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Adresse dieser Seite: http://www.Ingo-Heinemann.de/Ritalin.htm Zuletzt bearbeitet am 5.6.2007 zur Homepage | zur Inhaltsseite | AGPF-Spendenkonto |
Scientology gegen Ritalin:
Die Scientology-Kampagne
gegen Ritalin ist Teil der Kampagne gegen die Psychiatrie.
Scientology will die
Psychiatrie abschaffen und ein Behandlungs-Monopol errichten.
Ritalin ist eines der
Medikamente, die gegen Hyperaktivität (ADS, ADHS) verschrieben werden.
Die Scientology-Kampagne
setzt Betroffene, Ärzte und Politik unter Druck. Die Politik reagiert.
Diese Seite befaßt
sich mit dem Scientology-Kampf gegen Ritalin und den Hintergründen
dafür.
Durch das Internet gewann
diese seit den 80er Jahren laufende Kampagne einen gewissen Einfluss.
Mit einer Flut von Artikeln,
Briefen und E-Mails wurde Eltern vorgeworfen, sie würden Kinder unter
Drogen setzen.
Ärzten wurde vorgeworfen,
das Medikament leichtfertig zu verordnen. Die Politik reagierte.
Am 26.3.2003 hat das Ministerkomitee des Europarates die Scientology-Einflussnahme massiv kritisiert. Dazu:
Diese Seite befasst sich weder mit dem
Medikament Ritalin, noch mit den Krankheiten, gegen die es verschrieben
und angewandt wird.
Der Markenname Ritalin wird hier lediglich
benutzt, weil er einen grossen Bekanntheitsgrad hat und die anderen Begriffe
schwer zu merken sind.
Ich halte es einerseits für selbstverständlich,
daß zugelassene Medikamente erforderlichenfalls auch verschrieben
werden.
Andernfalls würde Patienten die nötige
Hilfe versagt.
Andererseits halte ich es für legitim,
nach Alternativen zu suchen.
Die Suche nach Alternativen zu einem Medikament
macht niemanden zu einem Ritalin-Kritiker.
Dr. med. Michael Huss:
Medikamente und ADS - Gezielt einsetzen - umfassend begleiten - planvoll absetzen
Urania Verlag Berlin, 2002, 125 Seiten, 12,90 EuroKlappentext:
Dieser Ratgeber richtet sich zunächst an Eltern, aber auch in zweiter Linie an Erzieher und Lehrer von Kindern mit ADS. Bereits der Untertitel "Gezielt einsetzen - umfassend begleiten - planvoll absetzen" gibt an, dass der Ratgeber auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse über eine medikamentöse Behandlung bei ADS informieren möchte. Da die derzeitige öffentliche Diskussion viele Eltern verunsichert, ist dieses Buch eine hilfreiche Bereicherung der bisher erschienenen Literatur. Der Autor ist in Fachkreisen für seinen kritischen, jedoch sachlichen Umgang mit Medikamenten bekannt. Für seine Langzeitstudie über die Folgen der Ritalin-Behandlung erhielt er 2002 den Hermann-Emminghaus-Preis.
Die betroffenen Kinder und deren Eltern und Angehörige stehen unter massivem Druck.
Die
Krankheit und das Medikament
Die Medikamente Ritalin und Medikinet
enthalten den Wirkstoff Methylphenidat.
Die Medikamente sind verschreibungspflichtig
und werden bei eindeutig diagnostiziertem ADS und unter ständiger
ärztlicher Kontrolle eingesetzt. Die Ursache des Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms
ist eine Störung der neurochemischen Abläufe im Gehirn.
Diese Krankheit ist unter verschiedenen Bezeichungen bekannt:
ADD, ADHD, ADHS, ADS, POS, MCD, HKS, Hyperaktivität. Im Internet finden
sich zahlreiche Informationsangebote zu diesen Fragen.
Bild rechts aus
dem Buch von Ursula Walter "Mein wildes, liebes Teufelchen"
Ein Symptome der Krankheit ist bei Kindern und Jugendlichen Zappeligkeit und Impulsivität. Das klingt nicht übermässig problematisch. Deshalb geraten Eltern und Ärzte leicht in Verdacht, ohne Not Ritalin anzuwenden. Das Schriftbild rechts soll zeigen, welchen Einfluss die Krankheit selbst auf das Schriftbild hat. Derselbe Text, oben ohne und unten mit Medikament.
Eine solche Krankheit fällt naturgemäß in der Schule besonders auf, mindert die Leistungen und stört andere. Nicht selten wird deshalb zunächst falsche Erziehung als Ursache des Verhaltens oder sogar der Krankheit angenommen. Solche Fälle mag es geben und das könnte sich sogar in der Statistik nierderschlagen. Aber die Statistik kennt keine Einzelfälle. Oft wird aus der Statistik auf den Einzelfall geschlossen. Dann erfolgen fast zwangsläufig unberechtigte Schuldzuweisungen an Eltern. Eltern glauben oder befürchten ohnehin fast immer, an vermeintlichen oder tatsächlichen Fehlentwicklungen des Kindes Schuld zu sein. Das Ergebnis sind Schuldgefühle, die auch dann schmerzen, wenn es keinen objektiven Grund dafür gibt.
Ob nun absichtlich oder nicht: Die meisten
Ritalin-Kritiker tragen zu solchen Schuldgefühlen bei.
Das ist leicht, denn Eltern fühlen
sich ohnehin unwohl, wenn sie ihrem Kind über längere Zeit hinweg
ein psychisch wirksames Medikament verabreichen müssen.
Die Reaktion von Eltern auf Kritik an dem
Medikament muss vor diesem Hintergrund gesehen werden.
Es ist abwegig, aus dem Verhalten von
Eltern den Schluss zu ziehen, diese seien "Anhänger" oder Befürworter
des Medikaments oder ihr Verhalten sei ideologisch motiviert.
All das in diesem Zusammenhang insbesondere deshalb von Bedeutung, weil die Scientology-"Techniken" die Erzeugung von Schuldgefühlen auf vielfältige Weise einsetzen. Beispiel: Die Scientology-'Kirche': "Kritiker sind Verbrecher"
Vielfach wird dies als Gehirnwäsche
empfunden.
Das Oberverwaltungsgericht
Münster (5 B 993/95 Beschluß vom 31.5.96) hat diesen
Begriff akzeptiert:
"Umgangssprachlich werden darüber
hinaus jedoch auch massive psychische Beeinflussungen, wie sie dem Antragsteller
vorgeworfen werden, als "Gehirnwäsche" bezeichnet."
Dabei bezieht das Gericht sich auf ein
Gutachten von Prof. Dr. Hans Kind, der ausdrücklich auf die Erweckung
von Schuldgefühlen verweist.
