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Der nachfolgende Text gehört als Anlage
18 zur Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft München 115
Js 4298/84 vom 24.4.86
Anlage 18
Leseabschrift
Übersetzung aus dem Englischen
An: MAC I/C 13.12.1983
Kopie an: SU MSN I/C
GERMANY MSN 0PS SU
D/MAC FOR LEG
LIT SEC
TAX SEC
PR SEC
von: INVEST SEC MUN (Untersuchungsabteilung
München)
vertraulich
BERICHT ÜBER DIE ZUSAMMENKUNFT MIT HERRN JENUWEIN, PRIVATDETEKTIV
Herr Jenuwein ist ein Privatdetektiv, der uns von unserem Rechtsanwalt Wunderlich als ein seriöser Mann empfohlen wurde, der seine Arbeit gut macht. Er ist ca. 55 Jahre alt, hat sein Büro in München, ist seit ca. 30 Jahren im "Geschäft" und der Chef der Detektei, sowie der Vorsitzende des bayerischen "Detektivverbandes". Er hat Verbindungen in ganz Deutschland und besonders in Bayern. Er ist eine konservative Person, die einen "seriösen" Eindruck macht, kombiniert sehr gut und hat sehr schnell begriffen, was wir wollen.
Er hat schon vor einigen Wochen einen kleinen Job für uns erledigt, mit dem "Farben-Klotz", ein Geschäft in der Nachbarschaft, das in den Schaufenstern entheta *) über uns hatte. Diese Aktion war erfolgreich.
Beim heutigen Treffen bekam er R-factor, daß es diesmal ein größerer Auftrag sein wird. Ich gab ihm eine Zusammenfassung, die ich geschrieben habe, zu lesen, über die Situation, die wir überall in Deutschland haben sowie wo und wann es begann und wer die Hauptmänner sind, die für uns untersucht werden sollen. Heinemann, Kleinmann, ABI, Karbe, Haack, Mucha, wobei dieser Heinemann die erste Zielscheibe ist, und daß wir Fakten und Straftaten über ihn wollen, um ihn vor Gericht zu bringen und ihn wirklich zu diskreditieren. Ich beantwortete einige Fragen, die er mir hinsichtlich Heinemanns gestellt hatte und übergab ihm auch das Material, das ich in Form einer Zusammenfassung über Heinemann, ABI, Aktion Psychokultgefahren aus Düsseldorf, Karbe, etc. gesammelt habe, damit er sich beim Lesen dieser Angaben ein besseres Bild machen kann.
Barbara, MAC I/C, war dann
ab diesem Zeitpunkt auch anwesend und wir klärten die wesentliche
Frage, ob er verpflichtet ist, der Regierung über seine
Untersuchungen zu berichten und für wen sie geführt
werden (wir haben diese Angaben aus einer
früheren Untersuchung, die BI durchgeführt hatte, daß die
Pis dazu verpflichtet sind). Die Antwort
darauf war positiv für uns, PIs (Privatdetektive)
müssen nicht der Regierung berichten. Jenuwein sagte, daß,
wenn es so wäre, sie alle schließen könnten.
Dann haben wir über die Finanzen gesprochen: er wird uns einen geschätzten Kostenbetrag nennen, wenn er die Unterlagen durch hat, da er dann besser schätzen kann wieviel Zeit, Leute etc. notwendig sind.
Es wurde auch klar festgesetzt, daß er von der Anwaltskanzlei Wunderlich angeheuert wird, und daß es mit dieser Firma koordiniert wird. Er sagte, daß dies ohnehin üblich ist, daß in fast allen Fällen die Anwälte des Klienten einen Privatdetektiv anheuern. Er kennt auch Dr. Deinlein, Rechtsanwalt in Wunderlichs Kanzlei ganz gut.
Dann haben wir ihn
kurz über Heinemann und das betreffende Umfeld
informiert und er begriff das ganz gut.
Danach wurde er von Barbara kurz
über Scientology als solche informiert.
Ich sagte ihm auch, daß wir in unserem Archiv natürlich viel mehr Unterlagen über Heinemann, ABI und den anderen haben, und daß er, nachdem er die zusammengefaßten Angaben, die er von mir bekam (ca. 50 Seiten von zeitlichen Angaben, Verbindungen etc.) durchgelesen hat, mir sagen soll, welche weiteren Angaben er für seine Arbeit braucht, und daß er auch in Zukunft prüfen soll, was wir haben, damit keine doppelte Arbeit entsteht. Dadurch weiß er, daß wir viel Hintergrund-Informationen haben, aber was fehlt, sind die tatsächlichen Straftaten. Damit ist es wohl klar, daß es eine enge Koordination und Zusammenarbeit mit mir, Rechtsberatern (?) und anderen Anwälten geben wird.
Dann kamen wir zum Thema KVR, da
Dr. Deinlein vor kurzem mit ihm sprach und dies erwähnte.
Jenuwein kennt Herrn Gauweiler, den I/C des KVR und er
weiß viel über seine Beziehungen, sein Leben
etc., d.h. Gauweiler und der Münchner Oberbürgermeister,
Herr Kiesl, sind überhaupt keine guten Freunde, Kiesl und Gauweiler
sind ernsthaft zerstritten. Gauweilers wirklich
guter Freund und möglicherweise auch OL
(?) ist der Chef einer Privatpolizei,
die "Schwarzen Sheriffs", Herr Wittmann. Gauweiler hat
die "Schwarzen Sheriffs" mehr als einmal geschützt. Die
"Schwarzen Sheriffs" sind ganz in schwarz gekleidete Leute,
meistens sehr große Männer und sie haben
die Aufgabe für Ordnung zu sorgen, wenn
immer nötig. Sie patroullieren z.B. durch
die U-Bahn-Stationen, oder vor den großen Nervenkliniken
und werden auch von privaten Firmen angeheuert.
