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Das Abbrechen der Verbindung hat die Zerstörung persönlicher
Bindungen zur Folge.
Selbst für die nächsten Generationen.
Marc Headley hat 2010 in seinem Buch "Blown For Good" (Für immer abgehauen) ein Foto seiner Söhne vom März 2010 abgebildet, 2 und 4 Jahre alt. Bildunterschrift: "Bis jetzt haben sie weder ihre Grossmütter noch jemanden ihrer Tanten oder Onkel getroffen. Nach unserer Flucht waren sie alle zum Abbrechen der Verbindung gezwungen."
Scientology stellt das Abbrechen der Verbindung als eine
"selbstbestimmte Entscheidung" dar und beruft sich dabei auf Hubbards
Definition (>>).
Tatsächlich geht es jedoch um eine Zwangsmassnahme.
Dazu das Wollersheim-Urteil
vom 18.7.1989: "Durch die Strategie der "Loslösung" (disconnect)
wurde Wollersheim genötigt, seine Frau und seine
Familie zu verlassen." Originaltext: "Wollersheim was compelled to abandon
his wife and his family through the policy of disconnect." Wegen dieser
und anderer Zwangsmassnahmen hat das Gericht Scientology zu 2,5 Millionen
Dollar Entschädigung verurteilt.
Der Trennungsbefehl, separation order, Disconnect Policy, shunning, Abbrechen der Verbindung
Es handelt sich um einen "Ethik-Befehl".
Also eine Strafe.
Es gibt diesen Trennungsbefehl mit unterschiedlichen
Bezeichnungen.
Die ursprüngliche Bezeichnung war "separation order", also Trennungsbefehl, wie sich aus Hubbards Führungsanweisung vom 19.07.1965 ergibt (>>). Dazu auch ein Beispiel (>>).
Später hat Hubbard seinen "Trennungsbefehl" zur "Disconnect Policy" ("Abbrechen der Verbindung") ausgebaut und mit einem religiös-ideologischen Unterbau versehen.
Allerdings wusste Hubbard, dass es Probleme geben kann,
wenn er Begriffe der Umgangssprache benutzt.
Deshalb warnte er:
So in dem Scientology-Buch "Was ist Scientology?". Das
Buch ist im Buchhandel zu kaufen (22.9.2010) und wurde von Scientology
vielfach an Multiplikatoren verschenkt.
Was ist damit gemeint?
Um das herauszufinden, muss man zunächst prüfen, ob der Hubbard-Text von 1983 (aus dem das Zitat stammt) an anderer Stelle dazu ewas sagt.
Eine Quelle des Hubbard-Zitats wird nicht angegeben.
Nur, dass es aus dem Jahr 1983 stammt.
Und selbst diese Angabe befindet sich nur in der Hardcover-Buchausgabe
von 1993.
In der Softcover-Ausgabe von 1998 fehlt diese Angabe.
Sucht man lange genug, findet man auf Seite 774 der Hardcover-Ausgabe
von 1993 unter "Bezugsmaterialien": "HCOB 10. Sep
1983 PTS-Sein und das Abbrechen der Verbindung".
In der Softcover-Ausgabe von 1998 fehlt auch diese Angabe.
Einem Nicht-Scientologen nützt im Übrigen auch diese Quellenangabe
nichts. Kaum jemand hat die Möglichkeit, diese HCOBs zu beschaffen.
Die englische Ausgabe befindet sich in
Das hängt davon ab, welche Sanktionen bei Nichtbefolgung des Befehls verhängt werden.
Hier kommt jetzt das umfangreiche Strafsystem ins Spiel,
versteckt in dem Begriff "Ethik".
Das Hubbard-Zitat "Der Ausdruck handhaben bedeutet im allgemeinen..." stammt aus 1983.
