Scientology-Verein) nicht darauf beziehen, daß der Kläger die
bezeichnete Regelung der Rückzahlung durch die Unterzeichnung der
Regeln des Beklagten (Scientology-Verein) anerkannt habe. Einerseits kann
nämlich zu einer sittenwidrigen Regelung eine wirksame Zustimmung
ohnehin nicht erteilt werden, zum anderen aber ist die Kompliziertheit
des Weges beim Austritt aus diesen Regeln nicht zu ersehen.«
Die Sekte hat übrigens auch für diesen Prozeß die Kosten für die ABI und beide Rechtsanwälte bezahlt. Und, kaum begreiflich: sie hat gegen dieses Urteil keine Berufung eingelegt. Hat das Urteil die Sekte möglicherweise überzeugt? Leider nein, das sittenwidrige Formular wurde weiter verwendet.
WICHTIGER TIP: Kündigungsschreiben immer per Einschreiben mit Rückschein versenden. Nur so kann man sicher nachweisen, daß der Brief auch angekommen ist.
Doch nachdem es die ersten »Clears« gab, war Sektengründer Hubbard dies nicht mehr genug. Kein Wunder: erstens war er den Clears nicht mehr voraus, und zweitens gab es an »Clears« nichts mehr zu verdienen.
Also erfand Hubbard den OT, den OPERATING THETAN. Also ein Thetan in Aktion, eine Art Super-Übermensch, SUPERMAN!!! Die Scientologen-Zeitschriften veröffentlichen deren Heldentaten regelmäßig in ihren Zeitschriften, Rubrik
Ich habe die Sitzung soeben beendet. Meine
Hand schreibt, doch befinde ich mich, dank meines Willens, über der
Erde. Ich bin an einem bestimmten Punkt über dem Mittelmeer und kann
von Alaska nach Schweden hinübersehen. Der größte Teil
Afrikas ist frei von Nebel und Wolken, Grönland und die Arktis funkeln
in der Sonne . . . Ich kann die wunderschönen, grünblauen Eisschichten
sehen und wie die Sonne hinter ihnen scheint.
Um diese irrsinnige Steigerungsrate zu
rechtfertigen, mußten wohl neue Kurse her, das »Jahr der technischen
Durchbrüche« brach an, 1978. Neue Kurse wurden angekündigt,
mit angeblich sensationellen Angeboten, alles enthalten in
G. Erleichterungs-Rundown
Er handhabt Verluste, die die Leute in Verzweiflung und Düsternis des Lebens treibt, und er wischt die Tränen der Zeit hinweg.
H. Dianetik-Studenten-Rettungs-Intensiv
Diejenigen, die das Studieren schwierig
finden, werden davon entzückt sein. Der langsame Student nimmt plötzlich
neues Wissen blitzartig auf.
Freud sagte, daß Leute, die losgelöst sind und denen Dinge unreal sind, nie gehandhabt werden können, dieser RD setzt ihn ins Unrecht und den PC ins Recht.
K. Unfähigkeits-Rundown
Für einen PC kann Unfähigkeit
mehrere Gestalten annehmen alles, angefangen von der Unfähigkeit,
Mädchen anzusprechen, bis zur Unfähigkeit, Arabisch zu sprechen.
Jetzt haben wir eine Methode, das zu handhaben, und sie funktioniert.
Die Lösung:
Zweifellos war die große Neuigkeit, über die 1978 auf der ganzen Welt sehr viel geredet wurde, die riesige Anzahl von Leuten, von denen entdeckt wurde, daß sie Dianetik-Clear gegangen waren. 1950 und später pflegten die Leute zu fragen: »Wo sind all die Clears?« Sie waren genau da! 1978 entdeckte ich, daß es tödlich war, einen Dianetik-Clear mit Dianetik weiter zu auditieren. Das gab den Anschein von keinem Fallgewinn! (natürlich). Als ich also ankündigte, daß das Auditieren von Dianetik bei Dianetik-Clears verboten ist, begannen sich die Leute umzuschauen, und siehe da, sie hatten mit Dianetik Clears hervorgebracht und einfach weiter gemacht! Der PC, der es geschafft hatte, wurde nicht zum Clear erklärt und weiteres Dianetik wirkte bei ihm nicht (natürlich). Im Jahre 1978, nach meiner Ankündigung, begannen Auditoren es zu überprüfen und auf den PC zu hören und stellten fest, daß es überall Clears gab!
NED bringt jetzt viel schneller Gewinne
hervor, und viele (nicht alle) NED-PC's begannen, Clear zu gehen.
Und die Zahl der Clears raste weiter,
wie bei einem Computer.
Indem sie rehabilitiert waren und es erlaubt wurde, sie zu Dianetik-Clears zu erklären, wurden plötzlich die vollen Resultate des Clear erzielt!
Lawinen von aufregenden Erfolgsberichten gingen Monate lang zu Tausenden aus der ganzen Welt bei mir ein.
Und es ist interessant, daß unter
denen, die gefunden wurden, ein paar sind, die mit Dianetik im letzten
Leben Clear gegangen sind- in den Fünfziger Jahren! (Das ist eine
ganz schöne Arbeit, den Folder aus ihrem letzten Leben und die Daten
ausfindig zu machen, so daß sie zu vollem OT weitergehen können!)
»Wo sind die Clears?« Da waren sie!«
Damit handhaben Ehemänner und -frauen Eheschwierigkeiten, wodurch sie befähigt werden, ein glückliches Eheleben zu führen. Es kann die Blüte der Frühlingsromanze wiederherstellen!
Neu Lehrer- oder Uberwacher-Intensiv
Dies ist für jede Person, die mit dem Lehren oder Überwachen oder der Erziehung zu tun hat, und befähigt sie, ein bei weitem besserer Lehrer oder Überwacher zu werden.
Neu Geld-Prozessing-Intensiv
Das handhabt die Unfähigkeit, Geld zu haben und führt zu der Fähigkeit, das Einkommen zu erhöhen.
Neu Berufsintensiv
Das befähigt Personen, Schwierigkeiten zu überwinden, denen sie in ihrem Beruf oder in irgend einem gegebenen Fachgebiet begegnen mögen.
Neu Fixierte Person-Rundown
Das befähigt eine Person, den Zustand
zu überwinden, ihre Aufmerksamkeit auf eine Person fixiert zu haben.«
Der Zustand des Dianetik-Clear wird überprüft und rehabilitiert, was in den meisten Fällen eine sehr schnelle Aktion ist. Es muß überprüft werden, denn wenn eine Person es nicht erreicht hat, muß sie auf den Clearing-Kurs gehen; und wenn sie wirklich Dianetik-Clear erreicht hat, wäre es verhängnisvoll, den Clearing-Kurs zu machen, denn sie ist natürlich schon Clear. Darum sind
In diesem Zusammenhang soll auf das Problem des DATENSCHUTZES hingewiesen werden, vgl. Gesetzesverstöße. Jeder Scientologe, insbesondere aber auch jeder Ex-Scientologe sollte wissen, daß seine Akte noch über seinen Tod hinaus zur Motivierung teurer Kurse verwendet wird.
ÄRZTE UNTERLIEGEN DER SCHWEIGEPFLICHT, SCIENTOLOGEN NICHT.
Tarnorganisationen
Der Erfolg der Scientology-Sekte wäre kaum denkbar ohne ihre Tarnorganisationen. Selbst der Deutsche Bundestag hat sich bereits mehrfach mit diesen Tarnorganisationen befaßt. So heißt es im Protokoll der Bundestagssitzung vom 12.5.1978:
»Die Bundesregierung teilt die Auffassung,
daß durch das Wirken der Kommission für Verstöße
der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V., einer Tarnorganisation der Scientology-Sekte,
psychisch Kranke und ihre Angehörigen verunsichert und Einrichtungen
der psychiatrischen Versorgung und ihre Mitarbeiter in Mißkredit
gebracht werden.«
»Die Bundesregierung wird insbesondere
durch eine verstärkte Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit
auf die bedenklichen Praktiken der Kommission für Verstöße
der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V. hinweisen. In diesen Bemühungen
wird sie schon heute durch das gezielte Engagement gesellschaftlicher Organisationen,
insbesondere der Aktion Bildungsinformation e.V. in Stuttgart, tatkräftig
unterstützt.«
Bestelladresse: Verlag Dr. Heger P. 2008
21 53 Bonn 2
Die Tarnorganisationen sind vielfach untereinander
und wiederum mit der
Je nach Ziel und Zweck lassen sich verschiedene Gruppen von Tarnorganisationen ausmachen.
Diese Organisationen verwenden das Markenzeichen Scientology im Namen nicht oder nur an versteckter Stelle. Bei diesen Organisationen kann allerdings relativ einfach ausgemacht werden, daß es sich um Scientology-Organisationen handelt:
College für angewandte Philosophie e.V.: Vereine diesen Namens gibt es in einer Reihe von Städten, so in Stuttgart, München, Berlin, Hamburg, Frankfurt.
Dianetic-College e.V. oder Dianetic e.V.: Hier gilt dasselbe. Beide Organisationsformen scheinen sehr darauf bedacht zu sein, nicht von Religion oder Kirche zu sprechen.
Institut für angewandte Philosophie.:
Organisationen solcher oder ähnlicher Bezeichnung werden gelegentlich
von ehemaligen Scientologen gegründet.
Dienstleistungs-Tarnorganisation
Ein Scientologe sieht sich bekanntlich als eine Art Übermensch. Deshalb ist es nur folgerichtig, daß er Sektengründer Hubbard's »Technologie« auch auf anderen Gebieten anwendet.
Narconon e.V.
Vereine diesen Namens gibt es (bisher)
in München, Berlin und Frankfurt. Diese Vereine behaupten, Drogenentziehung
zu betreiben. Es wird mit einer Erfolgsquote von 80 % geworben, eine geradezu
unglaublich hohe Zahl. Der Berliner Senat hat diese Zahl offensichtlich
geglaubt: Bis 1976 bezahlte er zu Lasten der Sozialhilfe ca. 1.5 Millionen
DM für Drogenentzug bei Narconon. Nachdem die Verwandtschaft zu Scientology
durch Presseveröffentlichungen und eine Fernsehsendung bekannt wurde,
ließ der Senat eine umfangreiche Untersuchung durch Sachverständige
vornehmen.
Ergebnis dieser Untersuchung: Die sagenhafte Erfolgsquote ist nichts als Bluff. Der Trick ist einfach und typisch für die Scientology-Sekte und deren Umgang mit der Wahrheit: als »Erfolg« wurde jeder gezählt, der den Scientology-Kurs (nichts anders verbirgt sich hinter dem angeblichen Drogenentzug-Programm) beendet haben.
Tatsächlich aber kann der Erfolg des Drogenentzugs nur daran gemessen werden, wie viele Probanden dauerhaft vom Rauschgift wegkommen. Die Sachverständigen fanden heraus, daß nach diesen Kriterien allerhöchstens 10 % der von Narconon »behandelten« drogenfrei waren. Auch diese wird man aber kaum als resozialisiert bezeichnen können: Erfolgreich kann der Entzug nur sein, wenn der ehemals Süchtige wieder für sich selbst sorgen kann. Von den 10 % angeblich Drogenfreien aber war ein erheblicher Teil Mitarbeiter bei Narconon und lebte zum Teil sogar im Narconon-Haus.
Von der Droge in die Sekte nannte der Berliner Journalist Jochen Maes diesen Tausch von Abhängigkeiten in einer umfangreichen Dokumentation (zu haben beim Zitty-Verlag).
Der Berliner Senat hat die Zahlungen inzwischen eingestellt.
Narconon konnte die damalige Situation
ausnutzen: Eine ständig wachsende Zahl von Drogen-Toten und fehlende
Therapieplätze. Der Senat hat deshalb den angeblichen Narconon Entzug
auch noch bezahlt, als die Verbindungen zu Scientology, längst bekannt
waren: wenn nämlich der Süchtige jede andere Therapie ablehnte
und sich somit in Lebensgefahr befand.
Ziel Zentrum für individuelles und effektives Lernen e.V.
Dieser Verein machte zuerst in der Schweiz auf sich aufmerksam und erreichte eine erhebliche Presseöffentlichkeit. »Eine Gruppe engagierter Schweizer Lehrer«, so hieß es dann in der deutschen ZIEL, habe sich zusammengetan, um die Lerntechniken des großen amerikanischen »Humanisten« Hubbard zu verbreiten. In Deutschland tauchte ZIEL erstmals in den renommierten »Südwestdeutschen Schulblättern« auf, der Zeitschrift des Philologen-Verbandes von Baden-Württemberg. Viel Überschwengliches wird dort über die »Präzisionstechnologie« des »amerikanischen Humanisten« vermeIdet. So auch, daß »in Mexiko zur Zeit 4500 Lehrer offiziell in dieser Methode ausgebildet« werden, sehr beeindruckend.
Mißlich für Scientology und
ZIEL ist nur, daß die mexikanische Botschaft dies nachdrücklich
dementiert und um »die Verbreitung dieser Richtigstellung«
bittet. Autor des ZIEL-Artikels war der Gymnasialprofessor R.P. [Name bekannt,
1991 ausgetreten] aus Stuttgart, der Stuttgarter Zeitung vom 8.6.79 als
»Schlepper für zerstörerische Jugendreligion« aufgefallen.
Dieser Pädagoge hielt es nicht für nötig, auch nur mit einem
Wort darauf hinzuweisen, daß dieser amerikanische Humanist im Hauptberuf
An anderer Stelle seines Aufsatzes - den er der Redaktion sozusagen untergeschmuggelt hatte - wird R.P. [Name bekannt, 1991 ausgetreten] deutlicher, wenigstens für den, der sich ein wenig mit Scientology befaßt hat: um Schulschwierigkeiten abzubauen - so R.P. [Name bekannt, 1991 ausgetreten] -verwendet der Lehrer »meistens die `Methode des Wortklärens' die nach genauen Regeln aufgebaut ist.« Nämlich nach den Regeln des Sektengründers, nach denen Worten eine Scientology-eigene Bedeutung verpaßt wird oder mindestens werden kann, wie oben dargelegt.
