Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 28.12.2012 
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Die Thetan-Story. 
Hubbards Lehre ist die Geschäftsgrundlage des Konzerns. 
Sie ist kein romanhaft theoretisches Gebilde. Sie ist Verkaufsgegenstand. 
Scientology verkauft Gesundheit und Ausbildung. Beides basiert auf Hubbards Lehre. 
Viele Kunden bezahlen dafür Zehntausende, manche Hunderttausende. 
"Ein Thetan kann tatsächlich die Zukunft voraussagen" 
(L. Ron Hubbard: Haben Sie vor diesem Leben gelebt? S. 54).
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
  • www.AGPF.de: Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt
 
 

Zur Verbindlichkeit von Hubbards Anweisungen
 

Hubbards Lehre besteht aus zahllosen "Policy Letters" ("HCOPL"), Anweisungen und Anordnungen, die verbindlich, zwingend, unabänderlich und dauerhaft gültig sind. Scientology-Sprecherin Sabine Weber auf die Frage, welche Veröffentlichungen Hubbards für Scientologen als verbindlich gelten:

 
 

Scientology-Gründer Hubbard sah sich zunächst als Erneuerer der Psychotherapie (>>).
Seine Methode sah er als "Ingenieurswissenschaft" (>>).
Vorsichtshalber gründete er 1953 aber auch "Kirchen" (>>).
 
 
Aus: Landgericht München I Aktenzeichen 28 O 23490/92 Urteil v. 9.11.1993 - http://www.Ingo-Heinemann.de/LG-Muenchen-28O23490-92.htm   

"Es werden hier nicht "esoterische" Verlautbarungen zu Papier gebracht, deren wesentliches Kennzeichen im Normalfall die Nichtnachprüfbarkeit ist, Herr Hubbard stellt Tatsachenbehauptungen in den Raum, die nach seiner eigenen ausdrücklichen Erklärung wissenschaftlich sein sollen, und zwar in erster Linie auf dem Gebiet der Medizin und hier wieder insbesondere auf dem Gebiet der Psychiatrie und Psychotherapie." 
 
 

Scientology = Psychologie und Psychotherapie?

Ursprünglich glaubte Scientology-Gründer L. Ron Hubbard, er könnte die Psychologie und die Psychotherapie revolutionieren.
 
Psychologie

Scientology-Gründer Hubbard:
"Die Scientology ist der Zweig der Psychologie, der sich mit dem Gebiet der menschlichen Fähigkeit befaßt ..."
"Die Scientology ist tatsächlich eine neue, sehr fundamentale Psychologie in der wahrsten Bedeutung"
Aus: "Die Grundlagen des Denkens", S. 15 f
Anderson-Report, Australien 1965:
"...die Beweisaufnahme zeigt, daß (Scientology) in einer pervertierten und gefährlichen Weise praktizierte Psychologie ist, durch Personen, denen nicht nur jede Qualifikation fehlt, die sie zur Ausübung der Psychologie befähigen würde, sondern die in Glauben und Praktiken indoktriniert und trainiert worden sind, die sie zu nicht mehr ausrüsten, als gefährliche Techniken schädlich und rücksichtslos anzuwenden. Scientology ist zu kontrollieren durch die Kontrolle der Psychologie. (Zitiert bei Haack: Scientology - Magie des 20. Jahrhunderts, 1982, S.273).
 

Psychotherapie

Hubbard wollte die Psychotherapie revolutionieren. Psychotherapie dient der Heilung Kranker. Folgerichtig spricht  Hubbard in seinem ersten Buch "Dianetik" von Patienten. Bereits auf dieser Stufe hat er die Möglichkeiten seiner Therapie masslos übertrieben. Er versprach, seine "Therapie" werde den Menschen zum "Clear" machen, allwissend, gesund und unsterblich. Es gelang Hubbard, selbst absurdeste Behauptungen amüsant und vermeintlich verständlich seinen Lesern plausibel zu machen. Der Erfolg seines Buches spornte ihn zu Fortsetzungen an.

Dann wollte er die Welt und das Universum erklären und verbessern. Er erfand hunderte von angeblich unumstösslichen Lehrsätzen, die er als Axiome bezeichnete. Hubbard glaubte, mit einem primitiven Lügendetektor in jedem Menschen frühere Leben entdeckt zu haben sowie negative seelische Prägungen ("Engramme") aus einer nahezu unendlichen Vergangenheit des Einzelnen in früheren Galaxien. All das bezeichnete der abgebrochene Student als Ergebnis seiner Forschungen (>>). Weder die Forschungen, noch die Ergebnisse sind bewiesen. Heute verspricht die Scientology-Organisation, die Anwendung der Lehren Hubbards mache jeden zu einem Übermenschen, zum "Operating Thetan" ("OT"), zum Herrn über Raum, Zeit und Materie, unsterblich und allwissend, der Vergangenheit und Zukunft gleichermassen unter Kontrolle habe.

Die Tatsachen sehen anders aus.

Kein Scientologe konnte bisher übernatürlich Fähigkeit unter Beweis stellen, allenfalls die nicht eben seltene Fähigkeit, viel Geld zu verdienen. Scientologen sind krank, wie alle anderen Menschen und sterben. In keinem Fall wurde bisher auch nur plausibel gemacht, dass der "Thetan" eines gestorbenen Scientologen sich eines neuen Körpers bemächtigen und diesem seine bei Scientology erlernten Fähigkeiten übertragen konnte.

Hubbard selbst ist 1986 unter offenbar betrüblichen Umständen gestorben, nachdem er sich reichlich 10 Jahre lang versteckt hatte oder versteckt gehalten wurde.

Umstände und Ursache seines Todes sind ungeklärt, www.ingo-heinemann.de/Hubbard-Biographie.htm#Ende
Die Behandlung seiner Leiche entsprach offenbar seiner eigenen Doktrin, wonach der Tod eine belanglose Angelegenheit ist, weil ja der Thetan weiter lebt, www.Ingo-Heinemann.de/Wiedergeburt.htm.

