|
|
Aus: Hubbard: The
Creation of Human Ability
|
entnommen aus: http://www.lermanet.com/LRonHubbard2.htm |
| Ein
ehemaliger Mitarbeiter:
"Ein weltweiter Betrug durch religiöse Tarnung" Larry Brennan in einer Erklärung vom 6.5.2008 in http://www.operating-thetan.com/ und http://www.lermanet.com/reference/brennan-dec.pdf Wortlaut im Original: "A worldwide fraud through the religious cloaking" |
| Ein
ehemaliger Mitarbeiter:
"Von Religion oder Kirche bekommt man gar nichts mit – ich habe selbst während meiner 28-jährigen Mitgliedschaft nie davon etwas bemerkt; nur davon, dass dieses Argument benutzt wird, um Steuererleichterung und gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen." (Wilfried Handl, Interview in www.ilsehruby.at/InterviewWilfriedHandl.html) |
Der Scientology-Gründer
L. Ron Hubbard intern:
MAKE MONEY.Quelle unter: http://www.Ingo-Heinemann.de/money.htm |
Die
Staatsanwaltschaft:
"Der Öffentlichkeit gegenüber gebraucht die Organisation anders als im internen Sprachgebrauch ... eine religiöse Terminologie .. .die die gewerbliche Seite der Organisation völlig verschweigt, offensichtlich für staatliche Behörden und ... Gutachter geschaffen..., um den Schutz der verfassungsrechtlichen Garantien für Religionsgesellschaften zu erlangen" |
Zu dieser "religiösen Terminologie" gehören auch Begriffe wie "Befreiungsweg", "Erlösungsweg", "unsterbliche Seele" und "Seelenwanderung". Im "Handbuch für den ehrenamtlichen Geistlichen" sind diese Begriffe nicht oder nicht in Bezug auf Scientology enthalten.
Mit "Befreiungsweg" ist die Befreiung
von angeblichen Rückständen von Drogen
und Medikamenten
durch ein ominöses Reinigungs-Programm
gemeint:
| Aus einem handschriftlichen
Werbebrief mit Prospekt vom 10.6.1998
Was ist das Reinigungs-Programm ? Das Reinigungs-Programm ist Teil des Befreiungsweges der Scientology Religion, die das Ziel verfolgt, den Menschen durch Erkennen der in ihm selbst liegenden Wahrheiten das Bewußtsein zu vermitteln, daß er eine unsterbliche Seele ist. Zu diesem Bemühen bilden die Einflüsse, die Drogen und Medikamente auf die Person durch Ablagerung schädlicher Stoffe im Gewebe des Körpers hinterlassen, ein Hindernis. Der Begründer der Scientology Religion stellte dazu fest:
Wo wird es gemacht? Die Scientology Kirche ... hat eine saubere Saunaanlage, wo Sie sich dank des freundlichen Services wohl fühlen werden. Die Durchführung des Reinigungs-Programms wird von ausgebildetem Personal professionell geleitet. Es besteht aus einem genauen, effektiven Programm. |
| Aus: HCOPL 23.5.1996, Dianetic-Vertrag,
deutsche Version, www.ingo-heinemann.de/Unsterblich.htm
"Scientology verbessert die Fähigkeit und gibt Unsterblichkeit" |
Scientology bezeichnet sich als Kirche und seine "Lehre" als Religion, um die Privilegien der Religionsfreiheit in Anspruch nehmen und um Kritik und Verbraucherschutz besser abwehren zu können.
"Kirchen werden als Reformgruppen angesehen. Also müssen wir handeln, wie eine Reformgruppe". So lautet eine Anweisung des Gründers Hubbard (HCOPL 25.2.66, unten). Das klingt an sich nicht besonders ungewöhnlich. Erst der Textzusammenhang macht deutlich, wie der Satz einzuordnen ist.
Der Text handelt von "Angriffen auf Scientology".
Scientologen sollen, so die Anweisung, die Angreifer sofort auf "Schwerverbrechen" untersuchen. Dann soll die Presse mit angeblichen Beweisen über Sensationen, Blut, Sex und Kriminalität gefüttert werden.
Scientology bezeichnet seine "Lehre" aber auch als "religiöse Philosophie", zum Beispiel in zahlreichen Werbe-Drucksachen und im Internet, etwa im "Scientology-Handbuch" unter http://german.scientologyhandbook.org.