Noch zu diesem Zeitpunkt war ZIEL nur in
der Schweiz aktiv. Die Zeitschrift FRAU berichtete unter dem ZIEL-Schlagwort
»Lernen wie man lernt« ausführlich über die »Studiertechnologie
des amerikanischen Erziehers und Humanisten L. Ron Hubbard«. Damit
nicht genug, wird auch gleich Hubbards Biographie ausführlich abgehandelt
und seine Tätigkeit für die verschiedensten Organisationen vorgestellt,
die hier aus Platzgründen nur mit ihren Abkürzungen wiedergegeben
werden sollten:
NARCONON
CCHR
MRA
CREO
CRIMINON
NCLESJ
GER US
COPHS
ASI
LIM
ITE
EEA
FEGU
GAME
ERM
EA
Und schließlich: »,ZIEL' in der Schweiz und in der Bundesrepublik. Dianetics und Scientology-Organisationen in 38 Ländern auf fünf Kontinenten«.
In einem drei volle Seiten füllenden Zeitschriften-Artikel nur ein einziger Hinweis auf Scientology und der in der vorletzten Zeile versteckt: Ein PR-Meisterstück.
Die ZIEL-Vereinsgründung für
Deutschland erfolgte am 12.10.79 in München. Am 23.2.79 wurde ZIEL
unter der Nr. VR 9500 ins Vereinsregister beim Amtsgericht München
eingetragen. Dort ist nachzulesen:
Zweck des Vereins ist die Entwicklung und Förderung und Anwendung wirksamer Unterrichts- Studier- und Lerntechniken. Der Verein bemüht sich um die Entwicklung und Rehabilitierung der Studier- und Lernfähigkeit bei Studenten, Schülern, Kindern im Vorschulalter, Eltern, Lehrer und sonstigen interessierten Personen.
Der Verein verfolgt diese Aufgabe ausschließlich
mit Hilfe der Studier- und Lerntechnik, welche von L. Ron Hubbard entwickelt
wurde.
7 Gründungsmitglieder haben das Gründungsprotokoll unterschrieben, wie das Vereinsrecht als Mindest-Mitgliedszahl verlangt. Die Mehrzahl läßt sich mühelos als fleißige Scientologen ausmachen, wie zum Beispiel Christa Stock-Thies, die als 7933ster Scientologe »Clear« geworden ist von angeblich 12 Millionen Mitgliedern. Und X.Y., jetzt auch stellvertretende Vorsitzende der »Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.«, die als Berufsbezeichnung »Auditorin« angibt.
In Stuttgart mietete ZIEL ein heruntergekommenes Wohnhaus. Kennzeichen:
Geschlossene Fensterläden und keine Namensschilder am Tor, für diese Gegend höchst ungewöhnlich. Dort wurde Schülern Nachhilfe-Unterricht erteilt und nach Abschluß des Unterrichts wurden einem 13jährigen gelbe Din-A-4 Waschzettel in die Hand gedrückt, die er in der Schule verteilen sollte. Textbeispiel:
Schlechte Noten, Schulversagen, Unlust
und Langeweile gehören in den heutigen Schulen zur Tagesordnung, es
ist eine Tatsache, daß man in der Schule lernen muß, ohne jemals
gelernt zu haben. Jeder Beruf setzt eine gründliche Ausbildung voraus,
bevor man ihn erfolgreich ausüben kann. Genauso ist das mit dem lernen
in der Schule. Der Schüler muß zuerst lernen wie man lernt,
bevor er sich mit den einzelnen Fächern beschäftigt. An sich
sollte dieses Wissen über das Lernen vor der ersten Unterrichtsstunde
überhaupt gelehrt werden. Doch weil dieser grundlegende Unterricht
ausbleibt, haben Schüler jetzt Gelegenheit, an einem Schüler-Studierkurs
von ZIEL teilzunehmen. Es handelt sich um einen Kurs der schon
längere Zeit ausgezeichnete Resultate ergab und den Schüler befähigt,
gerne selbständig und ohne Mühe zu lernen.
Der Lehrer wandte sich folgerichtig an die ABI und die ABI veröffentlichte am 6.8.79 eine Presseerklärung mit dem Titel: »Neue Tarnorganisation der berüchtigten Scientology-Sekte. Zielgruppe: Schüler.« Diese Erklärung löste ein erhebliches Presseecho aus, eine Reihe von Zeitungen berichtete großformatig.
Die Scientology-Sekte reagierte wie gewöhnlich. Am 22.8.79 verschickte sie - nicht etwa der Ziel-Verein - eine Pressemitteilung. Originalton:
Die Unwichtigste zuerst:
Kommission für Polizeireform, München.
Man fragt sich, was will die Scientology-Sekte mit einer Kommission für Polizeireform? Ganz einfach: Die Polizei sammelt Informationen und tauscht diese auch über Ländergrenzen hinweg aus. So entstand der Bericht des Bundeskriminalamtes, um den die Scientology-Sekte noch heute vehement prozessiert. Dazu ein Zitat aus Hubbards Anweisungen über den Umgang mit Gegnern:
Wir protestieren gegen Sklaverei, Quälerei, Mord, Perversion, Kriminalität, politische Gründe und alles, was die Menschheit unfrei macht. Der einzige Fehler, den wir machen können ist, unsere Ermittlungen zu verzetteln.«
Dementsprechend wird einer Kommission ein erhebliches Vertrauen entgegengebracht. Der ,Kommission für Polizeireform' ist es immerhin gelungen, Korrespondenzen mit Politikern und Schriftstellern anzuzetteln.
So zum Beispiel mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Peter Conradi aus Stuttgart, dessen Brief dann veröffentlicht wurde, ohne daß Conradi vorher gefragt worden war. Die ABI klärte Conradi über die Zusammenhänge auf. Daraufhin meldete sich die Scientology-Sekte mit Schreiben v. 23.9.1975 bei Conradi:
Rufmord, wie die von der ABI mit Unterstützung
der evangelischen Kirche inszenierten Pressekampagnen gehört zwar
zum Alltag in unserer Gesellschaft, wird aber von den Scientology-Kirchen
keinesfalls hingenommen, egal wen es trifft oder betrifft.«
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die ABI die Infos 53 und 54 veröffentlicht und verschiedentlich auf Verbindungen zwischen der »Kommission« und der Sekte hingewiesen. Weiter im Text:
Weiter im Schreiben an den Bundestagsabgeordneten Conradi:
Kommission zum Schutz des Bürgers gegen Datenmißbrauch e.V. München
Die Scientology-Sekte scheint es als Datenmißbrauch
anzusehen, wenn Informationen ausgetauscht werden, insbesondere wenn dies
international geschieht.
Die Scientology-Sekte fürchtet völlig
zu recht den Informationsaustausch.
Kommission für
Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V., München
und
Deutsche Liga für
Menschenrechte e.V., München
Vorweg: Die Deutsche Liga für Menschenrechte hatte ursprünglich nichts mit der Scientology-Sekte zu tun. Inzwischen haben sich jedoch sehr enge Verflechtungen ergeben
Die Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V. ist die mit Abstand aggressivste dieser Scientology-Tarnorganisationen. Sie ist nicht etwa zur Abwehr von Angriffen der Psychiater gegen die Scientology-Sekte entstanden. Sie hat vielmehr von Anfang an mit bisher in der Bundesrepublik unbekannter Härte Verleumdungskampagnen gegen die Psychiatrie geführt.
Vorauszuschicken ist, daß die Psychiatrische Versorgung der Bundesrepublik zweifellos Mängel hat, die der Öffentlichkeit auch durchaus bekannt sind. Die Bundesregierung hat eine Untersuchung durchführen lassen. Die aus dieser Untersuchung resultierende »Psychiatrieenquete« hat Aufsehen erregt und zu ersten Verbesserungen geführt. Weitere Konsequenzen wurden erst kürzlich im Bundestag diskutiert.
Warum also hält sich die Scientology-Sekte eine Psychiatrie-Kommission? Vordergründig: Weil die Scientology-Sekte nun einmal der Auffassung ist, daß sie mehr für die Seelische Gesundheit tun kann, als jeder Psychiater.
Diese Auffassung allein reicht allerdings kaum aus, um das äußerst aggressive, ja haßerfüllte Vorgehen der Sekte und der Kommission gegen Psychiatrie und Psychiater plausibel zu machen. Zumal sich der Sektengründer Hubbard anfangs offensichtlich als selbst der Psychiatrie zugehörig gefühlt hat. Wie oben dargelegt und zitiert, hat er Scientology zunächst noch als eine Methode der Psychiatrie verstanden wissen wollen. Die Erklärung findet sich möglicherweise in Hubbards Biographie und zwar in dem Teil, den er nicht zu veröffentlichen pflegt: Nach einem Bericht der »Washington Times Herald« v. 24.4.1951 hat Hubbards zweite Ehefrau Sarah, geborene Northrup, ihre Scheidungsklage damit begründet, daß Hubbard hoffnungslos geisteskrank sei.
Zuständige medizinische Berater sollen damals empfohlen haben Hubbard zwecks Beobachtung und Behandlung eines als »paranoide Schizophrenie« bekanntes Geistesleidens in ein Privatsanatorium einzuliefern.
Hubbard, der sich selbst als Reformator der Psychiatrie verstand, als simpler Geisteskranker in eine Anstalt eingeliefert: Dies könnte tatsächlich eine Erklärung für seinen Privatkrieg gegen die Psychiatrie liefern.
Zurück zur Psychiatrie-Kommission:
Diese wurde erstmals in der Scientology-Zeitschrift »Freiheit«
groß herausgestellt, die sich selbst als »Unabhängige
Zeitung für Menschenrechte« bezeichnete. In Nr. 1 dieser Zeitschrift
vom August 1972 werden zunächst Vorgänge aus der Nazi-Herrschaft
geschildert, bei denen
»Die Scientology-Kirche kann und
will die unbegrenzten finanziellen Quellen der britischen und amerikanischen
Kirchen ausnützen, um in ihrer Untersuchung fortfahren zu können.«
Unbegrenzte finanzielle Quellen: Nach
den seitherigen Erfahrungen trifft dies anscheinend tatsächlich zu.
Als Herausgeber der »Freiheit«
firmiert die »Scientology-Kirche Deutschland«. Am Ende der
Zeitschrift heißt es jedoch:
Das Oberlandesgericht stellte u . a. fest:
»Der Senat ist aufgrund dieses Zusammenhanges auch der Überzeugung, daß ein durchschnittlicher Leser der Zeitschrift »Freiheit«, auf den insoweit abzustellen ist, den Begriff »psychiatrische Experimente« als psychiatrische Versuche an Menschen, wie sie unter dem NS-Regime vorgekommen sind und die meist psychische oder physische Schäden der Versuchspersonen zur Folge hatte, auffaßt. Daß die entsprechende Behauptung geeignet ist, das damit in Verbindung gebrachte wissenschaftliche Institut in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen, bedarf nach Auffassung des Senats keiner weiteren Darlegung. Dasselbe gilt von der Behauptung, vom KWI sei ein Fünf-Jahres-Experiment mit der miskroskopischen Untersuchung von Gehirnanstrichen frischer Kinderleichen durchgeführt worden und angesehene Wissenschaftler des KWI hätten dankbar einige hundert Kilogramm von frischen und blutigen Gehirnen von Kindern akzeptiert, die von psychiatrischen Kollegen heimtückisch ermordet worden seien. «
Das Gericht rügt vor allem, daß
Brendel keinerlei Versuche gemacht hat, seine Vorwürfe an die Adresse
der Psychiatrie auch nur glaubhaft zu machen. Er habe auch nicht selbst
recherchiert, sonder »sich insoweit nur auf eine Zeugin gestützt,
die selbst keine entsprechenden Wahrnehmungen gemacht, sondern nur von
dritten Personen von den behaupteten Tatsachen gehört haben will.
Dies reicht aber nicht aus«.
Genau das aber ist häufig Scientology-Methode:
Behauptungen werden aufgegriffen und als Tatsachen weiterverbreitet.
Inzwischen hatte die »Kommission« sich auch vereinsrechtlich konstituiert, am 2.10.79 wurde sie ins Vereinsregister beim Amtsgericht München eingetragen. Auch »Ehrenmitglieder« hat die »Kommission« inzwischen: z.B. Friedrich Wilhelm Haugg, Präsident der Deutschen Liga für Menschenrechte e.V. in München, ehemaliger Landrat und Bürgermeister (»Auf ein Kilogramm Recht kommt ein Gramm Gerechtigkeit«). Auf die Zusammenhänge zwischen der Scientology-Sekte und der »Kommission« aufmerksam gemacht, schreibt er am
3.11.1975:
Später wurde die Deutsche Liga dann massiver: In einer Presseerklärung v. 31.3.76, gerichtet an die Tagespresse in Baden-Württemberg, verweist sie zunächst auf ihre 6ojährige verdienstvolle Tätigkeit, die auf einer Linie mit derjenigen der »Kommission« liege, woraus sich die Zusammenarbeit ergebe. Weiter heißt es in der Presseerklärung des Liga-Präsidenten:
Die ABI wollte wissen, ob derartige Rundschläge
vom Präsidium der Liga abgesegnet sind. Zwei Präsidiumsmitglieder
wurden angeschrieben: Ein Nervenarzt aus Haar bei München. Dort ist
eine von der »Kommission« wiederholt angegriffene Anstalt.
Die Anschriften wurden dem Protokoll der Mitgliederversammlung v. 5.11.73
entnommen. Die Antwort: »Mein Vater war früher tatsächlich
Vizepräsident der deutschen Liga für Menschenrechte, die er aber
bereits 1963 verlassen
hat. Er ist vor 10 Jahren verstorben. Ich
selbst war nie Mitglied der Liga und dementsprechend auch kein Vizepräsident«
Außerdem wurde der Schriftsteller
Bernd Engelmann angeschrieben, laut Protokoll ebenfalls Mitglied der Präsidiums.