Prof. Dr. Hans Kind schreibt in seinem Artikel "Auditing und andere Psychotechniken aus wissenschaftlicher Sicht":
Wer Medikamente verordnet oder einnimmt, muss immer den Nutzen gegen die Risiken und Nebenwirkungen abwägen."Ein erhebliches Risiko für den Patienten bedeutet die Meinung von [Scientology-Gründer Hubbard] LRH, daß die Eltern und Verwandten die Bösewichter seien, weil sie die Schuld an den Aberrationen, d.h. an den Störungen und Beschwerden hätten. Jeder Widerstand von Eltern gegen diese Therapie sei ein Ausdruck ihrer Schuldgefühle und Angst vor der Aufdeckung von 'Mißhandlungen' des Patienten in seiner Jugend. Insbesondere der Widerstand von Müttern gegen Auditing beruhe auf den seelischen Schädigungen, die sie schon während der Schwangerschaft mit Abtreibungsversuchen verursacht hätten (Buch 1, S. 246). Auf diese Weise können Patienten von ihrer Familie getrennt und ganz an das System gebunden werden. Wenn dann noch finanzielle Abhängigkeit dazukommt, kann der Weg zurück in die Selbständigkeit enorm erschwert, leidvoll und nur mit großen Einbussen möglich sein."
Sucht man im Internet
nach den Stichworten "Indigo-Kinder" und "Gesundheit", erscheint ganz oben
in der Ergebnisliste
www.indigokinder.de/die_indigo_kinder_lifeplus.htm
LifePlus ist einer der grössten Anbieter
von "Nahrungsergänzungsmitteln", zum Beispiel Vitaminen. Als Vertriebsmethode
wird MLM angewandt, Multi Level Marketing. Dieses Vertriebssystem hat gewisse
Ähnlichkeiten mit dem Schneeballsystem, vgl. die Links auf der Seite
http://www.AGPF.de/Schneeballsystem.htm.
Es ist also keine Frage, dass auch hier massive finanzielle Interessen
im Spiel sind.
Die "Aura" sei, so interpretiert Pöhlmann
(Seite 360) die Esoteriker, "der feinstoffliche, unsichtbare Energiekörper,
der den Menschen umhüllt".
Menschen mit besonderen Fähigkeiten
können diese Aura angeblich sehen. Um die Erläuterung dieser
Aura, deren angebliche Eigenschaften und deren Nutzbarmachung sowie die
Vermittlung der dazugehörigen Fähigkeiten hat sich ein umfangreiches
Psychomarkt-Angebot an Literatur und Kursen entwickelt. Insbesondere zu
den Angeboten auf dem Gesundheitsmarkt und zum gesundheitlichen Verbraucherschutz:
Colin
Goldner: Die Psychoszene, z.B. Seiten 129 ff. Goldner verweist in diesem
Zusammenhang erneut auf "die Verpflichtung des Staates, für das Wohl
und die Unversehrtheit seiner Bürger Sorge zu tragen" (Seite 133)
und auf die Notwendigkeit eines Psychovertragsgesetzes, des Lebensbewältigungshilfegesetzes
(Seite 136). Ohne ein solches Gesetz wird das Marktgeschehen ausgerechnet
auf dem Gesundheitsbereich insbesondere dann erneut zu Gunsten des Psychomarktes
beeinflusst, wenn der Gesetzgeber den Zugang zu den einschlägigen
Medikamenten erschwert. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Verkauf
von Medikamenten im Rahmen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes ohnehin
zahlreichen Regelungen unterliegt, die auch drigend nötig sind. Vergleichbare
Überwachung des Gesundheitsmarktes und der dort angebotenen Verfahren
fehlen völlig, obwohl diese Verfahren vielfach ausdrücklich als
Ersatz für Medikamente angeboten werden.
Die Aura-Erscheinungen bedürfen offenbar der Interpretation. Dabei sind angebliche übernatürliche Kanäle, Channels, behilflich. Das "Channeling" ist ein Zweig der Esoterik, der in jüngster Zeit gewaltigen Aufschwung erlebt hat. Zahlreiche Autoren bezeichnen sich als Medium einer "Wesenheit", von der sie angeblich druckreife Botschaften gechannelt bekommen. So bekommt zum Beispiel Lee Carroll seine Texte von "Kryon". Kryon-Carroll kündigt bei Befolgung seiner Anweisungen das Entstehen höherwertiger Menschen an, die als spirituelle Wesen geboren werden, die gesamte göttliche Kraft in sich tragen und eine "spezifische biologische Ausrüstung" in sich tragen (Pöhlmann Seite 362). Schon seit 1970 seien einige "in diesem neuen Zustand" geboren worden - die "Indigo-Kinder".
In Deutschland hat sich Esoterik-Autor Jan Udo Holey alias Jan van Helsing (Spezialität: Geheimgesellschaften und Verschwörungstheorien) des Themas in dem Buch "Die Kinder des neuen Jahrtausends" angenommen und bezieht sich auf die Reinkartnationstheorien des Tom Hockemeyer alias Trutz Hardo.
Holey schreibt:
"Bedrohlich bei den Indigo-Kindern finde ich aber auch die Tatsache, dass alle Kinder, die an amerikanischen Schulen andere Kinder umgebracht haben, Indigo-Kinder waren" (S. 200).Bisher wurden ähnliche Behauptungen von der Scientology-Organisation verbreitet. Zum Beispiel "Mord und Selbstmord mit Ritalin in Verbindung gebracht" (unten) und die Namensliste im Buch "Die Männer hinter Hitler" (unten). Derartige Listen angeblicher Gewalttaten werden inzwischen in zahlreichen Websites verbreitet, nachprüfbar ist nichts davon. Inzwischen verlangt der KVPM sogar, bei Gewalttaten zu prüfen, ob der Täter "jemals manipulierende Praktiken der Psychiatrie erfahren hatte" (unten). Zumindest ein den Scientologen nahestehender Autor (unten) fordert - ebenfalls in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft - offenbar in Interpretation der KVPM-Forderung: "Da bei den jugendlichen Amokläufern der letzten zehn Jahre fast immer Psychopharmaka eine Rolle spielten, wäre es wichtig, den Täter von Erfurt auf Rückstände von Ritalin o.ä. Psychopharmaka ... zu untersuchen".
Holey nennt für die von ihm behauptete "Tatsache" weder eine Quelle, noch einen Beweis oder wenigstens einen Beleg. Damit gehört diese Behauptung zu Holeys üblichen Verschwörungstheorien. Eine Seite weiter bezieht sich Holey zum Thema "Schulmassaker durch Kinder" auf das Buch eines David Grossmann, welches der Dr. Böttiger-Verlag in Wiesbaden im Mai 200o veröffentlich habe. Das ist der Verlag des La-Rouche-Kultes. Zunächst geht es Holey in diesem Kapital um Video- und Computerspiele, die angeblich aus Schülern Mörder machen. Nach einigen Seiten geht es dann um "Pillen gegen Hyperaktivität" (S. 212), insbesondere Ritalin.
