|
|
| Inhalt dieser Seite: | Zum Thema auch: | In anderen Websites: |
Eine Razzia - also eine Hausdurchsuchung
- wird durchgeführt, wenn der Verdacht einer Straftat besteht.
Das Strafrecht richtet sich in den meisten
Ländern nur gegen Personen, nicht gegen Organisationen.
Zu den objektiven Merkmalen einer Straftat
(z.B. Tötung eines Menschen) müssen deshalb stets auch die subjektiven
Merkmale hinzukommen, also z.b. die persönliche Schuld. Diese kann
z.B. wegen Schuldunfähigkeit fehlen.
Oft wird aus subjektiven Gründen
ein Ermittlungsverfahren eingestellt.
Das heißt dann aber keineswegs,
daß es keine Tat gegeben hat.
2010: Razzia in Turin, Italien
2008: Razzia bei Scientology in Belgien
2000: Razzia am Sitz der Scientology-Organisation in Paris
Am 1. Juni 2000 hat das Betrugsdezernats den Sitz der Scientology-Organisation in Paris durchsucht. Zahlreiche Dokumente wurden beschlagnahmt. Wie die Pariser Zeitung "Libération" berichtete, hat die Polozei Akten über Anhänger und Gegner der Organisation und zwei Computer mit umfangreichem Datenmaterial sichergestellt. In Frankreich wird die Zahl der Scientology-Anhänger auf 30.000 geschätzt,
|
Am 10.2.98 wurden 5 Büros der Scientology-Organisation in München von 130 Polizeibeamten und 4 Staatsanwälten durchsucht. Schon früher gab es zahlreiche Hausdurchsuchungen bei der Scientology- Organisation, beispielsweise USA (1963 FDA, 1977 FBI)
Anlaß für die jetzige Durchsuchung
in München waren Ermittlungsverfahren wegen Brandstiftung, Beleidigung
und des Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz. Dabei geht es um
einen ungeklärten Todesfall. "Aufgrund einer Erkrankung", so die Polizei
in München, war der langjährige Scientologe "von Verantwortlichen
der Scientology-Organisation ... aufgefordert worden, größere
Mengen von Tabletten zu sich zu nehmen". Nach dreiwöchigem Koma starb
er. Die Scientology-Organisation am Tag nach der Razzia in einer Pressemitteilung:
"Die Scientology Kirche führt keinerlei Heilbehandlung durch". Die
Einnahme von Medikamenten falle allein in den Kompetenzbereich von Medizinern.
"Der Scientology Kirche Bayern e.V. wird die Ausübung des Gewerbes 'Durchführung von heilkundlichen Einzelgesprächen, Persönlichkeits-tests, Kursen und Seminaren, Filmvorführungen sowie der Groß- und Einzelhandel mit Verlagserzeugnissen'... im Bundesgebiet ... untersagt".Aus der Begründung: "Die Unzuverlässigkeit der Gewerbetreibenden erweist sich insbesondere daraus, daß sie organisiert und ohne Erlaubnis die Heilkunde ausübt, wobei erschwerend hinzukommt, daß sie sich besonders dilettantischer Methoden bedient.....Entsprechend den ... Ausführungen des Gutachtens sind durch die Methode der hier vorliegenden dilettantischen Psychotherapie psychische Schäden zu erwarten.Hubbards Dianetik intendiert eindeutig heilkundlicheDiese Verfügung dürfte wohl kaum rechtskräftig geworden sein. Der Zustand aber dauert an. Das Heilpraktikergesetz dient in erster Linie dem gesundheitlichen Verbraucherschutz. Es ist belanglos, ob eine religiöse Motivierung vorliegt. Auch Wunderheiler brauchen eine Erlaubnis (vgl. AGPF-Info 4/98). In dem erwähnten Gutachten (Prof. Dr. Mende, Psychiatrische Klinik der Universität München, Gutachten vom 21.12.84) wird eingehend dargelegt, daß es sich bei den Scientology-Verfahren generell um Verfahren der Heilbehandlung handelt: "Diese therapeutischen Verfahren, auch der sog. Kommunikationskurs und das sog. Reinigungsrundown bergen Nebenwirkungen und Risiken ... Die Bundestagsabgeordnete Renate Rennebach hat darauf hingewiesen, daß der Todesfall in München Ähnlichkeiten mit dem Tod der Lisa McPherson hat. Diese ist am 5.12.1995 in Clearwater/Florida gestorben, einem Hauptsitz der Scientology-Organisation. Ihr Tod beschäftigt wegen der dramatischen Umstände Ermittlungsbehörden und Öffentlichkeit bis heute. Ein US-Anwalt zum ZDF: "Die Scientologen beobachteten sie im Koma für zwei oder drei Tage. Kein Essen, kein Wasser. Sie saßen da und beobachteten sie, wie sie starb. Das ist kriminell, das ist Mord". Scientology bezeichnet mißliebige Medikamente meist als Drogen. Empfohlene Medikamente werden meist als Vitamine bezeichnet, so auch Niacin. Es kursieren Tips und Tricks zur Beschaffung. Für den Reinigungs-Rundown wird geworben: "Ist ihr Körper zu einer Lagerstätte für Umweltgifte geworden?" Angepriesen wird der "Nebeneffekt, daß er die Folgen zukünftiger Strahleneinwirkung vermindert", so daß "in Gebieten, die in einem Atomkrieg schwerem radioaktivem Niederschlag ausgesetzt sind, nur Scientologen ihrer Tätigkeit nachgehen werden". Wichtigster Bestandteil dieses Verfahrens ist das Medikament Niacin. Dazu die Kantonale Heilmittelkontrolle Zürich in einer Stellungnahme vom 29.6.87: "Bei der Verabreichung von hohen Dosen Nicotinsäure (= Niacin) sind Gesundheitsschädigungen zu befürchten" und "schwerwiegende Nebenwirkungen zu erwarten: ab Dosierungen von 750 Milligramm pro Tag ist z.B. eine Leberschädigung möglich". Scientology-Empfehlung: 5000 Milligramm. Ergebnis: ein "Endphänomen". Scientology-Gründer Hubbard: "VORSICHT: Die Erscheinungen, die Niacin hervorbringt, können ziemlich erschreckend sein." Ingo Heinemann |
München 5.11.1976. Dazu die Süddeutsche Zeitung 6.11.76: "Etwa 50 Beamten durchsuchten vier Stunden lang das Gemeindezentrum der Sekte ... Ausgelöst worden war die Aktion durch ein Amtshilfeersuchen der Hamburger Staatsanwaltschaft, die gegen ein Mitglieder Sekle wegen Falschaussage ermittelt."