Gauweiler ist ca. 35 Jahre alt,
nicht verheiratet, lebt zusammen mit einer Freundin, ist sehr katholisch
und ein CSU (konservative Partei) Mitglied. Er
versucht die linksorientierten Leute aus dem KVR zu entfernen.
Jenuwein schlug vor, Gauweiler genauer unter die Lupe zu nehmen, mehr über ihn zu erfahren, ob er auf die Anweisungen von jemandem arbeitet, etc. Er würde dies jedoch zunächst mit dem Rechtsanwalt Dr. Deinlein, der am KVR arbeitet, prüfen, was er genau zu tun hat, damit es auf keinen Fall ein Bumerang wird.
Zu diesem Zeitpunkt der Besprechung kam Lit. Sec. Helmut dazu, dessen Bereich das KVR ist und gab ihm weitere Informationen. Jenuwein wurde kurz informiert - über das KVR, die neuen Aussagen unserer Anwälte und über einige andere wesentliche Dokumente.
Ich war damit einverstanden, daß wir uns, nachdem er dies durchgelesen hatte, in den nächsten Tagen in der Anwaltskanzlei treffen, zusammen mit Dr. Deinlein und Helmut, um die Einzelheiten unseres Vorgehens gegen KVR auszuarbeiten.
Jenuwein wird in diesem Jahr
keine aktive Untersuchung über Heinemann starten
, da es so kurz vor den Weihnachtsfeiertagen ist. Er
wird zunächst seine Arbeit und die Sache mit dem
KVR vor Weihnachten machen. Das kann er in München
erledigen und wegen Heinemann rnuß er nach Bonn
und Düsseldorf reisen und das erfordert mehr Zeit.
Empfehlungen:
1. Die Anwälte sollen
gut darüber informiert sein, was Jenuwein zu tun hat, besonders
im Fall Heinemann.
2. Eine Verabredung treffen
mit den AnwäIten für eine Zusammenkunft mit Jenuwein, Helmut
und mir, wegen des KVR,
3. Jenuwein alle weiteren
Angaben die er braucht verschaffen.
4. Er soll mit dem KVR anfangen
(nachdem die Finanzen ausgehandelt sind).
5. Das Projekt mit "Dustbin
Data" ("Müllkasten Daten") über
ABI, Heinemann, soll auch gestartet werden, da es dort auch
gute Beweise geben kann.
Dies ist in Ordnung.
Simone
ABI
Haack
Heinemann
Bei der Prüfung mit anderen Mitarbeitern, die sich seit langer Zeit um externe Angelegenheiten kümmern, über diejenigen, die am häufigsten in Erscheinung treten und somit Zielscheiben sind, kam folgendes heraus:
Heinemann
Kleinmann
ABI
Haack
Bundesministerium für Familie, Jugend
und Gesundheit
Karbe
Heinemann und Kleinmann sind
im Grunde ABI. Heinemann ist auch Mitglied
der "Aktion für geistige und psychische
Freiheit", Mitglied von APG in Düsseldorf und natürlich
Mitglied und Urheber von ABI. Die unwahren Berichte
des ABI über Scientology sind inzwischen in
allen Archiven der Länder- und Bundesregierungen.
Heinemann, Kleinmann, Karbe und Haack haben
natürlich gute Verbindungen zueinander.
Heinemann ist auf jeden Fall eine Zielscheibe und falls man ihn behandelt, werden die anderen leichter zu behandeln sein, entweder parallel dazu, oder danach. Was jedoch nicht bekannt ist, ist was oder wer deren Generalnenner ist. Wer steht hinter ihnen? Wer ermächtigt sie das zu tun was sie tun?
Seit einigen Jahren, bis zum Ende 81, wurde viel erforscht und untersucht, um dies festzustellen, aber es wurde kein wirklich bekannter Generalnenner gefunden.
Die Hauptarbeit wird somit sein, die Quelle oder Quellen, die hinter diesen Zielscheiben stehen, zu finden.
Um dies zu erreichen, sieht mein Plan folgendermaßen aus:
1. Alle vorhandenen Unterlagen (unsere
Akten) auf jedes nützliche Material
und die Hintergrund-informationen über Heinemann durchgehen.
2. In einem Modell
alle Verbindungen graphisch darstellen-.
3. Jeden weiteren Zug,
der gemacht werden soll, aufschreiben.
4. Soviel wie möglich PT-Angaben
über ihn anschaffen.
5. All das nachprüfen und eine
kurze Zusammenfassung für einen Privatdetektiv schreiben.
6. Einen Privatdetektiv anheuern, der
a) irgendwelche Straftaten
von ihm entdeckt, die wir benützen können;
b) alle seine Pläne für
die Zukunft erfährt;
c) alle Dokumente über
ihn findet, die man vor Gericht benützen kann;
d) alles einsetzt, um
den (die) Hintermänner, die hinter ihm stehen, ausfindig zu
machen.
7. Ihn mit dem gesamten Material entweder
a) vor Gericht bringen, oder
b) ihn so diskreditieren,
daß man seinen Aussagen keinen Glauben mehr schenkt.
8. Zu allen aufgeführten
Schritten können andere folgen, sowie Informationen über
andere Zielscheiben, d.h. Kleinmann, Haack, Karbe, für die
ähnliche Aktivitäten unternommen werden können.
Dies darf nur in völliger Koordination und Zusammenarbeit mit dem Rechtsanwalt geschehen und jeder Schritt muß sorgfältig geplant/entworfen werden.
Dies ist in Ordnung
Simone