Fazit:
Ärzte verschreiben Kindern mit ADS/ADHS-Symptomen
ein Medikament, weil die Kinder krank sind.
Unter diesem Aspekt bedeuten die Geschichten
von den Indigo-Kindern dies im Ergebnis dasselbe, was vielfach auf dem
Psychomarkt angeboten wird:
Heilung
durch Wegdefinieren der Krankheit
| Tages-Anzeiger
Zürich 23.1.2003
Zappelphilippe oder Spirituelle? Immer mehr hyperaktive Kinder nerven Eltern und Lehrer. Halt, sagen Esoteriker, das sind Indigo-Kinder, spirituell hoch entwickelte Wesen. Damit tun sie den Kindern keinen Dienst. Von Hugo Stamm Die Esoterikszene feiert sie heute als die «neuen Kinder im neuen Zeitalter». Für Lehrpersonen und Schulpsychologen sind es ganz einfach Zappelphilippe, die hyperaktiv sind und den Schulbetrieb stören. Die Psychologen sprechen von einem Psychoorganischen Syndrom (POS) oder einer «Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung» (ADS). Zwischen diesen beiden Polen werden die verhaltensauffälligen Kinder zerrissen. Für besorgte Eltern ist es ein Segen, wenn die Esoterik erklärt, die Hyperaktivität sei keine psychische Störung, sondern Ausdruck einer besonderen spirituellen Entwicklung. Doch viele Fachleute bewerten die Idee von den Indigo-Kindern als verhängnisvollen Aberglauben, der den Kindern mehr schadet als hilft. Was ist ein Indigo-Kind? Hellsichtige Medien behaupten, sie würden die Aura, also das angebliche übersinnliche Energiefeld, sehen. Bei den Indigo-Kindern sei die Aura dunkelblau, eben indigofarbig. Solche Kinder sollen paranormale Fähigkeit haben: Sie können vermeintlich mit der Gedankenkraft Gegenstände auf grosse Distanzen bewegen oder mit dem verstorbenen Grossvater sprechen. Die Folgen können fatal sein - nicht nur für die Schule, sondern auch in der Familie. Ein Beispiel: Ein achtjähriger Zappelphilipp nervt den Lebenspartner seiner Mutter. Die Mutter stellt sich schützend vor den Sohn, seine Hyperaktivität sei Ausdruck seiner höheren spirituellen Entwicklung. Die Vorstellung vom Indigo-Kind wertet der Partner aber als esoterischen Hokuspokus. «Bei Konflikten mit meinem Lebenspartner stellt sich der Knabe quer und lässt nichts gelten», erklärt die Mutter. «Lässt sich mein Partner auf einen Kampf ein, dann grinst das Kind ihn an.» Die Mutter überlegt sich nun eine Trennung, «weil es für meinen Sohn das Beste wäre». In der esoterischen Literatur werden die Indigo-Kinder als besonders sensitiv, hellsichtig und überdurchschnittlich begabt beschrieben. Ausserdem sollen sie ein stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein haben und sich gegen Autoritäten auflehnen. Deshalb seien sie rebellisch und aggressiv. Auffallend sei ihr spirituelles Interesse. Harry Potter ein Indigo-Kind? Manche Esoteriker bezeichnen sie als Botschafter des Universums. Ausserdem führen sie den Erfolg der Bücher und Filme von Harry Potter auf das Indigo-Phänomen zurück. Der Romanheld mit seinen paranormalen Fähigkeiten ist für viele der Prototyp eines «Kindes der neuen Zeit». Vollends fragwürdig wird die These von den Indigo-Kindern, wenn ihnen übermenschliche Fähigkeiten zugesprochen werden. Der spirituelle Lehrer Drunvalo Melchizedek behauptet in seinem Buch «Mother Earth's new children» («die neuen Erdenkinder»), Indigo-Kinder könnten das Aidsvirus loswerden und bräuchten Junkfood für ihre Leber. Die Kinder der neuen Zeit sollen sogar eine andere DNS (Erbstruktur) und einen andern Körper als normale Menschen haben, behaupten viele Esoteriker. Ausserdem müssten sie die Welt verändern und die Menschheit ins Wassermann-Zeitalter führen. Bei ihrer Mission würden sie sich selbst opfern, wenn dies nötig sei. Da sie fähig seien, ausserhalb des physischen Körpers zu leben, sei dies für sie kein grosses Problem. Es sind aber nicht nur Esoteriker aus der radikalen Ecke, die den Glauben an die Indigo-Kinder vertreten. Privatdozent Johannes Gasser von der Uni Freiburg hält regelmässig Vorträge zum Thema - auch im Kanton Zürich. Er interpretiert das Indigo-Phänomen mit den ADS-Kindern zwar stark aus psychologischer Sicht, er spricht aber ebenfalls von den Indigo-Kindern, von der neuen Bewusstheit und der höheren bewussten Integration. Die Vorträge des Wissenschafters ziehen meist ein grosses Publikum an - in erster Linie verunsicherte Eltern und Lehrer. In Hochdorf SO gibt es bereits eine Privatschule für Indigo-Kinder, die New-Kids-Schule. Weitere sind geplant. Anna-Lisa Oggenfuss, Lehrerin und Hausvorstand des Schulhauses Ilgen in der Stadt Zürich, kennt das Phänomen der Indigo-Kinder. «Eine Mutter rechtfertigte kürzlich das auffällige Verhalten ihres Kindes mit dem esoterischen Phänomen», erzählt Oggenfuss, die auch Erfahrungen in der Supervision und Familientherapie hat. «Eltern, die die Hyperaktivität ihrer Kinder mit übersinnlichen Argumenten rechtfertigen, lenken oft von familiären Problemen ab und verstecken sich dahinter.» Die Lehrerin weiss, dass hyperaktive Kinder Eltern und Lehrer sehr stark belasten und dauernd auf Trab halten. «Wenn sich die Eltern aber hinter der Indigo-Erklärung verstecken, wird oft verhindert, dass das Kind gezielt behandelt oder therapiert werden kann.» Oggenfuss gibt zu bedenken, dass auch ein Teil der traumatisierten Kinder, die dringend psychologische Hilfe brauchen, hyperaktiv sind. In diesen Fällen sei es besonders problematisch, die psychischen Auffälligkeiten mit einer Indigo-Entwicklung zu erklären. «Wenn Eltern sagen, ihr Indigo-Kind sei eben hyperaktiv, weil es besonders begabt sei, wird eine Zusammenarbeit schwer. Sie lehnen sich zurück und geben der Lehrperson zu verstehen, sie sei unwissend und dilettantisch.» |
Warum die Scientology-Kampagne gegen Ritalin?