Der Unterschied:
Religion und Kirche werden
wie Rechtsbegriffe verstanden, insbesondere mit Bezug auf Religionsfreiheit.
"Religiöse Philosophie"
hat hingegen keinerlei rechtliche Bedeutung.
Als Religion oder Kirche anerkannt?
Immer wieder behauptet die Scientology-Organisation, sie sei irgendwo als Religion oder Kirche anerkannt. Bisher ist mir kein Land bekannt, in dem Scientology im juristischen Sinne des Wortes als Kirche oder Religion anerkannt wäre.
Der Begriff "anerkannt" ist vieldeutig und eignet sich deshalb besonders gut zur Irreführung der Öffentlichkeit. Der Begriff "Anerkennung" erweckt den Eindruck, als würde sich eine Anerkennungsbehörde mit dem Inhalt dessen befassen, was von Scientology als Religion dargestellt wird. Das ist nicht der Fall.
In Deutschland gibt es immerhin die Möglichkeit, die Anerkennung als öffentlich-rechtliche Körperschaft zu erhalten. Das ist der Scientology-Organisation auch durchaus bekannt. Denn sie hat intern bereits angekündigt, diesen Antrag stellen zu wollen und dafür offenbar viel Geld eingesammelt. Offenbar hat sie dann jedoch auf diesen Antrag verzichtet und zieht es vor, die Öffentlichkeit mit dem Begriff "anerkannt" zu täuschen. Dazu:
Im Ausland als Religion anerkannt?
Die Scientology-Organisation
behauptet immer wieder, Scientology sei im Ausland als Religion oder Kirche
anerkannt.
Soweit das nachgeprüft
werden konnte, hat diese Behauptung sich als falsch erwiesen.
Zum Beispiel in den USA.
Das stimmt nicht.
Auch in den USA ist Scientology
keineswegs als Kirche oder Religion anerkannt.
Auch in den USA ist lediglich
die Gemeinnützigkeit anerkannt. Dazu:
Die Scientology-Organisation
beklagt sich bei jeder Gelegenheit über angebliche Diskrimierung.
Der Begriff Diskriminierung
wird äusserst vielseitig verwendet. So findet sich zum Beispiel im
Koaltitionsvertrag der grossen Koalition von 2006 als Ziel, man wolle "die
Beseitigung der Diskriminierung von Public Private Partnership". Gemeint
sind Aufgaben, die bisher von Staat durchgeführt wurden und von denen
Private weitgehend ausgeschlossen waren. Ein Verbot der Diskriminierung
war auch eine der wichtigsten Regelungen beim Aufbau Europas. Gemeint war
Ungleichbehandlung in wirtschaftlichen Dingen wegen der Zugehörigkeit
zu einzelnen Staaten.
Der Begriff Diskriminierung
allein besagt also wenig.
Weltanschauung und weltanschauliche Gegner?
Die Scientology-Organisation benutzt den Begriff Weltanschuung für ihre eigene Organisation nur selten. Denn dieser Begriff bedeutet wenig. Insbesondere ist er nicht unbedingt positiv besetzt. Auch der Nationalsozialismus galt als Weltanschauung.
Scientology-Kritiker werden
hingegen gern als "weltanschauliche Gegner" bezeichnet.
Hier scheint die Unschärfe
beabsichtigt zu sein. Gemeint sein können nämlich sowohl Gegner
mit einer anderen Weltanschuung als auch Gegner der Weltanschauung.
Scientology-Selbstverständnis: Psychologie
Hubbard hat Scientology als "Zweig der Psychologie" verstanden. Daran hat sich nichts geändert, auch wenn heute der Begriff "Religion" im Vordergrund steht. Allein das schon spricht für die Richtigkeit der Feststellung der Staatsanwaltschaft München (unten), wonach Scientology eine "religiöse Terminologie" benutze, "um den Schutz der verfassungsrechtlichen Garantien für Religionsgesellschaften zu erlangen".
Es ist also keinesweg so, dass Hubbard erst später erkannt hat, dass er nicht einen Zweig der Psychologie entwickelt hat, sondern eine Religion. Seit den Fünfzigern beansprucht bezeichnet die Scientology-Organisation sich als Religionsgemeinschaft. An der gleichzeitigen Bezeichnung als Psychologie hat das nichts geändert.
Dazu nachfolgend ein Zitat
aus dem Buch "Die Grundlagen des Denkens", einmal in der deutschen Ausgabe
von 1974 und zusätzlich in der Ausgabe von 1981. In beiden findet
sich unter der Überschrift "Was ist Scientology?" zu Beginn
der Satz "Scientology ist ein Zweig der Psychologie".