Antwort: Er sei seit Jahren nicht mehr Mitglied der Liga: »Das ewige
Gezänk im Präsidium und in den wenigen Mitgliederversammlungen
hat mich dazu bewogen, mich von der Liga, deren Präsident ich beinahe
geworden wäre, völlig zurückzuziehen. Ich will damit nichts
mehr zu tun haben«.
Mit anderen Worten: Das Protokoll der angeblichen
Mitgliederversammlung wurde gefälscht, die Versammlung hat vielleicht
nie stattgefunden und vielleicht besteht die Liga nur noch aus ihrem Präsidenten,
dessen Verdienste, so Engelmanns Einschätzung, »in der Vergangenheit
liegen«.
-----------------------------(Streichungen wegen eines Verfahrens) ---- Dr. Dietmar Stutzer, Vorsitzender des Vereins »Patientenhilfe e.V.« mit Postfach-Sitz in München. Vom Vereinsregister war über diesen Verein nichts zu erfahren, da er sich von Mannheim nach München abgemeldet hatte und die Unterlagen deshalb nirgends greifbar waren. Also wurde Dr. Stutzer persönlich gefragt. Antwort mit dem Schreiben v. 30.6.79: »Es war mir weder bekannt, daß die Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrecht eine sogenannte Tarnorganisation der Scientology-Sekte ist, noch daß ich in meiner Funktion als 1. Vorsitzender der Patientenhilfe e.V. und als Ehrenmitglied auf dem Briefbogen dieser Kommission aufgeführt bin«.
-----------------------------------------------------------------------------
Zur gleichen Zeit bemüht sich die Patientenhilfe e.V. um eine Zusammenarbeit mit der AGV, der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucher e.V. in Bonn, einer Spitzenorganisation der Verbraucherorganisationen, bei der auch die ABI Mitglied ist. Die Gespräche standen kurz vor dem Abschluß, weshalb eine weitere Nachfrage bei ABI erforderlich war.
Die Antwort, diesmal auf privatem Briefpapier,
welches Dr. Stutzer als Dipl.-Ing. agr., ------------ ausweist und als
Journalisten. Antwort vom 24.8.79:
Die Kommission für Verstöße
der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V. ist weiterhin aktiv. Vorsitzender
ist jetzt ein Rechtsanwalt, zweite Vorsitzende ist X.Y., die auch zu den
Gründungsmitgliedern der Scientology-Tarnorganisation ZIEL zählt.
Zuletzt hat die »Kommission«
der Presse die rhetorische Frage gestellt: »Werden Kinder unter Drogen
gesetzt, um Gehorsam zu erreichen?« Aus der beigefügten »Sachvorlage«
konnte man genau dies entnehmen und zahlreiche Zeitungen berichteten in
großer Aufmachung über die neue Drogen-Affäre. Von Scientology
war kein Wort zu lesen. Der Trick war wieder derselbe: Verarbeitet wurde
nur Material, welches von Dritten zusammengetragen wurde. Erst viele Monate
später, durch Schreiben v. 3.7.79 wurden Interessenten per Rundschreiben
um »Fälle« gebeten.
Subversive Gruppen
Zu einigen Organisationen leugnet die Scientology-Sekte schlicht jede Verbindung. Das kann durchaus stimmen, sofern damit eine Mitgliedschaft in einer deutschen Scientology-Organisation gemeint ist. Denn wenn nicht alles trügt, werden solche Organisationen vom Guardian Office gesteuert, dem Sicherheitsdienst der Sekte, der eine Filiale in Bern in der Schweiz hat. Besonders gut getarnt war der
ALV Arbeitskreis für liberale Bildungsinformation
der Verbraucher e.V. in Darmstadt.
Dieser »Arbeitskreis« hat von
Anfang an nur ein Ziel verfolgt: Die ABI zu bekämpfen. Er bestand
zunächst nur aus zwei Personen: Thomas Rothfuß
aus Hemmingen bei Stuttgart und Helga Schwerer aus Darmstadt. In loser
Reihenfolge verbreiteten die Personen Presseinformationen mit Diffamierungen
über die ABI. Briefe vergleichbaren Inhalts gingen auch an Behörden,
Schulen und Lehrer, da die ABI sich auch mit Hausaufgabenbetreuung für
Schüler befaßt. Am 21.5.1977 erschien in der Stuttgarter Zeitung
und den Stuttgarter Nachrichten eine Anzeige mit folgendem Text:
vorsätzlich schaden wollte.«
Das Gericht klassifizierte diese Schädigung als vorsätzlich und
sittenwidrig im Sinne des § 826 BGB.
Später veröffentlichte der ALV
eine Broschüre, in der Vorgänge herausgegriffen wurden, die 10
Jahre zurücklagen und damals zum Hinauswurf eines ABI-Vorsitzenden
geführt haben. Der ALV stellte dies so dar, als werde die ABI aus
irgend welchen dunklen Quellen gespeist. Auch hier gegen setzte die ABI
sich zur Wehr, allerdings vergeblich. Dasselbe Oberlandesgericht meint
nun, diese Behauptungen seien durch die Meinungsfreiheit gedeckt.
Inzwischen hatte die ABI eindeutige Beweise
dafür erlangt, daß Frau Schwerer engsten Umgang zu Scientology-Kreisen
pflegte. Gleichzeitig war es beiden gelungen, ihre Tarnorganisation quasi
zu legalisieren. Es war ihnen gelungen, für die Vereinsgründung
Personen zu finden, die bereits anderweitig mit der ABI befaßt waren.
So beispielsweise Klaus Doneit, Inhaber einer Firma Doneit KG, deren Vertreterkolonnen
Schreibmaschinenkurse an Eltern schulpflichtiger Kinder verkaufen, nicht
selten mit höchst anfechtbaren Methoden.
Ebenfalls 1977 meldeten sich zwei Herren
namens Christen und Müller bei der Firma IPU-Institut für programmierten
Unterricht in Luzern. Sie beriefen sich auf eine Ermächtigung des
Thomas Rothfuß vom Arbeitskreis für Liberale Bildungsinformation
der Verbraucher e.V. und gaben dessen Telephonnummer in dessen Hemminger
Firma an. Die Sekretärin des Herrn Rothfuß gab an, er sei die
ganze Woche abwesend. Die Herren Christen und Müller baten um Informationen
und Unterlagen über die Gründung einer »Aktion sauberer
Fernunterricht«, die sich später als von einer Werbeagentur
getragen herausstellte. Zu dem dann folgenden Gespräch liegt der ABI
eine eidesstattliche Versicherung vor. Aus dem Inhalt:
4. Herr »Christen« weise sich
uns gegenüber mit einem Studentenausweis der Universität Basel
aus. Er legte uns dar, daß er für den erwähnten Arbeitskreis
Liberale Bildungsinformation Kopien unserer Prozessakten in Sachen Aktion
Sauberer Fernunterricht usw. erhalten möchte. Als wir ihm erklärten,
daß wir Herrn Rothfuß nicht hätten erreichen könne,
bemerkte er, er hätte vergessen, uns darüber zu informieren,
daß sich Herr Rothfuß zu Zeit in München aufhalte.
Sodann erschienen zwei Detektive der Kantonspolizei,
die sofort feststellen konnten, daß der Studentenausweis »Christens«
gefälscht war. Dies führte dazu, daß »Christen«
in polizeilichen Gewahrsam genommen wurde.
5. Noch am gleichen Abend teilte uns die
Kantonspolizei mit, daß es sich bei
Schließlich erklärte uns die
Polizei, Christen alias Zbinden hätte gestanden, daß sein Studentenausweis
im Scientology-Zentrum gefälscht worden sei.
6. Am anderen Tag (13.10.77) meldete sich
Müller alias Stutz telefonisch bei uns und erkundigte sich nach dem
Verbleib seines Kollegen, der doch am Vorabend bei uns gewesen sei. Wir
sprachen ihn dabei bewußt mit seinem wirklichen Namen an, was ihm
vorerst nicht auffiel; erst nach einer gewissen Zeit fragte er leicht verunsichert,
weshalb wir ihn mit dem Namen Stutz statt Müller benennen würden.
Im übrigen sagten wir ihm, er wisse wohl selber am besten, wo sich
sein Freund aufhalte.
7. Vier Tage später (17.10.1977) erhielten
wir den Anruf von Herrn Rothfuß aus Stuttgart. Dieser verwahrte sich
energisch dagegen, die beiden bei uns aufgetauchten Herren zu kennen, geschweige
denn, ihnen einen Auftrag erteilt zu haben. Er führte aus, die Angelegenheit
sei ihm peinlich, er möchte die Sache nicht auf sich sitzen lassen.
Am besten wäre es seines Erachtens, wenn man sich zu einem Gespräch
treffen könnte, das er vorerst in Deutschland zu führen vorschlug.
Erst als wir kategorisch auf einer Aussprache in unseren Büros beharrten,
fand er sich dazu bereit nach Luzern zu kommen.«
Christen alias Zbinden benutzt noch immer
den falschen Namen. Er ist für das Guardian Office Schweiz der Scientology-Sekte
tätig, dem Scientology-Sicherheitsbüro und dort zuständig
für das »Pressebüro der Scientology-Kirche in der Schweiz«.
Wie bereits gesagt: Der Umgang mit der Presse ist für die Scientology-Sekte
in erster Linie ein Sicherheitsproblem.
Gesellschaft zur Förderung religiöser
Toleranz und Zwischenmenschlicher Beziehungen e.V. Johanneskirchner Str.
151, 8 München 81
Motor dieser Gesellschaft ist Luise Buhl,
als Schriftführerin bezeichnet, die tatsächlich einen Schriftwechsel
von ungeheuren Ausmaßen inszeniert hat. Den Scientology-Hintergrund
hat sie geschickt dadurch getarnt, daß sie sich auch für andere
angeblich bedrängte Minderheiten eingesetzt hat.
Vorsitzender dieses Vereins ist Zivorad
Milenkovic, den man nur als ScientologyAktivisten bezeichnen kann. Er hat
an einer großen Zahl von Kursen teilgenommen, so am »Drogen
rundown«, er ist Gesellschafter der Druckerei, welche die Scientology-Zeitschrift
»Freiheit« druckt, in deren Nr.10 vom März 1977 ein Interview
mit einem Herrn Milenkovic abgedruckt ist, der dort als Sekretär der
serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde bezeichnet wird.
Zweiter Vorsitzender ist Rolf Schimann,
»Clear« Nr. 13303. Kassier ist Rudolf Moyses, der auch dem
Präsidium der Deutschen Liga für Menschenrechte angehört
(vgl. oben Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen
Menschenrechte e.V.) und der Schriftführer der Scientology-Tarnorganisation
»Kommission zum Schutz des Bürgers gegen Datenmißbrauch
e.V.«, ist.
Zivorad Milenkovic arbeitet sich auf der
Scientology-Stufenleiter zur Zeit rasch nach oben: Zwischen dem 24.7.79
und dem 26.8.79 hat er die Kurse Grad 0, Grad 1, Grad II und Grad III belegt.
An Grad IV hat er sich nicht herangewagt, stattdessen hat er ARK Straight
Wire belegt.
13.
Berichte ehemaliger Scientologen
Vorbemerkung: Hier wurden keineswegs
besonders drastische Berichte ausgewählt. Sondern vielmehr eher durchschnittliche.
Bericht 1
In der ersten Novemberwoche 1978 wurde
ich auf der Geschäftsstraße in (Stadt) von einem jungen Mann
angehalten. »Wollen Sie Ihr Leben verbessern?« Zögernd
sagte ich ja. Er führte mich dann in das Büro von Scientology.
Der Name und die Organisation waren mir bis dahin unbekannt. Dort unterhielt
sich ein anderer junger Mann (Name) mit mir. Während dieses Gesprächs
fand er sehr schnell meine Probleme in schulischer Hinsicht heraus. Er
machte mir Hoffnungen, daß mit Hilfe von Scientology diese Probleme
zu losen seien. Ungefähr eine 1/4 Std. später unterhielt sich
eine junge Frau (Name) mit mir. Auch sie machte mir Scientology schmackhaft.
Mein erster Eindruck von den Leuten war sehr angenehm. Ich ließ mich
dazu überreden, den Scientology 1 Rundown (damaliger Kostenpunkt DM
300.-) mitzumachen. Sie wollte mir auch am ersten Tag das Buch »Dianetics«
verkaufen. Als ich an einem der nächsten Tage mir ihr sprach, erfuhr
ich zu meinem Erstaunen, daß ich Mitglied der Organisation geworden
war.
Ich machte mir aber keine weiteren Gedanken darüber. Denn zu diesem Zeitpunkt und in den folgenden Wochen war ich sehr angetan von dieser scheinbar harmonischen Welt. Ich hatte auch selten zuvor so aufmerksame und geduldige Zuhörer. Merkwürdig fand ich von Anfang an das E-Meter. Als ich mal fragte, wie das denn funktioniere, kniff man mich in den Arm und ließ mich die Reaktion der Nadel beobachten. Ungefähr 2 Wochen nach der ersten Begegnung sagte mir der (Name) daß er unbedingt neue Staff-Mitglieder brauche. Dazu entschloß ich mich aber nicht. Ich wurde auch von anderen gefragt, wann ich denn Staff würde. Mitte Dezember fragte mich der (Name). Er legte ein Vertragsformular heraus, das mich für 5 Jahre an Scientology gebunden hätte. Da ich zögerte, holte mich der (Name) in sein Büro und versuchte mir in einem stundenlangen Gespräch die Schlechtigkeiten in der Gesellschaft und dagegen die Welt von Scientology zu zeigen. Ich unterschrieb nicht. Im Dezember 78 belegte ich den HQS-Kurs (Hubbard qualifizierter Scientologe, dam. Kostenpunkt ca. DM 1200.-). Da mir ein angebliches Stipendium gewährt wurde, brauchte ich nur DM 940.- zu bezahlen. Ursprünglich hatte man mir den Student Hut empfohlen (DM 5400.-). Ich hatte bei der Vielzahl der Kurse, den englischen Ausdrücken und fremden Begriffen gar keinen richtigen Durchblick.
