Ingo Heinemann: Scientology-Kritik
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Zuletzt bearbeitet am 7.11.2005
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Scientology, Psychiatrie-Kritik und Anti-Psychiatrie


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Warum diese Seite?

Zahlreiche Psychomarkt-Anbieter behaupten, es gebe keine psychischen Krankheiten (dazu: http://www.AGPF.de/Heilung-durch-Wegdefinieren.htm) und fordern die Abschaffung "der Psychiatrie".
Besonders lautstark fordert das die Scientology-Organisation.

Scientology bekämpft die Psychiatrie und will diese abschaffen.
Scientology behauptet, eine Alternative zu bieten.
Nach Alternativen suchen viele.
Deshalb geraten manche an Scientology und deren Sub-Organisationen.
Scientology versucht, die "Antipsychiatrie" für sich einzuspannen.
Aber keineswegs jeder, der hier unter diesem Stichwort genannt wird, hat deshalb etwas mit Scientology zu tun.
In deren Kielwasser oder auf Parallelkurs hat die Gruppe der Ärzte- und Medikamenten-Hasser durch das Internet an Resonanz gewonnen.
Als Alternative werden meist die eigenen Produkte angeboten.

Peter Lehmann (>>) liefert mit seinem "Antipsychiatrieverlag" seit 1986 die theoretischen Grundlagen, so 1987 das "Patiententestament" des Scientology-Unterstützers Thomas Szasz.
Seit etwa 1995 propagiert er die "neue Antipsychiatrie" (vgl. http://www.antipsychiatrieverlag.de/artikel/recht/antipsychiatrie.htm). Der Begriff hat sich nicht durchgesetzt. Kein Wunder, die Grundlagen sind dieselben, nur werden diese jetzt angeblich von den Betroffenen selbst verteten und nicht mehr von den "Professionellen". Die  Betroffenen-Vereine propagieren den "Trialog", das Gespräch zwischen den professionellen Betreuern (insbesondere den Ärzten), den Kranken und den Angehörigen. Lehmann propagiert letztlich das Gegenteil, ist aber weiterhin in Vereinen aktiv. So betreut er als Webmaster die Website des BPE - Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (Stand 18.2.2005), in der auch eine Bücher vorgestellt werden (http://www.bpe-online.de/infopool/trialog.htm).
 
 
 
 

Psychiatrie-Kritik ist nötig - Psychiatrie-Beschimpfung schadet den Betroffenen

Die Psychiatrie hat Aufgaben, die schwer vereinbar sind.

Die Psychiatrie soll Kranken helfen und vor sich selbst schützen.
Die Psychiatrie soll aber auch andere (die "Öffentlichkeit") vor gewalttätigen Kranken schützen.
Der Staat hat der Psychiatrie in den meisten Staaten die Aufgabe übertragen, solche Menschen wegzusperren, die eine Gefahr für andere sind, die aber nicht bestraft werden können, weil sie nicht schuldfähig sind.
Diese Aufgabe hat der Staat schon immer nur unzureichend finanziert.
Aus diesen unterschiedlichen Zielvorgaben folgen Mißstände, die öffentliche Diskussion und Kritik erfordern.
Immer wieder, denn alle drei Komponenten wandeln sich ständig:
Psychiatrie-Kritik ist also nicht nur legitim, sondern nötig.
Das bedeutet aber selbstverständlich nicht, daß sie in jedem Falle berechtigt ist.
Insbesondere muß unterschieden werden zwischen "der Psychiatrie" und etwaigen Fehlleistungen einzelner Mitarbeiter.
Psychiatrie-Beschimpfung schadet den Betroffenen
Die meisten Kranken sind auf Ärzte und Medikamente angewiesen. Nicht in allen Fällen und nicht überall steht eine medikamentenfreie Therapie zur Verfügung. Nicht alles, was sich als Alternative bezeichnet, ist wirklich hilfreich. Wer ohnehin geschwächt ist, kann vielleicht auch nicht alle Möglichkeiten prüfen. Die Krankheit verunsichert Patienten und oft auch die Angehörigen ohnehin zutiefst. Psychiatrie-Beschimpfung verursacht Angst und vergrössert die Verunsicherung. Das gilt auch für die Behauptung, die jeweilige Krankheit sei garkeine Krankheit, sondern eine Erfindung der Psychiatrie.
Psychiatrie-Kritik muss offenlegen, welchem Zweck sie dient
Nicht jede Psychiatrie-Kritik dient automatisch auch den Patienten.
Psychiatrie-Kritik kann  Patienten auch schaden.
Gesellschaftskritik unter dem Deckmantel der Psychiatrie-Kritik ist Etikettenschwindel.

 
 

Von der Psychiatrie-Kritik zur Anti-Psychiatrie

In den USA hat der Staat sich in den sechziger Jahren von der Verwahrung psychisch Kranker weitgehend verabschiedet. Das wurde als Befreiung deklariert und vielfach auch empfunden.
Wohin das geführt hat, ist nachzulesen in einem Spiegel-Artikel von Rafaela von Bredow:
Irrfahrt in den Knast, unten.

Reformvorschläge orientieren sich oft am Idealfall.
Hier am Menschen, der lediglich anders ist, aber niemandem schadet, auch sich selbst nicht.
Der gutwillig Hilfe akzeptiert, damit er weder verhungert, noch erfriert, vom Dach fällt oder überfahren wird.

Die meisten Vorschläge blenden deshalb das Schutzbedürfnis der Öffentlichkeit einfach aus.
Sie sagen nichts darüber, wie Dritte vor gewalttätigen Kranken geschützt werden können.
Manche sagen auch wenig darüber, wie Kranke zu behandeln sind, die der Sprache nicht zugänglich sind.
Oder die nicht "geschäftsfähig" sind, die aber sehr wohl andere ruinieren können.
Wohl jeder ist dafür, daß man psychisch kranke Gewalttäter davon abhält, weitere Gewalttaten zu begehen.
Bei Kinderschändern dürfte sogar Einigkeit bestehen.
Aber das reicht nicht aus.

Eine kleine Antipsychiatrie-Gruppe versucht, "die Psychiatrie" mit allen Mitteln zu diskreditieren.
Sie knüpft an die Nazi-Verbrechen an und erweckt den Eindruck, als seien diese als "Hungermorde" (>>) nach dem Krieg fortgesetzt worden.
Diese Antipsychiatrie-Gruppe unter massgeblicher Führung von Rene Talbot wendet somit dieselben Methoden an, die auch von der Scientology-Organisation und der KVPM angewandt werden.
Das gilt zum Beispiel auch, wenn Scientology und Talbot die "biologische Psychiatrie" und damit den Nationalen Ethikrat (>>) in die Nähe der Nazi-Eugenik rücken. Talbot: "Psychiatrische Genetik bezeichnen wir als Psychiatriebetroffene zugespitzt als Neo-Nazi-Eugenik" (>>).
 
 
 
Aus: Fortschr Neurol Psychiat 2004: 72: 516—522


Antipsychiatrie — eine vorläufige Bilanz T.R. Payk
Zusammenfassung
Die antipsychiatrische Bewegung während der 60er und 70er Jahre war gekennzeichnet durch ein Krankheitsmodell, das psy chische Störungen aus gesellschaftlichen Problemen zu erklären suchte. Den ideologischen Hintergrund lieferten neomarxisti sche Grundideen über Kapitalismus und soziale Ausbeutung. Obgleich diese Theorie nicht verifizierbar war und sich lähmend auf die empirische Forschung auswirkte, blieben antipsychiatri sche Elemente bis heute erhalten, weniger in der psychiatrischen Medizin als in den Gesellschaftswissenschaften. Protagonisten einer „neuen Antipsychiatrie“ kämpfen weiterhin gegen den Ein satz von Psychopharmaka, stationäre Behandlung und jegliche Art von Zwangsmaßnahmen.
Antipsychiatry - A Provisional Inventory T.R. Payk
Abstract
The antipsychiatry movement during the 60‘s and 70‘s was cha racterized by ideas ofmental iliness as a result ofpolitical repres sion and social problems, supported by the philosophy of Neo marxism.
Although their exponents failed because of uneffectiveness, until today some theoretical relicts remäined in sociological and ute rary niches or in small groups of „new antipsychiatry“, fighting against pharmacological treatment, hospitalization and any kind of guardianship.

 
 
 

Der Psychiater Professor Thomas Szasz

Ein solcher Psychiatrie-Kritiker ist der Psychiater Thomas Szasz:

"Szasz ... erklärte konsequenterweise die Schizophrenie für einen Mythos und die Psychiatrie für eine überflüssige, durchwegs schädliche Disziplin. Nach seiner Überzeugung sind die Psychiater wesentlich an der Erzeugung und der Verwaltung der Krankheit im Auftrag der dominierenden Gesellschaftsordnung und im eigenen Interesse beteiligt.
Positionen dieser Art sind naiv."
(Heinz Häfner, zitiert nach Antispsychiatrie-Glossar, s.o.)
Szasz ist mit Mitbegründer der Scientology-Tarnorganisation KVPM/CCHR, dazu: Scientology als Anti-Psychiatrie und Marianne Kestlers Interview (unten).

Die Scientology-Organisation bezeichnet die Psychiater seit Jahrzehnten schlicht als Mörder.
Sie ist somit die radikalste Organisation von Psychiatrie-Kritikern.
Ihr Einfluss auf den Antipsychiatrie-Zweig der Betroffenen-Vereine scheint massiv zu wachsen.
Erkennbar ist dies insbesondere an der Radikalisierung der Sprache.
Allerdings benutzt Scientology üblicherweise nicht den Begriff Antipsychiatrie.

Scientology und Szasz: Unklar ist vorerst, wer da wen beeinflusst hat.

Allerdings: Ohne den Edelzeugen Szasz wäre die Scientology-Kampagne gegen die Psychiatrie wohl wirkungslos geblieben.
Denn die meisten wissen sehr wohl, daß Scientology ihnen nicht helfen kann und will.
Es ist hier nebensächlich, ob Szasz Scientology-Anhänger ist oder nicht.
Er ist konsequenter Scientology-Unterstützer.
Auch die Tatsache, dass er für die Legalisierung aller Drogen eintritt, ändert daran nichts.
Bei Scientology ist offen, ob deren Kampagnen sich wirklich gegen Drogen richtet, oder ob diese lediglich die Kampagne gegen die Psychiatrie unterstützen soll. Bisher sind die Beweise dafür, dass Narconon überhaupt Drogenabhängigen hilft, sehr dünn.
Und umgekehrt waren die Scientologen die einzigen, die den antipsychiatrischen Ideen des Thomas Szasz weltweit Beachtung verschafft haben.

Letztlich beruht die Antipsychiatrie des Thomas Szasz auf einer simplen Behauptung:

„Geisteskrankheit existiert nicht, sie kann gar nicht existieren, da der Verstand nicht Teil des Körpers oder eines Organs ist... "
Dazu im einzelnen:  http://www.Ingo-Heinemann.de/KVPM12.htm#Szasz1

Dass der Verstand nicht Teil des Körpers ist, ist wiederum Grundannahme des Scientology-Gründers Hubbard. Bei ihm heisst der Verstand mal Thetan, mal Mind. Diese Grundannahme ist Voraussetzung für die von Scientologen als wissenschaftlich bewiesen angenommene Behauptung, dass die Menschheit, die Thetanen, seit unvordenklichen Zeiten leben, die Entstehung unseres Universums und damit den Urknall mehrfach erlebt haben, allwissend, allmächtig und unsterblich sind und dass Scientology diese Fähigkeiten lehren und somit verkaufen kann. Auf dieser Grundannahme beruht also auch das finanzielle Imperium.
 
 

Marianne Kestler: Interview mit Prof. em. Thomas S. Szasz


 
 

Scientology und die Antipsychiatrie-Kampagne in Deutschland

Es gibt bisher keine Belege dafür, daß diese Antipsychiatrie-Kampagne von Scientology oder Scientologen gesteuert wird.
Aber der scientologische Einfluß wächst.

Jahrzehntelang blieb der scientologische Einfluß gering.
Zu absurd waren und sind die Scientology-Behauptungen, etwa: "Psychiatrie tötet".
Allerdings könnte es sein, daß die permanenten Angriffe auf die Psychiatrie die Experten davon abgehalten hat, sich über Scientology zu äußern.

Die Staatsanwaltschaft München schrieb 1986 - Verfügung der Staatsanwaltschaft München 115 Js 4298/84

"Dem weltanschaulich neutralen Staat steht es grundsätzlich nicht zu, Weltanschauungen zu werten. Wird jedoch, wie hier, Weltanschauung als Konsumprodukt verkauft, hat der Staat diesen Geschäftsverkehr zu überwachen und einzuschreiten, wenn Gefahren und Schädigungen für die Mitmenschen von dem Unternehmen ausgehen (OVG Nordrhein-Westfalen 5 B 453/85)."
Die Staatsanwalt nennt viele Beispiel für solche Gefahren, zum Beispiel im selben Kapitel:
"Die Erzeugung abnormer Wachbewußtseinszustände - Exteriorisation - kann auf die Dauer zur Destabilisierung der Persönlichkeit führen; sie gelten in der Psychiatrie als psychopathologisch" (S. 59/62).
Die Staatsanwaltschaft hat auch gleich gesagt, wo der Sachverstand zu Beurteilung dieser Fragen zu finden ist:
"Es kommt daher nicht von ungefähr, daß die Organisation in den Psychiatern, die in der Lage sind, die kompetenteste Kritik zu formulieren, ihre ärgsten Feinde sieht. Hubbard hält den Berufsstand der Psychiater für entbehrlich, da er vorgibt, mit seinen Methoden selbst Geisteskrankheiten heilen zu können (HGOB 28.11.1970). Als eine ehemalige Münchner Spitzenfunktionärin 1984 ernsthaft geistig erkrankte, war die Organisation deshalb nicht in der Lage, ihr wirksam zu helfen. So unterließ man es bewußt, ihr die erforderliche psychiatrische Hilfe angedeihen zu lassen. Durch die scientologische Hilfestellung in den USA und in Dänemark verschlechterte sich erwiesenermaßen ihr Zustand (57). Die Hilflosigkeit und Verantwortungslosigkeit gegenüber echter Geisteskrankheit zeigt sich nicht nur in diesem Fall (58)."
Tatsächlich haben sich nur wenige deutschsprachige Psychiater über Scientology geäußert.
Durchaus möglich, daß wenig Neigung bestand, sich mit diesem Thema zu befassen, weil man absehen konnte, in eine Diskussion um die mörderische Nazi-Psychiatrie verwickelt zu werden.

Bereits kurz nach Gründung der Scientology-Organisation in Deutschland wurde die "Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte" in der Scientology-Zeitschrift "Freiheit" groß herausgestellt, die sich selbst als "Unabhängige Zeitung für Menschenrechte" bezeichnete. In Nr. 1 dieser Zeitschrift vom August 1972 werden zunächst Vorgänge aus der Nazi-Herrschaft geschildert. Zwischenüberschrift: "Die Wahrheit ist, daß die Kinder kaltblütig von deutschen Psychiatern ermordet worden sind!". Schon hier war kaum auszumachen, ob die Nazi-Zeit oder die Gegenwart gemeint war. Dann wird es deutlicher:

"Die Psychiater haben offensichtlich ohne Unterbrechung ihre Lähmungen durch Elektroschocks, ihre Morde und das Gefangenhalten von unschuldigen, gesunden Menschen fortgesetzt. Sie haben ihre Methoden nicht geändert!"
Vgl. dazu im einzelnen: Ingo Heinemann: Die Scientology-Sekte und ihre Tarnorganisationen, 1979

Damals ist das im Artikel ausdrücklich benannte Max-Planck-Institut gegen die Behauptungen vorgegangen und hat den Prozeß gewonnen. Das Gericht rügte vor allem, daß keinerlei Versuche gemacht wurden, die Vorwürfe an die Adresse der Psychiatrie auch nur glaubhaft zu machen. Man habe auch nicht selbst recherchiert, sondern "sich insoweit nur auf eine Zeugin gestützt, die selbst keine entsprechenden Wahrnehmungen gemacht, sondern nur von dritten Personen von den behaupteten Tatsachen gehört haben will. Dies reicht aber nicht aus".