Hubbards Thetan allerdings ist nicht wieder aufgetaucht.
Seine Lehre verbreitet weiterhin Hoffnungen, Angst und Schrecken.
Sein persönlicher materieller Reichtum hat sich spurlos verflüchtigt.
Seine Familie ist zerfallen.

Mehr in: Hubbards Biographie

 
 
Linus Hauser: Scientology - Geburt eines Imperiums, 2010. Linus Hauser ist Professor für Theologie und Ethik an der Universität Giessen. 

Hauser erläutert die Scientology-Ideologie mit der tatsächlichen Biographie des Scientology-Gründer Hubbard. 
 
 

 
 
 

Scientology = Ingenieurwissenschaft?
 

"Dianetik" war Hubbards erstes Buch von 1950. Den Begriff "Scientology" hat er damals noch  nicht benutzt.
Die Scientology-Organisation bezeichnet es als "Buch 1" oder "Buch Eins" und Hubbard behauptet, er sei Diplom-Ingenieur, wofür es allerdings keinerlei Beleg gibt:  
 
 

Scientology = Kirche?

Hubbard hatte bereits 1952 in Arizona einen Verein gegründet und "Hubbard Association of Scientologists" (HAS) genannt. Über den Fortgang berichtet Nordhausen ("Wie der Sektenkonzern die Welt erobern will", 1988, Seite 196:

Die Folge: "Auditoren werden Geistliche".
Mehr: Ist Scientology eine Religion? http://www.Ingo-Heinemann.de/Religion.htm
 
 
 

Hubbards angebliche Forschungen

Hubbard behauptet stets, seine Erkenntnisse seien Ergebnisse seiner Forschungen.
Tatsächlich gibt es keine Anhaltspunkte für solche Forschungen.
Keine Fotos, keine Protokolle, keine Tabellen. Es gibt nicht einmal Aufzeichnungen seiner angeblichen Forschungsreisen. In seinem Buch "Dianetik" schrieb Hubbard 1950 (Zitat aus der Ausgabe von 1970):

Für alle diese angeblichen Forschungen gibt es nicht den geringsten Hinweis. Keine Fotos, keine Protokolle, keine Tabellen, keine Notizen.

Sicher ist, dass die Verehrung seiner Anhänger sich auch auf solche Gegenstände erstrecken würde.
Vorgezeigt wird jedoch nur das "Büro von L. Ron Hubbard", von dem sich angebliche Nachbauten in den Scientology-Niederlassungen befinden.
 
Eine Art Museum befindet sich in der Fitzroy Street in London. Gezeigt wird dort Hubbards angebliches früheres Büro.  Abbildungen aus Impact Nr. 115/2006.
Hubbard-Büros befinden sich in den Scientology-Filialen. Hier ein solches aus der Scientology-Filiale in London, aus einem Bericht zur Eröffnung der "Idealen Org" 2006.
 

 

Erich Fromm 1950 über das Buch "Dianetik": "Alarmierend"

1950 ist das Buch Dianetik erschienen.
1950 schrieb der Psychoanalytiker Erich Fromm (1900-1980) eine Rezension,
unter dem Titel "Für Sucher nach dem vorfabrizierten Glück" veröffentlicht in der New York Herald Tribune Book Review.

Fromm: Das Buch sei "Symptom eines gefährlichen Trends":

"Probleme im Bezug auf Werte oder das Gewissen gibt es nicht. Wenn die Engramme gelöscht sind, hat man keine Probleme mehr".
......
"Der vielleicht bedauerlichste Aspekt an "Dianetik" ist aber die Art, in der es geschrieben wurde. Übermäßige Vereinfachungen, Halbwahrheiten und platte Absurditäten, die propagandistische Technik, den Leser mit der Größe, Unfehlbarkeit und Neuheit des Systems des Autors zu beeindrucken, das Versprechen beispielloser Resultate, erzielt durch die einfachen Mittel der beschriebenen "Dianetik": Diese Mixtur stellt eine Technik dar, die zu den verhängnisvollsten Ergebnissen im Bereich der Medizin oder Politik führt. Eine Anwendung auf die Psychologie und Psychiatrie wäre nicht weniger schädlich."
Informationen über Erich Fromm unter www.erich-fromm.de
 
"Dianetik" - die Heilslehre der Scientology-Church  

von Erich Fromm (1950)   

Noch nie hatten die Menschen ein größeres Interesse an der Psychologie und der Kunst des Lebens als heute. Der Anklang, den Bücher finden, die diese Themen behandeln, ist ein Anzeichen für die ernsthafte Beschäftigung vorrangig mit den menschlichen, und weniger mit dem materiellen Aspekten des Lebens. Unter diesen Büchern finden sich einige, die das Bedürfnis nach einer rationalen Anleitung befriedigen, zugleich aber auch andere, die sich an Leser wenden, die nach einem vorfabrizierten Glück und wunderhaften Heilungen suchen. "Dianetik" ist das letzte in der Reihe dieser Bücher, und der Autor benutzt alle Mittel des Erfolgs mit einer erstaunlichen Leichtfertigkeit. "Die Schöpfung der Dianetik ist ein Meilenstein für den Menschen, der Entdeckung des Feuers vergleichbar und den Erfindungen von Rad und Bogen überlegen." Der Autor beansprucht, nicht nur die "einzige Quelle für jede Art von Neurose, Psychose, Kriminalität und psychosomatischer Krankheit" entdeckt zu haben, sondern auch eine Therapie, die all diese Krankheiten heilt.    

"Dianetik heilt und sie heilt ohne zu versagen."    