Die Scientology-Kampagne gegen Ritalin ist Teil der Kampagne gegen die Psychiatrie. Dazu auch:
Scientology will die Psychiatrie und ihre Helfer und Hilfsmittel abschaffen.Dazu mehr unten.
Scientology bezeichnet Ritalin als "Droge".
Das hat Folgen.
Vielfach wird das Medikament bereits abgelehnt,
weil es angeblich süchtig macht.
Scientology bezeichnet praktische alle
Medikamente als Droge.
Außer denen, die von Scientology
selbst vorgeschrieben werden.
Die werden als Vitamine bezeichnet. Vgl.
Die Bezeichnung als Droge ist rechtlich
kaum angreifbar. Denn Scientology stützt sich meist auf amerikanische
Äußerungen und in den USA bedeutet der Begriff "drug" - wörtlich
übersetzt: Droge - nun einmal auch "Medikament".
KVPM gegen ADHS-Kongress in Würzburg
Im Juni 2007 fand in Würzburg der erste internationale Kongress
zu Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität (ADHS).statt.
Über 1000 Psychiater, Psychotherapeuten, Ärzte und Forscher
- so berichtete die "Main-Post" vom 4.6.2007 - diskutierten über Grundlagen
und neue Erkenntnisse zum "Zappelphilipp-Syndrom". Draussen demonstrierte
die KVPM - Kommission für Verstösse der Psychiatrie gegen Menschenrechte
e.V.: "Psychiatrie, Scharlatanerie, Psychiatrie, Killerindustrie".
Die Zeitung: "Was hinter dem Protestzug der Psychiatrie-Gegner steckte,
war im Kleingedruckten auf den Flugblättern zu lesen: Scientology."
:
Scientologe
platziert Anti-Psychiatrie-Artikel in Pädagogik-Zeitschrift
| Ein Artikel eines Lehrers
demonstriert in aller Deutlichkeit, worum es Scientologen in Wahrheit geht.
Rainer Pagel ist Scientologe. In seinem Artikel verschweigt er dies allerdings. Pagel hat einen Artikel in der Zeitschrift "Pädagogik" aus dem Beltz-Verlag platziert. Der Artikel demonstriert die Richtigkeit der obigen Thesen. Dass es nämlich Scientologen weder um das Wohl der Kinder geht, noch um Alternativen zu Medikamenten. Sondern um den Kampf gegen "die Psychiatrie", um deren Abschaffung und um die Errichtung eines Scientology-Monopols an deren Stelle. Ein solches Vorhaben mag aussichtslos erscheinen. Es sorgt aber für die Verunsicherung der Betroffenen. Nach den betroffenen Kindern und den Eltern haben Lehrer am meisten mit dem Problem ADS zu tun. Der Artikel umfasst volle vier Druckseiten. Was Lehrer tun sollen, handelt Pagel in wenigen Zeilen ab. Dabei handelt es sich durchweg um nichtssagende Allgemeinplätze: Pagel schreibt lediglich, Lehrer und Erzieher sollten "pädagogische Lösungen anstreben": "Konsequentes pädagogisches Handeln ist erforderlich". Das sind nichtssagende Floskeln. Dem Verlag scheint das entgangen zu sein. Die Frage ist ja gerade, worin dieses Handeln bestehen soll. Pagel befasst sich vorwiegend mit Warnung davor, das Problem das Problem ADS an "die Psychiatrie" abzugeben, "da sie wenig oder nichts zu bieten hat, um dieses Problem zu lösen". Über eine Qualifikation für eine solche Warnung ist dem Artikel nichts zu entnehmen. Im Gegenteil: Die Formulierung "an die Psychiatrie abgeben" deutet auf Verkennung der Tatsachen und somit fehlende Qualifikation hin, da ADS üblicherweise nicht von der "Psychiatrie" behandelt wird, sondern von Fachärzten, insbesondere Kinder- und Jugendärzten. Unter "der Psychiatrie" versteht die Allgemeinheit in erster Linie psychiatrische Krankenhäuser. Mehr dazu unter: Der
Scientologe Rainer Pagel instrumentalisiert Kinder für den Kampf der
Scientology-Organisation gegen die Psychiatrie
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Politik
kritisiert Verschreibungs-Praxis
Dazu auch: Europarat
warnt vor Täuschung durch Scientology
Etwa seit Ende 2001 kritisieren Politiker
die Praxis der Verschreibung des Wirkstoffes Methylphenidat.
Grundlage dieser Kritik waren offenbar
Veröffentlichungen der Bundesdrogenbeauftragten Marion Caspers-Merk.
Ein Antrag von Bundestagsabgeordneten
(Bundestagsdrucksache 14/8912 vom 24.
04. 2002, http://dip.bundestag.de/btd/14/089/1408912.pdf)
nennt als Indizien für mögliche
Fehler insbesondere das erhebliche Anwachsen der Menge und die Verschreibung
durch Nicht-Fachärzte.
Die Betroffenen sagen dazu, dass
Betroffene äußern aus diesen und anderen Gründen den Verdacht, dass die Politik auf die Scientology-Kampagne hereingefallen ist.
Landtag Baden-Württemberg Drucksache 13/618
Abgeordnete des Landtages von Baden-Württemberg haben eine Anfrage an die Landesregierung gerichtet,
In der Antwort der Landesregierung
werden ausdrücklich benannt die KVPM
- Kommission für Verstösse der Psychiatrie gegen Menschenrechte
e.V. , das „L.
Ron Hubbard Presse- und Informationsbüro ... in Seevetal-Maschen"
und der "Scientologe Kaeding" (unten).
Nicht namentlich erwähnt, aber eindeutig identifizierbar ist Michael Kent alias Michael Hinz, der mit seinen "Psychopolitik"-Texten und seiner "Kent-Depesche" die scientologische Anti-Psychiatrie-Kampagne mittels Internet in die Kreise der Ärzte- und Medikamentenhasser trägt (unten):
Zur Pisa-Studie schreibt Kaeding: "Deutsche Schulen versagen" ( http://www.ritalin-kritik.de/Artikel/Schulreform/body_schulreform.html ) und verweist mit einem Link auf "Die Studiertechnologie der Scientologen" ( http://studiertechnologie.scientology.de/educator/page34.htm )."An einer massiv negativen Berichterstattung über Ritalin, teilweise mit anmaßenden Vorwürfen ("Ritalin-Kreuzzug“), beteiligt sich auch eine in Presseberichten als "Scientology-naher Referent“ benannte Person, die über Internetauftritte zum Thema "Psychopolitik“ scientologisches Gedankengut sowie über einen Verlag und über einen Nahrungsmittelergänzungsvertrieb einen Presse- und Informationsdienst herausbringt. Diese Aktivitäten sind verbunden mit einem öffentlich auftretenden Scientologen, Helmut Kaeding, der beispielsweise behauptet, die Ergebnisse des Schulversuchsvergleichs "Pisa“ in Deutschland hingen mit der Ritalinvergabe an Kindern zusammen; eine Abhilfe biete hier die „Scientology-Studiertechnologie“.