Genau das aber ist bis heute Scientology-Methode:
Behauptungen werden aufgegriffen und als Tatsachen weiterverbreitet.
 
 
 

Psychiatrie in den USA

Scientology will die Psychiatrie abschaffen.
Wohin solche Bestrebungen führen können, lässt sich in den USA studieren.
Die Psychiatrie muss nicht verboten werden, um sie zu ruinieren.
Es genügt, ihr das Geld zu verknappen.
Der Spiegel berichtete Ende 1998: "Irrfahrt in den Knast" (>>).
Knapp vier Jahre später berichtete der Schweizer Bund (>>).

Rich Lowry schreibt am 31.7.2003 über "Die Misshandlung der psychisch Kranken"
- deutsch unter: http://www.lichtblick-newsletter.de/aufsatz6.html -:

"In den letzten Jahrzehnten haben wir psychisch schwer kranke Menschen buchstäblich auf unsere Straßen abgekippt, sie mit ihrer Erkrankung und ihren Wahnvorstellungen sich selbst überlassen. Das ist eine große nationale Schande, für jedermann sichtbar versteckt. Am 22. Juli hat die New Freedom Commission of Mental Health von Präsident George Bush einen Bericht herausgegeben, anhand dessen sich diese Vernachlässigung hätte thematisieren lassen können, doch die Chance wurde schmählich verpasst."
Lowry nennt aktuelle Zahlen und die Ursache der Misere:
"Einflussreiche Mächte wenden sich entschieden gegen die unfreiwillige Behandlung psychisch Kranker: die American Civil Liberties Union, die sich vorwiegend dafür einsetzt, dass Schizophrene ein Recht darauf haben, jegliche Behandlung abzulehnen; die Scientologen, die den Hass auf die Psychiatrie zu ihrem Glaubensbekenntnis machen; und die "Psychiatrieüberlebenden", die ehemals unfreiwillig behandelten psychisch Kranken, die sich der Ideologie verschrieben haben, so etwas dürfe niemals wieder irgendwem passieren."

"Die Kommission des Präsidenten äffte Ausdrucksweise und Befürchtungen dieses Anti-Zwangsbehandlungs-Blocks nach, bezeichnete psychisch Kranke als "Konsumenten" und forderte deren Beteiligung an ihrem "Heilungsplan". Das ist prima, so lange die betreffenden psychisch kranken Menschen wissen, dass sie krank sind.
...
Die meisten der psychisch Kranken, die durch die Straßen irren, sind zu krank zu merken, dass sie krank sind. Zirka 50 Prozent der Schizophrenen und Menschen mit bipolarer Störung wissen nicht, dass sie psychisch krank sind."


 
Der Bund, Schweiz, 4.6.2002 


«Nur Skandale können uns helfen»

US-PSYCHIATRIE / Zu wenig Pflegeplätze, bankrotte Kliniken, skandalöse Zustände in Heimen: Das Psychiatriesystem der USA bricht zusammen. Gründe sind laut Experten die mangelnde politische Lobby und die teilweise Privatisierung, die sich als kolossaler Fehlschlag erwiesen habe. Viele Patienten lassen sich zudem gar nicht erst behandeln, weil die Krankenkassenprämien zu hoch sind.
Lorenz Kummer, Washington

Lynne Edwards war mit den Nerven am Ende. Ihr fünfjähriger Sohn Raquon attackierte ständig andere Kinder und schlief pro Nacht nur noch zwei bis drei Stunden. Die allein erziehende Mutter brachte ihn schliesslich in die «Corner Clinic» in Glen Burnie, einem Vorort Washingtons, wo die Ärzte «bipolare Störungen» diagnostizierten. Dank der ambulanten Behandlung der psychischen Erkrankung konnte der Kleine schon bald wieder ein mehr oder weniger normales Leben führen. 

Doch im letzten Oktober kam für Edwards das böse Erwachen. Die private «Corner Clinic» ging plötzlich Konkurs, weil der Bundesstaat Maryland nicht mehr bereit war, die Rechnungen für die vielen nicht oder ungenügend versicherten Patienten zu bezahlen. 900 der rund 1600 Patienten haben inzwischen eine andere Klinik und andere Ärzte gefunden, 700 suchen immer noch nach Betreuung - unter ihnen auch Raquon und seine Mutter. 

«System bricht zusammen»

Gut sind ihre Aussichten nicht, neue ärztliche Obhut zu finden. Denn in Maryland mussten seit der teilweisen Privatisierung der Psychiatrie vor fünf Jahren 13 Kliniken wegen finanzieller Probleme schliessen. Tausende nicht versicherter Patienten mit psychischen Störungen suchen seither Hilfe in den Notfallstationen der Spitäler, die damit hoffnungslos überlastet sind. «Das System bricht zusammen», klagt Blair Ewing, ein Abgeordneter aus dem Bezirk Montgomery im Norden Washingtons.

Schlecht organisiert

Die Parlamentarier des Bundesstaates sind sich zwar des Problems bewusst, aber nicht bereit zu handeln. Anfang Mai wiesen sie eine Gesetzesvorlage zurück, die mehr Geld für psychiatrische Kliniken vorsah. Das Geld hätte aus einer Steuer auf Krankenkassenprämien kommen sollen - ein Schritt, gegen den sich die finanzstarke Lobby der Versicherer mit vereinten Kräften wehrte. «Wir hatten dem nichts entgegenzusetzen», kommentiert Herbert Cromwell, der Leiter der Vereinigung für psychisch Kranke. 

Maryland, ein relativ reicher Ostküstenstaat, steht mit seinen Problemen nicht alleine da. Von Budgetproblemen geplagte Staaten von Florida über Illinois bis Kalifornien versuchen zu sparen, wo sich am wenigsten Widerstand regt. Psychisch kranke Menschen bieten sich oft als Opfer an, da sie nur schlecht organisiert sind. «Wir sind kein einheitlicher und gut mobilisierbarer Wählerblock, der politischen Druck ausüben kann», erklärt Antonia Lasicki, die sich im Bundesstaat New York für Psychiatriepatienten einsetzt. «Das Einzige, was uns hilft, sind Skandale.» 

Profiteure statt Profis

Einen Skandal hat Anfang Mai die «New York Times» mit einer detailliert recherchierten Artikelserie aufgedeckt. Der Bundesstaat hatte vor gut 30 Jahren die grossen Psychiatriekliniken geschlossen und versucht, die Patienten dezentral zu betreuen. Doch viele landeten auf der Strasse, gut 15 000 verschwanden - von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt - in privat geführten, profitorientierten Heimen. Dort lebten sie, wie die «Times» aufdeckte, ohne professionelle Betreuung oft unter menschenunwürdigen Bedingungen, während sich die Heimleiter bereicherten. 

Akten gefälscht

Am schlimmsten sind die Zustände in den Heimen der Stadt New York. So wurden schwer depressive Patienten in Brooklyn wochenlang ohne genügend Verpflegung in ihren Zimmern eingesperrt, bis sie an physischen Mangelerscheinungen zu leiden begannen. Patientinnen prostituierten sich mit Wissen der Heimleitung, die regelmässig Akten und Belege fälschte, um die Zustände zu vertuschen. Von 1995 bis 2001 starben allein in den Heimen von New York City 946 Patienten, viele von nahmen sich das Leben. Nur in drei Fällen wurde eine Untersuchung eingeleitet. 

Die Recherche-Serie provozierte in New York einen politischen Sturm, der sich primär gegen den republikanischen Gouverneur George Pataki richtete. «Dies ist eine riesige Tragödie und ein fundamentales Versagen der Regierung», kritisierte der Demokrat Andrew Cuomo, der Pataki bei den Wahlen im Herbst herausfordern will. Cuomo und andere Kritiker monieren, die Regierung habe von den Zuständen gewusst, aber ihre Aufsichtspflicht sträflich vernachlässigt. Unter Pataki wurde beispielsweise die Zahl der für die Heime zuständigen Inspektoren von 25 auf 5 reduziert. 

Ungleiche Behandlung

Inzwischen hat Pataki Abhilfe und vor allem mehr Geld versprochen, doch die Vertreter der Patienten bleiben skeptisch. «Zu spät, zu wenig, zu zögerlich», urteilt die Anwältin Jeanette Zelhoff. Sie prophezeit, das Thema werde nach den Wahlen schnell wieder vergessen sein, da psychisch Kranke für Politiker «nicht sehr attraktiv» seien. Auch auf Bundesebene kämpft die Vereinigung für psychisch Kranke seit bald 20 Jahren gegen das Stigma, das den Betroffenen immer noch anhaftet, und für die Gleichstellung von psychischen und körperlichen Krankheiten. 

20 Prozent psychisch krank

Schliesslich leiden gemäss einer Studie des Gesundheitsministeriums fast 20 Prozent der Bevölkerung - rund 54 Millionen Menschen - unter psychischen Störungen, vor allem unter Depressionen und Angstneurosen. Nur acht Millionen von ihnen lassen sich medizinisch behandeln. Der wichtigste Grund dafür ist die ungleiche Behandlung durch die Krankenkassen, welche für psychologische und psychiatrische Behandlung bedeutend höhere Prämien und Selbstbehalte verlangen dürfen als für die Therapie körperlicher Leiden. 

Immerhin ist in den letzten Monaten Bewegung in die Debatte gekommen. Ein primär von Demokraten getragener Gesetzesvorschlag hat zum Ziel, die Krankenversicherer zur Gleichbehandlung aller Krankheiten verpflichten. Die Versicherungskonzerne und ihre politischen Verbündeten in der Republikanischen Partei argumentieren, dies würde die Gesundheitskosten zu stark ansteigen lassen. Doch Präsident Bush hat sich vor kurzem überraschend gegen seine Partei gestellt und signalisiert, er werde wenigstens Teile dieser Vorlage unterstützen.


 
 

DER SPIEGEL 51/1998 Seite 206 
PSYCHIATRIE
Irrfahrt in den Knast
In den USA werden viele psychisch Kranke nicht in Kliniken behandelt, sondern von der Straße weg verhaftet und in Gefängnissen verwahrt — Opfer eines heillosen Drehtürsystems.

Die Schläfer liegen im kalkigen Licht, ihre Leiber in weiße Laken gehüllt. Sie haben sich, jeder für sich, in einer gläsernen Zelle verpuppt wie Schmetterlingslarven. Gekrümmt, starr und still. 

Ihr Kokon aus Decken ist nur millimeterdünn, aber kostbar. Nichts sonst in den nackten Räumen konnte die Schlafenden schützen vor den Blicken und den Neonlampen, die nie verlöschen. Der lange Flur im vierten Stock von Turm 2 ist der Sichtbarkeit gewidmet. 

Das ist eine Vorsichtsmaßnahme. Die da so ruhig schlafen, heißt es, könnten jederzeit töten — wenn man sie nicht isoliert, überwacht und mit Pillen zur Ruhe legt. Die Menschen hier gelten als unberechenbar, weil krank im Kopf: schizophren, depressiv, paranoid. Doch dies hier ist nicht die psychiatrische Abteilung einer Klinik. Die Kranken sind Häftlinge im Untersuchungsgefängnis von Los Angeles. 

Die Zwillingstürme ("Twin Towers“) von Los Angeles haben sich mit 2100 inhaftierten Patienten zur größten psychiatrischen Verwahranstalt Amerikas entwickelt. In Kalifornien wie in den meisten anderen US-Staaten landet, wer an Geist oder Seele erkrankt, mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann im Knast. 

Auch wenn es im vierten Stock des Häftlingsturms keine Gitter gibt — der dunkle Kontrollraum mit seinen Monitoren verrät die Bestimmung dieses Ortes: Hier überwachen Sheriffs das Leiden. Große Schilder warnen die Kontrolleure: 
"Potentiell gewalttätig“ steht an Scotts Tür wie an einem Hundezwinger. "Nur in Anwesenheit eines Sicherheitsbeamten öffnen!“ Der Zettel an Bills Zelle teilt mit, daß er ein "Spucker“ sei. 

Alle 15 Minuten patrouilliert ein Pfleger und prüft, was die Häftlinge tun. Seine Beobachtungen notiert er als Kennziffern auf einer Liste. 14 bedeutet "Hämmert an der Tür“, in den meisten Fällen aber zeugen lange Kolonnen von Zweien dagegen vom Dauerdämmern der Kranken. 

"Wir sind wieder da gelandet, wo wir vor 150 Jahren schon einmal waren“, klagt Fuller Torrey, Psychiater am National Institute of Mental Health in Maryland. Wie damals werden die Gefängnisse in den USA als Aufbewahrungsanstalten für psychisch Kranke mißbraucht, die Leidenden so kriminalisiert. 

Doch nie hatte das Problem solche Ausmaße angenommen. Denn niemals wurden in den Vereinigten Staaten so viele Menschen eingesperrt wie heute. Die Gefängnisse des Landes bersten beinahe - und mit dem wachsenden Zustrom neuer Insassen kommen auch immer mehr Kranke: Von den insgesamt 1,8 Millionen Häftlingen in den USA leiden 200000 an einer schweren psychischen Störung. Allein 20000 stecken in kalifornischen Untersuchungsgefängnissen; die Twin Towers von Los Angeles beherbergen 1700 Männer und 400 Frauen, die geistig und seelisch krank sind. 

Eine davon ist Starle, die Dunkellockige, die als einzige nicht still sein will in ihrem Glaskasten - der Gefängniswärter muß sich bei seinem Rundgang entscheiden zwischen der Kennziffer für Weinen und der für Schreien. "Mum, Mum, Murnmy!“ jammert sie, "Daddy!“ stöhnt sie, und dann denselben Refrain der Verzweiflung immerfort in allen Variationen menschlichen Stimmvermögens. 

Auf der Pritsche liegend, hat sie den Kopf in den Nacken gedrückt, ihr freier Arm rudert im Leeren. Der magere Körper vibriert in seinen Fesseln, handbreiten Manschetten aus schwerem Leder, wie man sie früher für die Geschirre von Ackergäulen verwandte. Sie ketten Starle ans Eisengestell. 

"Hier geht es vielen Kranken noch besser als anderswo“, sagt Richard Kushi, Direktor der psychiatrischen Abteilung in Twin Towers. Die Alternative für die meisten der inhaftierten Patienten bleibt nur die Straße. 

Dort gibt es keine Medikamente und kerne Ärzte, nur Dreck und Wut und Kälte. Wer keine Familie hat, die ihn rund um die Uhr betreuen kann, wer kein Geld besitzt für die Eintrittskarte in eine elegante Privatklinik, der klaubt sich sein Abendbrot aus dem Abfall-Container hinterm Touristencafe: Mindestens ein Drittel der Obdachlosen in den USA, so die Schätzung von Ärzten und Streetworkern, leidet unter manischer Depression oder Schizophrenie. 

Auf der Straße ist es leicht, im Wahnsinn zu wohnen. Unter den Brücken ist es schwer, den Stimmen von innen zu entfliehen. Es gibt keine Möglichkeit, den Druck im Kopf auch nur für kurze Zeit loszuwerden. In der Gosse liegt es nahe, ein Verbrechen zu begehen. 

Stade und die anderen in den Zwillingstürmen haben gemordet, geklaut, Drogen genommen oder sind einfach nur mal richtig ausgeflippt. Und viele, vor allem Frauen, haben versucht, sich selbst zu töten. Richard Kushi und die Sheriffs sammeln diese Art von Täterinnen in einem gesonderten Trakt: zwei Zellenreihen übereinandergebaut, oben eine Galerie davor, unten ein Gemeinschaftsraum. 