Der Autor legt eingangs eine allgemeine Theorie der Struktur des Geistes dar, um dann auf diesen Prämissen eine Theorie von seelischen Störungen und der Technik ihrer Behandlung aufzubauen. "Der Mensch wird einzig durch das Überleben motiviert." Er überlebt zum Zwecke des Selbsts, des Geschlechts, der Gruppe und der Menschheit. Jedes dieser "Zweckteile des umfassenden dynamischen Prinzips" wird eine "Dynamik" genannt. Er unterscheidet einerseits den "analytischen Geist", "der Erfahrungsdaten wahrnimmt und vermerkt, um Probleme zu erörtern und zu bewältigen und den Organismus den vier Dynamiken gemäß zu steuern". Andererseits unterscheidet er den "reaktiven Geist", der physische Schmerzen und schmerzhafte Emotionen ordnet und vermerkt und der danach trachtet, den Organismus ausschließlich auf der Basis des Reiz-Reaktion-Musters zu steuern. Während der analytische Geist, der mit einer riesigen Rechenmaschine verglichen wird, in Unterscheidungen und Ähnlichkeiten denkt, denkt der reaktive Geist einzig in Identitäten.    

Der Begriff des "reaktiven Geistes" ist die Grundlage der Theorie Hubbards über geistige Krankheit und ihre Heilung. In Augenblicken intensiven physischen oder emotionalen Schmerzes ist der analytische Geist außer Kraft gesetzt. Die Worte werden in der Gegenwart der "unbewußten" Person gesprochen und somit als "Engramme" registriert. Diese Engramme sind dem normalen Prozeß der Wiedererinnerung nicht verfügbar. Ohne sich dessen bewußt zu sein, ist die Person durch die Inhalte dieser Engramme determiniert, vergleichbar einer Person, deren posthypnotisches Verhalten durch Eingebungen motiviert ist, die ihr während der Hypnose suggeriert wurden. "Wenn es jemals einen Teufel gegeben hat, dann hat er den reaktiven Geist erfunden. ... Er verursacht alles, was in irgendeiner Liste geistiger Krankheiten gefunden werden kann: Psychosen, Neurosen, zwanghafte Triebe, Verdrängungen. ... Man kann Arthritis, Schleimbeutelentzündungen, Asthma usw. bekommen, den ganzen Katalog psychosomatischer Krankheiten. ... Das Engramm ist die einzige Quelle für Abweichungen und psychosomatische Krankheiten."    

Die dianetische Therapie geht von diesen Prämissen aus. Der ("ungereinigte") Patient ist krank, weil das Engramm ihn krank macht. Wenn alle wichtigen Engramme, besonders die der pränatalen Periode, zurückgerufen werden ("wiederkehren"), ist der Patient für immer frei ("gereinigt") von allen "Abweichungen" und dem Durchschnitt an Intelligenz überlegen. Der Therapeut ("Auditor") führt diese Wiederkehr des Engramms dadurch herbei, daß er den Patienten in einen Zustand der "Träumerei" versetzt. "Während ich von eins bis sieben zähle, werden sie ihre Augen schließen. Sie werden alles, was vor sich geht, bewußt wahrnehmen." Daraufhin zählt der Auditor "langsam, besänftigend", bis der Patient seine Augen schließt. Im Laufe der darauf folgenden "Träumerei" wird der Patient aufgefordert, in frühere Lebensabschnitte, sogar bis hin zum Zeitpunkt seiner Empfängnis, "zurückzukehren". Zu Ende der Sitzung wird er dann wieder in die Gegenwart zurückgebracht. Die Engramme müssen auf diese Weise vielfach rekapituliert werden, bis sie vollständig "ausgelöscht" sind.    

Trotz ihres phantastischen Anspruchs ist an der Theorie Hubbards, abgesehen von neuen Worten für eine Mixtur aus Mißverständnissen, verworrenem Freudianismus und hypnotischen Regressionsexperimenten, kaum etwas original. Die wenigen Begriffe allerdings, die "original" sind, sind alarmierend. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn wir hören, daß der Patient die Worte wiedergibt, die der Arzt zu seiner schwangeren Mutter gesagt hat, oder auch die Worte des Vaters zu seiner Frau kurz nach der Empfängnis. Als der Rezensent diese Fallgeschichten las, war er versucht, sich zu fragen, ob der Autor eine komische Parodie über bestimmte psychiatrische Theorien und die Leichtgläubigkeit des Publikums zu schreiben beabsichtigte.    

Hubbards Buch kann kaum als ein Beitrag zur Wissenschaft vom Menschen ernstgenommen werden. Ernstnehmen muß man es jedoch als Symptom eines gefährlichen Trends. Wäre es nur eine allzusehr vereinfachte Popularisierung Freudscher Theorien, dann könnte man es als harmlos betrachten. Aber "Dianetik" bringt eine Geisteshaltung zum Ausdruck, die den Lehren Freuds exakt entgegensteht. Freuds Ziel war es, dem Patienten zu einem besseren Verständnis der Komplexität seines Geistes zu verhelfen. Seine Therapie basierte auf dem Konzept, daß man durch das Verstehen des eigenen Selbst sich frei machen kann von der Abhängigkeit gegenüber irrationalen Kräften, die Unglück und seelische Krankheit verursachen. Diese Vorstellung ist Teil der großen östlichen und westlichen Tradition von Buddha und Sokrates zu Spinoza und Freud. "Dianetik" zeigt hingegen weder Achtung noch Verständnis für die Komplexität der Persönlichkeit. Der Mensch ist eine Maschine und Rationalität, Werturteile, seelische Gesundheit und Glück werden durch eine Ingenieurstätigkeit erlangt. "In einer Ingenieurswissenschaft wie Dianetik können wir auf der Knopfdruckbasis arbeiten." Nichts muß man wissen oder verstehen außer der Anwendung von Hubbards Engrammtheorie. Anerkennt jemand seine Theorie nicht, dann gibt es hierfür verborgene Motive oder er ist von einem "Verneiner" besessen. Dies ist immer dann der Fall, wenn "irgend ein Engrammbefehl den Patienten glauben läßt, daß das Engramm nicht existiert". Alles ist überaus einfach. Wenn man Hubbards Buch gelesen hat, weiß man alles, was man über den Menschen zu wissen hat, denn man weiß, welchen Knopf es zu drücken gilt.    