| Landtag von Baden-Württemberg
Drucksache 13/618 13. Wahlperiode 11. 01. 2002 Antrag der Abg. Dr. Bernhard Lasotta u. a. CDU und Stellungnahme des Sozialministeriums Ritalin und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) Antrag Der Landtag wolle beschließen, die Landesregierung zu ersuchen zu berichten, 1. ob sie auch die Auffassung vertritt, dass zum Thema „Ritalin bei kindlichen Aufmerksamkeits-/und Hyperaktivitätsstörungen“ in der öffentlichen Berichterstattung eine wissenschaftlich differenzierte Betrachtungsweise kaum vorhanden ist und diese eher unter dem Aspekt der „reißerischen Auflagen- und Quotensteigerung“ geschieht,Begründung Die öffentliche Berichterstattung zum Thema „Ritalin und ADHS“ lässt Stellungnahme Mit Schreiben vom 31. Januar 2002 Nr. 53–0141.5/13/618 nimmt das Sozialministerium im Einvernehmen mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport zu dem Antrag wie folgt Stellung: Methylphenidat (Ritalin®) ist ein Betäubungsmittel, das zentral stimulierend wirkt, wobei der eigentliche Wirkungsmechanismus noch nicht vollständig geklärt ist. Unter anderem wird es mit gutem Erfolg zur Therapie hyperaktiver Verhaltensstörungen bei Kindern eingesetzt. Bei dieser Anwendung wird sowohl vom Hersteller als auch von den ärztlichen Fachgesellschaften zwingend gefordert, dass Ritalin nur im Rahmen eines umfassenden Therapieprogramms verwendet werden darf, zu dem auch psychologische, erzieherische und soziale Behandlungsmassnahmen gehören müssen.Der Landtag wolle beschließen, |
Der Ritalin-Kritiker Helmut Kaeding
Der Inhaber der Website
www.Ritalin-Kritik.de ist Scientologe.
Helmut Kaeding betreibt
zahlreiche Websites zu Gunsten der Scientology-Kampagne gegen die Psychiatrie,
Psychiater, Ärzte und Medikamente.
Wenn sich die Presse über Ritalin
äußert, kann sie mit einer Flut von Leserbriefen rechnen.
Die meisten Leserbriefschreiber berufen
sich auf die Internetseite
www.Ritalin-Kritik.de
So geschehen anlässlich eines
Artikels im Kundenmagazin Schlecker Revue, Ausgabe 4/01
Verantwortlich für diese Website zeichnet Helmut Kaeding.
| www.Ritalin-Kritik.de
Verantwortlich für diese Internet-Seite ist: Helmut Kaeding Wildenhofeck 11 21465 Reinbek Tel.: 040 249887 Fax: 040 280 37 15 E-Mail: hk@Ritalin-Kritik.de Diese Internet-Seite entstand aus Protest gegen die massenhafte Vergabe von Drogen an Kinder, die naturgemäß die Folgen dieser Drogenvergabe noch nicht abschätzen können. Helmut Kaeding |
Aus Kaedings Scientology-Selbstdarstellung:
| Hallo, ich heiße Helmut Kaeding.
Hier sind ein paar kurze Angaben über mich selbst:
Ich bin in der ehemaligen DDR als Sohn eines Lehrers aufgewachsen und bin heute 43 Jahre alt. Zeit meines Lebens bemühte ich mich um fachliche Qualifikation. So habe ich mir ein umfangreiches Know-How auf verschiedenen Gebieten angeeignet. Ich entwickle Computer-Software für öffentliche Einrichtungen und große Betriebe und installiere Computertechnik bei meinen Kunden. Vor drei Jahren trat ich in die Scientology ein. Bis dahin hatte mir das Leben so zugesetzt, daß ich es als sehr belastend empfand. Heute, nach umfangreicher Scientology-Ausbildung, macht mir das Leben riesigen Spaß und ich freue mich auf die nächsten vielen Jahre. Ich bin vital und habe die Gewißheit, daß sich mein Zustand noch weiter verbessern wird. |
Natürlich ist dort nicht viel über
diese Person zu finden. Bis auf wenige Zeilen könnte alles auch auf
andere Personen passen. Auch in der kurzen Eintragung oben passt nur wenig
mehr als die Hälfte auf Helmut Kaeden selbst.
Kaeding ist Inhaber zahlreicher Websites Websites zum Ritalin-Umfeld
Die folgenden Domains sind auf Kaeding eingetragen (nachgeprüft am 6.3.2002):
Kaeding
ist Inhaber zahlreicher Websites über angeblichen Drogenhilfe.
Diese enthalten fast ausschliesslich
Links zur der Scientology-Tarnorganisation Narconon:
Die Scientology-Kampagne gegen Ritalin ist Teil der Kampagne gegen die Psychiatrie
Deshalb setzt die Scientology-Organisationen ihre zahlreichen Tarnorganisationen sowohl gegen Ritalin als auch gegen die Psychiatrie ein.
Auf der Seite Scientology
und KVPM als Anti-Psychiatrie befindet sich die Abbildung der
Scientology-Mitgliederzeitschrift IMPACT Nr. 72/1997. Dort vergrößert
abgebildet: Durch das Titelbild fliegt ein Werbe-Zeppelin mit der Aufschrift
"Psychiatry Kills" - Psychiatrie tötet. Darunter das Bild einer Demonstration.
Auf Plakaten:
| "Liebe mich, gib mir keine Drogen"
"Ritalin macht süchtig" "Ritalin macht aus Kindern Drogensüchtige" |
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Scientologen beteiligen sich auf unterschiedlichsten Ebenen an diesem Kampf. Vgl.
Die Scientologen-Argumentation gegen
Ritalin ist in dem Buch "die Männer hinter Hitler" enthalten, dazu
unten.
Die Website www.Ritalin-Kritik.de
Der Titel der Seite lautet
"Ritalin: wie die Psychiatrie aus Deutschlands Kindern Drogensüchtige macht"und enthält damit komprimiert die Propagandasprüche der Scientology-Organisation.
Folgerichtig Kaedings Aufforderung unter der Überschrift "Gegner der Aufklärung":
"Schauen Sie nicht tatenlos zu, wie die Psychiatrie im Bunde mit der Pharmaindustrie, den Krankenkassen, Medien und Politikern aus einer ganzen Generation Drogenabhängige macht."
Ein direkter Hinweis auf Scientology
findet sich in dieser Website nicht.
Wohl aber weitere indirekte Hinweise.