Eine bruchsichere Glaswand trennt diese Welt vom Draußen, wo sich die Wächter aufhalten. Vom dunklen Kontrollraum aus können sie den "Selbstmord-Mädels“ besser beim Liegen und Sitzen, beim Weinen und Duschen zugucken. Statt der üblichen gelben Hemden und blauen Hosen - so kleidet die Gefängnisbehörde sonst den Wahnsinn - haben die Suizid-Frauen weite Kittel an, ohne Gürtel, Ärmel, Hosenbeine. Sie dürfen auch nicht die graugewaschenen, von der Abnutzung rauhen Polyester-Büstenhalter tragen, und Handtücher bekommen sie nur ausgehändigt, wenn kollektive Duschzeit ist. "Nur das Geländer an der Galerie“, sagt der Wachmann‘ "bleibt ein Problem.“ 

Jetzt sieht, wer durch die Glasmauem des County Jail blickt, das Ergebnis einer Entwicklung, die in den sechziger Jahren mit der sogenannten Deinstitutionalisierung begann. Damals wurde auch in den USA eine große Zahl von öffentlichen psychiatrischen Anstalten dichtgemacht - der Geist der Zeit legte es nahe. Man befreite die Schwarzen, entdeckte die Frauenrechte und holte die Andersartigen aus den - oft unmenschlichen - Bedingungen ihrer Isolation, um sie in die Gesellschaft zu integrieren. 

Außerdem machten die damals aufkommenden Psychopharmaka die Irren behandelbar. Und schließlich: Die Krankenhäuser kosteten viel Geld. 

Von 560000 Psychiatrie-Betten in den USA im Jahre 1955 sind heute weniger als 70000 übrig. Gemeindeeinrichtungen und Ambulanzen für Krisenfälle sollten die Entlassenen auffangen; die Regierung ließ massenhaft Psychiater, Psychologen und Sozialarbeiter ausbilden. 

Doch in den Gemeindeeinrichtungen beschäftigte man sich lieber mit den leichteren Fällen, und die Psychiater ließen sich bevorzugt in Vierteln und Städtchen nieder, in denen sich betuchte Kundschaft auf ihre Couch legte. 

So blieben die meisten psychisch Kranken vor der Tür. Ungefähr die Hälfte von ihnen warf zudem die neuen Medikamente in den Gully. Von 3,5 Millionen Menschen, die in den Vereinigten Staaten als manisch-depressiv oder schizophren diagnostiziert worden sind, werden 1,4 Millionen nicht behandelt. 
In den Zeitungen können die Amerikaner lesen, wie sehr das Problem der umherirrenden Psychotiker sich zugespitzt hat: Sowohl Theodore Kaczynski, der Una-Bomber, als auch Russell Weston, der am 24. Juli im Washingtoner Kapitol zwei Polizisten erschoß, leiden unter Schizophrenie. Beide nahmen ihre Medikamente nicht. Schätzungen besagen, daß jährlich tausend Morde in den USA von psychisch Kranken verübt werden. 

"Die Deinstitutionalisierung war eine wunderbare Idee“, sagt Psychiater Torrey, "von wohlmeinenden Leuten ersonnen, aber sie endete in einer mittelschweren bis schweren Katastrophe.“ Einer der Gründe dafür sei, daß zu jener 
Zeit noch zuwenig Forschung zum Thema betrieben worden sei. "Der Idee lag political correctness zugrunde“, glaubt Torrey, "nicht aber wissenschaftliche Erkenntnis.“ 

Der Entlassungsschein, mit dem die Verwirrten das Krankenhaus verließen, war in vielen Fällen das Ticket für eine endlose Reise, die im Kreis verläuft. Sie beginnt auf der Straße und führt von Verhaftung zu Verhaftung, zu Beginn meist wegen geringfügiger Delikte. Es reicht, sich in der Öffentlichkeit zu entkleiden, an eine Hausecke zu pinkeln oder Leute in der Fußgängerzone anzusprechen. Durchschnittlich für 45 Tage müssen die Kranken hinter Gitter - für Taten, die sie begehen, weil sie krank sind. 

Eine Frau mit einer schizoaffektiven Störung aus New Mexico beispielsweise arrangierte die Waren in den Supermarkt-Regalen neu. Sie glaubte, sie sei dort an-gestellt. Als der Abteilungsleiter und ein Polizist sie rauswerfen wollten, schlug sie um sich. Ein manisch-depressiver Mann aus Oregon klaute eine Motoryacht vom Steg und führ damit auf dem See herum, bis der Treibstoff zu Ende ging. Beliebt unter den Obdachlosen ist auch das sogenannte Dine and Dash: Essen gehen im Restaurant und dann abhauen. 

Die Täter landen auch deshalb im Knast, weil es den Krankenhaus-Psychiatern verboten ist, sie aufzunehmen. Nur in allerschwersten Fällen dürfen in den USA psychisch Kranke ohne ihre Zustimmung behandelt werden. 

Auch dieses Gesetz kam mit der Deinstitutionalisierung; doch so menschen-freundlich es gedacht war, so sehr liegt auch der Widersmnn auf der Hand: Wie soll sich ein rasender, von tausend Dämonen Gequälter kühlen Kopfes für oder gegen eine Therapie entscheiden? Wenn er wirklich dazu in der Lage ist, weisen ihn die Krankenhaus-Arzte ab - dann scheint er ihnen nicht krank genug, um einer Behandlung zu bedürfen. 

So geraten die Verwirrten von Los Angeles beinahe unweigerlich irgendwann in das riesige Aufnahmezentrum der Twin Towers. 800 bis 1000 neue Häftlirie werden hier jeden Tag neu eingeschleust, zwischen 50 und 150 sind psychisch Kranke, wie Richard Kushi schätzt. 

All diese "Körper“, wie die Insassen im Wächterjargon hei.ßen, werden durch die weiten Betongänge von Station zu Station ihrer Erniedrigung genieben. Nachdem man sie fürs Verbrecherfoto an die graue Wand gestellt, in die Schlange am Fingerabdruck-Tresen eingereiht und ihnen ein Armband mit Strichcode umgelegt hat, schlurfen sie in die Ausziehhalle. 

Völlig nackt, aufgereiht auf edelstahl-kalten Bänken, warten sie darauf, durch die Duschen geschleust zu werden. Am Ende, bevor ihre Lungen zur Tuberkulose-Erkennung geröntgt werden, können die Kranken mit einem Gefängnis-Psychiater sprechen. Die Aufnahme ist hier Minutensache. 

Je nach Schwere des Falls bringen die Wärter die als psychisch krank Identifizierten in die entsprechende Männer-oder Frauenabteilung, in den Selbstmord-Trakt oder eben, wie Starle, Biß, Scott und die anderen, in die Vitrinen von Turm 2, vierter Stock.

Von da an spinnen sie sich in die weißen Decken ein und entffiehen der Sichtbarkeit, bis sie wieder auf die Straße entlassen werden und ihre Irrfahrt im Kreis von neuem beginnt. 

RAFAELA VON BREDOW 
 


 
 
 

Rene Talbot und Peter Lehmann:
Die Koordinatoren der Antipsychiatrie in Deutschland.

Rene Talbot und Peter Lehmann muss man wohl als die Koordinatoren der Antipsychiatrie in Deutschand ansehen.
Damit soll nicht etwa gesagt werden, dass sie Scientologen sind.
Dafür gibt es keine nachprüfbaren Anhaltspunkte.
Tatsache ist jedoch, dass Ziele und radikale Wortwahl zumindest teilweise identisch sind.

Rene Talbot scheint die nicht organisierten Psychiatrie-Betroffenen anzusprechen.
Peter Lehmann scheint eher den organisierten Teil der Psychiatrie-Betroffenen anzusprechen.
Lehmann will - wie die Scientology-Organisation - die Psychiatrie abschaffen (unten).
Lehmann hat im Mai 2005 eine Art Gegendarstellung gegen die Darstellung auf dieser Internet-Seite in seine Website gestellt unter http://www.antipsychiatrieverlag.de/info/heinemanningo.htm
 
 
 

Die Anti-Psychiatrie und der "Trialog"

Die Antipsychiatrie verwechselt Ursache und Wirkung. Nicht die Psychiatrie ist die Ursache der Probleme. Sondern die Krankheit.
Mit "Trialog" ist der Austausch zwischen den Kranken, ihren Angehörigen und den professionellen Helfern gemeint.
 
 

Viele Vereine befassen sich mit der Hilfe für diejenigen, die von der Krankheit betroffen sind.
Für die grosse Mehrzahl dieser Vereine steht der Trialog im Vordergrund und nicht die Antipsychiatrie.
Der Landesverband der Angehörigen psychisch Kranker Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat das "Russel-Tribunal" zum Anlass genommen und eine Dokumentation veröffentlicht, die das verdeutlichen sollte:

Autor Roland Hartig:
"Trotz allen guten Willens im 'Trialog' die Psychiatrie im Sinne der Betroffenen weiter zu verbessern und wirkliche Alternativen zu entwickeln, haben es Psychiatrie und Selbsthilfe bislang versäumt, sich ernsthaft mit den antipsychiatrischen Verleumdungen der Scientology-Organisation auseinanderzusetzen. Selbst die psychosoziale und psychiatrische Literatur nimmt davon kaum Notiz."
Hartig und der Verein wurden daraufhin mit Abmahnungen überzogen. Einige der dort als Unterstützer des Tribunals genannten Personen wollten nicht im Zusammenhang mit Scientology genannt werden. Der Verein veröffentlichte die Gegendarstellungen sowie eine Klarstellung aus Gründen
der Fairness, jedoch "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht", also freiwillig und ohne Übernahme der Kosten des Rechtsanwaltes.
Daraufhin klagten René Talbot, Pat Deegan und Hagai Aviel um die Kosten erstattet zu bekommen. Die Klagen wurden abgewiesen. Wer zusammen mit einer Scientology-Nahen Person in der Öffentlichkeit agiert, der muß sich auch kritische Berichterstattung gefallen lassen.
Die Kläger haben keine Berufung eingelegt. Die Urteile sind somit rechtskräftig geworden: In den gleichlautenden Urteilen stellt das Gericht klar:
"Soweit der Kläger [also Talbot u.a.] im Rahmen seiner eigenen Gestaltungsfreiheit an Großereignissen teilnimmt, die auch von Organisationen unterstützt werden, mit denen er nicht in Verbindung gebracht werden möchte, ergibt sich daraus kein Anspruch gegenüber den Beklagten [also dem Verein und Roland Hartig], ausdrücklich namentlich ausgegrenzt zu werden."

 

Die Irren-Offensive e.V.

Rene Talbot und Peter Lehmann waren oder sind im Verein Irren-Offensive e.V. organisiert, gegründet 1982, eingetragen im Vereinsregister Berlin-Charlottenburg VR 7067 (siehe unten), "erste selbstbestimmte und antipsychiatrische Initiative ehemaliger Psychiatrie-Insassen".
Dipl. Pädagoge Peter Karl Lehmann war dort Gründungsmitglied und ab Gründung bis 1989 Vorstand.
Der Bootsbauer Rene Talbot war von Oktober 1991 bis August 1992 Vorstand. 1996 wurde er erneut gewählt, jetzt wird er im Vereinsregister als Rentner bezeichnet. Zum Zeitpunkt der Auskunft des Amtgerichts vom März 2002 war er noch Vorstand. Vorstandsvorsitzende gibt es in diesem Verein nicht. Talbot ist als einziger aus der langen Reihe der Vorstandsmitglieder durch die Bezeichnung "Kassenwart" hervorgehoben.

Der Verein betreibt das Werner-Fuss-Zentrum, Scharnweberstrasse 29, 10247 Berlin, genannt nach einem Gründungsmitglied und mehrmaligen Vorstand des Vereins. Ideologischer Kopf ist fraglos Rene Talbot, auch wenn er hinter dem "Plenum des Werner-Fuss-Zentrum" versteckt wird, welches angeblich die "Redaktion" der Internet-Seite www.antipsychiatrie.de.htm darstellt. Inhaber der Domain (siehe unten): Rene Talbot.
Dort ansässig auch der Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg e.V., "im Sommer 1995 gegründet von einigen Mitgliedern des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener, Mitgliedern der Irren-Offensive und bislang unorganisierten Betroffenen".
Unter derselben Adresse firmiert auch ein "Lehrstuhl für Wahnsinn an der Freien Universität Berlin", vgl.


 
 

Das Werner-Fuss-Zentrum wird in einer höchst eigenwilligen Rechtsform betrieben.

Dies stellte sich heraus, nachdem das Zentrum wieder einmal mit wüsten Beschimpfungen über die Psychiatrie hergezogen war. In verschiedenen Newsgroups schrieb das Zentrum ohne Nennung eines Verfassers dieses und ähnliche Mails (zu finden über http://groups.google.de und dem Stichwort "teuflische Ärzte"):
  

Von:Werner Fuss Zentrum (werner.fuss@berlin.de) 
Betrifft:teuflische Ärzte 
Newsgroups:de.sci.theologie, de.soc.menschenrechte, de.alt.soc.antifa 
Datum:2002-06-13 00:58:02 PST 
Und wieder wollen die Ärzte mit den teuflischsten Methoden ihre zerrinnende Macht noch retten und werden wieder zwangsweise lobothomieren - zeitgleich zu den implantierten Chips (siehe: Alle Alpträume werden wahr - aus Psychiaterhand) in den USA geht die Metzgerei in Schottland los. Ein neues Blutbad im Krieg gegen die für "verrückt" Erklärten hat begonnen! 
WARNUNG: UNBEDINGT JEDEN SCHOTTLAND AUFENTHALT VERMEIDEN!!! 
.... 
Ein Posting des 
Werner-Fuß-Zentrum 
Scharnweberstr. 29 
10237 Berlin

 

Ein Leser: "Heute die Ärzte, gestern die Geheimdienste, morgen die Freimaurer und hinter allen stehen die Aliens. Weitere wertvolle Beiträge vom WFZ zu Themen sci.*?"

Ein anderer Leser: "Mir erschliesst sich das nicht als Angriff sondern als therapeutisches Handeln".

Die Antwort des Zentrums:

"Oh, phantastisch, Herr [Name] ist ein begeisterter Anhänger des zwangsweisen Lobothomierens!
Wo können wir Sie denn abhholen, um Sie nach Schottland zu begleiten?
Dort werden Sie sicherlich deprimiert und verwirrt genug ankommen, daß nach der neuen gesetzlichen Lage auch jeder Richter dieser von Ihnen begrüßten Zwangsbehandlung durch Rumschnippeln an Ihrem Gehirn zustimmen wird."
Leser Bernd Kassler: "Das hoert sich alles sehr scientologisch an. Hat jemand mehr ueber dieses putzige "Zentrum" und Verbindungen zu Sekten und sektenaehnlichen Gruppen?"

Auch Bernd Kassler wurde daraufhin die Begleitung nach Schottland angeboten, siehe oben.
Seine Antwort:

ein anonymer Schmierlappen aka
Werner Fuss Zentrum  at werner.fuss@berlin.de wrote the
Donnerstag, 13. Juni 2002 18:52:
>
> Oh, phantastisch, Herr Kassler ist ein begeisterter Anhänger des zwangsweisen Lobothomierens!
> Wo können wir Sie denn abhholen, um Sie nach Schottland zu begleiten?

Drohungen dieser Art - auch wenn sie als Frage verkleidet sind -
sind durchaus typisch fuer *totalitaere Sekten*.

Insofern ist es durchaus angebracht bei dieser Gruppierung - die
zudem anonym im Usenet schreibt, wei sie wohl zu feige ist ihren
buergelrlichen Namen zu offenbaren - nach Zusammenhaengen zu
Scientology oder aehnlichen Sekten zu forschen.

"aka" ist keine der üblichen Internet-Abkürzungen und bedeutet "also known as", "auch bekannt als". Zugegeben, die Bezeichnung als "anonymer Schmierlappen" ist nicht gerade freundlich und soll hier auch nicht verteidigt werden. Das WFZ behauptet, deswegen Strafanzeige erstattet zu haben. Bleibt abzuwarten, ob das WFZ das Ergebnis oder wenigstens das staatsanwaltschaftliche Aktenzeichen veröffentlicht.

Das WFZ tat dann so, als sei von Anfang an klar gewesen, wer das WFZ sei.

Ein Rechtsanwalt des WFZ schickte Bernd Kassler eine Abmahnung. Er solle sich verpflichten, die Bezeichnung "anonymer Schmierlappen" zu widerrufen und künftig zu unterlassen und für jeden Fall der Zuwiderhandlung "eine Vertragsstrafe in Höhe von 8.000,00 DM (in Worten: achttausend) = 4.090,34 Euro" zu zahlen. Ausserdem habe er die Kosten für die Abmahnung in Höhe von 260,71 Euro zu zahlen.

