Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 28.12.2012
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Der Scientology-Geheimdienst  
durchsucht Mülltonnen 
Ein früherer Mitarbeiter berichtet im ZDF
 
 
 
 
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"Wir benützen die herkömmlichen Spionagetechniken" 
(Scientology-Gründer L. Ron Hubbard HCO PL 17.2.66
 
 

Am 17.3.1999 berichtete das ZDF in "Kennzeichen D" unter dem Titel "Der Schattenmann" über Mülltonnen-Schnüffelei bei Ingo Heinemann.
 

Der "Schattenmann" ist Norman Suchanek.
Er hatte zunächst gebeten, dass sein Name in dem TV-Film und in dieser Website nicht genannt wird.
Der Name war aber allen Beteiligten bekannt.
Inzwischen hat Norman Suchanek seine Meinung geändert.

Scientology hat die Mülltonnen-Schnüffellei stets bestritten. So wurde die Scientology-Sprecherin Sabine Weber von dem Buchautor Thomas Kruchem ("Staatsfeind Scientology?", 1999, Seite 184) darauf hingeweisen, dass der Baden-Württembergische Verfassungsschutz berichtet habe, der Scientology-Geheimdienst wühle in Mülltonnen von Scientology-Kritikern, um belastendes Material zu finden. Weber antwortete:
"Das finde ich köstlich. Der zuständige Herr vom Verfassungsschutz hat wahrscheinlich zuviel Jerry Cotton oder 007 geschaut."

Auch in diesem konkreten Fall hat Scientology dem ZDF gegenüber die Schnüffelei bestritten.
 
Sabine Weber, Scientology-Sprecherin, in dem TV-Film zur Bezeichnung der OSA als Geheimdienst: 
"Die Floskel Geheimdienst ist ja eigentlich eher eine Erfindung der weltanschaulichen Gegner von Scientology ...."
 

Der Begriff "Geheimdienst" ist keineswegs eine Floskel.
Er beschreibt vielmehr sehr genau viele Aktiviäten der Scientology-Organisation.
Dazu mehr unter Der Geheimdienst der Scientology-Organisation.
 
  

Was der "Schattenmann" nicht wissen konnte: 
Seine Aktion war schon viele Jahre vorher vorbereitet worden. 

1986 hat die Staatsanwaltschaft München einen Beschluss gefaßt, durch den Strafanzeigen der Scientology-Organisation gegen Kritiker zurückgewiesen wurden. 
So auch Strafanzeigen gegen Heinemann: 
Staatsanwaltschaft München http://www.Ingo-Heinemann.de/staatsanwalt86-1.htm 
Verfügung  115 Js 4298/84 vom 24.04.1986. 

Beigefügt hatte die Staatsanwaltschaft Anlagen, darunter: 
Anlage 17 - http://www.ingo-heinemann.de/anlage17.htm:   Stellenbeschreibung für Scientology-Detektive 
Anlage 18 - http://www.ingo-heinemann.de/anlage18.htm:  "Plan für Untersuchung in Deutschland" vom 5.12.83: Kritiker diskreditieren 

In der Anlage 17 werden Anweisungen für die Schnüffel-Praxis gegeben: 

"Eine Krankenschwester kommt an ganz bestimmte Daten heran".
Im Kapitel über "DBC - Dust Bin Collection" ("Abfallbehälter Sammlung") wird geschildert, wie man Mülltonnen durchschnüffelt: 
"g) Mülltonne durchschauen, Papierkram herausnehmen. 
h) auf Umwegen nach Hause 
i) an Deckadresse schicken, zwei Umschläge benutzen, der innere wie der äußere hat Adresse und Absender. Dies ist nötig, falls der äußere kaputt geht. 
j) als Deckadresse kann auch eine Postlageradresse benutzt werden. Es wurde in der Vergangenheit ein Postfach benutzt, dies hat sich aber als unvorteilhaft herausgestellt."
In der Anlage 18 geht es um die Adressaten derartiger Aktionen im konkreten Fall: 
"Heinemann ist auf jeden Fall eine Zielscheibe  und  falls  man ihn  behandelt,  werden  die anderen  leichter zu behandeln sein, entweder  parallel dazu, oder danach".
Es wird klipp und klar zugegeben, daß man bisher nichts gefunden hat: 
" ...wobei  dieser  Heinemann  die erste Zielscheibe ist, und daß wir Fakten und Straftaten  über  ihn  wollen, um ihn  vor  Gericht  zu bringen  und ihn wirklich zu diskreditieren ... 
daß wir viel  Hintergrund-Informationen haben,  aber   was   fehlt,  sind  die  tatsächlichen Straftaten".
10 Jahre später hatte man offenbar noch immer nichts gefunden. Inzwischen war Heinemann von Stuttgart nach Bonn umgezogen und dann in einen kleinen Ort südlich von Bonn.
  