Wir wurden immer wieder dazu angehalten,
Briefe an den Ron zu
Es fanden mehrmals und zu unbestimmten Zeiten sogenannte »Sessions« statt. Das waren »geistliche Beratungen« am E-Meter. Ich mußte Fragen beantworten, wobei immer die Reaktion der Nadel beobachtet wurde. 2 Fragen sind mir besonders in Erinnerung geblieben:
1. Hast Du vorgehabt, ein Gerichtsverfahren gegen Scientology einzuleiten?
2. Gibt es in Deinem Bekannten- und Verwandtenkreis irgendjemanden, der feindlich gegenüber Scientology eingestellt ist, oder es anzweifelt?
Der Kurs gefiel mir überhaupt nicht. Er entsprach weder meinen Erwartungen, noch den Versprechungen. Er hatte mit meinen Problemen überhaupt nichts gemein. Ich hatte den Eindruck, - und wenn ich mir heute das Kurspaket durchsehe, verstärkt sich dieser Eindruck - daß mir auf diese Art und Weise Scientology eingetrichtert werden sollte. Außerdem herrschte im Kursraum eine strenge Disziplin. 2minütiges Zuspätkommen wurde mit einem Ethikzettel geahndet. Abends mal früher zu gehen war untersagt, ebenso zu sprechen, essen oder trinken. Wenn jemand mal aus dem Fenster schaute, kam gleich der jeweilige Kursleiter auf ihn zu. Ich merkte, daß man immer mehr Besitz von mir ergreifen wollte. Es wurde mehr und mehr über mich bestimmt. Als ich mich traute, zu sagen, daß ich an meinem Geburtstag etwas später kommen würde, kam prompt die Frage: wohin gehst du, wann kommst du? Einige Tage erschien ich nicht. Als ich wieder kam (man hatte versucht, mich zu Hause abzuholen, ich öffnete aber nicht) mußte ich zum Ethik-Officer. Später mußte ich auch mal das Büro saugen.
Im Januar war im Lokalteil der WAZ ein
Artikel Scientology. An meinem nächsten Termin verlangte man von mir,
einen Leserbrief zu schreiben. Da ich mich ebenso oft weigerte, wie man
mir bestimmte, einen zu schreiben, mußte ich wieder mal zum Ethic-Officer.
Ich sagte nun, daß mir der Kurs überhaupt nicht gefiele. Man
fragte mich, ob ich das Geld wiederhaben wollte. Ich sagte nein, weil ich
Der Zeitungsreporter sollte fertiggemacht werden. Es würden Dutzende von Klagen beim Gericht eingereicht. Bei einem Pfarrer, der ebenfalls in der Zeitung berichtete, sollten Spitzel in den Verwandten- und Bekanntenkreis eingeschleust werden. Dadurch, daß ich oft fragte und kritisierte, stand ich bald auf »Zweifel« dann »Feindschaft«. Einmal mußte ich jedes der Mitglieder fragen, warum er Scientologe sei. Ich verkaufte auch keine Bücher oder sprach Personen auf der Straße an. Wie wir freien Mitarbeiter Leute zu kommunizieren und an Scientology heranzubringen hatten, wurde uns eingedrillt. Die Bezeichnung hierfür hieß »Verbreitungs-Drill«: Kontaktiere das Individuum, handhabe es, rette es, bringe es zum Verständnis. Beim Bücherverkauf sollte um passendes Geld gebeten und dem Käufer gesagt werden, man könne nicht herausgeben. Die Aufmerksamkeit des Käufers auf das Geld sollte so schnell abgelenkt werden.
Mitte Januar war der ausführliche
Artikel im STERN. Ich wagte es erst nach einigen Tagen zu fragen, wie es
dazu kommen konnte, daß eine Frau nach Scientology-Behandlung glaubte,
in einem früheren Leben mit Bismarck verheiratet gewesen zu sein.
Die Antworten waren ausweichend. Irgendwann im Januar vermutete man, ich
sei ein Spitzel von einer anderen Organisation. Statt das ganz ruhig zu
sehen, war ich total fertig. Ich hatte nämlich nie schlechte Absichten
gehabt. Etwas später wurde ich dann fotografiert. Vom 16.-18.2.79
war ein Scientologe aus München da. Alle nannten ihn Ali. Nachdem
er an einem Abend einen Vortrag gehalten hatte, erhielt jeder die Gelegenheit,
sich mit ihm zu unterhalten. Ich fragte auch ihn nach der jungen Frau.
Als Antwort erhielt ich, sie sei eben in ihrer reactiven Banc gewesen.
(In der reactiven banc sind nach scient. die negativen Einflüsse eines
Menschen im Laufe seines Lebens gespeichert.) Obwohl ich mehrmals sagte,
daß ich kein Geld mehr zur Verfügung hatte, versuchte er immer
wieder, mich zu weiteren Kursen und höherem Auditing zu überreden.
Ich ließ mich dann zu einem Co-Auiditing überreden (DM 200.-).
Ich habe dieses jedoch nie genossen und auch nicht bezahlt. Mit meinem
Kurs kam ich immer schlechter voran. Man bestimmte schließlich, daß
ich noch einmal von vorne beginnen sollte. Donnerstag, den 22.2.79, war
ich wieder beim Ethic-Officer. Ganz überraschend nahm man mich dann
ans E-Meter. Neben den üblichen Fragen wollte man dann wissen, ob
es da noch etwas gäbe, was sie wissen müßten. Ich sagte
nein. (Dabei war ich sehr unsicher, weil ich vorher den STERN angeschrieben
hatte). Ich sagte also: Da
Dabei beobachtete er sehr genau die Nadel des E-Meters. Der Abend endete mit meinem Hinauswurf. Ich war durch diese Wendung und diese Behandlung ziemlich fertig. Als ich am nächsten Tag, Freitag (Datum) wiederkam, um das Geld abzuholen, wie man es mir am Vortag gesagt hatte, hieß es dann, ich hätte 2 Möglichkeiten, die erste war, die Schule aufzugeben, arbeiten zu gehen und möglichst viel Auditing zu bekommen. Die zweite Möglichkeit war, ich sollte nach München fahren. Auf meine Bemerkung hin, daß ich am Tag vorher hinausgeworfen worden war und man mir die Rückgabe des Geldes, wie vorher schon 2mal, angeboten hatte, sagte man mir, es wäre nicht so, daß Scientology von sich aus den Austritt und die Rückgabe des Geldes anböte. Im Falle meines Austritts würde mein Name in sämtlichen Scient.-Büros der Welt bekannt sein, und Scientology verfüge über ein gut funktionierendes Kommunikationssystem. Ich entschied mich für München. Dort sollte ich gleich am nächsten Tag hinfahren. Das war mir zu überstürzt, ich einigte mich dann für den nächsten Samstag. Am nächsten Tag, Samstag, 24.2.79, ging ich wieder hin und wollte endgültig austreten. Man sagte mir, daß ich in der nächsten Woche noch einmal kommen sollte. Bis dahin hätte man dann die Unterlagen für meinen Austritt fertig. Auch das Geld könnte ich nicht sofort bekommen. Am vereinbarten Termin, Dienstag oder Mittwoch, 27.2.79 oder 28.2.79, legte man mir dann ein Schreiben vor, in dem man mir wieder 2 Möglichkeiten anbot. Die eine war mein Austritt, und die andere ein Angebot, womit man auf die 2monatige Unterbrechung, um die ich einige Wochen zuvor gebeten hatte (weil mir kaum noch Zeit für Privates blieb) einging. Obwohl ich mit dem festen Entschluß gekommen war, aufzuhören, stimmte ich dem Angebot zu. Wir einigten uns, daß ich am 16.6.79 wieder erscheinen würde.
In diesen 2 Monaten hatte ich nun Zeit,
die Bücher zu lesen, die ich mir in den Monaten meiner Mitgliedschaft
gekauft hatte. Doch ich muß gestehen, daß ich diese Bücher
dann nur teilweise gelesen habe, und mein Interesse daran verging. Vor
allem das Buch »Dianetics« ist meiner Meinung nach ein technisches
Sammelsurium, in dem mich die grauenhaften Formulierungen von L. Ron Hubbard
sehr erschreckt haben. Da ich nun nicht mehr unter der Einflußmöglichkeit
der anderen Sektenmitglieder stand, konnte ich nun nüchtern über
meine bisherige Mitgliedschaft reflektieren. Es wurde mir klar, wie gefangen
ich dort war und daß es bei einer längeren Mitgliedschaft noch
schlimmer werden würde. Am Freitag erschien ich dann wieder und sagte,
daß ich austreten würde. Da der (Name) mir sagte, daß
es nicht möglich sei, mir das Geld sofort auszuzahlen, vereinbarte
ich mit ihm den 1.7.79 als Rückgabetermin. Ich sagte ihm auch, daß
ich mich nicht mehr ans E-Meter setzen würde. Er fertigte nun eine
Liste über die Personen an,
»Du gehst nicht nach Hause.« Ich zog aber trotzdem meinen Mantel an und wartete dann aber doch ab. Die zwei berieten sich wieder. Mir wurde immer schauerlicher zumute. Nach einiger Zeit wurde ich dann in das Büro gerufen. Dort fragte mich dann das andere Mitglied, auf kameradschaftliche Art, was denn überhaupt los sei. Er versuchte mir nochmals das E-Meter zu erklären. Als er merkte, daß es nichts nützte, sagte er, man solle mich doch ruhig gehen lassen und ich hätte nichts von Scient. begriffen. Während der ganzen Zeit saß der (Name) etwas schräg hinter mir und beobachtete mich mit einem Gesicht, das ich schlecht beschreiben kann. Zorn, Haß, alles schien sich darin widerzuspiegeln. Dann war ich mit ihm allein im Zimmer. Er versuchte herauszufinden, warum ich mich nicht mehr ans E-Meter setzen wollte. Der Grund war für mich sehr einfach,
1. war ich nicht mehr Mitglied und brauchte das E-Meter nicht mehr zum Auffinden eventueller seelischer Spannungen, womit mir die Funktion des E-Meters beschrieben worden war, und
2. hielt und halte ich das E-Meter für eine menschenunwürdige Sache.
Da ich seiner Meinung nach etwas zu verbergen
hätte, wovon ich nicht wollte, daß Scient. oder jemand anders
etwas davon erführe, müßte Scientology herausfinden, was
das sei. Wenn ich es nicht selbst sagen würde, warum ich austreten
bzw. nicht mehr ans E-Meter wolle, würde Scientology Leute in
meinen Bekanntenkreis einschleusen, um mein Leben zu durchleuchten.
Ich hatte aber alles über die Gründe meines Austritts bereits
gesagt. Seine Behauptungen trafen nicht die Wahrheit, die Wahrheit war,
daß ich ganz einfach wegwollte. Er beschuldigte mich, eine unterdrückerische
Person zu sein, weil ich ihn daran hindern würde, seine Hilfestellung
an mir auszuüben. Wenn ich keine Klarheit schaffen würde, hätte
ich keine Möglichkeit, zu Scient. zurückzufinden, und nun ein
Wenn ich mir heute Gedanken über meine Mitgliedschaft in der Scientology-Kirche mache, ist es mir unbegreiflich, weshalb ich meinen Austritt so lange hinauszögerte und mich immer wieder überreden ließ, zu bleiben. Es mag ein Grund gewesen sein, daß ich mich damals in einer schlechten seelischen Verfassung befand und durch die Hoffnungen, die in uns geweckt wurden glaubte, durch Scientology zu einem glücklicheren Leben zu finden.
Wenn ich die Sektenmitglieder mit anderen Gleichaltrigen aus meinem Bekanntenkreis verglich, schienen sie tatsächlich glücklicher zu sein. Auch ich fühlte mich ja zunächst sehr gut. Bis ich dann merkte, daß alles nur eine Scheinwelt war, in der ich nicht mehr viel zu sagen hatte, in der andere über mich bestimmten. Ich finde es erschreckend, mit welcher Kritiklosigkeit sich die Mitglieder, die überwiegend in meinem Alter waren, L. Ron Hubbard und seiner »Erfindung« Scientology ergeben hatten. Eine Organisation, die sehr autoritär und hierarchisch aufgebaut ist, was ich auch in dem Büro in (Ort) merkte. Mr. Hubbard ist in meinen Augen ein Diktator. Während meiner Mitgliedschaft gab es zwei Personen, die »clear« waren, die also zu den »höchsten und glücklichsten Wesen« gehörten. Nach meinem Empfinden waren gerade sie die bedrohlichsten mir gegenüber.
Folgendes habe ich im Bericht nicht erwähnt: Die Wände im Büro waren »tapeziert« mit Urkunden und Scientology-Postern. Als ich den Rundown beendet hatte, wurde ich beglückwünscht. Es wurde mir von den einzelnen Mitgliedern immer wieder mitgeteilt, wie glücklich sie seien. Jeden Abend fragte der Kursleiter, wer einen Gewinn hatte. Nachdem mir in den ersten Wochen immer etwas einfiel, überlegte ich zum Schluß krampfhaft, was ich denn sagen sollte.
Ich hörte niemanden der Mitglieder
etwas kritisches sagen, außer den neuen, die ungefähr zu meiner
Zeit eingetreten waren. Wenn es doch mal vorkam, wie bei
Durch die Mißtrauensbezeugungen der anderen mir gegenüber wurde in mir so eine Art Schuldgefühl erweckt. Ich wollte den Kurs zu Ende machen, um zu zeigen, daß ich wirklich keine schlechten Absichten hatte. Leider habe auch ich sogenannte »Erfolgsberichte« geschrieben, die nun gegen mich verwendet werden könnten. Ein anderes Mitglied, das ich einige Wochen nach meinem Austritt traf (er war etwas später als ich eingetreten und wollte auch weg), mußte am E-Meter bestätigen, daß er in Urlaub fuhr.