Mal abgesehen davon, dass ein Widerruf nur bei Tatsachenbehauptungen in Frage kommt und "anonymer Schmierlappen" wohl kaum als Tatsache angesehen werden kann:

Als Auftraggeber gab der Rechtsanwalt nicht etwa das Werner Fuss Zentrum an, sondern die Vereine Irrenoffensive e.V. und Landesverband Psychiatrie Erfahrener Berlin-Brandenburg e.V. Von diesen Vereinen war bisher nicht die Rede. Bernd Kassler bat deshalb um Aufklärung, zumal die Vollmacht nicht beigefügt war.

Der WFZ-Anwalt mit Schreiben vom 20.8.2002:

"Bei dem erwähnten Werner-Fuß-Zentrum Berlin" handelt es sich um eine GbR, bestehend aus den Vereinen bürgerlichen Rechts als Gesellschafter, der Irrenoffensive e.V. sowie des Landesverbandes Psychiatrieerfahrener Berlin-Brandenburg. Die genannten Vereine sind durch einen Gesellschaftervertrag des Werner-Fuß-Zentrums verbunden und treten in dieser Form auch nach außen auf".


Eine GbR ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, auch als BGB-Gesellschaft bekannt. Eine solche dient wirtschaftlichen Zwecken. Für ideelle Zwecke steht bekanntlich die Rechtsform des eingetragenen Vereins zur Verfügung. Man muss es wohl als Rarität bezeichnen, dass zwei Vereine eine GbR gründen. Die beiden Vereine beanspruchen vermutlich die Gemeinnützigkeit. Die GbR soll vermutlich eine Art steuerunschädlicher Zweckbetrieb sein. Ebenso ungewöhnlich wie die Rechtsform ist, dass die Existenz dieses Betriebes offenbar verheimlicht wird.

Ein Leser der WFZ-Mails hatte offenbar die richtige Ahnung, als er schrieb:
"Wenn man in anderen Postings rumtönt, daß man eine juristische Person sei, so sollte man die Rechtsform (e.V., GmbH, AG o.ä.) erwähnen.

Bernd Kassler hatte dem WFZ-Anwalt am 6.7.2002 zusätzlich mitgeteilt, dass er die "Äußerungen auch ohne Verpflichtungserklärung künftig nicht wiederholen werde". Die Erstattung der Anwaltkosten komme nicht in Betracht. Der WFZ-Anwalt interpretierte diese eindeutige Aussage in seinem Schreiben vom 20.8.2002 recht eigenwillig dahingehend, "es sei im Grund von einem Anerkenntnis auszugehen". Für den Fall, dass seine Rechnung nicht bezahlt werden, "kündige ich bereits an dieser Stelle gerichtliche Durchsetzung an". Die Vollmacht fehlte wiederum. Im Falle einer Klage wegen der Gebühren wird er nicht umhin kommen, diese vorzulegen. Eine solche Vollmacht beweist allerdings nicht die Existenz der GbR. Also wird er auch den GbR-Vertrag vorlegen müssen.

Wenn man sehr genau hingesehen hat, konnte man schon vorher die "GbR" finden. Im Impressum der Website www.irrenoffensive.de heisst es: "Impressum: Werner-Fuss-Zentrum GbR der Irren-Offensive e. V und Landesverband Psychiatrie Erfahrener Berlin-Brandenburg e.V., beide: Scharnweberstr. 29, 10247 Berlin"
 
 
 
 

Rene Talbot und die Gruppe N in den Newsgroups

Am 2.2.2001 wurde innerhalb der Newsgroup "de.sci.psychologie" die "Gründung" einer "Gruppe N" annonciert. Auf die Frage eines Lesers "was bedeutet das "N"?" die Antwort: "Es darf gerätselt werden".
Anlass der Gründung: Ein angeblicher "Progromaufruf gegen René Talbot". Ziel: "Durch die Bildung eines Teams, das als Gruppe postet, ist es unmöglich, einzelne zu verleumden". Logisch klingt das nicht gerade, könnte aber bedeuten, dass jeder, der sich der Bezeichnung "Gruppe N" bedient, nach Bedarf eine angebliche Verleumdung auf sich beziehen (etwa wenn er Strafanzeige erstatten will) oder von sich weisen kann.
Der Hauptzweck aber dürfte ein anderer sein: Jeder, der sich der Bezeichnung "Gruppe N" bedient, kann behaupten, dass er den fraglichen Text nicht gepostet hat.
Das kann einen Nebeneffekt haben, der Talbot & Co nicht unwillkommen sein dürfte:
Talbot & Co beleidigen laufend "die Psychiatrie" und folglich das dazugehörige Personal. Dadurch fühlen sich auch Personen betroffen, welche die Psychiatrie in erster Linie als notwendige Hilfe für sich und andere kennen. Es liegt nahe, dass diese sich provoziert fühlen und in ähnlich drastischer Wortwahl antworten. Das Strafgesetzbuch sieht in § 199 für "wechselseitig begangene Beleidigungen" vor: "Wenn eine Beleidigung auf der Stelle erwidert wird, so kann der Richter beide Beleidiger oder einen derselben für straffrei erklären." Kann man aber den ersten Beleidiger nicht identifizieren, dürfte es schwer sein, diese Vorschrift anzuwenden. Ähnlich sieht es im Zivilrecht aus. Die Rechtsprechung zum Äusserungsrecht kennt das Recht zum "Gegenschlag". Der oben geschilderte Fall "anonymer Schmierlappen" könnt ein solcher Fall sein und zeigt zugleich, dass Talbot & Co. bereit sind, zusätzlich zu drastischer Wortwahl juristische Hilfe zu nutzen.  Talbots WFZ hatte jemanden als "begeisterter Anhänger des zwangsweisen Lobothomierens!" diffamiert. Der antwortete umgehend und bezeichnet die Urheber als "anonymer Schmierlappen". Folge: Rechtsanwalts-Abmahnung mit beigefügter Kostenrechnung in Höhe von 260,71 Euro.
 
 
 

Von:Gruppe N (Gruppe_N@gmx.net) 
Betrifft:Wer macht mit ? 
Newsgroups:de.sci.medizin.psychiatrie 
Datum:2001-02-02 13:06:29 PST 

Hallo, 
nachdem sich einerseits das Begehren zur Erhaltung des "Therapeutischen" Zwangs zu einem Progromaufruf gegen René Talbot und eine Strafandrohung für Yasna Rosenzweig gesteigert hat, andereseits aber selbst von den Verteidigern der Zwangspsychiatrie (wohl aus Unterhaltungswert  - ohne das es jemand hört, ist "Spiel im Sandkasten" zu rufen langweilig) die Beteiligung der Zwangspsychiatrie-Gegener gefordert wurde, haben wir uns entschlossen, die Gruppe N zu gründen. 
Durch die Bildung eines Teams, das als Gruppe postet, ist es unmöglich, einzelne zu verleumden und selbstverständlich soll die Gruppe für weitere Mitglieder offen sein, unter der Voraussetzung, daß sie unsere "Charta" anerkennen : 

  • Wir bestreiten die Existenz von "psychischer Krankheit" .
  • Wir akzeptieren grundsätzlich nur kriminelles Handeln, daß in Verhältnismäßigkeit zur Tat bestraft wird, als legale Grundlage für Freiheitsentzug.
  • Wir lehnen jeden medizinischen Eingriff gegen den erklärten Willen des Betroffenen als folterartige Zwangsmaßnahme ab.
  • Wir lehnen ab, für Zwangspsychiatrie Krankenkassenbeiträge zahlen zu müssen.
  • Für alle Erwachsenen gilt, daß nur sie über ihren Körper verfügen dürfen. Damit ist die Forderung nach Freigabe aller Drogen an Erwachsene verbunden, der Staat ist nur für die Prüfung der Authentizität bzw. die Wirkungen zuständig.
Diese Charta wird bei jedem unserer Postings als Unterschrift drangehängt sein, neue Mitglieder können sich einfach mit ihrem Wunsch, in der Gruppe N aufgenommen zu werden, bei unserer eMail Adresse melden. Einziges Kriterium der Aufnahme ist Kohärenz der zukünftigen eigenen Aussagen mit der Charta und die Bereitschaft sich in Zukunft mit einem Namen (mag es auch ein anonymer sein) als Gruppenmitlied zu posten zu lassen. 
Selbstverständlich freuen wir uns, wenn sich andere Teams bilden, eine Zuspitzung und Präzisierung der Diskussionen ist doch erwünscht. 
Gruppe N 
Markus-Yasna-René

Die Charta wird seither in jedem Posting der Gruppe N verbreitet und sei dieses noch so kurz. Damit soll offenbar der eigentliche Zweck der Newsgroup de.sci.medizin.psychiatrie konterkariert werden. Deren Charta lautet:

"de.sci.medizin.psychiatrie dient als Informations- und Diskussionsforum für psychiatrische Themen. Ziel der Gruppe sind Aufklärung über die derzeitige Situation der Psychiatrie, Austausch über psychiatrische Erkrankungen zwischen Fachkräften (psychiatrisch Tätigen), Betroffenen (Psychiatrieerfahrenen) und Angehörigen und allen an diesem Themenkomplex Interessierten sowie Informationen über Behandlungsmöglichkeiten, Prognosen, psychosoziale Rehabilitation etc. ..."


Die "Forderung nach Freigabe aller Drogen an Erwachsene" wurde im Zusammenhang mit Psychiatrie-Kritik bisher wohl nur von Thomas Szasz (siehe oben) erhoben (Thomas S. Szasz: Das Ritual der Drogen, 1978, Europa-Verlag Wien, Fischer TB ISBN 3 596 26712 9), Gründungsmitglied, Galionsfigur und fachlicher Kopf der Scientology-Tarnorganisation KVPM - Kommission für Verstösse der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.  Szasz war wichtigster Mann des Russell-Tribunals, welches von Talbot als "Sekretär" organisiert und von Scientology mit Unterstützungs-Veranstaltungen begleitet wurde.
Nur scheinbar steht diese Forderung im Widerspruch zu den vermeintlichen Anti-Drogen-Aktivitäten von Scientology. Denn dabei dürfte es sich einerseits um die Scientology-übliche Bekämpfung der Ärzte handeln, die im Notfall die letzte Rettung der Drogenkranken sind und andererseits um den Versuch, die Drogenhilfe in das angestrebte Scientology-Monopol für Psychotherapie zu übernehmen, vgl. dazu Narconon.
 

Danach geht eine Flut von Posting in der Newsgroup ein, in denen es überwiegend um die Bedeutung von Begriffen ging.
Diese Methode wurde zuvor von der Scientology-Organisation als "Redefinieren von Worten" betrieben.
Scientology-Gründer Hubbard:
 
Aus: Hubbard, HCO PL 5.10.1971 POLITIK DURCH REDEFINITION VON WORTEN


Eine langfristige Technik der Propaganda, die von den Sozialisten (gleichermaßen Kommunisten und Nazis) benutzt wurde, ist für PR-Praktiker von Bedeutung (Anm.: PR - Öffentlichkeitsarbeit, auch Propaganda). Ich kenne keine Stelle der PR-Literatur, in der sie erwähnt wäre. Aber die Einzelheiten zirkulierten mündlich in Kreisen der Intelligenz und sie ist laufend in Gebrauch.
Der Trick ist - Worte sind zu redefinieren, bis sie zum Vorteil des Propagandisten etwas anderes bedeuten.
....
Es gibt viele solche Bespiele. Das sind keine »natürlichen« Änderungen der Sprache. Es sind Änderungen durch Propaganda, sorgfältig geplant und durch eine Werbekampagne durchgeführt mit dem Auftrag, bei der öffentlichen Meinung einen Vorteil für die Gruppe zu erlangen, welche die Propaganda durchführt.
Wird die Redefinition oft genug wiederholt, kann die öffentliche Meinung dadurch geändert werden, daß die Bedeutung eines Wortes geändert wird.
»Psychiatrie« und »Psychiater« ist leicht redefiniert in die Bedeutung »ein anti-sozialer Feind des Volkes«. Dadurch werden die verrückten und tötenden Psychiater von der Liste der bevorzugten Berufe verschwinden. Dies ist ein guter Gebrauch von dieser Technik, denn für ein Jahrhundert haben die Psychiater einen für alle Zeiten geltenden Rekord der Unmenschlichkeit an Menschen aufgestellt.
Die Redefinition von Wörtern wird dadurch bewirkt, daß andere Gefühle und Symbole mit ihnen verbunden werden, als diejenigen, die man erwartet.

Jeder Begriff wird sofort im Sinne der Antipsychiatrie negativ besetzt.
Leicht erkennbar ist das im folgenden Posting zum Begriff der Erwerbsunfähigkeitsrente.
 
Von:Gruppe N (Gruppe_N@gmx.net)
Betrifft:Re: Erwerbsunfähigkeit 
Newsgroups:de.sci.psychologie
Datum:2001-02-21 13:32:08 PST
>Ich hätte da mal eine Frage:  seit einigen Monaten bekomme ich Erwerbsunfähigkeitsrente aufgrund einer psychischen Geschichte.
Hi Psychologies, 
Hi Frauke, 
1. Anwort - immer richtig - Du bezieh nicht eine Rente, sondern Wiedergutmachung für Mißhandlungen der Psychiatrie, Freiheitsberaubung als Zwangeinweisung und traumatisierende Körperverletzung in folterartig empfundener Zwangsbehandlung.

Die Anfragerin hatte eine Frage gestellt, wie sie typischerweise in Selbsthilfegruppen gestellt werden. Sie hatte berichtet, dass und warum sie ihre Bekannten nicht über ihre Krankheit informiert hat und jetzt nicht weiss, was sie antworten soll, wenn sie gefragt wird, was sie arbeitet oder warum nicht und warum sie noch bei ihren Eltern wohnt: "Kann mir vielleicht jemand einen Rat geben, was man auf derlei Fragen entgegnen kann, ohne ausfallend oder unhöflich zu werden ? Gibt es vielleicht jemanden, der ein ähnliches Problem hat? Freue mich auf Eure Antwort".

"Hi Psychologies": Dieser Begriff ist ungebräuchlich, wenn nicht unbekannt.
Nur eine Organisation benutzt einen ähnlichen Begriff: Scientology.
Scientology benutzt "Psychs" als Kürzel für Psychiater, zum Beispiel in der Drohung "Psychs are next", "Psychiater sind als nächste dran".
Oder als Bezeichnung für die Bösen im Hubbard/Travolta-Film Battlefield Earth
Auch Michael Kent alias Michael Hinz benutzt den Begriff.
Soweit bekannt, wurde bisher keine Übersetzung ins Deutsche versucht.

Offenbar betreiben Talbot & Co das Umdefinieren gewohntheitsmässig.
Anders ist es wohl kaum zu verstehen, wenn zu Beginn von einem "Progromaufruf gegen René Talbot" die Rede ist.
Mal abgesehen davon, dass das Wort nicht Progrom heisst, sondern Pogrom:
"Pogrom" ist eine "Bezeichnung für staatlich initiierte, gelenkte oder geduldete Gewalttaten gegen Juden" ( Encarta 2002).
Ein Pogrom richtet sich also gegen eine Gruppe, nicht gegen Einzelpersonen.
Das Ziel ist offenbar, Kritik an Einzelpersonen mit der Judenverfolgung gleichzusetzen.
Auch das wurde stets von Scientology betrieben. Dazu:


 
 
 

Diffamierungskampagnen
 
Nicht untypisch für deren gemeinsamens Vorgehen: 
Die Verunglimpfung von Prof. Peter Propping, Direktor des  Instituts für Humangenetik der Universität Bonn als "Erbhygieniker" anlässlich von dessen Berufung in den Nationalen Ethikrat. Das Photo rechts stammt aus der Website www.psychiatrie-erfahrene.de über eine Demonstration anlässlich der konstituirenden Sitzung dieses Rates mit Bundeskanzler Schröder.
Ein Artikel zum Thema: http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/lis/11859/1.html
"Erbhygieniker´" ist ein Begriff aus der Nazi-Zeit und beinhaltet den Begriff der "Rassenhygiene". Scientologen unterstellen, dass die biologische Psychiatrie in Wahrheit dieselben Ziele verfolgt. 
Vor Gericht erklärte Talbot, es ginge mit dieser Bezeichnung um die "längst überfällige Aufarbeitung der NS-Psychiatrie". 