 
 
 
Textauszug aus: 
ZDF 17.3.99 Kennzeichen D: 
"Der Schattenmann"
 

Sprecher:  " ... Rainer Fromm ist es jetzt erstmals gelungen, ein früheres Mitglied dieses Geheimdienstes [OSA] zu interviewen.
Dabei arbeitet die Organisation, was kaum bekannt ist, mit einem eigenen Geheimdienst, OSA, dem berüchtigten Office for Special Affairs".
 
 
Caberta, Hamburger Innenbehörde: 
"Das Office for Special Affairs ist praktisch der BND der Scientology-Organisation, also die Abwehrorganisation gegen die äußeren Feinede, die dafür zu sorgen hat, daß Scientology ungestört expandieren kann, die sich damit auseinandersetzen müssen, daß keine Angriffe kommen und daß die, die sich kritisch mit Scientology auseinandersetzen, ruhiggestellt werden." 
 
Sprecher: "Zum ersten Mal hat ein früherer deutscher Mitarbeiter dieses Geheimdienstes den Mut, vor eine Kamera zu treten. 1998 stieg er aus, nach 20 Jahren Scientology-Karriere.

"Schattenmann": "Die Scientology-Kirche hat Leute beschattet und verfolgt. Es wurden Nachbarn befragt, um negative Dinge herauszufinden. Es wurden Mülltonnen durchwühlt, um belastende Material aus dem Privatleben zu finden und es wurden künstlich Kritiker aufgebaut, die aber in Wirklichkeit von Scientology waren".

[Auf dem Bildschirm: ein Hubbard-Bild, danach ein Dokument, hervorgehoben: "Unterdrücker! . Rotten Sie sie aus"]

Sprecher: Der Gründer von Scientology. L. Ron Hubbard. Gegner nannte er Unterdrücker, die er fertigmachen wollte. In diesem Dokument heißt es: "Unterdrücker! . Rotten Sie sie aus".

"Schattenmann": "Eine der Aufgaben von OSA ist es, Ermittlungen gegen sogenannte Feinde durchzuführen um Dinge über diese herauszufinden, so daß man sie unter Druck setzen oder vernichten kann. Feinde der Scientology müssen natürlich mundtot gemacht werden und gemäß der Richtlinie wenn möglich vollständig finanziell ruiniert werden. Zu den Feinden gehören verschiedene Berufsgruppen, wie zum Beispiel Sektenbeauftragte der Kirchen, Sektenkritiker, oder auch bestimmte Politiker".
 

Sprecher: "Freiwilliger Lokaltermin. Der ehemalige Schnüffler trifft den Rechtsanwalt, der Sektenopfer betreut und dadurch zum Unterdrücker für Scientology wurde. Mit der Aktion Mülltonne wollte man seine Glaubwürdigkeit erschüttern".

[Im Bild: Der "Schattenmann" klingelt bei Ingo Heinemann, dann beide vor einer Mülltonne]

Heinemann: "So, da ist das corpus delicti. Wie haben Sie das damals gemacht? Haben Sie die hier ausgeleert?"
 
 
"Schattenmann": "Zunächst hatten wir einen VW-Bus und haben die dann hier rasch reingeladen und sind da oben in den Wald gefahren und haben die dann in Ruhe ausgeleert ...." 
Heinemann: "Und dort haben Sie die dann durchsucht ?" 
"Schattenmann": "Ja, ausgeleert, hinter dem Gebüsch, und dann geschaut, Schriftstücke, Medikamente, was wurde an Alkohol konsumiert, und so weiter. Schriftstücke wurden eingesammelt und an die OSA-Zentrale eingeschickt".
........

Sprecher: Das Bayerische innenministerium sieht in solchen Kampfansagen eine neue Form des Extremismus.

Jürgen Keltsch, Innenministerium Bayern:  
"Scientology ist ein neuer Faschismus ..."
 
 
Peter Frisch, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz: 
"Wir haben ... eine gewaltige Propaganda-Kampagne zu Gunsten der Scientology, die insbesondere von den USA aus losgetreten wird, gelegentlich beteiligen sich da sogar offizeille Stellen der Vereinigten Staaten daran, das bedaure ich in besonderem Masse. Aber jetzt läuft eine Kampagne gegen Deutschland, insbesondere auch gegen den Verfassungsschutz, die mit 40 Millionen Dollar unterstützt werden soll".
 