Oktober 1979, Unterschrift, 23 Jahre alt
Bericht II
»Ich wollte Ihr Schreiben schon früher beantworten, wollte jedoch zuvor abwarten, bis die Org in München mir mein Geld zurückbezahlt hat, das sich noch auf meinem Konto dort befindet. Leider ist das bis jetzt noch nicht geschehen und nun will ich Sie nicht länger warten lassen.
Ich leide seit Jahren an Schwindelgefühl, was sicher psychosomatisch ist. Da mir Ärzte kaum helfen konnten, suchte ich weiter.
So fand ich im August 1975 in der Zeitschrift
ESOTERA eine Anzeige über das Buch »Dianetics« - die moderne
Wissenschaft der geistigen Gesundheit«. Ich ließ mir das Buch
kommen und las es. Da man aber durch die Lektüre des Buches allein
nichts erreicht, wurde mir geraten, in Stuttgart in der Neuen Brücke
(Straße) den Kommunikationskurs zu machen. Da wurde mir gesagt, das
sei Voraussetzung für das Auditing, welches dann meine gesundheitlichen
Probleme meistern sollte. Der Kurs in Stuttgart kam mir komisch vor, doch
ich machte weiter, denn alles war eifrig dabei und lobte das spätere
Auditing in München.
So schloß ich dann den Kurs ab und
bekam Auditing in München. Auch dieses Auditing fand ich von Anfang
an blöd. Doch da die anderen Leute (meist Personen mit Abitur oder
Realschule, meist junge Leute) eifrig bei der Sache waren und ich mir eine
Verbesserung meines Gesundheitszustandes erhoffte (was mir auch bei der
Einzahlung des Geldes - 7200. - DM versprochen wurde) machte ich weiter.
Dieses »Gesundsein« ging aber nicht so schnell, ich mußte
immer mehr einzahlen und war jedesmal enttäuscht, wenn ich wieder
abreiste. Doch die Scientologen machten mir immer wieder Mut. Nun begann
ich von anderer Seite etwas über Scientology zu erfahren, außerdem
tauschte ich Adressen mit Leuten, die auch von . . . (Ortsname) . . . zum
Auditing kamen. Man unterhielt sich. Und siehe da, vielen war es wie mir
ergangen, sie hatten Geld eingezahlt, wurden enttäuscht und traten
schließlich aus. Meine Kameraden fragten sich, warum sie überhaupt
auf so etwas hereingefallen seien, doch sie kamen immer wieder wie ich
zum selben Schluß: Meist Probleme psychischer Art oder Krankheiten,
welche von Ärzten nicht geheilt werden konnten, waren der Grund,
daß man anfing. Bei den Scientologen wurde nun alles gelobt und überall
hingen »Erfolgsberichte«, welche aber meist gleichartig lauteten
und sehr allgemein gehalten waren.
Jeder, der nicht diese Erfolge verspürte,
war ruhig und wollte nicht als Versager auffallen, wenn die anderen von
ihren »Gewinnen« sprachen. Wenn man wissen wollte, aus was
diese »Gewinne« bestehen, bekam man keine vernünftige
Antwort. Ich selbst war oft überrascht, daß ich eine Stufe
abgeschlossen hatte und
Nun hieß es, es sei eine unterdrückerische
Person am Werke. Da eine solche nicht gefunden werden konnte, mußte
ich letzten Weihnachten den PTS/SP-Kurs machen (für 1.100 oder 1.400
DM). Außerdem brauchte ich als Voraussetzung für diesen Kurs
den BSM und den Mini-Tonbandkurs. Darauf kam man aber erst, als ich schon
für den PTS/SP gezahlt hatte.
Ich mußte über 10 Tage täglich rund 10-14 Stunden studieren, damit ich mit den Kursen fertig wurde. Erst nach Bestehen der Kurse sollte ich wieder Auditing bekommen, was ich ja wollte, denn ich konnte es nicht erwarten, meine Krankheit loszuwerden.
Die Scientologen in meiner Umgebung glaubten alle daran, und sie machten mir Mut, weiter zu machen. Dies war aber mit immer mehr Kosten verbunden, denn schließlich wurden die Preise für Auditing monatlich 5 % teuerer.
Nun hieß es außerdem, daß der große Boom komme, man müsse sich schnell auditieren lassen und Geld einbezahlen !, denn sonst könnte man eventuell nicht mehr drankommen, da angeblich immer mehr Leute die »Dienstleistungen« von den Auditoren wollten.
Mir wurde dann im Februar gesagt, was ich
noch alles machen müsse, bis eventuell mein Gesundheitszustand wieder
hergestellt sei. Ich überschlug und siehe da, mindestens nochmals
20.000.- DM hätte ich anlegen müssen. Sie wollten nun, daß
ich in den Osterferien 5.000.- DM mitbringe, so würde ich auch Geld
sparen, da ja immer alles teuerer würde. Inzwischen hatte ich mich
aber bei den Kirchen und bei der ABI erkundigt. So kam ich im April wieder
nach München und wollte mein restliches noch nicht verbrauchtes Geld.
Dies war jedoch nicht so einfach. Nun gab es endloses Warten und dann wieder
Befragungen bei Ethik. Es wurde mir zu dumm, ich fuhr nach Hause und beantragte,
schriftlich meinen Austritt und wollte mein restliches Geld. Formulare
wurden geschickt, die man noch notariell beglaubigen lassen sollte.
Das machte ich nicht, sondern schrieb ihnen, ich wolle nun ohne Umschweife
mein Geld zurück. Am 12.3.77 schrieben sie mir, daß der Antrag
bearbeitet werde. Bis jetzt habe ich von der Bank noch keine Mitteilung
bekommen, daß das Geld eingegangen ist. Ich hoffe, daß Sie
aus diesem Brief manches erfahren können. Freundliche Grüße.«
Bericht III
»Hier schreibe ich Ihnen den Brief mit meinen persönlichen Erfahrungen, die ich im Dianetic-College, Stuttgart, Hauptstätter Str. 126 und in der Münchner Scientology Kirche Deutschland gemacht habe.
Ich fordere Sie hiermit auf, den Brief
und etwaige sonstige Mitteilungen streng vertraulich (Unterstreichung
d.Verf.) zu behandeln und nicht ohne meine ausdrückliche Genehmigung
in irgend einer Form zu veröffentlichen oder bei Prozessen gegen Dianetics
und Scientology zu verwerten.
Es wird aber wahrscheinlich der Fall sein, daß Sie durch meine Kenntnisse in einigen Details Neuigkeiten bekommen., Mein Bekanntwerden mit Dianetics fing damit an, daß ich Anfang des Jahres 76 den 200-Fragen Persönlichkeitstest auf der Königsstraße bekam. Ich füllte ihn aus und bekam schneller als erwartet einen Termin. Es fand die Besprechung statt, wo man mir meine persönlichen Schwächen und Stärken zeigte und das anschließende Angebot mit dem Kurs für elementare Kontrolle und Kommunikation machte. Preis: 450.- DM. Mit der Entscheidung ließ ich mir ein paar Monate Zeit, auch um nur Informationen einzuholen. Trotz kritisch-reservierter Meinungen fing ich im (Monat) 76 mit dem obengenannten Kurs an. Zwischen Testbesprechung und Kursbeginn bekam ich regelmäßig Post vom Dianetic-College. Innerhalb von 5 Wochen wurde ich mit dem, kurzgenannt »kommkurs« fertig. Die Erfolge des Kommkurses, der aus mehreren (Verhaltens-) Trainings bestand, taten mir ungeheuer gut. Gegen Ende oder nach Ende des Kurses fuhren wir, d.h. Mitarbeiter und Kursteilnehmer nach München zur sogenannten »Fallanalyse«. Mir und wahrscheinlich den meisten Teilnehmern wurde der Vorschlag gemacht, 100 Stunden Auditing in München in jeweils 50 Stunden »Life-Repair« und 50 Stunden »Drogen-Rundown« zu nehmen. Preis: nicht ganz 6.000.- DM. Ferner wurde das Trainingspaket in Stuttgart angeboten für 3.000.- DM, das - aus BSM, HQS und Dianetics besteht. Ich überzeugte mich vorher bei anderen Kursteilnehmern, die bereits auf den oberen Kursen sind, ob das ratsam sei und die Antworten waren immer zustimmend. Auf die Kursteilnehmer komme ich später noch zu sprechen.
In München fragte mich die Mitarbeiterin, ob sie mir anrufen könne und ich sagte ihr eindeutig, daß ein Anruf von ihr nicht erwünscht sei.
Tatsächlich rief am nächsten
Tag zwar nicht sie - aber ein Mitarbeiter von Stuttgart an. Wir beschlossen,
am nächsten Tag zu einem Kreditinstitut zu gehen. Der Mitarbeiter
konnte mich dazu bewegen, als Grund bei der Kreditaufnahme Möbel anzugeben.
Glücklicherweise bekam ich jedoch keinen Pfennig weil ich damals
vor einem Berufswechsel stand. Von meinen Sparbüchern hob ich
Kursbücher für BSM 32.- DM, für HQS 25.- DM und für Dianetics 100.- DM, ganz zu schweigen das E-Meter mit 700.- DM. Hinzu kommt, wenn man das Dianetic im Co-Audit in Stuttgart laufen will, was bisher gar nicht möglich ist, noch unbekannte Unkosten für den Case-Supervisor (Fallüberwacher). Ich stellte den Mitarbeiter Gerd Böhm, mit dem ich bis dahin zu tun hatte, zur Rede. Er stellte sich verwundert, daß ich das nicht erfahren hatte. Auf meine Fragen, ob er das anderen gesagt habe, meinte er ja. Es kam eine leichte Einschränkung »das hänge vom Verlauf des Gespräches ab«. Ich gab mich mit der Antwort nicht zufrieden und forschte bei anderen Kursteilnehmern. Hier gab es kaum einen, der auch nur andeutungsweise beim Abschluß des 3.000.- DM Geschäftes wußte, daß auch weitere Unkosten von wahrscheinlich über 1.000.- DM dazukommen. Manche meinten, das müsse man eben »konfrontieren«. Alle waren über diesen Betrug gleichgültig.
Und jetzt komme ich auf den Geisteszustand der Kursteilnehmer zu sprechen. Hier mögen teilweise durchaus bildungsmäßig hochstehende Personen vertreten sein. In die Kurse kommen jedoch meistens nur Leute mit dauernden oder zeitweisen Schwierigkeiten, oft auch solche, die kurz vor dem Selbstmord stehen. Viele, die hier hereingehen, sind enorm gestört und greifen nach dem Strohhalm Scientology, um vor dem Abgrund gerettet zu werden und damit am Rande eines neuen Unglücks zu stehen.
Doch damit nicht genug. Man wird nicht nur finanziell betrogen, man wird auch zeitlich betrogen. Im allgemeinen wird für das Trainingspaket (BSM, HQS und Dianetics) vor Kaufabschluß eine Zeitspanne für ein halbes Jahr gesetzt, oder auch weniger. Ich kenne niemanden, der das geschafft hätte. Ich kenne Leute, die sind schon 3 Jahre bei diesem Paket. Einem Kursteilnehmer, der die ersten 2 Stufen des Pakets belegte, wurde gesagt, sie könne das spielend in 2 Monaten schaffen, danach wollte sie ins Ausland. Zwei Monate reichen gerade aus, um den ersten Kurs abzuschließen. Man wird hier, was das Geld und die Zeit betrifft, belogen. Schon daraus ist zu ersehen, daß es Scientologen mit der Wahrheit nicht sehr genau nehmen. Freilich ist das nicht alles und das wäre wahrhaftig schon genug.
Obwohl Staff-Member (Mitarbeiter) in Gesprächen
immer wieder betonten, sie hätten mit Politik nichts zu tun, fehlt
es doch nicht an weltanschaulichen Aussagen. Interessant erscheinen mir
die Bücher von Hubbard, wo fortwährend gegen den Sozialismus
gehetzt wird oder er es bedauert, daß es keine Kinderarbeit mehr
gibt. Auch steht im HQS-Material ein Satz:
Demokratie hat uns bisher nichts anderes gebracht als Einkommenssteuer und Inflation.
Bei einer kurzen Diskussion fragte ein Teilnehmer unter anderem, was ein Arbeitsloser dafür könne, wenn er es schon bei 19 Arbeitgebern probiert habe und immer noch keine Arbeit gefunden hätte. Prompte Antwort des überzeugten Scientologen: »Der hat irgendwann einmal in einem früheren Leben eine Tat begangen und hat jetzt Angst, sonst würde er es ein 20. Mal versuchen.« Ein anderer Kursteilnehmer meinte einmal, daß er jemanden tödlich überfahren habe. Antwort des Staff-Mitgliedes: »das ist nicht so schlimm, der Thetan von dem hat sich längst einen neuen Körper gesucht.« (Anm. d. ABI: diese Bemerkung ist kein Einzelfall!) Ich hatte ab und zu den Eindruck, es mit Verrückten zu tun zu haben. Vielleicht ist es auch nur Taktik von Scientology, wenn sie betonen, politisch neutral zu sein, weil man sie ansonsten möglicherweise gleich verbieten würde.
Ein paar Mal wurde ich gefragt, ob ich
am kommenden Samstag Tests austeilen würde. Das Gespräch spielte
sich ungefähr wie folgt ab: »Teilst Du am Samstag Tests aus?«
»Nein« - »Warum teilst Du keine Tests aus?« - »Weil
ich keine Zeit habe« - »Gut, warum hast Du keine Zeit?«
- »Ich muß am Samstag ausschlafen« - »Gut, warum
mußt du am Samstag ausschlafen?« - »Weil ich unter der
Woche zu wenig schlafe« »Gut, willst Du, daß Baden-Württemberg
als erstes Bundesland CLEAR wird?« - »Ja« - (hätte
am liebsten Nein gesagt, aber das hätte möglicherweise weitere
Komplikationen gegeben). »Gut, bist Du jetzt ein Thetan oder nicht?«
- »Ja« - »Gut, was ist Dir lieber, daß Baden-Württemberg
CLEAR wird, oder daß Du ausschläfst?« - »Daß
ich ausschlafen kann« -»Ja« - »Gut, zuviel schlafen
ist ungesund, da rostet zuviel ein. Schau mich an, ich arbeite bis nachts
zwei Uhr und sehe so frisch aus« - »Das ist mir egal«
- »Gut, hat das noch einen anderen Grund?« - »Nein«.