Probleme im Bezug auf Werte oder das Gewissen gibt es nicht. Wenn die Engramme gelöscht sind, hat man keine Probleme mehr. Alle großen philosophischen und religiösen Lehrer verschwendeten nur ihre Kräfte. Es gibt kein Problem, das nicht auf den Engrammbefehl zurückgeht, und an ihrem Denken ist nichts von Belang, da sie ja Hubbards Entdeckung nicht kannten. Wenn auch der Autor sagt, daß "die alten hinduistischen Schriften, die Werke der frühen Griechen und Römer", Lukrez eingeschlossen, die Arbeiten Francis Bacons, die Forschungen Darwins und einige Ideen Herbert Spencers den Hauptanteil des "philosophischen Hintergrunds" seiner Arbeit darstellen, so ist es doch schwer zu glauben: "Dianetik" zeigt gewiß nicht die Früchte einer solchen Auseinandersetzung. Die Entdeckung, daß "das Überleben der einzige Zweck des Lebens" sei, ist sicherlich nicht Ausdruck des Geistes der "alten Hindus" oder der "frühen Griechen", sondern vielmehr der eines plumpen Biologismus, für den ethische Werte dem Zwang zum Überleben untergeordnet sind - wenn sie überhaupt noch irgendeinen Platz haben.    

Der vielleicht bedauerlichste Aspekt an "Dianetik" ist aber die Art, in der es geschrieben wurde. Übermäßige Vereinfachungen, Halbwahrheiten und platte Absurditäten, die propagandistische Technik, den Leser mit der Größe, Unfehlbarkeit und Neuheit des Systems des Autors zu beeindrucken, das Versprechen beispielloser Resultate, erzielt durch die einfachen Mittel der beschriebenen "Dianetik": Diese Mixtur stellt eine Technik dar, die zu den verhängnisvollsten Ergebnissen im Bereich der Medizin oder Politik führt. Eine Anwendung auf die Psychologie und Psychiatrie wäre nicht weniger schädlich.    

Meine negative Ansicht über "Dianetik" gründet nicht in der Überzeugung, daß die heutigen Methoden der Psychiatrie zufriedenstellende Lösungen bieten; ihnen mangelt es in der Tat an neuen Ideen und Versuchen. Glücklicherweise sind sich aber viele Psychiater und Psychologen dieses Mangels bewußt und suchen nach wirkungsvolleren Zugängen zur Ebene des Unbewußten (so zum Beispiel Slesingers "Looking-in"-Test). Voraussetzung muß dabei jedoch immer die Stärkung der Verantwortlichkeit des Patienten, seiner Fähigkeit zur Kritik und Einsicht, sein.    

Anmerkungen:    
Diese Buchbesprechung des grundlegenden Werks der Scientology-Church mit dem Titel Dianetics, das L. Ron Hubbard 1950 veröffentlichte, wurde 1950 von Erich Fromm unter dem Titel "For Seekers of Prefabricated Happiness" in der Wochenendausgabe der New York Herald Tribune Book Review vom 3. September 1950 auf Seite 7 veröffentlicht. Die Übersetzung aus dem Englischen besorgte Karl von Zimmermann.    
Copyright © 1998 by The Literary Estate of Erich Fromm, Ursrainer Ring 24, D-72076 Tübingen, Fax: +49-7071-600049; e-mail: fromm@germanymail.com. 

 
 
 
 

Der Spiegel 1953 über Hubbard und seine Lehre
 
 
Der Spiegel 5.8.1953  


Tiefenpsychologie  

Ich war eine Muschel   

Als der amerikanische Quacksalber Ron Hubbard vor drei Jahren einer staunenden Welt verkündete, daß die menschliche Psyche schon durch Erlebnisse im Dunkel des Mutterleibs geformt werde, schien damit nur erwiesen zu sein, daß Hubbard und seine zigtausend hysterischen Anhänger auf der geistigen Entwicklungsstufe des Maulbeerstadiums stehengeblieben waren. Doch schon damals erklärten mehrere ernsthafte Psychologen der Freudschen Schule (die hauptsächlich die unterbewußten Kindheitserlebnisse für wichtig hält), daß Hubbards "dianetische Lehre" wie so manche Scharlatanerie einen wahren Kern enthalte.    

Jetzt glaubt auch der seriöse britische Psychiater Denys Kelsey durch gründliche Versuche ermittelt zu haben, daß es tatsächlich so etwas wie "Erinnerungen" an (meist unangenehme) "Erlebnisse" in der Vorgeburtsperiode geben müsse. Zu der gleichen Ansicht scheint das ebenfalls seriöse britische Psychologen - Fachblatt "Journal of Mental Science" gekommen zu sein, das Kelseys verblüffendes Untersuchungsergebnis veröffentlichte. Wiederum sagt es mehr über das Dilemma der modernen Psychologie als über die menschliche Seele.    

Es zeigt sich, daß Quacksalber Hubbard, der seine "Dianetik" als "Markstein der Menschheit, vergleichbar mit der Entdeckung des Feuers" zu propagieren pflegte (SPIEGEL 2/1952), den von der Psychoanalytik getretenen Pfad nur logisch verlängerte, um im Absurden zu landen. Die Psychoanalytiker erhoben den Anspruch, die menschliche Psyche durch Erforschung und Bewußtmachung ihrer "unterbewußten" Erlebnisse zu heilen. Aber die menschliche Psyche weigerte sich, von Männern mit hypnotischem Blick und Ledercouch erfaßt, geschweige denn geheilt zu werden. So wie viele Psychoanalytiker sind, ist es nur natürlich, daß sie jetzt ernsthaft beginnen, den Fehler statt bei sich selbst im Mutterleib zu suchen: ein grotesker Anspruch führt zu einer grotesken Entwicklung.    