Sprecher: "Natürlich streitet Scientology die Vorwürfe ab. Militante Ideologie und Schnüffelei gebe es nicht. Man halte sich streng an die Gesetze. Entsprechend heißt der berüchtigte Geheimdienst OSA hier ganz fromm Presse- und Rechtsamt".

Sabine Weber, Sprecherin Scientology:
"Die Floskel Geheimdienst ist ja eigentlich eher eine Erfindung der weltanschaulichen Gegner von Scientology ...."

Sprecher: "Ausgrechnet Freiheit heißt das Kampfblatt, in dem die Schnüffelergebnisse und Diffamierungskampagnen der Scientologen verbreitet werden".

Peter Frisch, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz:
"Die Scientology will eine neue Zivilisation errichten, in der die Grundrechte, wie sie unsere freiheitliche demokratische Grundordnung vorsieht, nicht gelten würden."

Sprecher: "Schon 94 sah sich Scientology in Deutschland angeblich Neo-Nazistischen Regierungsattacken ausgesetzt".
[Im Bild: Scientology-Rundschreiben "Einberufung für Deutschland", im Original: "RE: Call-to-Arms Germany", vom 4.5.94]

Sprecher: "Überschrift des OSA-Dokuments im englischen Original: "Zu den Waffen im Kampf gegen ein Krebsgeschwür der Menschheit".

Peter Frisch, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz:
"Ich denke zum Beispiel nur an diesen entsetzlichen Vergleich mit der Judenverfolgung. Umgekehrt wird vielleicht ein Schuh draus. Das was die Scientology macht, läuft darauf hinaus, daß bestimmte Personengruppen hier verdächtigt werden, daß gegen sie vorgangen werden soll, das ist teilweise eine erbarmunglose Hetze, die insbesondere gegen Deutschland hier vorbracht wird mit dem Tenor, ihr Deutschen habt nichts dazugelernt".
 
 
 
 

Rechtsfragen: Privatsphäre verletzt

Eine solche Aktion ist selbstverständich rechtswidrig.
Der Müll in der Mülltonne vor dem Haus gehört zur Privatsphäre.
Das Eindringen in diese Privatsphäre muss man nicht dulden.
Allerdings kann man wohl nur zivilrechtlich dagegen vorgehen, mit einer Unterlassungsklage.
 
 
 
 
 
 

Verfassungsschutz Baden-Württemberg berichtet 2004 über "Mülleimeraktion"
 
 
 
Aus: Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württmberg 2004: Die "Scientology-Organisation", Seite 67 
http://www.verfassungsschutz-bw.de/file/1366-101.pdf 

9.3.2 Die „Mülleimeraktion“ 
Zur Abklärung eines deutschen Kritikers erging Anfang der 90er Jahre die Anweisung, eine „DBC“ durchzuführen. Das Kürzel steht für „Dust Bin Collection“, das bedeutet die Durchsuchung des Abfalls von Zielpersonen, um schriftliche Unterlagen zu beschaffen. Ein Erfahrungsbericht beschreibt die Vorgehensweise einer „DBC“ bei einer Kritikerorganisation. Die agierenden Personen tarnten sich als „Müllmänner“: 

„(...) wir nahmen den Mülleimer zwischen uns und rollten ihn wieder über die Straße, (...) Die ganze Aktion sah nur so aus, als ob zwei Straßenkehrer unten in der Garage arbeiten und den Mülleimer einfach benutzen, um etwas Müll hineinzufüllen, (...) Wir gingen zurück in die Garage zu dem geparkten Wagen, zogen wieder unsere normale Kleidung an und verließen in Ruhe die Örtlichkeit.“ 
(Fussnote 148: Übersetzung durch das Landesamt für Verfassungsschutz)
 
 
 

Verfassungsschutz Hamburg

Auch der Verfassungsschutz Hamburg erwähnt die Anweisungen für die Mülltonnen-Schnüffelei in seiner Broschüre über die OSA (Seite 66)

Landesamt für Verfassungsschutz Hamburg: Der Geheimdienst der Scientology-Organisation

In der Broschüre heißt es dazu:

"1993 gelang es dem SO-Aussteiger Larry WOLLERSHEIM sich einen an ihn adressierten Briefumschlag von einem Privatdetektiv zurückzuholen, der eindeutig bewies, daß sein Papierabfall durchsucht worden war. In den neunziger Jahren habe es, so Jon ATACK, eine Reihe ähnlicher Fälle gegeben. Und auch Robert Vaughn YOUNG berichtet davon, daß ihm Müll "gestohlen“ worden sei (s.u.)."
 
 
 



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