Den Ethikrat insgesamt verunglimpft das Plakat als "Ekelrat". 

 


 
 

"Elektroschocker-Lehrstuhl"
dazu unten: Professorin mit Nazi-Mörder Mengele verglichen
 
Ähnlich Anfang 2002, als es anläßlich der Bildung eines neuen Senates in Berlin um die Frage ging, ob aus finanziellen Gründen eine der beiden medizinischen Fakultäten aufgelöst werde solle: 
Das Werner-Fuss-Zentrum verschickte  ein E-Mail: "Hipp Hipp Hurra". 
Das klang, als solle nicht der Status einer Einrichtung verändert, sondern die Psychiatrie abgeschafft werden.: 



Hipp Hipp Hurra - 
die Befreiung der Freien Universität ist da! 
so schnell kann ein Lehrstuhl auch wieder flöten gähn, Frau Prof. Isabella Heuser  http://www.antipsychiatrie.de/io_nr10/iaapa_flugblatt.htm 
Gelle? Der Ausflug aus Mannheim war nich so das Pralle - hier tickt´s anders. Ihr falscher Ehrgeiz - man sollte eben keinen Elektroschocker-Lehrstuhl wie den von Helmchen besetzen wollen! Unser ungeteiltes Bedauern für Ihre Frühpensionierung :-)))))))))))))))) 
Wir helfen "demonstrieren": Bock auf schwarzen Block:  http://www.de.indymedia.org/2002/01/13296.html 
Für die dies nicht glauben wollen, da steht es: http://www.medizin.fu-berlin.de/protest/facts/ 
EntwurfKoalitionsvereinbarungen.html 
Im einzelnen sollen folgende Veränderungen vorgenommen werden: 
  · Die medizinische Fakultät der FU wird aufgegeben. 
Eine große Party feiert das 
Werner-Fuß-Zentrum 


Auch hier wieder: Die Äußerung zu einem politischen Vorgang verquickt mit beleidigenden Äußerungen gegen eine einzelne Person. 
 

"Elektroschocker-Lehrstuhl" ?
Derartige Töne hat man zuvor nur von der Scientology-Organisation gehört.
 
 

Die Irrenoffensive im Scientologen-Buch von 1987
 
Der Verein Irren-Offensive wurde bereits 1987 in dem Buch der Scientology-Anhänger Keppler und Mehler  "Der sanfte Schrei" (Heyne-Verlag, Buchbesprechung: http://www.AGPF.de/akt88-1.htm#Seite 11 ) als erste Anlaufandresse genannt, neben einem Feministischen Frauen-Therapiezentrum, der SSK Sozialistische Selbsthilfe Köln, einem Arbeitkreis gegen Menschenrechtsverletzungen in München, KVPM und Narconon. Das Titelbild rechts stammt übrigens von dem Scientologen Gottfried Helnwein.  Das Buch zitiert vielfach Scientology-Quellen sowie den Hochstapler und Betrüger Gerd Postel, dem Rene Talbot 2002 eine eigene Website widmet.  Schon in diesem Buch ist die Rede von einem " 'Chemischen Krieg' gegen Kinder" (Seite 55). Zitiert wird der KVPM-Text "Werden Schüler unter Drogen gesetzt, um Gehorsam zu erreichen", 1978,  (Fussnote  II, 27 Seite 237) von Georg Stoffel , damals als Strassenwerber für Scientology und als Autor für die KVPM tätig (Heinemann 1979), heute für das scientology-eigene "Menschenrechtsbüro".

 


Das Bild von Talbot ist ein Ausschnitt aus "Kurzbericht von der Demonstration gegen die Konstituierung des "nationalen Ethikrat" am 8.6.2001"
Text:: http://www.psychiatrie-erfahrene.de/PsyNetzLinksSeiten/Nachrichten.htm
Bild: http://www.psychiatrie-erfahrene.de/PsyNetzLinksSeiten/ekelrat_bilder_fuer_presse/bild2.htm
 
 
 


Die Internet-Domains des Rene Talbot

Rene Talbot ist Inhaber folgender Internet-Domains:


 

Talbots Adresse Sitz von Briefkastenfirmen

Eine Briefkastenfirma besitzt unter der angegebenen Adresse nur einen Briefkasten.
Die Adresse von Rene Talbot scheint der Sitz etlicher solcher Firmen zu sein.

Talbots Adresse ist Vorbergstr. 9a in Berlin.

Die Telefon-CD von KlickTel vom Januar 2002 enthält für Rene Talbot keine Eintragung.
Wohl aber zwei Nummern auf den Namen Talbot ohne weitere Angaben: 030-7828947 und 7874334.
Allerdings sind diese Nummer eindeutig Rene Talbot zuzuordnen:

Die Nummer  7828947 ist eindeutig Rene Talbot zuzuordnen, sie wurde vom Freedom of Thought Office  benutzt (Quelle siehe unten).
Die Zahl 7828947 taucht ausserdem auf in der Website www.BPE-online.de (Webmaster: Peter Lehmann) des Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener und zwar in der Liste der Landesorganisationen: Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg e.V., Scharnweberstraße 29, 10247 Berlin, Tel. 030 – 2911001, Fax 030 – 17828947, E-mail: werner.fuss@berlin.de . Zufall? Vermutlich so wahrscheinlich, wie ein Sechser im Lotto.
Die zweite Telefonnummer findet sich zum Beispiel in der Intenet-Seite http://www.graswurzel.net/229/psychiatrie.shtml
als Kontaktadresse für das "Haus des Eigensinns", Vorbergstr. 9a, 10823 Berlin, Tel: 030/7874334, Fax: 030/7828947
und unter http://www.szasz.com/SymposiumProgram.html las Telephonnumer von Rene Talbot als eines Sprechers des Symposiums "Liberty and/or Psychiatry? 40 Years After the Myth of Mental Illness" zum 80. Geburtstag von Thoams Szasz am 15. April 2000.


Für diese Adresse ist in der Telefon-CD vom Januar 2002 auch angegeben: Firma Talbot Yachthandel & Charter GmbH, Vorbergstr. 9A, 10823 Berlin, 030-78702400.
Dieselbe Nummer ist im aktuellen www.Telefonbuch.de für Rene Talbot eingetragen.

Ausserdem ist dort das Sekretariat des neu gegründeten IAAPA ansässig, wie Talbot in der Newsgroup <de.sci.medizin.psychiatrie> öffentlich
mitgeteilt hat, unten.
Zumindest zeitweilig befand sich dort auch das Sekretariat des Freedom of Thought Office, zuständig für das Russell-Tribunal - Geist gegen Gene, vgl. http://www.Ingo-Heinemann.de/KVPM+Russell-Tribunal.htm
 

Initiative Selbstbestimmung, Uwe Pankow, Vorbergstr. 9a, 10823 Berlin. Die Domain www.initiative-selbstbestimmung.de gehört Talbot. Pankow ist Vorstand der Irren-Offensive e.V., (siehe dort) und Gründungsmitglied der IAAPA in der Schweiz (siehe dort). Die IS wirkt an der Kommerzialisierung der Vorsorgevollmacht mit, nennt sich "Die Vorsorge Company". Der Begriff "Zentralregister Vorsorgevollmacht" ist angeblich bereits geschützt, eine GMBH soll sich in Gründung befinden. Die Webseite verweist auf www.Vo-Vo.de (gehört ebenfalls Talbot), wo seit langem Propaganda für die Vorsorgevollmacht als Rettung vor der Psychiatrie gemacht wird. Klickt man das Link an, landet man auf einer seite mit der Überschrift "Initiative Selbstbestimmung" und erst von dort auf der  Website vo-vo.de, die jetzt laut Impressum von Pankow betrieben wird. Für Auskünfte wird man an das Werner-Fuss-Zentrum (siehe dort) verwiesen.
 
 
 

Abschaffung der Zwangsbehandlung meint Abschaffung der Psychiatrie

Das "Foucault-Tribunal" von 1998 ("Initiator": Talbot, laut www.irrenoffensive.de/Frank/Frame530375.htm) befasste sich noch ganz allgemein mit der "Lage der Psychiatrie".
Seither stehen Angriffe auf die Psychiatrie und einzelne Psychiater im Vordergrund.
Das Russell-Tribunal stand bereits ganz im Zeichen der Antipsychiatrie.
Scientologen haben hier nicht nur Protest-Demos durchgeführt, sondern eine unterstützende Veranstaltung.
Einer der wichtigsten Organisatoren des Russell-Tribunals war Rene Talbot.

Umstritten an der Psychiatrie ist in erster Linie die "Zwangsbehandlung".
Deren Abschaffung wird deshalb gefordert.
Unausgesprochen eingeschlossen ist offenbar die Einweisung durch Angehörige oder Betreuer nach vorheriger Entmündigung oder Anordnung der Betreuung.
Es wird nur schwammig gesagt, was mit psychisch Kranken zu geschehen hat, die für sich selbst oder andere gefährlich sind.
Das können Gewalttäter sein, aber auch Betrüger, die andere ruinieren können.
Daraus kann gefolgert werden:
Abschaffung der Zwangsbehandlung meint Abschaffung der Psychiatrie.

Derzeit können die Gerichte anstatt der Freiheitsstrafe eine Zwangseinweisung anordnen.
Würde diese abgeschafft, bliebe nur ein Verhängung von Freiheitstrafen, denn kein Staat kann dulden, dass Bürger andere Bürger voraussehbar schädigen. Das gilt auch für psychisch Kranke.  Zu den entsprechenden Erfahrungen in den USA siehe Irrfahrt in den Knast.

Zur Durchsetzung dieser Forderung geht Talbot denselben Weg, den die Scientology-Suborganisation KVPM bereits seit den Siebzigern eingeschlagen hatte:
Die Verunglimpfung der Psychiatrie als Nazi-Einrichtung.


Exkurs: Scientology und die Nazi-Psychiatrie
Tatsache ist, dass es unter den Psychiatern zahlreiche Nazis gab, genau wie unter zahlreichen (wenn nicht allen) anderen Berufsgruppen, wie zum Beispiel den Juristen. In den meisten Berufsgruppen waren viele dieser Nazis auch nach Kriegsende, also nach 1945 in staatlichen und halbstaatlichen Funktionen weiter tätig. Das wurde auch damals vielfach öffentlich auf vielen Ebenen kritisiert. Zum Beispiel auch durch Thetaerstücke, etwa "Juristen", 1979, von Rolf Hochhuth.

Der KVPM behauptete allerdings von Anfang an, die Nazi-Psychiatrie sei auch nach dem Krieg fortgeführt worden.
Zum Beleg dienten meist Biographien von Psychiatern.
Diese wurden angereichert mit Schreckensgschichten aller Art rund um die Psychiatrie.
Für den Leser ohne fachliche Vorbildung war meist nicht erkennbar, dass Biographien und Schreckensgeschichten erstens meist eine Mischung aus Fakten und Fiktion enthielten und dass zweitens kein nachprüfbarer Zusammenhang zwischen beiden Themen bestand. "Psychiatrie tötet" war das Schlagwort. Wichtigster Angriffspunkt: Die Elektroschock-Therapie.

1994 wurden diese Beschuldigungen dann in dem Buch "Die Männer hinter Hitler" zusammengefasst. Untertitel: "Wer die geheimen Drahtzieher hinter Hitler wirklich waren ... und unter welchem Deckmantel sie noch immer unter uns weilen."

Spätestens jetzt wurde die Behauptung von der Fortdauer der Nazi-Psychiatrie verbunden mit der damals aufkommenden Psychiatrie-Kritik. Diese bestand aus zwei sehr unterschiedlichen Zweigen:

Vielfach wurden Kranke in Anstalten ("stationär") behandelt, weil zu Hause ("ambulant") keine Möglichkeit der Behandlung bestand. In den Anstalten mußten Kranke oft noch gefesselt werden, um sie von Gewalt gegen sich selbst und andere abzuhalten. Manche rennen buchstäblich mit dem Kopf gegen die Wand. Deshalb gab es gepolsterte Räume, die sog. Gummizellen.

Mit Ausbau der gemeindenahen Psychiatrie und Einführung der Psychopharmaka verringerten sich diese Probleme.
Scientology übertrug umgehend die Kritik von den Psychiatern auf die Psychopharmaka.
Bis heute werden fachliche Probleme - etwa der Dauermedikation - mit Misständen in einzelnen Einrichtungen oder Fehlleistungen Einzelner vermischt.

Neuestes Ziel der Scientology-Kritik ist die Biologische Psychiatrie. Diese befasst sich mit möglichen biologischen Ursachen seelischer Störungen, also etwa vererbten Ursachen oder biochemischen Störungen. Scientologen unterstellen der biologische Psychiatrie die Ziele der nationalsozialistischen "Rassenhygiene", etwa in dem Buch "Die Männer hinter Hitler", Seite 270.
Dazu auch:


Talbot macht die Psychiatrie für Holcaust verantwortlich

In einem Interview wurde Talbot nach dem Russell-Tribunal gefragt. Das sei doch auch als Gegenpol zu einem Psychiatrie-Kongress gedacht gewesen. Ist das gelungen?

Talbots Antwort:

"Ja. Diese 7. Weltkonferenz, die die entscheidende Funktion der deutschen Psychiatrie für die Shoah vergessen machen sollte" (Artikel unten).
Shoa ist ein anderer Begriff für den Holocaust, den Massenmord der Nazis an den Juden in Europa, von den Nazis als "Endlösung" bezeichnet. "Nach neuesten Schätzungen beträgt die Gesamtzahl der Opfer des Holocaust zwischen 5,3 und knapp über sechs Millionen Menschen" (Encarta 99 Enzyklopädie).

Talbot  weist also der Psychiatrie "die entscheidende Funktion" und damit die Verantwortung  für den Holcaust  zu.
Dies ist exakt die Scientologen-These, vertreten u.a. in dem Buch "Die Männer hinter Hitler".
 