Damit war das Gespräch beendet. Der gleiche Mitarbeiter sagte mir
auch, daß es viel zu viele Krankenhäuser und Altenheime gebe.
Es ist wahrscheinlich tatsächlich
so, daß die meisten Mitarbeiter zu wenig schlafen. Vermutlich dient
das dazu, um die ohnehin kaum vorhandene Kritikfähigkeit eines Staff-Members
durch chronischen Schlafentzug vollends auszulöschen. Mit Sicherheit
können viele Scientologen Wahn und Wirklichkeit nicht mehr
auseinanderhalten. Sonst würde nicht im hinteren Kursraum ein Schild
mit der Beschriftung hängen: »Unser Ziel: bis zum 13. März
77, Ron's Geburtstag, 50 Class IV Auditors«. Soviel ich weiß,
gibt es in Stuttgart gerade einen Class IV Auditor, während einige
auf der Akademie zum Class IV Auditor sind, bei weitem jedoch keine 50,
und die sind bis zum 13. März aller Wahrscheinlichkeit noch nicht
fertig. Man müßte wohl Ron's Geburtstag ziemlich lange
verschieben.
Überhaupt dürfte es bei den Mitarbeitern
mit dem ARK-Dreieck (Affinität, Realität, Kommunikation ARK)
nicht ganz stimmen, jedenfalls was die Affinität fehlt, geht wohl
bereits daraus hervor, daß das ganze System auf Lügen, Zwang
und Terror aufgebaut ist.
Dies möchte ich noch an ein paar weiteren Beispielen verdeutlichen:
Freitag (Datum) 1976: Komme 20 Minuten zu spät, stelle mich betrunken (hatte mich geärgert, weil ich ein paar saftige Arbeiten bekam) werde hinauskommandiert. Kursleiterin sagt, es gebe eine Strafe von 1/2 Stunde MEST-Arbeit (MEST Materie-Energie-Raum-Zeit). Muß 1/2 Stunde lang Tische abputzen.
Dienstag (Datum) 1976: Bin Kurs-out, muß im zweiten Stock gehen und werde ans E-Meter gesetzt, darf keine Antworten verweigern. Hier werden unter anderem folgende Fragen gestellt:
Beabsichtigen Sie oder haben Sie beabsichtigt, geheime Daten den Kommunisten bekanntzugeben?
der Regierung dto. einer Partei dto. dem Militär dto. der Polizei dto. einem Journalisten dto. der Presse dto. einem Anwalt dto.
einem Angehörigen der geistigen Gesundheit (Arzt oder Psychologen) bekanntzugeben?
Haben Sie eine kriminelle Vergangenheit?
Sind Sie mit Personen in Verbindung, die Dianetics und Scientology ablehnend gegenüberstehen?
Haben Sie vor oder hatten Sie vor, wegen Dianetics oder Scientology vor Gericht zu gehen?
Sind Sie in Dianetic, um eine Schwäche zu finden? Sind Sie in Dianetic, nur um die Wirksamkeit zu überprüfen? Manche Fragen werden öfters wiederholt (ca. 6-8 mal).
Donnerstag (6 Tage später) 1976
Darf wieder am Kurs teilnehmen, wenn ich mich anständig verhalte. Wenn es nochmals vorkommt, wird es über München gehandhabt.
Sonntag (3 Tage später)
Muß Aufsatz schreiben, wie verhalte ich mich auf Kurs?
Donnerstag (4 Tage später)
Kursleiterin fragt einen Kursteilnehmer,
warum er lachen würde. Kursteilnehmer sagt, wir hätten uns (er
und ich) über etwas unterhalten. Muß mit ihr
Kursleiterin sagt: »Wenn das noch einmal vorkommt, fliegst Du hinaus«
Samstag (ca. 3 Wochen später)
Kursleiterin: Du machst eine Stunde »MEST-Arbeit« (Strafarbeit). Begründung:
War 14 Tage unentschuldigt nicht auf Kurs. Allerdings hatte ich mich auch nicht eingetragen, weil zu dieser Zeit gar kein Eintragungsblatt an der Wand hing.
Sonntag (nächster Tag)
Leiste die »MEST-Arbeit« morgens um 10 ab. Muß das Klo putzen einen Raum sauber machen und den Knettisch saubermachen. Tatsächliche Zeit 1,25 Stunden.
Freitag (drei Wochen später)
Kursleiterin fragt mich, warum ich eine
Woche nicht gekommen bin. Sage ihr die Gründe (Arbeit, Feiern, wenig
Checkouts). In gewohnter Weise schiebt sie mir die Schuld zu, ich würde
dafür die Verantwortung tragen. Sage ihr, daß ich das Training
TR 0 für mich alleine machen würde. Sie weist darauf hin, daß
das Squirreling sei (Squirreling Abweichen zu seltsamen Praktiken. Bekomme
ein Pink-Sheet (Strafarbeit).
Man darf also nicht einmal in seiner Freizeit (Unterstr. d. Verf.) machen, was man will, ohne dafür nicht bestraft zu werden!
Ich erinnere mich an eine Kursteilnehmerin, eine überzeugte Scientologin, damals auf dem Dianetics-Kurs, heute in München weiterstudierend, der es einmal furchtbar schlecht war. Nachdem ihr die Kursleiterin verbot, deshalb heimzugehen, ging sie ohne Erlaubnis nach Hause. Sie wurde dafür mit Pinksheets bestraft. Heute kann sie es wahrscheinlich besser »konfrontieren« als damals. Da wird auch der Satz vom HQS-Material verständlich: Wenn wir jemanden zum Auditor ausbilden, dann wollen wir ihn lieber tot als unfähig haben. Einmal war ich in der Pause mit zwei befreundeten Kursstudenten in der Wirtschaft. Die Kursleiterin befahl mir, mit ihr hinauszugehen. Sie fragte mich, ob jemand von uns Alkohol getrunken habe. Hier mußte ich sie mit einer verneinenden Antwort anschwindeln. Sie glaubte mir. Solche Verhöre, ob mit oder ohne E-Meter, finden in der Regel ohne Zeugen statt und sind deshalb schwer zu beweisen. Mit Sicherheit ersparte ich dem einen Kursteilnehmer damit den Gang zum »Ethik-Officer« oder irgend eine schwere Strafe.
Was die Fortschritte oder Gewinne auf
den einzelnen Kursen betrifft, so kann das unendlich langsam gehen. In
der Regel ist man bemüht, die Leute auf den 1. Kurs, also dem Kommunikationskurs
(450.- DM) schnell voranzubringen, was auf den
Man bezahlt hier also eine Menge Geld, bekommt wegen den geringsten Anlässen dicke Strafen, die Kursleiterin hat wegen der Schlamperei der Organisation keine Zeit und dann ist man noch selber schuld, wenn man keine Fortschritte macht (scientologische Gedankenakrobatik!!)
Was es für absurde Anordnungen gibt, bekam ich in der »Kirche« in München Anfang 1977 zu spüren. Ich hatte »Life-Repair« für 2 Intensive, also 25 Stunden bestellt. Die Mitarbeiterin fragte mich, ob ich noch zwei weitere Intensive bezahlen könne. Ich machte sie darauf aufmerksam, daß sie mir Wochen vorher selbst gesagt hätte, daß ich auf keinen Fall 4 Intensive brauche. So mußte ich nochmals die 200 Fragen des Persönlichkeitstest, also wie vor dem Eintritt in den Komm-kurs, ausfüllen. Dann kamen die Interviews. Hier wurde ich unter anderem gefragt, ob ich schon irgendwelche Therapien mitgemacht hätte. Ich sagte, bestimmte Suggestionstherapien, worauf die Mitarbeiterin stutzig wurde und nachhakte. Sie fragte, wer der Autor dieser Therapien sei. Ich nannte den Namen: Tony Gaschler. Hierauf wurde mir gesagt, ich könne, ohne vorher einen Antrag auf Zulassung zum Auditing gestellt zu haben, nicht auditiert werden, da Tony Gaschler ein »Unterdrücker« sei. Auf nähere Fragen hin erklärte die Mitarbeiterin, Tony Gaschler sei ein staff member Blowing, also ein abgehauener Mitarbeiter, der scientologische Daten verdrehte, um andere zu unterdrücken. Ich forderte die Policy Letters, die es angeblich nur auf englisch gibt. Mit Hilfe eines Wörterbuchs übersetzte ich den Text. Hier steht unter anderem, daß jemand, der mit einer »unterdrückerischen Gruppe« Kontakt hatte, nicht am clearing-Kurs, also die Stufe, wo man Clear wird, teilnehmen könne. Der Grund sei darin zu sehen, es »unterdrückerischen Gruppen« schwer zu machen, durch Gewöhnung Daten zu holen. Die Gefahr bestehe immer noch, daß man sich an solche Gruppen erinnere.
Wenn ein CLEAR ein so rationales Wesen
wäre, wie er in »Dianetics - die moderne Wissenschaft der geistigen
Gesundheit« beschrieben ist, so dürfte die Gefahr meiner Ansicht
nach gar nicht bestehen, oder irgend etwas stimmt in Scientology nicht.
Ich beantragte Zulassung zum Auditing. Man vertröstete mich
Ich durfte wieder abreisen, die Fahrkarte hat mich 58.- DM gekostet, mit dem Bescheid, ich würde nach ein paar Tagen Nachricht bekommen, was freilich ausblieb. Bisher rief ich schon dreimal an, jedesmal mit der Vertröstung auf eine neue Uhrzeit oder einen neuen Tag. Im Moment ist noch nicht abzusehen, ob überhaupt und wann mein Auditing stattfinden wird. Ansonsten ist mir bekannt, daß Kursteilnehmer, welche unentschuldigt fehlen, öfters Anrufe bekommen oder, wie es neulich einem Studenten erging, der mit dem Kommkurs noch nicht ganz fertig war, sich aber für das 3.000. - DM Trainingspaket nicht entschließen konnte, laufend bearbeitet wurde, bis er schwach wurde. Dies läßt sich sicherlich pauschal sagen, daß die Mitarbeiter gegenüber Studenten gerade wenns ums Geld geht, einen wahren Psychoterror loslassen, den sie meistens auch gewinnen - dank ihrer Überlegenheit. Die Scientologen sind unermüdlich, sie teilen auf der Königstraße in der Nähe des Hauptbahnhofes immer noch Persönlichkeitstests aus.
Zum Schluß möchte ich noch sagen, daß es zwar recht gut ist, wenn fortlaufend Prozesse gegen Scientology gewonnen werden, daß das aber recht wenig nützt, so lange Scientology noch besteht. Hier wäre zu überlegen, ob nicht ein generelles Verbot gegen Dianetics und Scientology das einzig richtige wäre. Wie Sie selbst aus meinem Brief ersehen, geht das, was hier passiert, weit über Betrug hinaus. Dies verletzt auch die Menschenrechte. Da wäre ein Hinwirken auf ein Verbot der »Kirche« dringend wünschenswert, bevor es zu spät ist. Sonst könnte es eines Tages wirklich ein »Auditing mit Erschießen« geben. Ich jedenfalls werde, ob mit oder ohne »Life Repair«, diese faschistische Organisation in den nächsten Wochen verlassen.
Hochachtungsvoll«
Anfang 1977 forderte der Verfasser dieses
Briefes einen Teil des von ihm bezahlten Geldes zurück. Im August
1977 erhielt er mit einem Scheck das folgende Schreiben, datiert vom Februar
77
An die, die es betrifft vom HCO München
Betreff: Ausschlußschreiben
(Name), Mitglied aus (Adresse) ist nicht langer in Übereinstimmung mit den festgesetzten Zielen von Scientology oder bereit, sie zu unterstützen. Dies ist durch die Forderung nach Rückzahlung einer Spende, die er der Kirche vermacht hat, bewiesen. Er ist jetzt ordnungsgemäß von der Scientology Kirche ausgestoßen.
Finde heraus, wer du wirklich bist!
Walter Sak H.A.S.
für Das Direktorium der Scientology
Kirche Deutschland
Die Scientologen bezeichnen die Honorare für die Kurse fälschlicherweise als Spenden. Üblicherweise erwartet man für eine Spende keine Gegenleistung. Auf der Quittung ist beispielsweise vermerkt: »Mitgliedsbeitrag für geistiges Training (BSM + HQS + HSDC) 3.000.- DM.« Der Begriff Mitgliedsbeitrag ist in diesem Zusammenhang allerdings genauso irreführend.
Abschließend schreibt der nunmehr
Exkommunizierte an die ABI:
wie Sie aus dem beigefügten Scientologieschreiben ersehen, bekam ich nun doch das Geld zurück, durch einen Verrechnungsscheck. Abgezogen wurden mir 150.- DM. Damit dürfte der Fall für mich erledigt sein.
Wenn es Ihnen gelingt, die Daten derart unkenntlich zu machen, daß ein Rückschluß auf meine Person nicht möglich ist, können Sie selbstverständlich den Bericht oder auch Teile davon veröffentlichen, wenn mein Name nicht genannt wird (das gilt auch für diese Seite).