Hubbard hatte - die Erkenntnisse Freuds ausschlachtend - dargelegt, daß der menschliche Geist sich aus zwei Teilen zusammensetze: dem analytischen Element (Bewußtsein), das wahrnimmt, sich erinnert und denkt, und dem reaktiven Element (ähnlich dem Freudschen "Unterbewußtsein"), das weder erinnert noch denkt, sondern automatisch Eindrücke aufnimmt wie eine Schallplatte Töne.    

Bei geistig vollentwickelten Personen verdaut und ordnet der analytische Geist die Mehrzahl der Erlebnisse. Doch kann er durch Ohnmacht, akute seelische Schocks und körperlichen Schmerz ausgeschaltet werden. In diesem Augenblick registriert das Unterbewußtsein alle Vorgänge mit absoluter Genauigkeit, und zwar nicht als Erinnerung, sondern als "Engramme" (wörtlich "Einschriften") unmittelbar in das Eiweiß-Plasma der Körperzellen. Danach wäre also das Plasma eine Art Schallplatten-Schellack, in das die unbewußten Erlebnisse sich einritzen.    

Das Unterbewußtsein stapelt Erlebnis-Platten, ohne daß der Mensch etwas davon weiß. Bei neuen bewußten Erlebnissen, die irgendeine Ähnlichkeit mit einer Engramm-Aufnahme haben, legt der "reaktive Geist" automatisch die betreffende Platte auf und spielt sie ab. Ein Beispiel aus Hubbards Praxis: Eine Frau wird von einem Mann bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen und auch dann noch weiter geprügelt. Ein Stuhl wird umgeworfen, und die Wasserleitung läuft. Die Frau erinnert sich nicht daran, doch ihr Unterbewußtsein hat ein Engramm gemacht. Später löst die bewußte Wahrnehmung eines fallenden Stuhles und einer rauschenden Wasserleitung das Abspielen des Engramms aus. Die Frau spürt Schmerzen, und weiß nicht wieso.    

Hubbard behauptet weiter, daß die noch nicht mit einem analytischen Geist gerüstete Frucht im Mutterleib die ersten und entscheidenden Engramme eingeritzt bekommt. Damit sei "die verborgene Quelle" psychosomatischer Krankheiten (körperliche Leiden ohne erkennbare körperliche Ursache, meist Gelenkrheumatismus, Asthma, Herzbeschwerden, Migräne und Magengeschwüre) und "menschlicher Abirrungen" (Perversitäten) entdeckt. Man müsse sich jetzt nur noch Hubbards Lehrbuch kaufen (vier Dollar), die Engramme hypnotisch aufspüren, bewußt und damit unschädlich machen, um ein "klarer" Mensch zu werden.    

Tausende von Amerikanern legten sich auf die Couches von Hubbards Quacksalbern, krümmten sich in vorgeburtlichen Stellungen zusammen, versuchten sich hypnotisch zurück in den Mutterleib zu versetzen, um zu erkennen, was sie dort so erschreckt habe. Erwachsene Männer und Frauen wanden sich, kreischten und keuchten, während sie ihre "Geburt wiedererlebten".    

Ein Massenwahn war eingerissen, gegen den die schlimmsten Exzesse der Schlangenanbeterei amateurhaft wirkten.    

Nun kommt Psychologe Kelsey, ein ernst zu nehmender Wissenschaftler, daher und behauptet ohne Scherz, daß diese sogenannten Phantasien tatsächlich wiedererlebte "pränatale (das heißt vorgeburtliche) Ereignisse" seien. Kelsey zitiert hypnotische Verhöre von drei Personen.    

Die erste, eine 44jährige ledige Frau, "kehrte" in der Hypnose zu ihrem 13. Lebensjahr "zurück", dann zum fünften, zum ersten Halbjahr, schließlich zur dritten Lebenswoche. Sie sagte: "Ich war der Teil einer Einheit, jetzt bin ich getrennt." Kelsey: "Wenn ich bis zehn gezählt habe, sind Sie wieder in der Einheit."    

Bei zehn sagte sie "ganz ruhig und sicher": "Ich bin im Mutterleib. Etwas pulsiert in mir - das Herz meiner Mutter. Ich kann nichts sehen, und ich fühle, daß ich keinen Mund habe."    

Kelseys zweiter Fall ist der einer 28jährigen verheirateten Frau, die, obwohl sie zwei Kinder geboren hatte, behauptete, sie sei völlig unaufgeklärt. Es könnte sein, daß sie an hysterischem Gedächtnisschwund leidet, räumt Kelsey ein, aber "ich bin sicher, daß sie von den biologischen Einzelheiten der Empfängnis nichts wußte. ... In der Hypnose kehrte sie bald bis zu einem Zeitpunkt kurz nach ihrer Geburt zurück. Sie fühlte, daß ihr Hals zusammengedrückt wird. Sie hatte keine Ahnung, wovon. Ich forderte sie auf, dem Gefühl nachzuspüren. Ihre Hand griff an den Hals ... und dann hinab in die Nabelgegend - 'Es kommt von meinem Bauch'." Die Patientin vermutete, ein unerwünschtes Kind gewesen zu sein und beschrieb zweimal einen brennenden Schmerz, den sie auf Abtreibungsversuche ihrer Mutter zurückführte.    

Von ihrer Mutter erfuhr Kelsey, daß sie tatsächlich nicht erwünscht gewesen und bei der Geburt beinahe von der Nabelschnur erdrosselt worden sei. "Natürlich leugnete die Mutter jeden Versuch, eine Fehlgeburt zu verursachen."    