 
Junge Welt vom 10.7.2001 
http://www.jungewelt.de/frameit.php?/2001/07-10/016.shtml


Kann das Russell-Tribunal etwas bewirken?
jW sprach mit René Talbot vom Bundesverband der Psychiatrieerfahrenen Berlin-Brandenburg, Mitorganisator der Konferenz »Freedom of Thought«
F; Vor kurzem fand in Berlin die psychiatrie- und gentechnologiekritische Konferenz »Freedom of Thought« statt. Was passierte dort inhaltlich? 
»Freedom of Thought« war eine internationale Konferenz über Menschenrechte, biologistische Diskriminierung und psychiatrischen Zwang. Um den Titel zu erklären: die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen garantiert in Artikel 18 das Recht auf Freiheit der Gedanken. 
Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Mary Robinson, hatte einen Vertreter entsandt, der die Konferenz eröffnete und die Veranstaltung als einen Beitrag im Vorfeld zur »World Conference Against Racism« bezeichnete. Das zeigt, von welchem Interesse die aufgeworfenen Fragen sind. Nach der Eröffnungsveranstaltung teilte sich die Konferenz in das 5. Internationale »Russell Tribunal on Human Rights in Psychiatry« und das Symposium »Geist gegen Gene«.
F: Beim Russell-Tribunal, dessen Urteil in der jungen Welt vom Wochenende abgedruckt war, ging es um das zentrale Wort der Psychiatrie Geisteskrankheit, deren Existenz von der Anklage als Mythos bezeichnet wurde, sowie um Zwangseinweisung und -behandlung in psychiatrischen Institutionen vor dem Hintergrund der Verletzung von Grundrechten. 
»Geist gegen Gene« war als ein Forum jenseits des konventionellen Paradigmas zweckgebundener Produktion biotechnologischen Wissens und der Ideologie der »Verbesserung« des Menschen geplant. Mit voranschreitender Kommerzialisierung der Biowissenschaften steigt die Gefahr, daß der Wert des Menschen an der »Qualität« seines Erbgutes gemessen wird: Eine Aufwertung des »Gesunden« geht mit der Abwertung des »Kranken« einher. Einem Rassismus ohne Rasse wird auf der Basis von genetischen Profilen das Feld bereitet. Die Kriterien der Zuordnung bleiben im dunkeln und spiegeln lediglich neueste biologische und medizinische Erkenntnisse wider.
F: Das Urteil des Russell-Tribunal ist rechtlich nicht bindend. Kann es an der Situation in der Psychiatrie überhaupt etwas ändern? 
Ganz sicher. Denn es ist von einer moralischen Instanz gefaßt worden. Das »Vietnam War Crime Tribunal« war genausowenig rechtlich bindend, hat aber dem darauffolgenden Protest maßgeblich den Rücken gestärkt. Ohne Moral läßt sich nun mal keine Auseinandersetzung erfolgreich durchstehen, sowieso nicht aus einer Minderheitenposition heraus. Ganz wesentlich war auch die weltweite Live-Übertragung via Internet. In vielen Ländern der Erde wurde das Tribunal verfolgt. Seit Sonntag ist von der Homepage freedom-of-thought.de über ein Audioarchiv das gesamte Konferenzgeschehen in Deutsch und Englisch abrufbar.
F: »Freedom of Thougth« sollte auch ein Gegenpol zur im ICC Berlin tagenden 7. Weltkonferenz der Biologischen Psychiatrie sein. Ist das gelungen? 
Ja. Diese 7. Weltkonferenz, die die entscheidende Funktion der deutschen Psychiatrie für die Shoah vergessen machen sollte, hat sich tatsächlich zu einer Presseerklärung provoziert gefühlt, die von Verleumdungen nur so geschäumt hat. Wir haben offensichtlich mit unseren äußerst bescheidenen Mitteln gegen alle Widerstände bei dieser Weltkonferenz ins Schwarze getroffen.
F: Wie soll weiter zum Thema Psychiatrie und Gentechnologie gearbeitet werden? 
Psychiatrische Genetik bezeichnen wir als Psychiatriebetroffene zugespitzt als Neo-Nazi-Eugenik. Mit pränataler Gleichschaltung werden die alten Ziele weiterverfolgt. Es kommt darauf an, politisch dagegen zu mobilisieren, in den Universitäten Widerstand zu organisieren. Gegen die psychiatrische Gewalt gibt es in der BRD weltweit einmalig ein rechtswirksames Mittel: die Vorsorgevollmacht. Diese Vollmacht kann jeder Mensch abschließen. Sie kostet nichts und jede Vollmacht mehr ist ein Grabstein mehr für die Zwangspsychiatrie. Näheres dazu gibt es im Internet unter www.vo-vo.de
Interview: Peter Nowak

 

Vorsorgevollmacht gegen Psychiatrie

Wichtigstes Instrument beider Vereine (also der Irren-Offensive e.V., des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg e.V. und deren  "Werner-Fuß-Zentrum") ist die Vorsorgevollmacht. Dazu:


Die Vorsorgevollmacht dient hier dazu, "der psychiatrischen Gewalt die Stirn zu bieten" , so und ähnlich in zahlreichen Internet-Seiten, insbesondere solchen, deren Inhaber Talbot ist.

Nur Vordergründig geht es auch hier darum, gegen die Zwangseinweisung vorzugehen. Dazu siehe oben.

Eine Vollmacht als Instrument gegen die Psychiatrie ist eine Erfindung der Scientology-Suborganisation KVPM - Kommission für Verstösse der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.

Eine solche wurde 1994  als "Schutzbrief" in dem Buch "Die Männer hinter Hitler" vorgestellt.

Seither wird er bei alle denkbaren Gelegenhiten verbreitet, auch auf der Strasse, vgl.

Die "Vorsorgevollmacht" ist eine sprachlich verharmloste Variante des "Psychiatrischen Testaments", das seit etwa 1985 von der Irren-Offensive und deren damaligem Vorstand Peter Lehmann propagiert wurde. Dazu mehr unten.
 
 

Talbots Versuch der feindlichen Übernahme der Prinzhorn-Sammlung

Einzelheiten: http://prinzhorn.uni-hd.de/aktuelles/1999/11/stellungnahme.shtml

Talbots Versuch der feindlichen Übernahme der Prinzhorn-Sammlung wäre nicht mehr als eine Groteske. Wenn Talbot hier nicht - wie sonst nur Scientology - versucht hätte, den Holocaust zu instrumentalisieren. Und wenn es Talbot nicht gelungen wäre, zeitweilig eine Reihe von Personen des öffentlichen Lebens dafür einzuspannen, den Ruf der Psychiatrie weiter zu schädigen und damit das Vertrauen von Patienten zu schädigen.

Die "Prinzhorn-Sammlung" besteht aus Bildern, die von Psychiatrie-Patienten gemalt wurden. Zunächst gab es eine kleine Sammlung an der Heidelberger Universitätsklinik, die ab etwa 1900 entstanden war. 1919 und 1921 hat der Kunsthistoriker und Arzt Hans Prinzhorn diese erheblich erweitert.  Prinzhorn hat sich auch wissenschaftlich mit den Werken befasst und darüber ein Buch geschrieben: "Bildnerei der Geisteskranken", 1922. Durch dieses Buch gewannen die Werke Einfluss auf  avantgardistischen Künstlerkreise.  Als er die Klinik 1921 verliess, waren es mehr als 5000 Objekte. Zu Beginn der Nazi-Zeit 1933 wurde das Sammeln eingestellt.

1996 wurde in Heidelberg ein neues Gebäude für die Sammlung geplant. In diesem Stadium forderte Rene Talbot im Namen des BPE - Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener, ihm die Prinzhorn-Sammlung zu übereignen.
Die grotesken und skandalösen Einzelheiten lassen sich in der Website der Prinzhorn-Sammlung nachlesen. Dort heisst es:

"In einem Gespräch erklärte der Leiter der Berliner Gruppe des BPE, René Talbot, Initiator und Wortführer dieses Vorhabens, daß geplant sei, eine Gedenkstätte für die Euthanasieopfer des Nationalsozialismus in Berlin zu errichten, deren Kernstück die Prinzhorn-Sammlung sein solle. Hierfür gab es bereits einen architektonischen Entwurf. Den Bau wolle ein anonymer Geldgeber in Form einer Stiftung finanzieren, wobei er seine Schenkung allerdings an die Präsenz der Prinzhorn-Sammlung koppele."
Name des Museums-Projekts: Haus des Eigensinn - Museum der wahnsinnigen Schönheit
Vorgestellt wird das Projekt unter http://www.psychiatrie-erfahrene.de/eigensinn/projekt.htm

Wenn ein eher unsolide erscheinendes Vereinskonglomerat absurde Forderungen erhebt und wegen der Finanzierung auf einen angeblichen anonyme Geldgeber verweist, dann ist das wenig glaubhaft.

Vermutlich um die fehlende Reputation aufzubessern wurde der
Bund der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten e.V.
zur Unterstützung gewonnen, insbesondere Elvira Manthey.
Später erst erfuhr der Bund, dass diese eng mit der Scientology-Tarnorganisation KVPM Kommission für Verstösse der Psychiatrie gegen Menschenrechte kooperierte.
Der Bund  sich aus dem Projekt zurück.
Elvira Manthey wurde ausgeschlossen, nachdem sie nicht bereit war, sich von Scientology zu distanzieren.
 

Vermutlich um Verbündete zu gewinnen, stellt Talbot Prinzhorn als Nazi-Ideologen dar.
Das ist an den Haaren herbeigezogen.
Dazu Dr. Rudolf Sponsel http://www.sgipt.org/medppp/araf/paris-t.htm

Als Kürzel für das Projekt wird "T 4" benutzt, für die Adresse Tiergartenstasse 4 in Berlin.
Dort soll entweder das Museum oder eine Gedenkstätte gebaut werden.
Dort war der Sitz der Bürokratie zur Durchführung der Nazi-Euthanasie.
Das Scientologen-Buch "Die Männer hinter Hitler" (Seite 81 ff) benutzt dieses Kürzel für ihren Kampf gegen die Psychiatrie.

Inzwischen scheint das Projekt gescheitert zu sein.
In der Newsgroup de.sci.medizin.psychiatrie wurde am 17.5.2002 ein Rundschreiben des Werner Fuss Zentrums veröffentlicht, gezeichnet u.a. von Rene Talbot. Hier der Anfang:

"Subject:     Die zynische Republik
From:        Werner Fuss Zentrum <werner.fuss@berlin.de>
Newsgroups:  de.sci.medizin.psychiatrie
Date:        Fri, 17 May 2002 17:44:23 +0200
Donnerstag, 16. Mai 2002
Offener Brief an den Vorsitzenden und die Mitglieder des Ältestenrat des Bundestags
11011 Berlin
Sehr geehrter Herr Thierse,
Sehr geehrte Mitglieder des Ältestenrats.
DIE  ZYNISCHE  REPUBLIK
Große Koalition verhindert "Haus des Eigensinns".
Die Opfer des ärztlichen Massenmords sind auch in dieser Republik nur eine Fleischmasse.
Als Initiatoren des "Haus des Eigensinns" müssen wir leider bekannt geben, daß dieses Projekt einer Gedenkstätte für die Opfer des systematischen ärztlichen Massenmords von 1939 bis 1949 und Museums derWahnsinnigen Schönheit inzwischen gescheitert ist."
Der Brief schliesst:
"Ebenfalls danken möchten wir dem Stifter, dem wir nurmehr empfehlen können, seine Vermögenswerte außerhalb der zynischen Republik anzulegen, damit dieser Staat nicht auch noch zur weiteren "Enttabuisierung des Militärischen" Steuern aus seinen Einkünften ziehen kann."
Der Name des angeblichen Spenders wurde nie genannt.
Offen bleibt deshalb vorerst, ob es diesen überhaupt jemals gegeben hat oder ob Talbot nicht vorhandenes Geld für seinen Poker mit dem Staat eingesetzt hat.
Oder ob der Spender deshalb nicht genannt wurde oder genannt werden konnte, weil es sich um eine dubiose Figur oder Organisation gehandelt hat.
 
 
 
 

Peter Lehmann verschweigt seine Rolle in der Irren-Offensive

Peter Lehmann ist Inhaber des Antipsychiatrie-Verlages. In dessen Website befindet sich unter http://www.antipsychiatrie.berlinet.de/verlag/sonstiges/lehmann.htm sein Lebenslauf. Von dort stammt auch die Abbildung.


Der Lebenslauf des Peter Lehmann beginnt:

"Geboren 1950 in Calw (Schwarzwald). Diplompädagoge. Heute Autor und Verleger in Berlin. Mitgliedschaft bei VG Wort seit 1988. 1989 Gründungsmitglied des Vereins zum Schutz vor psychiatrischer Gewalt e.V. (Trägerverein des Weglaufhauses Berlin), 1990 von PSYCHEX e.V. (Schweiz), 1991 des Europäischen Netzwerks von Psychiatriebetroffenen.  ..."

 

Lehmann erwähnt als erstes die Mitgliedschaft in der VG Wort, der Verwertungsgesellschaft Wort, die bei der finanziellen Verwertung von Texten hilft. Als Inhaber des Antipsychiatrie-Verlages verwertet er heute insbesondere die Antipsychiatrie, deren ideologischen Inhalt er weitgehend mit bestimmt.
Lehmann vergisst zu erwähnen, dass er 1982 Gründungsmitglied und bis 1989 Vorstand des Vereins Irren-Offensive e.V. (siehe oben) war. Deshalb unten der Registerauszug des Vereinsregisters Berlin-Charlottenburg VR 7067 Nz, Seite 1 vom 1.3.2002.
 
 

Lehmanns Abmahnung

Wegen der Behauptung "Peter Lehmann verschweigt seine Rolle in der Irren-Offensive" hat er am 19.6.2002 eine Abmahnung geschickt. Hier der Schriftwechsel dazu:
 
Peter Lehmann an Ingo Heinemann per E-Mail vom 19.6.2002 


Sie schreiben in Ihrem Kapitel "Peter Lehmann verschweigt seine Rolle in der Irren-Offensive": 
"Lehmann vergisst zu erwähnen, dass er 1982 Gründungsmitglied und bis 1989 Vorstand des Vereins Irren-Offensive e.V. (siehe oben) war. "
Diese Aussage ist unwahr. Wahr ist, dass ich an dieser Stelle bewußt auf auf die Nennung der Gründung der Irren-Offensive verzichtet habe. Ihre Aussage beinhaltet eine unausgesprochene Unterstellung, wonach ich entweder unter Gedächtnisschwund leide oder etwas zu verbergen habe. In dem Buch "Flucht in die Wirklichkeit", hg. von Kerstin Kempker, beschreibe ich auf den Seiten 30 bis 37 ausgiebig meine Erfahrungen in der Irren-Offensive. Ich fordere Sie auf, bis 31.6.2002 Ihre wahrheitswidrige Behauptung aus Ihrem Text zu entfernen. 
Ingo Heinemann an Peter Lehmann per E-Mail vom 2.7.2002 


Sie beanstanden den Satz  "Peter Lehmann verschweigt seine Rolle in der Irren-Offensive". Sie schreiben dazu: "Diese Aussage ist unwahr. Wahr ist, dass ich an dieser Stelle bewußt auf auf die Nennung der Gründung der Irren-Offensive verzichtet habe." 
Genau das ist mit Verschweigen gemeint: Der bewusste Verzicht auf eine Information. 

 
 

Lehmanns Scientology-Kontakt

In Lehmanns Zeit als Vorstand der Irrenoffensive fällt die Erfindung des Begriffes "Das Psychiatrische Testament".
Der Verein Irren-Offensive hat ein Buch mit diesem Titel herausgegeben und zwar 1987 in Peter Lehmanns Antipsychiatrie-Verlag unter der ISBN 3-925931-02-3.
Aus diesem Anlass wurde eine Pressekonferenz veranstaltet und eine Presseerklärung herausgegeben, handschriftlich unterzeichnet von Peter Lehmann.
Darin heisst es:

"Erika von Reil-Klier, eine Sprecherin der Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen die Menschenrechte e.V. (Sitz München), deren Ehrenvorsitzender Professor Szasz ist, begrüßte die Initiative der Irren-Offensive ausdrücklich ... ".
Die KVPM - Kommission für Verstösse der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.  war und ist die Kampftruppe der Scientology-Organisation gegen die Psychiatrie.