Übrigens mußte ich damals in München wegen meines Austrittes an zwei Nachmittagen von Auditor zu Auditor, von E-Meter zu E-Meter gehen. Keiner dieser Auditoren bemerkte, daß ich des öfteren ziemlich deutlich mit den Händen in die Dosen drückte. (Anm. der ABI: dadurch wird ein Zeigerausschlag und damit nach Meinung der Scientologen eine geistige Regung quasi vorgetäuscht). Ich sagte dies einem befreundeten Scientologen, der dies bei nächster Gelegenheit in Stuttgart bei der Kursleiterin ausprobierte, die natürlich auch nichts bemerkte. Er hatte den Mut, sie darauf hinzuweisen, worauf sie kurz zu zittern begann
In München wurde ich noch als Unterdrücker bezeichnet (Begründung: Jeder, der austritt, ist ein Unterdrücker). Für den Fall des Wiedereintritts in Scientology hätte ich mit einer »Wiedergutmachungsarbeit« zu rechnen, die zwischen 50 und 500 Stunden beträgt, natürlich unentgeltlich.
Mit freundlichen Grüßen«
MISSION DER SCIENTOLOGY KIRCHE
Ethik-Anordnung vom (Tag, Monat) 1976
An alle, die es betrifft
vom Hubbard Kommunikationsbüro, Mission Franken
(Name), Student und Mitglied der Scientology Mission Franken, ist am (Tag, Monat) 1976 von der Mission weggegangen und hat seitdem nicht mit der geistigen Ausbildung weitergemacht. Es wurde mehrmals versucht, ihn zu veranlassen, daß er zu der Mission kommt, um die Angelegenheit aufzuklären. Das hat er aber jedesmal abgelehnt zu tun. Er hat am (Tag, Monat) 1976 mitgeteilt, daß er sich von der Mission trennen will.
Laut HCO Policy Letter 19. April 1965, »Ethics, Training an Processing Regulations« ist es eine unterdrückerische Handlung, ohne Zustimmung vom Kurs abzuhauen. Seine Kondition ist FEINDSCHAFT.
Bevor er mit seiner Ausbildung weitermachen darf, muß er die Angelegenheit mit dem Ethikoffizier der Mission Franken in Ordnung bringen, und die nötigen Wiedergutmachungsschritte durchführen. Der erste Schritt ist:
Finden Sie heraus, wer sie WIRKLICH sind.
Bruce Hines
Hubbard Kommunikationsbüro
Bereich Sekretär
Sientology Mission Franken
Der »Zustand« der Feindschaft ist die vorletzte Stufe der »gleitenden Skala von Erfolg und Mißerfolg« (So: Evans, Kulte des Irrationalen, Rowohlt, S.114). Bereits minder schlimme Zustände werden hart bestraft. Für Feindschaft ist vorgesehen:
Man darf ihm Eigentum abnehmen, ihn in jeder Weise verletzen, ohne daß man von einem Scientologen bestraft wird. »Man darf ihm Streiche spielen, ihn verklagen, ihn belügen oder ihn vernichten« (zitiert nach: Kaufman: Übermenschen unter uns. Andere Quellen vorhanden).
Die Scientologen behaupten heute, dies
alles habe lediglich symbolischen Charakter. Der Berichterstatter jedenfalls
hat die Toilette nicht bloß symbolisch geputzt. Die Scientologen
selbst scheinen einen gewissen Wert darauf zu legen, daß an die Anwendung
dieser Strafen geglaubt wird, vermutlich um Ex-Scientologen den Mund zu
stopfen. Noch am 11.7.77 stand in den »Stuttgarter Nachrichten«:
FBI-Razzia bei der »Church of Scientology - Denunziant fürchtet
Ermordung -
Bericht IV
Betr.: Scientology-Sekte - dazu ABI-Info's
53, 54, 59
Nachdem ich in früheren Jahren sehr
unter Schüchternheit, Hemmungen und Kontaktschwierigkeiten litt, interessierte
ich mich bereits im Jahre 1974 für einen Kurs bei Dianetics. Zu dieser
Zeit wohnte ich jedoch noch in Tübingen und belegte aus verkehrstechnischen
Gründen zu dieser Zeit noch keinen Kurs. Damals wurde ich durch ein
Zeitungsinserat auf Dianetics aufmerksam.
Im Dezember 1974 zog ich nach (Wohnort)
um. Jedoch erst im Jahre 1976, und zwar Anfang September, kam ich wieder
auf Dianetics zurück. Auf der Königstr. erhielt ich 2 mal einen
Persönlichkeitstest, jedoch erst einen dritten, den ich später
in meinem Briefkasten fand, füllte ich aus und sandte ihn ab. Im September
1976 fand dann die Besprechung des Tests bei Herrn Böhm in der Königstr.
lOa in der Zeit von 16.45 - 18.00 Uhr statt. Anhand der Fähigkeitskurse
zeigte er mir dann auf, was alles verbessert werden müßte. Eigenartigerweise
trafen die Punkte sogar zu. Ich brachte bei ihm dann meine Probleme vor
(Konzentrationsschwierigkeiten, Schwierigkeiten in der Unterhaltung in
einer Gruppe, Mangel an Durchsetzungsvermögen) und er sagte mir, daß
ich mich diesbezüglich durch diesen Kurs wesentlich verbessern könnte.
Außerdem stand für mich eine Dienstreise nach (Reiseziel) am
(Reisedatum) auf dem Programm, wo ich den Besuchern mit einem elektronischen
Blutdruckmeßgerät den Blutdruck zu messen hatte. Dies war dann
eigentlich der Hauptgrund, daß ich am selben Tag noch den Vertrag
abgeschlossen habe, und zwar in Höhe von DM 450.- DM für den
Kurs für elementare Kommunikation und elementare Kontrolle. - Am (Monat)
76 habe ich dann den Kurs begonnen, und zwar jeweils Dienstag bis Freitag
von 19 - 22 Uhr und samstags von 14 - 21 Uhr. Nachdem das Studiermaterial
nicht im Kurspreis inbegriffen war, kaufte ich mir dieses am (Tag, Monat)
76 zum Preis von DM 20.-, und hoffte, dadurch schneller vorwärts zu
kommen. - Nun ja, dann fuhr ich nach (Reiseziel) und tatsächlich,
ich war die Ruhe selbst. Ich hatte kein bißchen Herzklopfen oder
sonst irgendwelche Störungen zu verzeichnen; es machte mir überhaupt
nichts aus, daß eine Menschenmenge (z.T. bis zu 20 Personen) um mich
Was mir jedoch beim Dianetics-College nicht
gefiel, war, daß dieses Frl. Graf, Renate - die Kursteilnehmer.x-mal
zu sich reinholte und versuchte, den Leuten - so auch mir - unbedingt den
nächsten Kurs oder Auditing zu verkaufen. Ich habe ihr dann jedesmal
gesagt, daß ich erst mal diesen Kurs abschließen wolle. Außerdem
hätte ich nicht die Zeit und auch nicht das Geld momentan, um weiterzumachen.
Sie konnte oder wollte nicht verstehen, daß man außer Arbeiten
auch noch andere Hobbys - wie z.B. Schwimmen, Gymnastik etc. - haben kann.
Sie war der Ansicht, daß man durch die weiterführenden Kurse
(Studierkurs) sehr viel mehr vom Leben hätte, als wenn man andere
Hobbys ausübt. Da würde man eben den Geist trainieren und das
wäre sehr viel wichtiger. Und wenn man körperliche Beschwerden
hätte, so würde es dafür in der Scientology auch spezielle
Übungen (z.B. Berührungshilfe) geben. Das Wichtigste wäre,
daß man durch Besuch der Kurse und Auditing anderen Menschen helfen
könne. Und was die Bezahlung angeht, so mußte ich immer wieder
hören, daß die Gebühr ab nächsten Monat wieder 5%
mehr beträgt und ich solle versuche, das Geld irgendwie zu beschaffen.
Ich würde doch arbeiten und verdienen und ich hätte doch auch
ein Konto, das ich mal überziehen könnte, oder ich könnte
einen Kredit aufnehmen oder mir das Geld von Freunden leihen. Auch
führte sie immer an, daß ich den Kurs ja nicht gleich beginnen
müsse, sie würde mich ja nur darauf aufmerksam machen, daß
ich jetzt noch diese 5% weniger bezahlen müsse. (Diese monatliche
5%ige Erhöhung ist natürlich ein ausgezeichnetes Mittel, um Leute
unter Druck zu setzen!).
Am (Tag, Monat) 76 schloß ich dann den Kurs ab. Kaum hatte ich die letzte Übung hinter mir, mußte ich auch schon den »Erfolgsbericht« schreiben. Als ich damit fertig war, mußte ich ans E-Meter zum Examiner. (Fr. Reindl). Es klappte jedoch nicht. Es wurde mir gesagt, daß die Nadel nicht schwebt. Nun mußte dieser Vorgang am Samstag, den 27.11.76 nochmals wiederholt werden. Dann war alles in Ordnung. Es wurden mir verschiedene Fragen gestellt (leider kann ich mich an den Inhalt nicht mehr erinnern!). Anschließend mußte ich den zweiten Persönlichkeitstest ausfüllen. Für die Auswertung bekam ich für Montag, (Tag, Monat) 76 um 16.30 Uhr bei Frl. Renate Graf einen Termin.
Es war nochmals solch eine Fähigkeitskurve
erstellt worden und kam dann mit der ersten zum Vergleich. Außerdem
bekam ich für die Fall-Analyse, die nur in München gemacht werden
kann, einen Termin für Sonntag, den (Tag, Monat) 76.
Zusammenfassung zu Scientology, München:
Der geforderte Beitrag für dieses
Life repair ist entschieden zu hoch. 70 - 80% der Zeit mindestens wurde
für Wörterklären verwendet. Wenn deutsche Wörter
gebraucht würden, wäre es sehr viel vernünftiger. Jedoch
sind dies Scientologen-Ausdrücke und Abkürzungen, die in keinem
normalen Wörterbuch zu finden sind. Kann man das entsprechende Wort
nicht genau deuten, bzw. gefällt es dem Auditor nicht, wie man sich
ausdrückt, so muß man das Wort oder den Begriff mit Demo-Material
(Bleistift, Tubenverschlüsse, Radiergummi etc.) darstellen. Erst wenn
der Auditor dann mit dem Gezeigten zufrieden ist, wird zum nächsten
Wort übergewechselt.
Dieser Vorgang wurde x-mal wiederholt,
und jedesmal kamen neue Wörter hinzu.
Die Auditing-Listen bestehen hauptsächlich
aus diesen Scientology-Wörtern. Der Auditor liest diese Liste und
fischt ein Wort heraus, bei welchem angeblich die Nadel ausgeschlagen hat.
(Beispiel: Listingfehler, PTS-Item, einen Tonarm reparieren, der nicht
hoch ist, einen Tonarm reparieren, der nicht niedrig ist, übergelistet).
Nun muß man diesen Begriff demonstrieren, bzw. erklären. Dies
wird so
Nachdem das Auditing auch mit Wartezeiten
verbunden ist, wurde ich darauf hingewiesen, daß ich mich für
diese Zeit für einen kleinen Kurs einschreiben solle, dann könnte
ich die Wartezeit besser ausnützen und müßte nicht nur
herumsitzen. Als ich dann sagte - ich glaube, die Mechthild oder der Peter
hatte mich daraufhin angesprochen - daß ich dafür nicht auch
noch Geld hätte, wurde mir gesagt, daß dies aber auch gut für
das Auditing wäre, ich würde dadurch schneller und besser durchkommen.
Ich hatte jedoch den Eindruck, daß es nur darum ging, wieder einen
Kurs zu verkaufen. - Einmal wurde ich von einem Mitarbeiter angesprochen,
der mit einer Plastiktüte durch's ganze Haus marschierte, ob ich
Vitamine brauche. Ich verneinte dies. Andere Kursteilnehmer, bzw. Scientologen,
die sich auch in diesem Pc-Warteraum befanden, kauften z.T. für über
100. DM. Es kommen sämtliche Vitamine in Form von Pillen und Flüssigkeiten
zum Verkauf. Eine Dame, die neben mir saß, meinte, das müßte
ich auch nehmen, da würde man viel besser durch's Auditing kommen,
man würde nicht so müde werden und außerdem könnte
man sich viel besser konzentrieren und man würde sich irgendwie richtig
glücklich fühlen. - Alle, die ich kennengelernt habe, die diese
Vitamine schlucken, kamen mir irgendwie eigenartig vor, und zwar so, als
ob sie gar nicht in der Wirklichkeit leben würden. Und man konnte
sich mit Ihnen wirklich nur über Scientology unterhalten, alles andere
schien für diese Leute gar nicht zu existieren. Mir kam es z.T. so
vor, als ob manche von ihnen unter einem hypnotischen Zwang stehen würden.
Nun noch einmal zu meinem persönlichen Fall: Ich bekam mit der Zeit den Eindruck, daß es nur darum geht, den Interessenten so viel Kurse und Auditing zu verkaufen wie nur irgend möglich. Und ich finde die Geschäftspraktiken, daß man geradezu aufgefordert, besser gesagt, animiert wird, Schulden zu machen, sehr unseriös und gefährlich. Ich kann mir vorstellen, daß, wenn jemand seelisch labil ist, dieser sich das Geld auf die unmöglichste Art und Weise beschafft, nur um bezahlen und weitermachen zu können.
Für das Life repair, aus welchem ich überhaupt keinen Nutzen ziehen konnte und das mir in keiner Weise einen bleibenden »Gewinn« brachte, (nur den weiter oben angeführten, und zwar am 18.2.77, daß ich im Laufe eines Prozesses plötzlich besser sehen konnte; dieser Zustand war jedoch von sehr kurzer Dauer. Außerdem dürfte dies darauf zurückzuführen sein, daß ich mich in diesem Augenblick in einem sehr entspannten Zustand befand), habe ich folgende Ausgaben gehabt:
Beitrag für Life repair DM 3.184.40
Buch »Selbstanalyse« DM 23.00
Heft »Die Axiome der Scientology« DM 6.00
Fahrtkosten u. ÜF DM 290.00
Gesamtkosten DM 3.503.40
Nun, mehr kann ich leider meinem Erinnerungsvermögen nicht mehr entlocken. Womöglich ist eine Auditing-Übung eingebaut, um diese Dinge alle so schnell wie möglich wieder zu vergessen!?! Oder aber, weil die Fragen so unsinnig sind, daß man sie wohl wahrnimmt, aber dann gleich wieder vergißt. - Ende!