Bezeichnung auch als "Disconnect Policy", also als Trennungs-Taktik
oder Loslösungs-Methode.
und als
Auch durch "Abbrechen der Verbindung" ersetzt und
"Disconnection" hat Hubbard als "Condition" benutzt,
als "Zustand", wie etwa "Feind".
hat dieselbe Bedeutung.
"Die nackte Tatsache ist, daß
das Abbrechen der Verbindung ein sehr wichtiges Werkzeug bei der PTS-Handhabung
ist" (SP-PTS-Kurs 1984, S. 338: HANDHABEN ODER VERBINDUNG ABBRECHEN).
Wie man die Verbindung abbricht ... Trennungsbrief schreiben (SP PTS-Kurs 1984, S. 340: HANDHABEN ODER VERBINDUNG ABBRECHEN).
Disconnect Policy
Ausserdem gibt es unterschiedliche Versionen.
Die meisten richten sich gegen Angehörige und die
Familie.
Insbesondere dann, wenn diese Scientology kritisch sehen.
Der Text über das "Abbrechen der Verbindung" aus "Was ist Scientology" (>>) wurde noch am 17.9.2010 von Google im Cache aus der Scientology-Website http://scientology-nrw.de/wasistscientology.php gespeichert. Diese Website der "Scientology Kirche Düsseldorf" wurde kurz darauf geschlossen und durch eine andere ersetzt.
Es kann viele Gründe geben, weshalb "Abbrechen der Verbindung" nicht mehr in Scientology-Wesbsites zu finden ist. Möglicherweise hält man eine zeitweilige gewisse Offenheit nicht mehr für angebracht.
Immer mal wieder ist zu hören, die Anweisungen zum
"Abbrechen der Verbindung" seien aufgehoben worden.
Eindeutige Veröffentlichungen der Scientology-Organisation
über eine angebliche Aufhebung sind nicht bekannt und nicht zu finden.
Scientology veröffentlicht zahllose Presseerklärungen.
Es wäre zu erwarten, dass eine solche Aufhebung per Presseerklärung
veröffentlicht würde.
Denn nicht nur die die Ex-Scientologin Heidrun Beer hält
das "Abbrechen der Verbindung" für "eines der dunkelsten Kapitel
in der Geschichte der Scientology-Kirche" (>>).
| Aus: Heidrun Beer Ex-Scientology-Glossar Stand 2004,
geladen am 22.09.2010 http://www.sgmt.at/sciod/glossd.htm#disconn
(Internet-Version des Buches "Scientologisch verstehen. Ein Sprachbuch für Angehörige, Lehrer, Seelsorger, Therapeuten und Journalisten", 2004) Abbrechen der Verbindung (Disconnection) Umstrittene Praxis der Scientology-Kirche, die ihre Mitglieder zwingt, die Verbindung zu Aussteigern, Abtrünnigen und anderen mißliebigen Personen komplett abzubrechen, ungeachtet der oft grausamen Konsequenzen, wenn z.B. geschäftliche Partnerschaften oder sogar Familien zerrissen werden. Der Autorin dieses Glossars ist persönlich ein Fall bekannt, wo ein minderjähriger Sohn von den Eltern aus dem Haus geworfen und sich selbst überlassen wurde, und das mitten im Österreich des 20. Jahrhunderts! Das "Abbrechen der Verbindung" hat eine bewegte Geschichte. Es wurde zuerst von Hubbard eingeführt, dann abgeschafft, dann wieder eingeführt. Zuletzt wurde es von David Miscavige neuerlich abgeschafft, jedoch sind die "Scientology Policy Directives" (Führungsanweisungen der Scientology) aus dessen Feder relativ wenig bekannt und vermutlich auch kirchenintern nicht legal, da Hubbard ausdrücklich festgestellt hat, daß nur Richtlinien, die von ihm selbst verfaßt wurden, angewendet werden dürfen. Jedenfalls ist die Praxis des "Abbrechens der Verbindung" derzeit in Gebrauch und sorgt für laufende Verstimmungen. Zahlreiche Daten-Konflikte: Hubbard hat an vielen