So enthält die Bücherliste das Buch
Dr. Thomas Röder, Volker Kubillus: Die Männer hinter Hitler Wer die geheimen Drahtzieher hinter Hitler wirklich waren... ...und unter welchem Deckmantel sie noch immer unter uns weilenund zwar ohne jeden Hinweis, was das mit dem Thema zu tun hat.
Auf der Link-Liste befinden sich keine
direkten Links zu Scientology.
Wohl aber zahlreiche Links zu psychiatriekritischen
Websites,
zuoberst die obskure Website "Psychopolitik"
http://www.psychopolitik.de/
Dazu: Michael
Kent alias Michael Hinz und die "Psychopolitik"
Der Scientologe Michael Hinz kritisiert
ebenfalls massiv Ritalin.
Im angeschlossenen Internet-Versand wird
eine angebliche Alternative aus "AFA-Algen" angeboten.
Mit Pressemitteilung vom 21.3.2002 (Wortlaut
siehe Heilmittelwerbegesetz)
warnen das Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
und das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und
Veterinärmedizin (BgVV):
Kaeding
betreibt Website für KVPM-Buch:
www.psychiater-die-maenner-hinter-hitler.de
"Psychiater: Die Männer
hinter Hitler"
Der KVPM ist die Kampforganisation der Scientologen gegen die Psychiatrie:
Deren wichtigstes Utensil ist das Buch "Die Männer hinter Hitler".Damit wird erneut deutlich, daß es Kaeding in erster Linie um den Scientology-Kampf gegen die Psychiatrie geht.
Kaeding betreibt eine Website, deren einziger
Zweck die Werbung für dieses Buch ist:
Kaeding faßt den Inhalt des Buches
zusammen, indem er den Titel verändert.
Aus "Die Männer hinter Hitler" macht
Kaeding
"Psychiater: Die Männer hinter Hitler".
Zum Buch im Einzelnen: Das
Buch "Die Männer hinter Hitler"
Abgebildet auch in: Bericht
der Bund-Länder-Arbeitsgruppe SC der Verfassungsschutzbehörden
vom
12.10.98
Hier die DENIC-Registrierung für die
Website
www.psychiater-die-maenner-hinter-hitler.de
Domain-Inhaber demnach:
Helmut Kaeding
Wildenhofeck 11
D-21465 Reinbek
Germany
Die Scientologen-Argumentation gegen Ritalin beruht auf Vertauschung von Wirkung und Nebenwirkung
Aus dem Scientologen-Buch "Die Männer hinter Hitler"
Das Buch "Die Männer hinter Hitler" will beweisen, dass Psychiater "Hitler befruchteteten" und "halfen, den Weg zu den Konzentrationslagern zu ebnen". Die Nazi-Psychiatrie finde sich noch "in der heutigen angewandten Psychiatrie" (Seite 329 f).
Vor diesem Hintergrund ist das Kapitel
zu lesen, in dem auch Ritalin behandelt wird:
"NS-Kontinuität auch bei der Psychopharmaka-Therapie?"
Grundlage der Argumentation ist:
"Was bislang kaum bekannt ist und von psychiatrischer Seite nicht allzu laut an die Öffentlichkeit getragen wird, ist die Wirkung, daß nach Aussagen von Psychiatern manche psychiatrische Drogen in einigen Fällen Geisteskrankheit erzeugen können. ... Mit anderen Worten, der wirkliche Skandal besteht darin, daß genau die Medikamente, die angeblich Geisteskrankheit lindern oder heilen sollen, sie in Wirklichkeit hervorrufen können! " (Seite 316).Als Beleg für diese Behauptung wird die Äußerung eines Psychiaters in einem Spiegel-Interview zitiert:
"Der Schizophrenie ähnliche Symptome und Verhaltensstörungen treten nicht nur in der Krankheit 'Schizophrenie' auf. Als eines der wenigen Reaktionsmuster des Gehirns auf schwere Funktionsstörungen können sie auch durch eine Reihe anderer Ursachen hervorgerufen werden, etwa durch einige Gifte oder durch längerfristigen Drogenmmißbrauch. Dem Aufputschmittel Amphetamin kommt dabei ein besonders hohes Risiko zu.“ (Fussnote: Der Spiegel, Nr. 43/1990: "Warnsignale wurden übersehen". Spiegel-Gespräch mit Psychiatrie-Professor Heinz Häfner über das Gewalttatenrisiko bei psychisch Kranken)Daraus wird der Schluss gezogen, dass Psychopharmaka nicht nur psychische Krankheit erzeugen, sondern auch Aggressivität:
"Neuroleptika, also starke Psychopharmaka, verursachen ein Symptom, das dem einer Parkinson-Krankheit ähnelt, also eine Art innere Unruhe und Unfähigkeit zur Kontrolle der eigenen Bewegungsabläufe. Die Berichte, die über Patienten oder von Patienten gegeben wurden, welchen Neuroleptika verabreicht wurden, sind teilweise derart erschreckend, daß es kaum zu glauben ist. Patienten berichten von einer Art "innerem Terror“ und dem Drang, etwas zu zerstören. Es kann also praktisch als erhärtet angesehen werden, daß "Psychodrogen“ der "harten Art“ psychotische Zustände nicht nur nicht kurieren oder unterdrücken; in einigen Fällen rufrn sie diese Zustände erst bei Menschen hervor, die vorher friedliebend und nicht aggressiv waren. (Es sind Fälle von sinnlosen Morden und Amokläufen bekannt, denen zuvor Neuroleptika verabreicht worden waren.) Der Schluß liegt also nahe - es ist nicht ganz auszuschließen -, daß bestimmte Psychopharmaka, vor allem Neuroleptika, Menschen zu Geisteskranken machen können." (Seite 317)Dazu werden Beispiele angefügt:
"Damit ist eines der Hauptargumente der Psychiatrie in Frage gestellt, nämlich daß Neuroleptika die Person und die Umwelt vor möglichen gewaltsamen Ausbrüchen schützen sollen. Fälle wie die Attentate auf die Politiker Lafontaine oder Schäuble, durchgeführt von Patienten der Psychiatrie, sind ein erschütterndes Dokument für die Machtlosigkeit einer "Wissenschaft“, die die Antwort auf geistige Störungen in der "chemischen Lobotomie“ zu finden meint.Fussnote 16: Am Abend des 12. Oktober 1990 streckt der 3ljährige Dieter Kaufmann den Bundesminister Wolfgang Schäuble mit mehreren Schüssen nieder. Schäuble überlebt knapp, bleibt aber Zeit seines Lebens querschnittsgelähmt. Vor Gericht gibt Kaufmann, der sich seit 1981 in psychiatrischer Behandlung befunden hat, an, daß er nach der ersten Spritze in der Anstalt in Wiesloch wie ein Halbidiot auf gewacht sei. Die Behandlungen hätten in ihm einen "Totalhaß" hervorgerufen. Der Spiegel, Nr. 20/1991: "Wie sollte es jemand ahnen... "