Änderungen zeigen,
dass der Text inhaltlich überarbeitet wurde, dass man es aber nicht
für nötig gehalten hatte, etwa eine Fussnote hinzuzufügen,
obwohl in der neueren asuagbe die Namen Thomas von Aquin und Professor
Wundt durch Fussnoten erläutert werden:
| Hubbard: Die Grundlagen
des Denkens, Übersetzung von Helmut Ziehe, bearbeitet von Wolfgang
Redtenbacher, 5. Auflage, Copyright 1981
WESENTLICHE DATEN ÜBER DIE SCIENTOLOGY Was ist die Scientology? Die Scientology ist der Zweig der Psychologie, der sich mit dem Gebiet der menschlichen Fähigkeit befaßt. Sie ist eine Weiterentwicklung der DIANETIK, die wiederum eine Weiterentwicklung der 400 Jahre alten „Fähigkeiten-Psychologie" ist. Die eher akzeptable und normale Psychologie, die mit Thomas von Aquin* begann und durch viele spätere Autoren erweitert wurde, erfuhr 1879 durch den Leipziger Professor Wundt**, einem Marxisten, eine ernsthafte Unterbrechung. Dieser Mann dachte sich, daß der Mensch ein Tier ohne Seele sei, und gründete seine gesamte Arbeit auf das Prinzip, daß es keine „Psyche" (grch.: „Seele", ,,Geist") gäbe. Psychologie, das Studium der Seele (oder des Geistes), kam dann in die eigentümliche Situation, ein ,,Studium des Geistes, das den Geist verleugnete" zu sein. In den folgenden Jahrzehnten wurde Wundts „Psychologie" überall in der Welt gelehrt. Und darin hieß es, daß der Mensch ein Tier sei und daß man ihn nicht bessern könne. Weiterhin wurde darin behauptet, daß sich Intelligenz nie verändern könne. Und diese Wundtsche Psychologie wurde maßgebend, und zwar hauptsächlich wegen der Gleichgültigkeit und des Mangels an Wissen der Verantwortlichen an den Universitäten. *Thomas von Aquin (1225-1274):
Italiener; bedeutendster Philosoph und Theologe des Mittelalters. (Anm.
d. Übers.)
|
Hubbard: Die Grundlagen
des Denkens, Übersetzung von Helmut Ziehe, 3. Auflage, Copyright 1974
WESENTLICHE DATEN ÜBER SCIENTOLOGY Was ist Scientology? Scientology ist ein Zweig der Psychologie. Sie behandelt (umfaßt) das Gebiet der menschlichen Fähigkeiten. Sie ist eine Weiterentwicklung von DIANETICS*, die wiederum eine Fortentwicklung der 400 Jahre alten „Fähigkeiten-Psychologie" ist. Die irgendwie akzeptable allgemeine Psychologie, die mit Thomas von Aquino begann und durch viele spätere Autoren erweitert wurde, erfuhr 1879 durch den Leipziger Professor Wundt, einem Marxisten, eine ernsthafte Unterbrechung. Dieser Mann dachte sich, daß der Mensch ein Tier ohne Seele sei und gründete seine gesamte Arbeit auf das Prinzip, daß es keine „Psyche" (griech.: „Seele", „Geist") gäbe. Psychologie, das Studium der Seele (Geist, Sinn, Verstand) kam dann in die eigentümliche Situation, ein „Studium der Seele, in dem die Seele nicht anerkannt wurde", zu sein. In den folgenden Jahrzehnten wurde Wundts „Psychologie" überall in der Welt gelehrt. Und darin hieß es, daß der Mensch ein Tier sei und daß man ihn nicht bessern könne. Weiterhin wurde darin behauptet, daß sich Intelligenz nie verändern könne. Und diese Wundtsche Psychologie wurde zur Norm erklärt, und zwar hauptsächlich wegen der Gleichgültigkeit der Verantwortlichen an den Universitäten und wegen des Mangels an Wissen. * Dianetics: siehe Fachausdrücke. |
"Ein Scientologe richtet sich in seinem
allgemeinen Verhalten nach dem Scientologen-Kodex" heisst es in dem Buch
"Die Grundlagen des Denkens".
(In der Auflage von 1981 lautet der Titel
"Der Kodex eines Scientologen" und in der Auflage von 1974 "Der Scientologen-Kodex".)