Hier zunächst die Pressemitteilung:
 
IRREN-OFFENSIVE e.V. 
Pallasstraße 12 
1000 Berlin 30 
Telefon 215 16 38 

Presseerklärung zum Thema "Schutz vor psychiatrischer Zwangsbehandlung"
 

"Das Psychiatrische Testament", eine zentrale Schrift des bekannten amerikanischen Psychiaters und Psychiatrie-Kritikers Thomas S. Szasz, wurde heute in Berlin auf einer Pressekonferenz vorgestellt. In Zusammenarbeit mit Szasz veröffentlichte die Irren-Offensive e.V., eine gemeinnützige Selbsthilfe-Organisation von Psychiatrie-Betroffenen, den Text als 72-seitiges Buch. Im Anhang finden sich Musterschreiben, die der Berliner Rechtsanwalt Hubertus Rolshoven entwarf. Diese berücksichtigen bundesdeutsches Recht; damit kann sich jeder Mensch frühzeitig - im Zustand der nicht angezweifelten Vernunft - und rechtswirksam gegen so zweifelhafte Maßnahmen wie Elektroschocks und Neuroleptika ("antipsychotische Medikamente") schützen, die routinemäßig gegen den Willen der Betroffenen verabreicht werden. Erika von Reil-Klier, eine Sprecherin der Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen die Menschenrechte e.V. (Sitz München), deren Ehrenvorsitzender Professor Szasz ist, begrüßte die Initiative der Irren-Offensive ausdrücklich: "Es ist doch absurd, wenn durch ein Testament alles nach dem Ableben geregelt werden kann, aber nicht zu Lebzeiten Zwangsbehandlung und persönlichkeitszerstörende psychiatrische Praktiken abgelehnt werden können." Das Buch ist erschienen im Peter Lehmann Antipsychiatrieverlag, kostet 5 DM und ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Es kann aber auch direkt bestellt werden durch Überweisung von DM 5,80 auf das Konto der Irren-Offensive e.V. Nr. 457065-103 beim Postgiroamt Berlin. Hinweis für die Medien: Kostenfreie Rezensionsexemplare können angefordert werden bei der Irren-Offensive e.V., Pallasstr. 12, 1000 Berlin 30. 
[darunter handschriftlich:] 
Berlin 30, 25.11.87       i.V.    Peter Lehmann
[Stempel der Irren-Offensive e.V.] 
[darunter handschriftlich:] 
P.S. 
Über die Zusendung von Belegexemplaren - oder bei Nichtinteresse - Rücksendung der Schrift würden wir uns freuen. 
[Quelle: Peter Lehmann (Hg.): "Alles über das Psychiatrische Testament. Gesammelte Kopien wichtiger Publikationen und Textstellen", spiralgebundenes Dossier, Stand Oktober 2001]


 
 
Erika von Reil-Klier war nicht nur Sprecherin der KVPM, sondern auch Scientologin.
In einer Scientology-Website wird über die Feierlichkeiten von 1995 zum 25-jährigen Bestehen der Organisation in Deutschland berichtet: 
"Eines der Gründungsmitglieder der ersten deutschen Scienlology Kirche war Erika von Klier-Reil. Wie so viele andere deutsche Scientologen vor 1970 konnte sie die Werke des Scientology Stifters L. Ron Hubbard nur in Kopenhagen, dem Sitz der europäischen Scienlology Kirche, studieren.
Erika von Klier-Reil: 'Scientology ist ein Weg, bei dem jeder gewinnt. Als mir das klar wurde, wusste ich, daß wir auch in Deutschland eine Scientology Kirche brauchen'. "
Die Scientology-Website (Abbildung rechts) wurde zuletzt im Dezember 2002 geladen unter der 
URL http://www.freedom.de/vol0000/25jds01.htm 
Lesbare Version der Abbildung: 
http://www.Ingo-Heinemann.de/Klier+Scientology95-gross.jpg

 

Der Begriff "Das Psychiatrische Testament" ist ein Propaganda-Begriff

Das Buch "Das Psychiatrische Testament" enthält im wesentlichen die Übersetzung eines Textes von Thomas Szasz, der in der Presseerklärung ausdrücklich als "Ehrenvorsitzender" des KVPM bezeichnet wird.

Der Text von Szasz hatte den Titel "The Psychiatric Will". Zuständig für die ebenso merkwürdige wie prägnante Übersetzung: Ein "Übersetzer-Kollektiv der Irren-Offensive e.V.", bestehend aus: "Ralf Beyer, Peter Lehmann, Hannelore Pietsch, Gabi S., Heike Schlüchtermann, Tina Stöckle, Martin Wiedmann und Hartmut Zülch". Diese Informationen sind enthalten in einer Script-Version, die von Peter Lehmanns Antipsychiatrie-Verlag noch 2002 verbreitet wurde und in der auch die Presseerklärung enthalten ist. Sowie ein Vermerk: "Viele der antipsychiatrischen Aktivisten  (z.B. Fritz Hasper, Peter Lehmann, Christa Schwarz-Accar) haben der Irren-Offensive e.V. bereits Ende 1989 den Rücken gekehrt".

Ein Testament ist eine Willenserklärung für den Fall des Todes. Warum diese freie Übersetzung gewählt wurde, erklärt das Kollektiv ausführlich. Es sei die "unzweideutigste und auch einprägsamste Bezeichnung für den deutschen Sprachgebrauch", die sich im Kollektiv nach langer Diskussion durchgesetzt habe. Demnach will also niemand für diesen Begriff verantwortlich sein. Umgekehrt sind alle Übersetzer dafür verantwortlich. Also auch Lehmann, der zudem die propagandistische Umsetzung besorgt hat.

Der Begriff "Das Psychiatrische Testament" suggeriert die Vorstellung, dass Psychiatrie-Patienten Todeskandidaten sind.
Genau das verbreitet die deutsche Antipsychiatrie unterschwellig in zahllosen Artikeln und E-Mails.
Vertreten wird diese deutsche Antipsychiatrie hauptsächlich durch durch Lehmann, Talbot und Scientology.

Die propagandistische Intention des Begriffes ergibt sich auch aus einem weiteren Umstand. Der Begriff wurde bereits 1985 als Titel eines Artikels benutzt, den Helga Wullweber in der Zeitschrift Recht und Psychiatrie veröffentlich hat (Nr. 1 aus 1985, Seiten 15 - 18). Also zwei Jahre, bevor Lehmann den Szasz-Artikel veröffentlicht hat und zwei Jahre vor der oben wiedergegebenen Presseerklärung.
Helga Wullweber Artikel enthält überwiegend juristische Ausführungen. Sie beruft sich für die Übersetzung des Begriffs "Psychiatric will" bereits auf das "Übersetzerkollektiv". Der Artikel und ihr heutiger Beruf als Rechtsanwältin ist dem Script zu entnehmen mit der Bemerkung, dass ihre damalige Anschrift nicht mehr stimmt. Im übrigen gibt der Artikel keinen Hinweis auf Verbindungen zu dem Verein, Peter Lehmann oder gar Scientology.

Marianne Kestler hat die Übersetzung von Lehmann & Co mit dem Szasz-Original verglichen. Danach drängt sich der Verdacht auf, dass die Übersetzung den Szasz-Text absichtlich radikalisiert hat. Insbesondere wurden neutrale Begriffe in eine Propaganda-Sprache umgesetzt.
So wurde der Begriff "involuntary" (unfreiwillig) mal mit "zwangsweise" übersetzt, mal mit "gewaltsam". Aus "involuntary mental patients" wurden so "gewaltsam zu Psychiatriepatienten Gemachte", aus "involuntarily hospitalizing" (unfreiwillige Hospitalisierung) wurde "zwangsweise Anstaltspsychiatrisierung", aus "involontary mental hospitalisation" wurde "zwangsweise Anstaltsunterbringung", aus "involuntary mind control" wurde "gewaltsame Kontrolle des Geistes".
 

Die KVPM - Kommission für Verstösse der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.  war zum Zeitpunkt der Pressekonferenz längst als Scientology-Ableger enttarnt. Darüber war in Büchern und zahlreichen Presseartikeln berichtet worden. Es erscheint so gut wie ausgeschlossen, dass dies jemandem entgangen sein könnte, der sich damals schon - wie Lehmann - kritisch mit der Psychiatrie befasst hat. Schon 1978 hat Ernst Klee in seinem Buch "Psychiatrie-Report" beschrieben, wie leicht man in die Nähe von Scientology geraten kann oder gestellt wird.

Ich habe Lehmann per E-Mail gefragt, ob ihm damals bekannt war, dass es sich bei dieser Kommission um einen Ableger der Scientology-Organisation gehandelt hat und dass Erika von Reil-Klier Scientologin war. Lehmanns Antwort: "Ich habe die Irren-Offensive 1989 verlassen und besitze keine Unterlagen mehr. Bitte lassen Sie mir eine Kopie jener Presseerklärung zukommen. Vielleicht hilt mir dies mich zu erinnern, was ich vor 15 Jahren wußte und was nicht." Mit solcher Mischung aus vermeintlicher Unwissenheit und Schlitzohrigkeit ist es Lehmann bisher offenbar gelungen, seine Position in Betroffenen-Vereinen zu behaupten und zugleich seine gewerblichen Interessen mit Buchverkäufen bei Tagungen vertreten zu dürfen.

Der Begriff "Psychiatrisches Testament" wird auch vom KVPM und damit von Scientology benutzt.
Vgl. dazu auch http://www.Ingo-Heinemann.de/Kent-Depesche.htm#Testament
Allerdings nicht in allen Fällen, vgl. http://www.Ingo-Heinemann.de/kvpm10.htm  und http://www.Ingo-Heinemann.de/Hitler-Buch.htm
 
 

Registerauszug des Vereinsregisters
Berlin-Charlottenburg VR 7067 Nz, Seite 1 vom 1.3.2002.
Vorstände waren zu diesem Zeitpunkt:

Rentner Rene Talbot, Berlin, Kassenwart (seit 1996)
Rentner Hartmut Schulte, Berlin (seit 1997)
Schlosser Uwe Pankow, Berlin (seit 1998)

 


 
 
 
 

Hier noch zweimal Lehmann, diesmal auf ein und derselben Seite der Website der ENUSP European Network of (ex-)Users and Survivors of Psychiatry
(www.enusp.org/board.htm).
Links als zuständig für die "Region: Austria, Belgium, Germany, Liechtenstein, Luxembourg, Switzerland",
rechts als "ENUSP-Coordinator: Desk / Newsletter Edition".
 


 
 

Lehmann will die Psychiatrie abschaffen
 
Aus: Interview mit Peter Lehmann  http://www.antipsychiatrie.berlinet.de/artikel/interview.htm


Die Abschaffung der Psychiatrie wird zu einer großen Entängstigung in der Gesellschaft führen, von dem nicht nur wir Verrückte profitieren, die schon in der Psychiatrie waren, sondern alle Menschen. Es gäbe ein Repressionsinstrument weniger. Alle Gruppen, die ernsthaft gegen Unterdrückung von Menschen arbeiten, sind unsere potentielle Unterstützer. Da sich in sehr vielen Organisationen Psychiater und deren HelferInnen eingeschlichen haben, wirken diese als Bremsklötze – sei es bei Amnesty International, sei es bei den Grünen oder bei anderen Verbänden. Die Forderung nach Abschaffung der Psychiatrie beinhaltet zudem noch die Forderung nach echter menschlicher Hilfeleistung in (als Krisen erfahrenen oder sonstwie schwierigen) Veränderungs- und Wachstumsprozessen des Menschen – soweit Hilfe gewünscht wird. Welche Unterstützungsformen dabei möglich und nötig sind, ist im Anhang des »Chemischen Knebels« nachzulesen. Wir sind davon überzeugt, dass wir Betroffenen am besten selbst wissen, was wir brauchen. Klar ist, dass für Psychiater (als Berufsgruppe) kein Platz mehr sein wird: Die Vorstellung, mit medizinischen oder pseudo-medizinischen Methoden psychische Probleme sozialer Natur zu beheben, ist nun mal Quatsch und bringt nur unermessliches Leid über die Menschen.

 
 

BPE-Lehmann-Leserbrief zum Spiegel-Artikel "Irrfahrt in den Knast" (oben):
 
Aus: http://www.bpe.berlinet.de/infopool/normalitaet/pb/spiegel_98.htm


Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.
Thomas-Mann-Str. 49a
53111 Bonn

An den
SPIEGEL
Leserbrief-Redaktion
Brandswiete 19
20457 Hamburg
 
 

19.12.1998
»Irrfahrt in den Knast« in SpiegeI 51/1998, S. 206ff.

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind entsetzt über Ihre Berichterstattung und bitten um Abdruck unseres Leserbriefs. 
Mit freundlichen Grüßen
i.V. Peter Lehmann
 

Leserbrief zu »Irrfahrt in den Knast«

Was für eine bemerkenswere Botschaft, und das so kurz vor dem Fest der Liebe! US-Psychiater E. Fuller Torrey will wissen, dass in den USA viele Psychiatriebetroffene hochkriminell sind, viele Kriminelle schizophren oder manisch-depressiv. Was beiden Bevölkerungsgruppen lediglich fehle, sei die zwangsweise Versorgung mit Psychopharmaka. Dann könne die Gesellschaft wieder ruhig schlafen.

Torrey, dessen Steckenpferd es ist, Hunderte von Gehirnen Gestorbener zu sammeln, die zu Lebzeiten die Diagnose »Schizophrenie« erhalten hatten, will gemeinsam mit anderen biologisch orientierten Psychiatern soziale Brandherde mit psychopharmakologischen Großeinsätzen bekämpfen: Strafgefangene, potentiell gewalttätige schwarze Jugendliche, Störenfriede in der Schule, Menschen mit psychiatrischen Diagnosen, sie alle sollen zwangsweise Psychopharmaka gespritzt bekommen. Dabei sollen diskriminierende Presseberichte ihr Übriges tun, d.h. der Boden für die politische und juristische Zustimmung zur erzwungenen Massenbehandlung soll bereitet werden.

Das kann der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. nicht hinnehmen. Wir schätzen es keineswegs, mit kriminellen Minderheiten in einen Topf geworfen zu werden, und verwahren uns aufs Entschiedenste gegen diese Art von Populismus. Wir beharren auf dem unveräußerlichen Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit. Die gravierenden sozialen und psychischen Probleme von Menschen lassen sich nicht dadurch lösen, dass sie zu Millionen zwangsweise »chemische Knebel« verpasst bekommen.

Für den Vorstand
Peter Lehmann
 Vom Spiegel ›aus Platzgründen‹ nicht veröffentlicht

Lehmann war oder ist also Vorstand im BPE.
Lehmann ist auch "Webmaster" der Website des BPE, betreut also diese Website.
Dem Vernehmen nach wird diese Tätigkeit vom Bundesministerium für Arbeit gefördert.
Deshalb war und ist es durchaus von Interesse, dass von dieser Website aus ein Link auf die Website des Scientologen Helmut Kaeding www.Ritalin-Kritik.de gelegt war. Zu dieser Website: Scientology gegen Ritalin
Darauf hat Roland Hartig (www.lichtblick-newsletter.de, vgl. auch die  "Lichtblick"-Dokumentation) aufmerksam gemacht.
Lehmann mit E-Mail vom 26.7.2001: "Ich habe die Seite geprüft, selbstverständlich werde ich die Links heute noch entfernen. ... Rechtliche Schritte wegen möglicher Rufschädigung behalte ich mir vor".

Soweit ersichtlich, ist dieses Link inzwischen verschwunden und Lehmann distanziert sich von Scientology.
Dasselbe gilt für de BPE.

In dem Scientologen-Buch "Die Männer hinter Hitler" wird ein Lehmann-Buch empfohlen (Seite 288 Fussnote1):

"Wir empfehlen hierzu das höchst bemerkenswerte Buch «Der chemische Knebel» von Peter Lehmann. Lehmann untergliedert die Behandlungsmittel nach physikalischen, chemischen, biologischen, psychologischen und medizinischen Methoden, Berlin 1990 ..."
Untere "Danksagung" wird  folgerichtig auch Peter Lehmann aufgeführt, gleich neben den Scientologen Keppler und Mehler, den Autoren des Buches "Der sanfte Schrei" (siehe oben). Das bedeutet aber nicht, dass Lehmann Scientology-Anhänger ist. Die Danksagungs-Liste enthält auch Namen von nicht-Scientologen.
 
 
 

Hagai Aviel und IAAPA: "Neo-Nazi-Eugenik" auch in Israel


 

Aviel ist Vertreter einer Organisation namens IAAPA Israeli Association Against Psychiatric Assault, also "Israelische Vereinigung gegen psychiatrische Übergriffe" mit Postfach-Adresse in Tel Aviv.
Das Foto zeigt links Talbot, in der Mitte Aviel und rechts  Dr. Ellis Huber und stammt aus der Seite
http://www.foucault.de/documentation/rene+hagai+huber.htm
über das Foucault-Tribunal. Laut Bildunterschrift waren René Talbot and Hagai Aviel (Israel) dort "Juroren".

Aus unerfindlichen Gründen wünscht Aviel sich an dieser Stell ein anderes Bild, wie der durch E-Mail vom 17.6.2002 mitgeteilt hat:


 
 

Aviels Rolle scheint es zu sein, der Behauptung von Fortdauer der Nazi-Psychiatrie Glaubwürdigkeit zu verleihen.
Dabei beschränkt er sich nicht auf deutsche Psychiater.
Einem der grössten Krankenhäuser Jerusalems, dem Sarah Herzog Hospital  (www.herzoghospital.org) wirft er vor, es betreibe Neo-Nazi-Eugenik.
 