Am 25. April 1990 versucht die 42jährige Arzthelferin Adelheid Streidel, den SPD-Politiker Oskar Lafontaine bei einer Wahlveranstaltung mit einem Küchenmesser zu töten. Sie leidet an "paranolder Schizophrenie". Bereits 1986 war sie wegen einer Brandstiftung und 1989 wegen eines Selbstmordversuchs auffällig geworden. In: psycho 16 vom August 1990, S. 557/3"
Der Text
des Buches fährt übergangslos fort:
"Ein besonderes Thema stellen in diesem Zusammenhang Psychodrogen bei Kindern dar. Wir haben bereits in einem früheren Kapitel ausführlich die Entwicklung der Kinder- und Jugendpsychiatrie dargestellt und ihren nationalsozialistischen und rassistischen Hintergrund dokumentiert. Wir haben dort angedeutet, an späterer Stelle näher auf die "Lieblingsdroge“ der Kinderpsychiatrie, Ritalin, einzugehen. Noch einmal: Ritalin gehört zu den sehr starken Psychopharmaka, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Nebenwirkungen sind unter anderem Halluzinationen und Wahnvorstellungen.(Fussnote 17: Langbein, Martin, Weiss: Bittere Pillen, Nutzen und Risiken der Arzneimittel. Köln 199365, S. 86) Eine den Autoren vorliegende Studie aus den USA berichtet in diesem Zusammenhang über vier erschütternde Fälle:Es wird also der Eindruck erweckt, als sei in "einem früheren Kapitel" nachgewiesen worden, Ritalin habe einen "nationalsozialistischen und rassistischen Hintergrund". In diesem Kapitel wird allerdings lediglich über Hyperaktivität bei Kindern referiert. Und zwar aus der Zeit um 1985. Dieses Phänomen sei "nunmehr zum Lieblingsthema der Kinderpsychiatrie avanciert" (Seite 200).
- Der 13jährige Jerry Powers erhängte sich an einem Baum im Vorgarten seines Elternhauses wenige Tage, nachdem Ritalin (eine Psychodroge für Kinder) abgesetzt worden war.
- Der 10jährige Raymond Perrone erhängte sich in der Garage seiner Familie zwei Tage nach dem Absetzen von Ritalin.
- Der 16jährige Brad Eckstein erhängte sich wenige Tage nach Reduzieren der Ritalindosis in der Garage seiner Eltern.
- Der 18jährige Paul Tusai aus Florida tötete sich mit Autoabgasen vier Tage nach dem Absetzen von Ritalin."
Dann wird auf eine "den Autoren vorliegende
Studie aus den USA" Bezug genommen. Hier fehlt jeder Hinweis auf die Verfasser,
etwaige Veröffentlichungen, Auftraggeber und Datum.
Die "erschütternden Fälle" sind
also nicht nachprüfbar.
Insbesondere ist nicht nachprüfbar,
ob überhaupt jemand in dieser Studie einen Kausalzusammenhang zwischen
der Einnahme von Ritalin und den Selbsttötungen behauptet hat, von
einem Nachweis ganz zu schweigen.
Erst nach diesen Schilderungen von Attentaten und Kinder-Selbstmorden geht das Buch auf Hyperaktivität und Ritalin näher ein. Aber auch darin wird immer wieder auf die Nazi-Zeit Bezug genommen, etwa:
"Die Art und Weise der Diagnose weist Parallelen zu den Kriterien aus dem Jahre 1939 auf, als darüber entschieden wurde, wer als zu vernichten galt und wer nicht." (Seite 320)Immer wieder wird auch auf "die bereits zitierte US-Studie" (Seite 321) Bezug genommen. Etwa mit der Behauptung, "daß Kinder nach Ritalinentzug auf 'Straßendrogen' ausweichen" (S. 320). Dabei wird allerdings hinzugefügt, "sofern man der US-Studien Glauben schenken darf". Also scheinen selbst die autoren Restzweifel gehabt zu haben. Vielleicht ist das der Grund, warum die Autoren nicht genannt wurden.
Nach diesem Ritalin-Exkurs kommt das Buch dann auf die Gefahren der Psychopharmaka im allgemeinen und besonders für Kinder zurück. Zum Beispiel mit der Bemerkung:
"Bereits 1970 soll ein Lehrbuch über die Nebenwirkungen von Psychopharmaka besorgt darauf hingewiesen haben, daß die darin enthaltenen Wirkstoffe sogar zu Gewalttätigkeit bis hin zu Mord und Selbstmord führen könnten."In der Argumentation dieses Textes wird offenbar ein simpler Trick benutzt.
Inzwischen veröffentlicht Scientology
immer wieder die angeblichen Beispiele der beiden deutschen Attentäter.
Zum Beweis dafür, daß Medikamente
Gewalttäter produzieren.
Letztlich ist das die Methode des Redefinierens
des Krankheitsbegriffes.
Leugnet man die Existenz psychischer Krankheiten,
wie dies die "Antipsychiatrie"
teils tut, kann man Gewalttätigkeit problemlos einer anderen Ursache
zuordnen.
Das Problem gewalttätiger psychisch
Kranker lässt sich dadurch allerdings nicht beseitigen.
Oft wird die Krankheit erst nach einer
Gewalttat erkannt, ohne daß es vorher Behandlungen mit Medikamenten
gab.
In diesen Fällen können die
Medikamente also weder die Ursache der Gewalttat gewesen sein, noch der
psychischen Krankheit.
Scientologen-Firma verweigert Ritalin-Hersteller die Wartung der Computer-Programme
Tilman Hausherr berichtet in der Zeitschrift "Berliner Dialog" ( http://www.religio.de/dialog/100/20_26-28.htm ):
3.12. 1999 - Besonderheit: Durch einen Artikel in der Zeitschrift c't wird nun auch einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland bekannt, daß die Scientologen-Firma "Executive Software" an der Entwicklung des Computer-Betriebssystems "Windows 2000" beteiligt ist, und dort den Plattendefragmentierer "Diskeeper" einbringt. http://www.heise.de/ct/99/25/058/ ...
Die Firma "Executive Software" fiel bereits 1991 negativ auf, weil sie dem Pharma-Hersteller Ciba-Geigy teilweise den Wartungssupport verweigerte, weil diese "Ritalin" herstellt, ein Medikament für "hyperaktive" Kinder, welches von Scientology mit Propaganda bekämpft wird. Ein Mitarbeiter von Ciba-Geigy mußte sich u.a. den Vorwurf anhören, die Medizin "treibe Kinder in den Selbstmord".