Trotz dieser generellen Bedeutung ist
dem "Kodex" nichts über Religion zu entnehmen.
| Aus: L. Ron Hubbard: "Die Grundlagen des
Denkens", Auflage 1981
Der Kodex eines Scientologen Als Scientologe verspreche ich, den Scientologen-Kodex einzuhalten. Ich verpflichte mich, zum Wohle aller: 1. Gegenüber
der Presse, der Öffentlichkeit oder den Preclears kein verächtliches
oder herabsetzendes Wort über einen meiner Mitscientologen, unsere
Berufsorganisation oder solche, deren Namen mit dieser Wissenschaft eng
verbunden sind, zu äußern oder zu dulden und keine dieser Personen
in Gefahr zu bringen.
5. Zu verhindern,
daß die Scientology zur Werbung im Zusammenhang mit anderen Produkten
verwendet wird.
8. Den Studierenden
und allen, die mir anvertraut sind, gutes Auditieren und gründliche
Ausbildung zukommen zu lassen sowie gute Disziplin aufrechtzuerhalten.
|
Aus: http://www.scientology.org/wis/WISGER/33/33grscn.htm
geladen am 26.7.2003 Der Kodex eines Scientologen Als Scientologe gelobe ich, mich zum Wohle aller an den Kodex der Scientology zu halten. Ich verspreche: 1. Scientologen, die Öffentlichkeit
und die Presse hinsichtlich der Scientology, der Welt der geistigen Gesundheit
und der Gesellschaft akkurat unterrichtet zu halten.
2. Die Scientology
nach meinem besten Wissen und besten Kräften anzuwenden, um meiner
Familie, meinen Freunden, den Gruppen und der Welt zu helfen.
9. Den Grundsatz des gleichen Rechts für alle anzunehmen. 10. Für freie Meinungsäußerung in der Welt zu arbeiten. 11. Mich aktiv gegen die Unterdrückung
von Wissen, Weisheit, Philosophie und Information zu wenden, die für
die Menschheit hilfreich wären.
|
Scientologys
Kampf für Religionsfreiheit
| Mit zahllosen Broschüren
und Internet-Texten kämpft Scientology angeblich für Religionsfreiheit.
Zum Beispiel mit der Broschüre (Abbildung rechts) "Wiederherstellung und Schutz der ReligionsfreiheitDas Titelbild stammt aus der Internet-Veröffentlichung unter http://religiousfreedom.freedommag.org/ger/pdf/relifree.pdf Damit präsentiert sich Scientology einerseits als Menschenrechtsorganisation. Andererseits will Scientology damit jegliche Art von Kontrolle oder Prüfung verhindern. Also auch diejenige Kontrolle, die Wirtschaftsunternehmen nun einmal zum Schutz der Kunden und der Konkurrenten über sich ergehen lassen müssen. Damit will Scientology zugleich verhindern, Steuern bezahlen zu müssen. |
![]() |
Die Scientology-Organisation
behauptet immer wieder, sie sei in Deutschland durch 30 Gerichtsurteile
als Religion anerkannt worden. Allerdings sind diese Urteile nirgendwo
auffindbar.
Dazu auch:
BVerfG 1 BvR 632/92 vom 28.8.92 = NVwZ 93,357, Nichtannahmebeschluß - http://www.Ingo-Heinemann.de/Bundesverfassungsgericht-1BvR632-92.htm
"Allein die Behauptung und das Selbstverständnis, eine Gemeinschaft bekenne sich zu einer Religion und sei eine Religionsgemeinschaft, rechtfertigen die Berufung auf diese Freiheitsgewährleistung nicht, vielmehr muß es sich auch tatsächlich, nach geistigem Gehalt und äußerem Erscheinungsbild, um eine Religion und eine Religionsgemeinschaft handeln (BVerfGE 83, 341 8353)). Für die Beurteilung von Weltanschauungsgemeinschaften gilt nichts anderes.Anders ausgedrückt: Es genügt nicht, daß die Scientology-Organisation behauptet, sie vertrete eine Religion. Sie muß es auch beweisen.
Ebenso obliegt zunächst den Fachgerichten die Prüfung, ob der angegriffene Beschluß Rechte der Beschwerdeführer verletzt."
"Scientology ... ist keine Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft im Sinne der Art. 4, 140 GG, Art. 137 WRV."