Aus: http://groups.yahoo.com/group/criticalpsychiatry/message/2179  am 14.10.2001: 


From:  "Hagai Aviel" <iaapa@h...> 
Date:  Sun Oct 14, 2001  8:12 pm 
Subject:  PTSD centre in Israel 
the herzog hospital in jerusalem, under the heading of the psychiatrist richard ebstein, is the most notorious psychiatric institution in israel which promotes biological-psychiatry, that is neo-nazi eugenics. just for your info. 
hagai 


Übersetzt: Das Herzog-Krankenhaus in Jerusalem ist unter der Leitung des Psychiaters Richard Ebstein das berüchtigste psychiatrische Einrichtung in Israel, die biologische Psychiatrie fördert, was eine Neo-Nazi-Eugenik ist. Dies zur Information.

 
 
 
 
 

IAAPA in der Schweiz gegründet

Am 24. Oktober hat Uwe Pankow die Gründung einer IAAPA in der Schweiz bekannt gegeben.
Pankow ist laut Registerauszug Vorstand des Vereins Irren-Offensive e.V.
Die bisherige IAAPA heisst Israeli Association Against Psychiatric Assault.
Die jetzt gegründete IAAPA heisst demgegenüber International Association Against Psychiatric Assault.
Ohne Erwähnung dessen, dass es bereits einen Verein diesen Namens gibt. Pankow ist Vorstand des Vereins Irren-Offensive e.V. (siehe oben).
Kurz darauf teilte Rene Talbot ebenfalls in einer Newsgroup mit, dass er der IAAPA Sekretär ist:
 
Subject:     IAAPA gegründet! 
From:        Uwe Pankow <uwe.pankow@berlin.de> 
Newsgroups:  de.sci.medizin.psychiatrie 
             de.soc.menschenrechte 
             de.sci.psychologie 
Date:        Thu, 24 Oct 2002 00:13:09 +0200 

Hi Freunde der Menschenrechte, die diese ernst nehmen! 
Am Montag ist ein großartiger Erfolg im Bemühen um Menschenrechte ohne Zwangspsychiatrie gelungen: die "International Association Against Psychiatric Assault" wurde in Basel als Verein nach Schweizer Recht gegründet: 
http://www.iaapa.ch 
Das Baseler TV hat unmittebar von der Gründung berichtet! 

IAAPA hat Mitgliedern aus der Schweiz, Deutschland, Russland,  USA, Irland, Great Britain und Israel. IAPPA hat nicht nur "revolutionäre" Funktion, sondern auch eine "revolutionäre" Form: Mitgliederversammlungen finden via Internet rechtswirksam statt, und somit können die Reisekosten ersatzlos gespart werden, Mitglieder aus armen Ländern und Arme aus reichen Ländern können mitmachen ohne wegen Reisekostenzuschüssen in die Abhängigkeit von irgendwelchen Ärzte- oder Pharmasponsoren oder dem Staat in Kauf nehmen zu müssen. Internetcafes gibt es ja inzwischen überall. 
Die Satzung findet sich hier: 
 http://www.iaapa.ch/statutes.htm 
Wer mitmachen will findet Mitgliedsaufnahmeanträge hier: 
 http://www.iaapa.ch/application.htm 
Uwe Pankow

Subject:     Re: IAAPA gegründet! 
From:        Rene Talbot <r.talbot@berlin.de> 
Newsgroups:  de.sci.medizin.psychiatrie 
             de.soc.menschenrechte 
             de.sci.psychologie 
Date:        Sat, 26 Oct 2002 12:07:30 +0200 

Peter Veith wrote: 

> Hallo Tilmann, 
> bin in dieser Sache ziemlich unwissend. Was bedeutet Vorbergstrasse in 
> B-Schöneberg??? 
> mfg 
> Peter Veith 

nur, dass Herr Hausherr mal wieder schreibt ohne gelesen zu haben: wie der IAAPA Homepage: http://www.iaapa.ch schon in der dritten Zeile zu entnehmen ist, ist der Sitz von der International Association Against Psychiatric Assault: Aeschenvorstadt 57 4051 Basel Switzerland 

Herr Hausherr kann offenbar den Sitz eines internationalen Verbandes nicht von dessen Sekretariat unterscheiden, dessen gewählter Sekretär ich bin und das z.Zt. die Adresse Vorbergstr. 9a in Berlin hat, wie dem "Application Form" einfach zu entnehmen ist: http://iaapa.ch/application.htm 

René Talbot 
IAAPA Sekretär

In der Website der israelischen IAAPA sind heute nur noch Seiten mit hebräischem Text zu sehen.

Allerdings tritt auch der Israelische IAAPA noch in Deutschland auf:
 
Subject:     Gedenken an die Opfer des ärztlichen Massenmords 
From:        Werner-Fuss-Zentrum <werner.fuss@berlin.de> 
Newsgroups:  de.sci.medizin.psychiatrie               de.alt.soc.antifa 
Date:        13 Dec 2002 08:52:09 -0800 

Wir möchten hiermit folgende deutsch israelische Gedenkveranstaltung ankündigen: 

Im Gedenken: 
öffentliche 3 tägige Lesung der 30161 Namen von Opfern des systematischen ärztlichen Massenmords Ort: Wittenbergplatz, am Denkmal "Orte die wir niemals vergessen dürfen" vor dem KaDeWe Zeit: Montag 16.12., Dienstag und Mittwoch jeweils von 10.30-16.30 Uhr 
An der Lesung kann jede/r mitmachen, auch Passanten werden aufgefordert sich zu beteiligen. Die Liste der Namen wurde uns zu diesen Zweck vom Bundesarchiv zur Verfügung gestellt. Es ist die einzige derzeit existierende Liste von Namen der ca.  300.000 Menschen, die in der Zeit von 1939-1948 durch systematischen ärztlichen Massenmord ihr Leben verloren – auch nach 1945 durch systematischen Hungermord. 
Wir werden mit einem großen hebräisch-deutschen Transparent auf die Lesung hinweisen. 

Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg e.V. 
im Werner-Fuß-Zentrum, Scharnweberstr. 29, 10247 Berlin 
http://www.psychiatrie-erfahrene.de 
in Zusammenarbeit mit 
Israeli Association Against Psychiatric Assault 
P.O.B. 23176, Tel Aviv  61231

Zum Begriff "Hungermord":  http://www.Ingo-Heinemann.de/Hitler-Buch.htm#Klee
 
 
 
 

Professorin mit Nazi-Mörder Mengele verglichen
dazu siehe oben: "Elektroschocker-Lehrstuhl"

Eine Professorin verteidigt den Ruf der Universität und ihres Instituts gegen die Antipsychiatrie und wird daraufhin mit einem Nazi-Mörder gleichgestellt.

In einer der zahlreichen der Talbot-Websites findet sich unter dem Titel "Die Irren-Offensive Nr. 10" auf der Internet-Seite
http://www.antipsychiatrie.de/io_nr10/iaapa_flugblatt.htm
ein Flugblatt. Abgebildet ein Brief der Freien Universität Berlin. Aufgedruckt ein Bild des Nazi-Mörders Mengele.
Überschrift: "Wissenschaft damals". Ein Pfeil zeigt auf Mengele. Zweite Überschrift: "Wissenschaft heute".  Ein Pfeil zeigt auf den FU-Brief.

Der Brief vom Mai 2001 stammte von der Professorin Isabella Heuser aus der Universitätsklinik, Abteilung für Klinische Psychiatrie und war gerichtet an den Präsidenten der Universität. Die Professorin gibt dem Präsidenten das Programm "Freedom of Thought - Russell Tribunal - Berlin 2001" zur Kenntnis und bringt ihre Bestürzung zum Ausdruck, daß diese Veranstaltung "als Veranstaltung der Freien Universität auf dem Campus der FU ... stattfinden wird":

"In einer Zeit, in der die Psychietrie auf einem hohen wissenschaftlichen Niveau rasch weitere Fortschritte in der Erkennung und Heilung psychischer Erkrankungen macht, ist diese in finsterer, antipsychiatrischer Ideologie verhaftete Veranstaltung nicht nur schädigend für das Ansehen der Freien Universität als eine auf hohem wissenschaftlichen Standard bedachte internationale Universität, sondern auch für eine neurowissenschaftliche, moderne Psychiatrie.
Ihre Aufmerksamkeit möchte ich unter anderem auf die ... Seite "Unterstützer der Freddom of Thought" lenken, auf der ein "Lehrstuhl FUER Wahnsinn an der Freien Universität Berlin" geenannt wird. Ich bin mir nicht sicher, ob es der FU Berlin gut tut, sich auf diese Weise "vorführen" zu lassen".
Der untere Teil desFlugblattes:
 
Im Namen der Wissenschaft folterte Mengele Otto Klein in Auschwitz. Heute, wenn Otto Klein als Jurymitglied in der Konferenz 'Freedom of Thought', die einen kritischen Blick auf den Gebrauch von Gewalt im Namen von "Wissenschaftlichkeit" nimmt, nach Berlin kommt, wird ihm durch akademische Autoritäten verboten, auf dem Gelände der FU zu sprechen. Wissenschaft wird wiederum durch die Herrschenden benutzt, um die "Anderen", die Schwächeren, die Außenseiter zu unterdrücken, verfolgen und zum Schweigen zu bringen. Unser Ziel von 'Freedom of Thought' ist dafür zu plädieren, daß wahre Wissenschaft nur eine menschenrechtlich fundierte Wissenschaft sein kann. Dieses Ziel wird in der "Freien" Universität als "finstere Ideologie" bezeichnet.


Dies ist ein Flugblatt der "Israeli Association Against Psychiatric Assault". 
Verantwortlich im Sinne des Presserechts: Hagai Aviel.
iaapa@hotmail.com - www.iaapa.org.il
 


 
 

Beispiel: Via Scientology um die Welt
Die nachfolgende Pressemitteilung stammt aus der  englischsprachigen Website, die fraglos der Antipsychiatrie zuzuordnen ist.
Name: www.mentalhealthfacts.com, also Fakten über geistige Gesundheit.
Man findet dort zwar etliche links zu Scientologen-Websites.
Aber kein Impressum.
Verfasser der Pressemitteilung ist ein Bernd Trepping.
Erst bei sehr genauer Lektüre liest man die Kürzel CCHR, KVPM und sogar Scientology.
Trepping ist Präsident der KVPM - Kommission für Verstösse der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V. , vgl.
Einladung an Bundestagsabgeordnete
 
 
 
Aus: http://www.mentalhealthfacts.com/blackribbon/pressrelease2.html 


PRESS RELEASE 
FOR FURTHER INFORMATION 
CONTACT BERND TREPPING 
(040) 249 887 or (O171) 835 0982 
011 49 40 249 887 or 011 49 171 835 0982 (USA) 

                       HOLOCAUST "PSYCHIATRIC" VICTIM DEMANDS JUSTICE 
                              FROM  THE DGPPN AT WPA CONGRESS 
                                   12:00 P.M. - Main Entrance 
                              (CCH) CONGRESS CENTER, HAMBURG 

Mrs. Elvira Manthey, the last Holocaust survivor of Uchtspringe psychiatric institution today slammed the German Society of Psychiatrists, Psychotherapists and Neurologists (DGPPN) for its condescending and trite apology to the hundreds of thousands of people Nazi psychiatrists labeled as mentally ill and killed before and during WWII. She has demanded Professor Wolfgang Gaebel, the former president of the DGPPN and the host of the World Psychiatric Congress currently being held in Hamburg, to meet her on Wednesday, the 1lth August outside the   congress and to publicly and personally guarantee that the false diagnosis she has lived with for   four decades will be removed from her medical and all other records. 

"I have been refused permission to be given my original Nazi psychiatric records. In 1999, I am still left stigmatized from the Nazi era. Nothing has changed," Mrs. Manthey stated, in 1938, the then 7-year-old Elvira Hampel (now Manthey) was diagnosed under the Hereditary Act as "debilitated" because her father was considered a "lazy worker." She and her 3-year-old sister,   Lisa, were incarcerated in Uchtspringe but a year later, Elyira was told that her sister was "going away." Elvira gave Lisa a hair clip to remember her by and hugged her for the last time.   On August 27, 1940, Lisa was murdered in the gas chamber of the former jail, Brandenberg-Havei. 

In Uchtspringe, Elvira witnessed children being given lethal injections by psychiatrists and she is convinced that psychiatrists also tried to sterilize her and other children using x-rays. 

In 1990, Mrs. Manthey returned to Brandenberg-Havel to visit the memorial to those killed at the institution during the war. A picture on the memorial shows a handicapped person. in her book,   Die Hempelsche, Elyira says, "I disagree with the picture. I know that most of the people who were gassed were not handicapped. I consider this picture a lie and slanderous." 

Since 1991, she has written to federal government officials and individual psychiatrists requesting that the false diagnosis she was given be removed; this has never been granted and she is still stigmatized today. 

On Saturday, the 7th August, Mrs. Manthey addressed a 2,000 strong protest in Hamburg, organized by the Citizens Commission on Human Rights (CCHR) against the DGPPN   whitewashing psychiatry's role in the Holocaust. The DGPPN claims that because the WPA   agreed to hold its international congress in Hamburg that this is a "clear signal" that the   "systematic abuse of psychiatry during the Nazi era" is forgiven. Mrs. Manthey disagrees, quoting Ernst Klee who said that "German psychiatry was not abused by the Nazis, but they  needed the Nazis." 

CCHR is not alone nor unique in its stand against German psychiatry's past. Members of the  Association for Psychiatric Experienced People and the Israeli Association Against Psychiatric  Assault, together with renowned historian Ernst Klee, also held events and issued a public  statement that German psychiatry was guilty of systematic mass murder for which there has  been 
insufficient public apology. 

Mrs. Manthey will be joined on Wednesday at the WPA congress by CCHR (KVPM in  Germany) members. Spokesperson for KVPM, Mr. Bernd Trepping, said if the DGPPN were  serious about their "apology," why are former Nazi psychiatrists also not stripped of their honor  status. 

For example, former Nazi psychiatrist Werner Villioger, who was an expert with the euthanasia  program known as "T4" became the 
president of the German Association for Child and Youth  Psychiatry after WWII; to this day, he is still honored by the Judicial Faculty of the Hamburg  University. Psychiatrist Herman Stutte a member of the SA and the director of Child and Youth  Psychiatry in Marburg in 1939, where innocent children,; stigmatized as inferior, were sterilized; he is still recognized as an honor doctor at the University of Goeppingen. Emil  Kraepelin, "father of racial hygiene" which spawned the euthanasia program, is still honored  with sculptures in the Max Planck Institute for Psychiatry and Nussbaumstrasse psychiatric  hospital in Munich. Even streets in Munich in and Erlangen are still named after him. 

"The DGPPN is giving lip service to the Holocaust psychiatric victims solely in an effort to try  and salvage its reputation. Their 'memorial' to the victims has no legitimacy," Mr. Trepping  stated." We support Mrs. Manthey in her demand to the DGPPN, because to continue to deny  her request is a violation of Article 1 of the German Basis Law which guarantees 'the dignity of  man is not to be touched.' She was stripped of her dignity in 1938 and German psychiatry have  yet to restore it to her." 

CCHR was established by the Church of Scientology in 1969 to investigate and expose  psychiatric violations of human rights. 
1)        RECEIVE A FORMAL APOLOGY TO HERSELF AND ON BEHALF OF HER  MURDERED BABY SISTER AND ALL OTHER EUTHANIZED CHILDREN; 
2)        RECEIVE A WRITTEN CONFIRMATION THAT HER ORIGINAL MEDICAL  RECORDS WILL BE PRESENTED TO HER; 
3)        RECEIVE A WRITTEN GUARANTEE THAT THE FALSE DIAGNOSIS SHE WAS  LABELED WITH IN THE 1930S WILL BE REMOVED FROM ALL COPIES OF HER  OFFICIAL RECORDS. 

ADDITIONALLY, KVPM (CCHR) WILL ALSO DEMAND THAT MRS. MANTHEY  BE COMPENSATED. 
 


 



1. Version dieser Seite installiert am 9.9.2001


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