Scientology 1989: Ritalin Droge wie Heroin
In der Scientology-Zeitung "Der Freiheitsspiegel" Nr. 42, 1989 wird das Medikament Ritalin als Droge bezeichnet und mit Heroin auf eine Stufe gestellt.
Dort heisst es, die Scientology Kirche
"engagiert sich seit über zehn Jahren ... gegen Drogen für
Kinder" (unten). Demnach propagiert Scientology bereits seit etwa
1980 die Gleichstellung von Medikamenten mit illegale Drogen. Auch hier
wird wieder die Methode des Redefinierens
angewandt.
Dabei wird ausgenutzt, dass der Begriff
"Drug" in den USA sowohl Droge bedeutet, als auch Medikament.
Das ist, als würde man eine Drogerie
als Drogenhandlung bezeichnen.
In dem Artikel zeigt sich auch, dass diese Kampagne Teil des Scientology-Kampfes gegen "die Psychiatrie" ist:
"Immer wieder beginnt damit ein tödlicher Kreislauf, denn die psychiatrisch verordenten Pillen im Kindermund können zum Grundstein für spätere Suchtkarrieren werden" (unten).Zumindest in Deutschland sind es wohl in den wenigsten Fällen Psychiater, welche das Medikament für Kinder verschreiben.
"Mord und Selbstmord mit Ritalin in Verbindung gebracht"
In dem Artikel heisst es weiter:
"In den USA werden mindestens 17 Todesfälle durch Mord und Selbstmord mit Ritalin in Verbindung gebracht." (unten)Allerdings zeigt eine genaue Lektüre, dass diese "Verbindung" nicht sehr haltbar ist.
Hinzu kommt, dass die Zahlenbasis mehr als dürftig ist. Denn:
"Nach "konservativen Schätzungen" der amerikanischen Medizinervereinigung schlucken heute 750.000 Kinder Amphetamine auf Rezept, Experten gehen sogar von 4.000.000 Kindern aus" (unten).Je grösser die Zahl der Verordungen und je kleiner die Zahl der "Fälle", umso eher kann es sich um blossen Zufall handeln.
Auch hier wieder setzt Scientology Prominente
für die Kampagne ein (unten).
Die Sängerin Julia Migenes:
"Ich bin Scientologin"
In dem Artikel ist davon keine Rede.
Der Amokläufer von Erfurt unter Ritalin? Wie ein Verdacht produziert wird
Dazu auch:
Am 26.4.2002 hat 19-jährige frühere
Schüler Robert Steinhäuser im Gutenberg-Gymnasium zwölf
Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin und einen Polizisten erschossen.
Danach brachte er sich selbst um. Er war kurz zuvor der Schule verwiesen
worden.
Scientology und Scientologen nutzen diesen
mörderischen Amoklauf auf unterschiedlichsten Ebenen für ihre
Zwecek aus:
Die Scientology-Organisation schickt ihre
"ehrenamtlich Geistlichen" zur angeblichen Hilfe für Betroffene. Dazu:
Der Autor
des nachfolgenden Briefes ist
Jo Conrad, der eng mit
Michael
Kent alias Michael Hinz zusammenarbeitet.
Ob er diesen jemals an die Staatsanwaltschaft
abgeschickt hat weiss ich nicht. Das ist auch nebensächlich. Ebenso
nebensächlich ist hier, ob Jo Conrad ein Scientology-Anhänger
ist oder nicht. Conrad schreibt:
"Da bei den jugendlichen Amokläufern der letzten zehn Jahre fast immer Psychopharmaka eine Rolle spielten, wäre es wichtig, den Täter von Erfurt auf Rückstände von Ritalin o.ä. Psychopharmaka ... zu untersuchen".
| Aus: http://f7.parsimony.net/forum9673/messages/5752.htm
geladen am 20.6.2002
Geschrieben von Jo am 27. April 2002 00:13:07: Als Antwort auf: Meine Gedanken zum Amoklauf geschrieben von Jemand am 26. April 2002 21:34:22: An: Polizeidirektion Erfurt, Staatsanwaltschaft Erfurt per Fax. Worpswede, den 27. April 2002 Sehr geehrte Damen und Herren, Da bei den jugendlichen Amokläufern der letzten zehn Jahre fast immer Psychopharmaka eine Rolle spielten, wäre es wichtig, den Täter von Erfurt auf Rückstände von Ritalin o.ä. Psychopharmaka, aber auch Drogen wie Ecstasy zu untersuchen. Da weltweit und auch in Deutschland Kindern und Jugendlichen immer häufiger Psycho-pharmaka verschrieben werden, wäre es wichtig, jeden Fall von übermäßiger Gewalt daraufhin zu untersuchen. Denn vielleicht handelt es sich ja um „Nebenwirkungen“ dieser Medikamente und die Vergabe müßte einer dringenden Untersuchung unterzogen werden. Hier eine Aufstellung von Fällen:
Mit Freundlichen Grüßen
|
| Teils dieselben Beispiele benutzte Bernd Trepping von der Scientology-Tarnorganisation KVPM - Kommission für Verstösse der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V. - womit der Kreis geschlossen wäre. Denn Trepping verdeutlicht, dass es ihm um Antipsychiatrie geht. | ![]() |
An der Produktion des Verdachts gegen ein
Medikament wirken viele Websites mit.
Auch Hans Tolzin mit http://www.tolzin.de/ritalin/index.htm,
derselbe, dem auch www.findefux.de gehört, vgl.
Der
Amokläufer von Erfurt: Opfer von Geheimdiensten?
Tolzin beschreibt in bemerkenswerter Offenheit das Ziel seiner Websites:
Liebe Leser,
eigentlich war ich der Meinung, mittlerweile genügend Angst vor einer Zwangsimpfung gegen Pocken verbreitet zu haben
(Aus: http://f25.parsimony.net/forum63595/messages/3166.htm Der IMPF-REPORT Nr. 23 ist da! Geschrieben von Hans am 15. Dezember 2002).
Überschrift: RITALIN: Drogen für
- oder gegen - unsere Kinder ? Schulmassaker: Die Täter sind Opfer
Der dazugehörige Artikel allerdings
stammt aus der Website www.zeitenschrift.com Demnach heisst der Artikel
in der ZeitenSchrift 25/2000 Seite 3:
"Die Täter sind Opfer - Amokläufe
von Jugendlichen, die wahllos Menschen niederschießen oder angebliche
sexuelle Übergriffe begehen, könnten ihre Ursache in psychoaktiven
Medikamenten haben".
Das Wort "Schulmassaker" hat offenbar
Tolzin darüber gesetzt.
Der Artikel selbst enthält die übliche
Aufzählung von angeblichen Fällen.
Ein Autor ist nicht angegeben.
Rechts im Kasten einschlägige Links
zu Ritalin und Antipsychiatrie, zum Beispiel