Das religiöse Bekenntnis muß objektiv gegeben, es muß "hinreichend objektivierbar" sein (so in anderem Zusammenhang BVerwGE 42, 128 [132]). In dieser Prüfung liegt keine nach dem Prinzip religiöser und weltanschaulicher Neutralität des Staates unzulässige "Bewertung" der Überzeugungsinhalte.
Inhaltlich geht es nicht bloß um ein abstraktes Bekenntnis, sondern vor allem um das konkrete Wirken in einer religiösen Gemeinschaft, also um ein verwirklichtes Bekenntnis. Außer auf das Selbstverständnis und die erklärten Grundlagen der Gemeinschaft kommt es daher auf das gesamte tatsächliche Auftreten und Wirken der Gemeinschaft und ihrer Mitglieder an. Es ist zu prüfen, ob Selbstverständnis, theoretische Grundlagen und praktische Verwirklichung die Gemeinschaft zu einer überwiegend religiösen machen.
Demzufolge würde es nicht genügen, wenn zwar eine religiöse Leitidee vorhanden, das Wirken aber überwiegend anders gerichtet ist, wie es bei Vereinigungen mit caritativer oder humanitärer Zielsetzung auf religiöser Grundlage häufig der Fall ist.
Der Bundesgerichtshof: Keine Implizit-Anerkennung durch den BGH
Im Internet-Lexikon Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Scientology-Kirche#Status_als_Religionsgemeinschaft) wird behauptet:
Küfner, Nedopil und Schöch, 2002, Seite 371 weisen darauf hin, dass der BGH die Vereine lediglich als „Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften" bezeichnet habe:
Tatsächlich hat der BGH im Sachverhalt des Urteils berichtet:
Die Frage der Religion spielt in dem BGH-Urteil keinerlei Rolle und wird demgemäss auch nicht erörtert. Nur zwei Sätze in der BGH-Urteilsbegründung erwähnen die Religionsfrage. Einmal werden die "Kläger als juristische Personen im Rahmen ihrer satzungsmäßigen Funktionen als Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften" bezeichnet. Dann heisst es, den "Klägern als Religions- oder Weltauschauungsgemeinschaften in der Form rechtsfähiger Vereine" könne (möglicherweise) eine Entschädigung zustehen.
Es ist abwegig, aus diesen
Formulierungen darauf zu schliessen, der BGH sei damit "implizit
davon ausgegangen, dass es sich bei Scientology um eine Religions- bzw.
Weltanschauungsgemeinschaft handele."
Warum hätte der BGH
dies nicht schreiben sollen, wenn er es gemeint hätte?
In dem Prozess ging es nicht
um Glaubensfragen. Es ging vielmehr um die Verbreitung eines Berichts des
Bundeskriminalamtes. Dazu hat die Scientology-Organisation zahlreiche Prozesse
angestrengt und durchweg verloren. In einem dieser Prozesse hat die Scientology-Organisation
auf Auskunfterteilung geklagt, an wen dieser Bericht abgegeben worden sei.
Ausserdem wurde Schadensersatz geltend gemacht. Der BGH hat im Urteil des
Oberlandesgerichtes Rechtsfehler erkannt und die Sache zurückverwiesen.
Im Ergebnis hat das OLG die Klage jedoch erneut abgewiesen. Eine Besprechung
befindet sich in der Website der Stadtverwaltung Hamburg unter http://www.hamburg.de/zivilrecht/109302/unterlassungsansprueche.html
und das OLG-Urteil unter http://www.hamburg.de/servlet/contentblob/109320/urteil-oberlandesgericht-muenchen-1982-01-28-pdf/data.pdf
Wie ist die Praxis in der Scientology-Organisation?
Zur Beurteilung von "geistigem
Gehalt und äußerem Erscheinungsbild" (Bundesverfassungsgericht,
siehe oben) können selbstverständlich auch Äußerungen
der Organisation herangezogen werden.
Dabei gilt hier, wie auch
in der Juristerei sonst:
Die Verwendung bestimmter
Begriffe allein besagt nichts. Im Streitfall muß vielmehr ermittelt
werden, was dahinter steckt.
Der Begriff "Heilsweg" gehört zu den Begriffen aus der von der Staatsanwaltschaft München (>>) gemeinten religiösen Terminologie, "offensichtlich für staatliche Behörden und ... Gutachter geschaffen..., um den Schutz der verfassungsrechtlichen Garantien für Religionsgesellschaften zu erlangen".