(Unterschrift)
1984 111
A history of man 17
Abhöranlage 20
Abhöreinrichtungen 21
AGV Arbeitsgemeinschaft der Verbraucher
e.V. 100
Aktion Falschinformation 93
ALV 46
ALV Arbeitskreis für liberale Bildungsinformation
der Verbraucher e.V. in Darmstadt. 101
Amtsgericht München 9 C 836/77 81
Andreu 10
Anerkennung 88
Angst 116
Angst vor dem E-Meter 15
ansprechen 84
Ansprechen von Straßenpassanten
69
Anteils-Zahlplan 12
ARK-Dreieck 117
ARK-Persönlichkeitstest 67
Atom 19
Auditing 112
Auditing-Listen 126
Auditor 121
Augen - in die Augen starren 69
ausgestoßen 120
Ausschlußschreiben 120
Australien 3
Axiom 64
Axiome 126
beglaubigte Erklärung 80
Beiträge - Definition 73
Berliner Senat 89
Berrang 47, 75
Berufsbezeichnung 92
Berührungshilfe 124
Bestechung 24
Betriebsausgaben 71
Betrug 10, 120
Beweismittel 40
Bianca 75
Bilderbuch 126
Bismarck 107
BKA 42
Blöbaum 95
Blum 75
Böhm 115, 123, 126
Brendel 98
Briefgeheimnis 49
Brille 75
Brillen 65
Buchclubs 4
Bücherverkauf 107
Budlong 23
Buhl 50
Buhl-Berrang 104
Bundesgerichtshof BGH NJW 78, 599. 68
Bundeskriminalamt 40, 94
Bundesregierung 88
Bundestag 88
Bundestags-Drucksache 8/2790 88
Case-Supervisor 115
CFAP 7
Christen 102
clear 111
Clears, Zahlen 74, 84
Clearwater 10
College für angewandte Philosophie
28
Conradi 94
Copyright 11
Copyright-Religion 9
Das Landgericht Hamburg 74 0 629/74 41
Datenschutz 87
Demokratie 38, 116
Demo-Material 126
Demonstration 4, 6
Denning 28
Desinformation 11, 29, 37, 48, 50
destruktive Kulte 26
Deutsche Liga für Menschenrechte
99, 104
Diebstahl 21
Dienstleistungs-Tarnorganisation 89
Dietzenbach 45
Diktator 110
DNS 18
Doktortitel 7
Doktor-Titel 7
Doneit 102
Dosen 55, 127
Drogenentzug 89
Drogenrundown 76
Drogen-Rundown 114
Drogen-Tote 90
East Grinstead 9
Ehe-Intensiv 86
Eheleben 86
Einkommenssteuer 116
Einkommensteuer 38, 51
Einschreiben mit Rückschein 82
Einstein 63
Elektropsychometer 18
Elektroschock 125
E-Meter 15, 52, 55, 106, 107, 115, 117,
121, 127
E-Meter lebensgefährlich 53
E-Meter statt Radar 8
E-Meter, Preise, Wucher 72
Endlösungskonferenz 23, 44
England 5, 10, 27
Engramm 50, 52
Engramme 14, 27
Entschädigungssystem 12
Entzugserscheinungen, ohne 76
Erbschaft 71
Erfolgsberichte 111, 112
Erfolgsquote 90
Ermittlungsverfahren 44
ESOTERA 112
Ethic-Officer 106
Ethik 113
Ethik Order 120
Ethik-Anordnung 122
Ethik-Officer 118
Ethikoffizier 122
Ethikzettel 106
Evangelische Akademie 22
Evans 122
Evolution 18
Fallanalyse 114
Fallüberwacher 115
FBI 5, 20
FBI Razzia 43
FBI-Razzia 122
FBI-Razzia 8.7.1977 20
FDP 50
FEINDSCHAFT 122
Fiedler 28
Field, Derek 14
Folder 87
Forderung nach Rückzahlung 120
Foster-Report 27
Freiheit - Zeitschrift 96, 97, 98
Freud 84
Freud, Sigmund 9
frühere Leben 87, 107, 116
Frühwarnsystem 21
FSM 66, 106
Galvanometer 15
Gaschler 119
Gebet 28
Geburtstag 55
Gefahr für die Demokratie 37
Gegendarstellung 39
Geheimdienstdroge LSD 83
Geistliche 4
Geistliche haben Privilegien 26
Geistlichen-Privileg 23
Geld 107
Geld-Prozessing-Intensiv 86
gemeinnützig 73
Gemeinnützigkeit 10, 12
Gemeinnützigkeit aberkannt 73
Gericht 117
Geschäftsunternehmen 10
Geschichte der Menschheit 18, 60
Gesellschaft zur Förderung religiöser
Toleranz und zwischenmenschlicher Beziehungen e.V 50
Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
70
Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
(UWG) 3
Gewinne transferiert 27
Girschkowski 75
Graf, Renate 124
Gray 16
Grundrecht der Religionsfreiheit 3
Guardian Office 101, 103
Guardian-Office 20, 29
Haack 26
Haftbefehl 11
Handauflegen 68
Haugg 99
Hausdurchsuchung 20
Have you lived before this life? 14
Heilkunde 68
Heilpraktiker 68
Heilpraktikergesetz 68
Heimarbeit 71
Heinemann 45
Heinrich Bauer-Verlag 13
Heinrich-Bauer-Verlag 39
Heiratsanzeige 71
Heldt 22
Herold 40, 41
Hidden Body Part 56
Hines, Bruce 122
Holocaust 43, 70
Holocaust bis 1984 44
homosexuell 110
Hubbard verurteilt 10
Hubbard, Mary Sue 20, 43
Hubbard, Sarah, geborene Northrup 96
Hubbards Biographie 7
Hubbards Familie 13
Hypnose 125
Immer 50
Indifferenz 51
Infiltration von Regierungsbehörden
21
Inflation 38, 51, 116
lnquisitor 45
Intensive 125
internationaler Konzern 23
Interpol 20
Interviews 119
Intimsphäre 49
Janov 62
Juden 44
Juden im Dritten Reich 43
Jugendorganisationen 26
Jugendreligionen 26
Kaufman 11, 122
Kember 23, 43
Kinderarbeit 115
Kirch 41
Kirche, Definition 25
Kleinanzeige 71
Kleinmann 1
kneifen 105
Kommission für Polizeireform 94
Kommission für Verstöße
der Psychiatrie gegen Menschenrechte 70, 96
Kommission für Verstöße
der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V. 92
Kommission zum Schutz des Bürgers
gegen Datenmißbrauch 48
Kommunikation 69
Kommunikationskurs 67, 69, 112, 119
Kommunisten 117
Kondition 122
konfrontieren 115, 118
Körper, neuer 116
Krankheit 113
Krankheit ... gehandhabt 83
Kredit 114, 124, 125
Kreditwürdigkeitsanfrage 41
Kriegsverletzungen 8
kriminelle Vereinigung 22
kriminelle Vergangenheit 49
Kunde 71
Kunden häufig Einsame und Kontaktschwache
69
Kündigungsschreiben 82
Kunstzentrum 111
Laarhuis 10
Landgericht München 9 0 7372/77 42
Landgericht Stuttgart 4
Landgericht Stuttgart 17 0 321/ 75 3
Langspielplatte 111
Lauschangriff 21
Lebensgefahr durch E-Meter 53
Lebensläufe Verstorbener 87
Lehrer 90
Lehrer- Intensiv 86
Lernen wie man lernt 91
Leserbriefe 69, 106
Life-Repair 114
Lizenzgebühr 11
Loch im Raum 19
Lockrigde, Ines 14
Lockvogel 119
Lügendetektor 15, 18
Mädchen ansprechen 69, 84
Maes 90
Mafia 76
Männecke 48
Mathison 18
Maulkorb-Prozesse 42
Meinungsfreiheit 38
Meisner 21
Menschenrechte 120
Mesmer 97
MEST-Arbeit 117
Milenkovic 104
Milliarde-Jahre-Vertrag 41
Millionen-Dollar-Zitat 9, 26
Mißbrauch von Grundrechten 51
Mitgliederzahl 37
Mitgliedschaft 101
Moon 5
Moyses 104
Müller 102
Münzloher 126
Musikverlag 111
nächste Leben 65
Nadel 124, 126, 127
Nadel reagiert
Nadel reagiert nicht
Narconon 76, 89
NED 83
Nordenholz 30
Notar 80
notariell beglaubigen 113
Oberlandesgericht München 21U 3811/73
98
Oberlandesgericht Stuttgart 4 U 132/75
42
Oberlandesgericht Stuttgart 4 W 19/77
101
öffentlichen Auspeitschung und Kreuzigung
45
Operation Thetan 20
Ostertag 29, 75
OT 20, 82
OT-Phänomene 68
OT-PHÄNOMENE 83
Oxford Capacity Analyse 67
R.P. [Name bekannt, 1991 ausgetreten] 90
parlamentarischer Untersuchungsbericht
3
Parlamente greifen Religionen nicht an
27
Parteien 26
Patent 18
Patientenhilfe 100
Persönlichkeitstest 114, 119, 124
Pink Sheet 118
Pogromhetze 46
Politik 95
Politiker 95
Polizeischutz 47
Postanweisung gefälscht 23
Postgeheimnis 49
Postwurfsendung 71
PR 69
Preise 66, 73
Preiserhöhung 314% 77
Preisinger 75
Presse 69
Pressefreiheit 38, 39, 40
Pressesprecher 75
Produkte ..69
Propaganda 32
Provision 66
Provisionen 13
Prozeßkosten 11
Prozeßkosten-Lotterie 43
Prozeßrecht 40
Pseudonyme 9
Psychiatrie 32, 96
Psychiatrieenquete 96
psychiatrischer Holocaust 70
Psychoanalyse 5
Psychokinese 68
Psychologie 33
Psychologische Institut der Universität
Tübingen 52
psychologischer Kaufzwang 78
Psychotherapie 15
Public Relations 69
Q und A 56
Radioaktivität 7
Raitz v. Frentz 75
Razzia 20, 122
Rechtsamt 47
Redefinieren 37
redefinieren von Worten 31
Reform-Gruppen 94
Rehabilitation 86
Reindl 124
Religion, alles 26
Religionsfreiheit 45
Reue 121
Riess 74
Ritualmorde 38
Ron's Geburtstag 116
Ron's Journal 30 74
RON'S JOURNAL 30 83
Rothfuß 101
Rückzahlungsantragsformular 81
Saint Hill 27, 91
Sak, Walter 121
Sammelbegriff 26
Schadenersatz 42
Schimann 104
Schlafentzug 116
Schlaflosigkeit 65
Schmieder 74
Schmitt 47
Schnupfen 75
Schuldgefühl 111
Schweigepflicht 87
Schwerer 101
Schwindelfirmen 41
Schwitzprogramm 83
Science-Fiktion 17
Scientologie 30
Scientology-Kritiker, Umgang mit 35
Sea-Org 10
SEF 43
Selbstanalyse 126
Selbstmord 115
Selbstmordgedanken 125
Sequoia 7
sichere Umgebung - Fonds 43
Sicherheitsdienst 101
Sondernutzung 70
Spende 120
Spende an die Mutterkirche 10
Spenden 68, 73
SPIEGEL 39
Spitzel 107
Squirreling 118
Staff 119
staff member 119
Staff-Member 115
Stettler 75
Steuerfragen 11
steuerfrei 73
Stipendium 105
Stock-Thies 92
Stoffel 70
Strafanzeige 44
Strafarbeit 118
Strafbefehl 23
Strafe 117
Strafen 119
Straßenwerbung 4, 69
Streitwert 42
Streitwert-Beschwerde 42
Student 30
Studentenausweis gefälscht 102
Stutz 103
Stutzer 100
Tarnorganisationen 88
Telepathie 68
Telephon angezapft 23
therapeutische Technik 64
Thetan 14, 19, 52, 64, 116
Thetan unsterblich 65
Thetan, allwissend, unsterblich 27
Thetan, durch Wände gehen 65
Thomas, Sharon 21
Thomson 9
Tjarks 75
Toleranz 51
Tombola 43
tot 118
TR 0 118
TR 0 bis 2 56
TR-1 56
Überlebenspotential 64
Übermensch 20
übernatürliche Kräfte 68
Überweisungen gefälscht 24
Umsätze 10
Unbegrenzte finanzielle Quellen 98
unendliches Überleben 64
unfähig 118
Unfälle 75
unsterblich 65
Unterdrücker 119, 121
unterdrückerische Person 109, 113
Unterlassungserklärung 4
Unternehmensberater 48
Unterwanderung 20, 37
Urknall 17, 60
Urkundenbeweis 40
Urschrei 62
US- Bundesfinanzgerichtshof Nr.226-61
12
USA 12
UWG 3
Valantin 10
verbieten 116
Verbot 120
Verbraucherorganisationen 3
Verbraucherschutz 3
Verbrechen 49
Vereinsverbot 52
Verhör 127
Verhöre 118
Verkäufertraining 69
Versager 112
Verschwörung 22
VHS 48
Vitamine 127, 128
Vogel, Peter 126
volksgerichtartige Inquisitionsveranstaltung
45
Vorauszahlungen 79
Weeper 19
Wehrdienst 23, 28
Weiland 29, 49, 74, 75
Werbung 3, 69
Wheatstone Brücke 15
Wiedergutmachungsarbeit 121
Wiedergutmachungsschritte 122
Winn 28
Wissenschaft 15
wissenschaftlich 63
Wolfe 21
WORLD WIDE 50
Wörterbuch 126
Wörterklären 126
Wortklären 30, 31, 37, 61
Wucherpreise 72
Wunderheiler 68
Wyss 125
Zbinden 103
Zeitspur 14, 18, 55
Zeitungsreporter 107
Zeugen Jehovas 39
Ziel 90
Zukunftsmärchen 17