Der dritte Patient, ein 25jähriger Junggeselle, konnte sich kein Kleidungsstück über den Kopf anziehen und keine Handarbeit erfolgreich verrichten. Auch er hatte im Mutterleib Schocks erlitten. Bei seiner Geburt, berichtete die Mutter, klemmten die Schultern, als der Kopf schon geboren war. Es dauerte eine Stunde, ehe ein Arzt kam und das Baby aus seiner unglücklichen Lage befreite.    

Obwohl die Mutter behauptete, dem Patienten nichts davon erzählt zu haben, rekonstruierte er seine Geburtsschwierigkeiten in der Hypnose pantomimisch. So über die Ursache seiner Hemmungen aufgeklärt, übt der junge Mann seine Hände jetzt in beschäftigungs-therapeutischer Behandlung und macht gute Fortschritte.    

Während Psychologe Kelsey und eine wachsende Anzahl seiner anglo-amerikanischen Kollegen glauben, daß eine vernünftig betriebene "Pränatal-Psychologie die letzten Bande zerbrechen könnte, mit denen der wissenschaftliche Materialismus den Geist gefesselt hat", ist Psycho-Quacksalber Hubbard mittlerweile schon in den Weltraum vorgestoßen, um dort Ursachen für pränatale Schocks zu suchen, die "auf der Erde nicht zu lokalisieren sind".    

Gemäß Hubbards frischgebrauter "Scientologie" ist jeder Mensch so alt wie das Universum und hat bereits mehrere Inkarnationen hinter sich. Jeder Mensch hat im Weltraum ein "Theta-Wesen" (ähnlich dem anthroposophischen "Astral - Leib"), das seine Gedanken-Energie enthält. Ein Hubbard-Opfer, das Schmerzen im Kinn hat, war früher eine Muschel. Wenn es außerdem zu fliegen glaubt, muß es eine Muschel gewesen sein, die von einem Vogel aufgepickt und womöglich auf einen Stein fallen gelassen worden ist.    

Überall in Amerika werden "Scientologisten"-Klubs aufgemacht, und Hubbard, der große Meister, fährt herum und hört mit zynischer Kummermiene zu, wie seine hypnotisierten Mitmenschen ihm etwas von den fürchterlichen Abenteuern vorstammeln, die sie früher auf der Venus hatten. Ein Hubbard-Fanatiker erklärte tiefsinnig: "Das Dasein im Weltraum ist genau so ungemütlich wie hier. Alles kann passieren." 

 
 

Hubbard: Science-Fiction-Autor ohne Berufsausbildung

L. Ron Hubbard war Verfasser von Zukunftsmärchen.
Mit seinem Buch "Dianetik" wollte er die Psychotherapie revolutionieren.
Eine einschlägige Berufsausbildung besass er nicht.
Soweit bekannt, besaß er keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Nach Zahlungsunfähigkeit verkaufte Hubbard die Rechte am Buch "Dianetik" und damit auch am Titel. Er benötigte offenbar ein Markenzeichen und übernahm den Begriff "Scientologie", den Nordenholz schon 1934 als Buchtitel verwendet hatte.
PDF-Kopie des Buches unter http://www.Ingo-Heinemann.de/Nordenholz.htm
 
 
 

Hubbard will die Psychotherapie revolutionieren

In dem Buch "Dianetik"

Untertitel 1983: "Die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit - Das Handbuch der dianetischen Verfahren".
Untertitel 1990: "Der Leitfaden für den menschlichen Verstand"
versucht Hubbard sich einerseits an Erklärungen der Funktionsweise des Menschen und seines Gehirns ("Der Mind ist ein wohlgebauter Computer mit verschiedenen Dienstleistungseinrichtungen").
Andererseits geht es in erster Linie um die Diagnose und Therapie von Krankheiten. Dementsprechend ist meist vom "Patienten" die Rede.
 
 
 

Die Therapie: Engramme finden

Die geschilderte Therapie ähnelt entfernt der Psychoanalyse des Sigmund Freud. Wichtigster Begriff: das "Engramm". Das übrige Vokabular war überwiegend selbst erfunden. Das Engramm, eine Art negative seelische Prägung, bezeichnet Hubbard als "die einzige Quelle von geistiger Störung und psychosomatischer Krankheit". Die Therapie bestand im wesentlichen im angeblichen Auffinden dieser angeblichen Engramme, die dadurch angeblich gelöscht werden. Nach Löschung der Engramme wird der "Patient" zum "Clear".

Die angeblichen Engramme wurden durch hypnoseähnliche Verfahren gefunden. Hubbard schildert hypnotische Sitzungen und behauptet: "Dies ist keine Hypnose". Hier klingt auch bereits Hubbards Methode an, die er später als "redefinieren von Worten" perfektionieren wird: Hubbard belegt altbekannte Vorgänge mit neuen Namen und behauptet, dies sei etwas ganz anderes und völlig neues und von ihm entdeckt bzw. entwickelt.
 
 
 

Engramme auf der Zeitspur

Die Engramme werden auf der "Zeitspur" (time track) in der Vergangenheit gesucht. Auf dem "tiefsten Punkt auf der Zeitspur" findet sich angeblich das "Urengramm"; das "erste Engramm", das "Basik-Basik".  (S. 239: "Das Urengramm des zu Klärenden [Preclears] wird gelegentlich Wochen vor Mutters erster ausgebliebener Periode gefunden. Es läge dann viel früher als jede Schwangerschaftsüberprüfung und jeder Abtreibungsversuch" (S.329 [351]). Damit datiert Hubbard sein "Urengramm" praktisch auf den Zeitpunkt der Empfängnis.