In einem offenen Brief an
Bundeskazler Kohl vom 17.12.1992 wird behauptet, daß Mitglieder
"sich auf Grund der Natur des scientologischen Heilswegs verpflichten müssen,
einen ethisch einwandfreien und legalen Lebensweg zu verfolgen und ansonsten
von der Kirche ausgeschlossen werden", http://www.Ingo-Heinemann.de/Brief-an-Bundeskanzler-92.htm#Heilsweg
Auditing
ist "zentrale religiöse Praxis"
| Zitat aus der Zeitschrift
"Freiheit", wie üblich ohne Datum, Copyright
1999, Internet-Ausgabe, rechts eine Kopie der Inhaltsangabe, Artikel:
"Ein neues Zuhause für Scientology in Hamburg - Die Scientology-Kirche bezieht ein neues Gebäude im Zentrum der Stadt": |
![]() |
| "Unter den zahlreichen Räumen befinden sich allein dreißig, die für das spezielle Seelsorgegespräch in Scientology eingerichtet werden. Dieses ist als „Auditing” bekannt (aus dem lateinischen „audire”, was „zuhören” bedeutet) und stellt die zentrale religiöse Praxis der Scientology-Kirche dar." |
Die Scientology-Organsation
behauptet, sie halte Sonntagsandachten.
Was darunter in der Praxis
zu verstehen ist, läßt sich den verschiedenen Magazinen entnehmen.
Denn dort wird diese Behauptung
den Lesern ständig eingetrommelt.
Die Schilderungen dessen,
was dort geboten wird, sind allerdings sehr unterschiedlich.
Deshalb werden diese Schilderungen wiedergegeben auf der Seite
Dieser Begriff ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil das Grundgesetz nicht pauschal die Religion schützt, sondern das religiöse und weltanschauliche Bekenntnis.
Als Bekenntnis in diesem
Sinne ist wohl der Text "Wir von der Kirche glauben" gemeint.
Dieser enthält unter
der Überschrift "Das Glaubensbekenntnis der Scientology Kirche" allerdings
im wesentlichen Formulierungen, die dem Grundrechtskatalog des Grundgesetzes
oder ähnlicher Verfassungen entnommen sein könnten.
Der Text "Wir von der Kirche
glauben" enthält somit als Glaubensbekenntnis die Grundrechte.
Beispiel (aus: http://deutsch.expansion.scientology.net/dc/ref/creed/index.htm)
(diese Zusammenstellung
enthält eine vorläufige, unvollständige Fassung und wird
baldmöglichst fertiggestellt):
| "Wir von der Kirche glauben: | Grundgesetz: | kann aber auch bedeuten: |
| Daß alle Menschen, welcher Rasse, Hautfarbe oder welchen Bekenntnisses sie auch sein mögen, mit gleichen Rechten geschaffen wurden. | Kurzfassung aus Gleichberechtigung und Diskriminierungsverbot | |
| Daß alle Menschen unveräußerliche Rechte auf ihre eigenen religiösen Praktiken und deren Ausübung haben. | Bekenntnisfreiheit, Religionsfreiheit | |
| Daß alle Menschen unveräußerliche Rechte auf ihr eigenes Leben haben. | ||
| Daß alle Menschen unveräußerliche Rechte auf ihre geistige Gesundheit haben. | deklaratorische, undurchsetzbare Forderung | |
| Daß alle Menschen unveräußerliche Rechte auf ihre eigene Verteidigung haben. | Recht auf rechtliches Gehör | Recht auf Selbstjustiz |
| Wir von der Kirche glauben:
Daß alle Menschen, welcher Rasse, Hautfarbe oder welchen Bekenntnisses sie auch sein mögen, mit gleichen Rechten geschaffen wurden. Daß alle Menschen unveräußerliche Rechte auf ihre eigenen religiösen Praktiken und deren Ausübung haben. Daß alle Menschen unveräußerliche Rechte auf ihr eigenes Leben haben. Daß alle Menschen unveräußerliche Rechte auf ihre geistige Gesundheit haben. Daß alle Menschen unveräußerliche Rechte auf ihre eigene Verteidigung haben. Daß alle Menschen unveräußerliche Rechte haben, ihre eigenen Organizationen, Kirchen und Regierungen zu ersinnen, zu wählen, zu fördern und zu unterstützen. Daß alle Menschen unveräußerliche Rechte haben, frei zu denken, frei zu sprechen, ihre eigenen Meinungen frei zu schreiben und den Meinungen anderer zu entgegen oder sich darüber zu äußern oder darüber zu schreiben. Daß alle Menschen unveräußerliche Rechte haben, ihre eigene Art zu schaffen. Daß die Seelen der Menschen die Rechte der Menschen haben. Daß das Studium des Verstandes und die Heilung der geistig verursachten Krankheiten von Religion weder entfremdet noch in nichtreligiösen Gebieten geduldet werden sollten. Und daß keine Instanz außer Gott die Macht hat, diese Rechte vorübergehend außer Kraft zu setzen oder aufzuheben, sei es öffentlich oder verborgen. Und wir von der Kirche glauben:
Und wir von der Kirche glauben,
daß die Gesetze Gottes dem Menschen verbieten:
|
|
"Bekenntnis - confessional -Es geht also um eine Sicherheitsüberprüfung. "F/N" bedeutet Floating Needle und somit, daß das E-Meter, der Lügendetektor zu verwenden ist. Dazu: In dieser Sicherheitsüberprüfung werden "Bekenntnisformulare" verwendet, in denen sämtliche schweren Straftaten des Strafgesetzes enthalten sind und noch etliche Handlungen, die nur bei Scientology als Verbrechen gelten, vgl. "Bekenntnis" wird von Scientology also üblicherweise im Sinne von Geständnis benutzt.
1.. eine in der Sitzung, nicht für Sicherheitszwecke durchgeführte Sicherheitsüberprüfung nennt man ein Bekenntnis. (HCOB 14 Oct 72)
2. das moderne Bekenntnis ist nicht Sicherheitsüberprüfung im früheren Stil, sondern es handelt sich hierbei um neue Technologie. Jeder Punkt wird zur F/N gebracht, und die gestellten Fragen, nicht irgendeine andere Frage, werden zur F/N gebracht. (FBDL 245, 23 Nov 72)
- Siehe auch "Sicherheitschecken“ und "Integritäts-Prozessing“.
Das Buch "Ursprung, geistliches Amt, Zeremonien und Predigten"
Dieses Buch war am 23.3.2008
mit Google in keiner der zahllosen Scientology-Websites zu finden.
Das Handbuch für den Ehrenamtlichen Geistlichen
Aufschluss über die
Praxis gibt sicher auch ein Handbuch für ein Geistlichen.
Deshalb hier das Inhaltsverzeichnis:
| Das Handbuch für den
Ehrenamtlichen Geistlichen, deutsch 1980
The Volunteer Minister‘s Handbook Inhalt Vorwort ix Illustrationen XVII Einleitung LXVII Checksheet über die Studiertechnik 3 Heft über die Studiertechnik 7 Checksheet für die Orientierung 33 Heft für die Orientierung 35 Checksheet über die acht Dynamiken 45 Heft über die acht Dynamiken 47 Checksheet über ARC 53 Heft über ARC 55 Checksheet über die Tonskala 69 Heft über die Tonskala 71 Checksheet über Assists 89 Heft über Assists 93 Checksheet über Trainingsübungen 129 Heft über Trainingsübungen 133 Checksheet über Drogenrehabilitation 165 Heft über Drogenrehabilitation 167 Checksheet über die Bewältigung der gefährlichen Umwelt 187 Heft über die Bewältigung der gefährlichen Umwelt 189 Checksheet über Ermittlungen 215 Heft über Ermittlungen 219 PTS/SP-Checksheet 289 PTS/SP-Heft 293 Checksheet über Ethik und Recht 351 Heft über Ethik und Recht 355 Checksheet über Integrität 413 Heft über Integrität 417 Checksheet über Ehe und Kinder 451 Heft über Ehe und Kinder 453 Checksheet über Dritte Partei 493 Heft über Dritte Partei 495 Checksheet über Planziele 511 Heft über Planziele 513 Checksheet über Öffentlichkeitsarbeit 551 Heft über Offentlichkeitsarbeit 555 Checksheet über Umfragen 593 Heft über Umfragen 595 Checksheet für FSMs 635 Heft für FSMs 637 Checksheet über die Ausbildung in der Scientology 669 Heft über die Ausbildung in der Scientology 671 Checksheet über Qualifikationen für Geistliche und Zeremonien 681 Heft über Qualifikationen für Geistliche und Zeremonien 685 Epilog 695 Anhang 1 701 Anhang 2 717 Über den Autor 737 Fachwortverzeichnis 745 Bücherliste 777 |
Qualifikationen
für Geistliche und Zeremonien
aus dem Handbuch für
den Ehrenamtlichen Geistlichen
| DAS HANDBUCH FÜR DEN
EHRENAMTLICHEN GEISTLICHEN Seite 686
HEFT ÜBER QUALIFIKATIONEN FÜR GEISTLICHE UND ZEREMONIEN Policybrief der Grundungskirche vom 15. August 1957 (Zweite Revision vom 12. Juni 1958) 2 Qualifikationen für Geistliche Ein Geistlicher der Scientologykirche muß folgende Voraussetzungen erfüllen: 1. Er muß ein beglaubigtes
Zertifikat in der Scientology haben. (Der Ehrenamtliche Geistliche erhält
nach Abschluß des Studiums dieses Handbuchs und nach einer Prüfung
darüber ein Zertifikat.)