Später benutzte Hubbard eine Art Lügendetektor, das E-Meter. Er behauptete, damit auch Engramme aus früheren Leben finden zu können, womit deren Existenz bewiesen sei.
 
 
 

Frühere Leben aus früheren Galaxien

Diese früheren Leben erklärt Hubbard in seiner "Die Geschichte der Menschheit" (Buchtitel) so:
Vor Jahrmillionen habe ein gewisser Xenu (oder Xemu) eine Föderation von Planeten beherrscht, einschließlich dem Planeten Erde, damals Teegeeack genannt. Größtes Problem war die Überbevölkerung. Xenu liess mit Hilfe von Psychiatern Milliarden von Bürgern zur vermeintlichen Überprüfung der Einkommenssteuer zusammenrufen. Diese wurden eingefroren, in Weltraumflugzeuge verladen und zur Erde gebracht, wo Hunderte von Milliarden tiefgefrorener Leuten um Vulkane herum aufgestapelt wurden. Dann wurden Wasserstoffbomben in den Vulkanen versenkt, die Xenu dann alle gleichzeitig detonieren liess. Alle wurden getötet. Die Seelen der Opfer (die "Thetane") wurden durch die atomaren Winde verweht und von Xenu in elektronischen Fallen eingefangen, in Schachteln gepackt und einer Art Gehirnwäsche ("Implantierung") durch Filmvorführungen ausgesetzt und dadurch gleichgeschaltet. Sie wuchsen in Gruppen zusammen, von denen jede einen der wenigen übriggebliebenen Körper übernahm.

So haben die Thetane vergessen, daß sie einst allmächtig, allwissend und unsterblich waren. Bis Hubbard mit Hilfe des E-Meters das Geheimnis entdeckte.

Jetzt werden die Thetane nach und nach durch Scientology befreit und zum "Operating Thetan" gemacht, zum "OT". Das geschieht durch Behandlung des Wirtsmenschen mit zahlreichen kostenpflichtigen Scientology-Kursen, durch die jeweils unterschiedliche OT-Stadien erreicht werden.

vgl. dazu auch: Scientologen berichten über "OT-Phänomene": Wunderheiler und Regenmacher

Für Scientology-Anhänger ist all das weder Fiktion, noch ein Gleichnis, sondern Realität:

"Ich hatte eine Chance, meine frühe Gesamtzeitspur zu sehen und mir die verschiedenen Spiele anzuschauen, die ich gespielt hatte. Sie können mir glauben, wenn man auf Millionen und Abermillionen Leben schaut gibt es da eine Menge Dinge. die man getan hat"
(Aus: Zeitschrift Freewinds Deutsche Ausgabe 31 Copyright 1999, Interview mit einem neuen OT VIII, Jan Silber)
Hubbard (SHSBC-Vortrag Nr. 309 "Das freie Wesen" zitiert aus der Scientology-Zeitschrift The Auditor Nr. 315/2003):  
Während Unsereins rätselt, worin der Urknall vor 12 Milliarden Jahren wohl stattgefunden haben mag, hält ein Scientologe sich nicht mit solchen Kleinigkeiten auf.
Hubbard plaudert munter über die vergangenen 500 Billionen Jahre:
 
Aus: Scientology-Magazin "Source", 2009, Spezielle Ausabe, "Das neu retaurierte Wahrzeichen FORT HARRISON". Artikel von L. Ron Hubbard "Die Beingness von OT", "Aus dem Vortrag 303 vom Saint Hill Unterweisungskurs, 'Beingness', vom 18. Juni 1963". 


Sie mögen es nicht realisieren, aber vor fast 500 Billionen Jahren brannte keine einzige Sonne in diesem Universum. Wollen Sie wissen, wo diese Magellanschen Wolken herkommen? Sie werden den Zeitraum in Ihrem Prozessing entdecken. Woher kommen die Magellanschen Wolken? Hm? Was ist all dieses radioaktive Material, das im Raum herumschwebt? Wieso wurde das nie zusammengetrieben? Es wurde eigentlich nur teilweise gesammelt - nur teilweise. Das Universum war beendet, absolut beendet - vor weniger als 500 Billionen Jahren. Fertig. Was diese Wissenschaftler heutzutage mit ihrem Kohlenstoffatomzerfall tun - und ich weiß nicht, was zum Teufel sie berechnen. Sie sind ziemlich verrückt, Mann. Materie zerfällt nicht so einfach. Es gab kein Universum. Es gab nichts als Trümmer. Aber der Raum war übrig. Tat nichts, um den Raum zusammenfallen zu lassen. Und dort kommen die Planetenerbauer her. Eine Menge von Ihnen waren Planetenerbauer. Viele Thetans mussten mit ihren Muskeln spielen, dort hinaufgehen und einige Sonnen zusammenfügen und so weiter. Das ist eine Tatsache. Die ganze - alles musste wieder zusammengefügt werden.  

Einer der Gründe, dass alles wieder zusammengefügt werden musste, ist folgender: Trotz der Zerstörung dieses Universums tauchten die kleinen Männchen mit den Flugzeugen auf. Wo kamen sie her? Wer hat sie gemacht? Wer war da draußen und stellte Theta-Fallen auf, während jedermann versuchte, das Universum wieder zusammenzufügen? Woher kamen die Raumschiffe? Was geschah? Nun, was geschah, kann niemand sagen. Aber das ist in diesem Universum wiederholt geschehen. Wiederholt. Es für Humanoide oder Puppen absolut unmöglich zu machen zu existieren, jede Basis oder Plattform irgendeiner Art auszulöschen - das macht das Leben für den OT sicher - das Ganze in eine Art Zustand zu bringen, in dem ein OT sicher sein könnte, und dann gibt es eines Tages ein paar Flugzeuge mit Lautsprechern, die ihn verwirren. Und eines Tages schreitet er in Richtung dieses komisch aussehenden Berges, der im Himmel schwebt, und daraufsteht ein Pfahl. Es macht tssupp! - und er sagt: „Verflixt, es geht wieder los!" 