Policybrief der Vorstände vom 24. September 1973 Revidiert, Ausgabe III 3 Religion - Alle Auditoren - Geistliche -Uberprüfungsausschuß für Geistliche Alle Auditoren müssen ein gültiges Ordinationszertifikat haben, um auditieren zu dürfen, sei es für eine Kirche, Mission oder als selbständiger Missionar im Feld. Das Zertifikat, das nach dem Abschluß eines Ausbildungskurses verliehen wird, berechtigt niemanden dazu, geistliche Beratung (Auditing) auszuüben, bis die Person die für die Ordination erforderlichen Voraussetzungen in zufriedenstellender Weise erfüllt hat und tatsächlich ordiniert worden ist. Als Geistlicher in der Ausbildung können Sie sich in der Scientology dafür entscheiden, ein Geistlicher der Kirche zu werden. In diesem Fall müssen Sie das Checksheet dieses Heftes vollständig abschließen und die entsprechende Prüfung in einer Scientologykirche bestehen. Sie können dann als Geistlicher ordiniert werden. Liegt der Nachweis über die Ordination vor, wird Ihnen von der örtlichen Kirche die Erlaubnis für die Ausübung von Auditing gewährt. Missionen sind nicht dazu ermächtigt, Geistliche zu ordinieren. Geistliche, die sich in Missionen in Ausbildung befinden und Auditing ausüben möchten, wenden sich an ihre nächstgelegene Kirche, um die erforderliche Ausbildung und die Ordination zu erhalten. Ein Überprüfungsausschuß für Geistliche wird in der Scientologykirche eingesetzt. Er besteht aus nicht weniger als drei Personen, die selbst Geistliche der Kirche sein müssen. Der Überprüfungsausschuß steht unter dem Vorsitz des Assistierenden Guardian (1) oder einem anderen Mitarbeiter des Guardian-Büros (2) , der vom Assistierenden Guardian dazu bestimmt wird. Zweck dieses Überprüfungsausschusses ist es, die Scientology, Scientologykirchen und Scientologen zu schützen, indem sichergestellt wird, daß Geistliche der Kirche guten sittlichen Charakter haben und bewahren, die Kodizes der Scientology einhalten und in der Beratung ihrer Gemeindemitglieder standardgemäße Technologie anwenden. Das Zertifikat eines Geistlichen
kann vom Überprüfungsausschuß zurückgezogen werden,
wenn dieser Ausschuß im Rahmen des vorstehenden Zweckes dazu Anlaß
findet.
(1) Guardian ("Wächter“):
Die Person, deren Zweck es ist, Policy durchzusetzen und herauszugeben,
um Scientologykirchen, Scientologen und die Scientology zu schützen.
|
"Nicht
an eine bestimmte Religionszugehörigkeit gebunden"
Aus: http://www.scientology.org/ger/outreach/volmin/vm-intro.htm
geladen am 30.4.2002
"Das Programm der ehrenamtlichen Geistlichen ist nicht an eine bestimmte Religionszugehörigkeit gebunden und bildet nicht nur Laien, sondern auch Geistliche anderer Religionsgemeinschaften aus, damit sie Menschen in ihrem Umfeld besser helfen können. ... Ehrenamtliche Geistliche müssen keinerlei Verband oder Religionsgemeinschaft angehören. Alles, was notwendig ist, ist eine Kenntnis des Handbuchs und das Bedürfnis zu helfen. ... Angehörige aller Glaubensgemeinschaften können ehrenamtliche Geistliche werden. Dann aber sind sie Geistliche und helfen ihren Mitmenschen. " |
Dazu auch: Reformgruppen
und Tarnorganisationen