Der Schwachpunkt ist, dass dieses Universum, das Raum hat und auf diese bestimmte Art erschaffen wurde, sich kooperativem Handeln beugt und sich individuellem Handeln nicht beugt. Und das ist die furchtbare Lektion, die das MEST-Universum erteilt hat. Und der OT der Vergangenheit hat das nie gelernt. 

Nun, heute bringen Sie einen anderen Schlag hervor. Wenn er zurück nach oben gelangt, dann bringen Sie ein erfahrenes Wesen hervor. Er hat aus seiner Erfahrung nicht gelernt, dass es allzu gefährlich ist, zu sein - was ihn seine Erfahrung zuvor gelehrt hat - sondern er hat jetzt gelernt, dass man, egal, wie mächtig man ist, immer noch einige Schwachpunkte hat. Egal, für wie groß und zäh man sich hält, man kann immer noch an eine Pfahlfalle kommen. Und Sie haben Technologie, um jemanden in Ordnung zu bringen. 

Nun, jemand, der in den letzten paar hundert Billionen Jahren umhergegangen ist, im Raum umhergeklappert ist, mit Stücken und Brocken von Pfahlfallen, die an ihm hängen und derlei, ohne dass irgendein anderer Thetan irgendetwas mit ihm zu tun haben will, niemand würde es von ihm abziehen - sehen Sie, seine Toleranz, ein Operating Thetan zu sein, ist einfach zu nichts verfallen. Also, was würden Sie heute tun? Nun, Sie würden zu dem Burschen sagen: „In Ordnung, erinnerst du dich an den ersten Augenblick, als du diese Falle gesehen hast?" Und nachdem Sie ihn sie ein paar Male durchlaufen gelassen haben, würde es ein schwaches Klirren geben und das Stück der Falle, das da war, würde weggehen, sehen Sie. Es ist kein Kunststück, einen Thetan aus einer Falle zu ziehen. Aber ihn zusammenzuflicken, nachdem er in diesem Maße durcheinandergebracht wurde, ist schwierig.

 
 

 
 

Unsterblicheit: Thetan raubt Wirtskörper

Die solchermassen befreiten Thetane sind unsterblich, weil sie sich nach dem Tod ihre Wirtskörpers einen neuen suchen. Hubbard beschreibt das so:
 
"Dies ist ungefähr die geistige Verfassung, in der sich ein Thetan für gewöhnlich befindet wenn er feststellt, daß sein Körper tot ist. Sein Hauptgedanke ist, sich einen anderen Körper zu schnappen. Das kann er tun, indem er ein kleines Kind sucht, das er wieder zum Leben erwecken könnte. Aber normalerweise geht er etwa zu dem Zeitpunkt in einen Körper hinein, den wir als Übernahme bezeichnen. Die Übernahme geschieht in den meisten Fällen wenige Minuten nach der Geburt. Das Baby wird geboren, und dann nimmt sich ein Thetan das Baby. Das ist der übliche Vorgang. Doch dieser Thetan hat sich vielleicht schon lange in der Nähe herumgetrieben.  
  Wie verhalten sich Thetans, wenn sie plötzlich keinen Körper mehr haben? Sie verhalten sich wie Menschen. Sie halten sich in der Nähe von Leuten auf, sie sehen eine schwangere Frau und folgen ihr die Straße entlang. Oder sie halten sich am Eingang zu einer Unfallstation auf und finden einen Körper, der total demoliert ist, und das Wesen, das diesen Körper hatte, hat sich davongemacht, ist gerade dabei, sich davonzumachen, oder spielt mit dem Gedanken, dies zu tun, und tut es auch. Der Thetan wird sich diesen Körper nehmen und so tun, als sei er jemandes Ehemann oder dergleichen.  
  Thetans machen alle möglichen merkwürdigen Dinge. Es gibt keine Norm dafür, wann ein neuer Körper genommen wird, falls dies überhaupt geschieht, außer daß es für gewöhnlich (wenn der Thetan nichts anderes vorhat) zwei oder drei Minuten nach der Entbindung eines Kindes von der Mutter stattfindet. Ein Thetan übernimmt einen Babykörper üblicherweise etwa dann, wenn dieser seinen ersten Atemzug macht"  
(Haben Sie vor diesem Leben gelebt? S. 50).
 

 


Einer der wichtigsten Lehrsätze vieler Sekten, esoterischer Kreise und auch der Scientology-Organisation lautet sinngemäß:
 
 
 

Du bist nicht dein Körper.

Im Zusammenhang mit dem als Tatsache behandelten Glauben an Reinkarnation und der Annahme, man könne Erfahrungen in spätere Leben übertragen und dann das in diesem Leben Gelernte umsetzen, folgt daraus eine bedenkliche Geringschätzung des Lebens.

Folgerichtig heißt es bei Hubbard: "Für einen Scientologen ist der Tod niemals eine sehr ernste Angelegenheit" (Haben Sie vor diesem Leben gelebt? S. 55)
 
 
 

Hubbard: "Ich starb einmal ..."

Hubbard schildert seinen eigenen angeblichen Tod:
"Ich starb einmal im Verlauf einer Oeration in den dreißiger Jahren, verließ den Körper und befand mich über der Straße und tat mir selbst leid. Ich beschloß, daß sie mir dies nicht antun könnten - das Herz des Körpers hatte zu schlagen aufgehört -, und ich ging zurück und packte mir den Körper durch die Mechanismen im Kopf, die den Herzschlag eines Körpers wieder in Gang setzen. Ich brachte sie einfach unter meine Kontrolle, sagte dann: "Na, komm schon" und brachte den Körper ins Leben zurück" (Haben Sie vor diesem Leben gelebt? S. 45).
 
 



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