Stellen in seinen Büchern und Vorträgen die Wichtigkeit von Kommunikation betont. Sätze wie "Im Zweifel Kommunikation", "Wenn Sie Probleme haben, ist die Lösung nicht, weniger zu kommunizieren, sondern mehr zu kommunizieren" oder "Kommunikation ist das universelle Mittel zur Lösung" sind in der "Church" weit verbreitet und werden viel zitiert. Trotzdem wird aus unerklärlichen Gründen (vermutlich aus Angst vor dem Verlust der Brücke) das totalitäre Gebot zum Abbrechen der Verbindung von der Mehrzahl der Scientologen sklavisch befolgt, oft schon in "vorauseilendem Gehorsam". Weitere Konflikte gibt es mit der Hubbard-Richtlinie, daß Scientologen die prinzipiell die Landesgesetze befolgen müssen (das Verstoßen von Minderjährigen ist illegal), und mit der Richtlinie, daß sich Scientology bzw. deren Organisationen an die ethnischen Gepflogenheiten des jeweiligen Landes anzupassen haben – das Hinauswerfen von Kindern und der Bruch von Geschäftsverträgen ist in zivilisierten Ländern definitiv unüblich. Natürlich kollidiert die Praxis des "Abbrechens der Verbindung" auch mit dem ganz grundlegenden ur-scientologischen Wert der Selbstbestimmung, der es verbieten würde, einer willkürlichen Vorschrift, gleich welchen Inhalts, gegen den eigenen Willen zu folgen. Das "Abbrechen der Verbindung" ist eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der Scientology-Kirche. Es müßte dringend mit Hilfe der Grundsätze in Anatomie des Denkens logisch entwirrt und aufgelöst werden. Selbstverständlich ist klar, daß es manchmal Gründe gibt, den Kontakt mit destruktiven Personen vorübergehend oder auf Dauer abzubrechen, jedoch muß die Entscheidung darüber dem Betroffenen immer selbst überlassen werden – ein kirchlicher Berater kann hier nur Hilfestellung anbieten, darf aber seinen Schützling niemals so weit entmündigen, daß er Entscheidungen diktiert. |
1979
Betrift: Trennungsbefehl xxxxxx und xxxxxxxxxx, beide Mitarbeter der Org in München, werden hiermit unter Trennungsbefehl gestellt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ihr Zusammensein Probleme mit der 3. Dynamik [Gruppe, >>] verursacht hat. Es ist ihnen nicht erlaubt, zusammen zu leben oder eine Zweite Dynamik [Sex, >>] zu haben. Nur zum Aufarbeiten des bisherigen Zyklus dürfen sie Kontakt haben, aber nur als 3. Dynamik [Gruppe] und sonst nichts. Dieser Trennungsbefehl ist gültig, bis beide bewiesen haben, dass sie eine Zweite Dynamik [Sex, >>] haben können, welche die Dritte Dynamik [Gruppe, >>] nicht negativ beeinflusst. Subjekt: Separation Order
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Der Trennungbefehl ist ein Instrument der Zerstörung persönlicher und familiärer Bindungen.
Hier zwei Beispiele:
Der erste "Ethik-Befehl" von 1979
richtet sich gegen zwei Mitarbeiter. Wortlaut:
" ... are hereby placed under a Separation OrderDer zweite Ethik-Befehl von 1987:
(... werden hiermit unter Trennungs-Befehl gestellt).
... They are not allowed to live togehter ..."
(sie dürfen nicht mehr zusammenleben).
"... war am Wochenende ... zu seinen Eltern gefahren, um eine PTS-Situation mit ihnen zu handhaben. Danach ist er nicht mehr auf seinem Posten erschienen. Stattdessen kam sein Vater und holte ... persönliche Sachen ab".Im HCOPL 20.10.81 (enthalten im PTS-Kurs Seite 279) heißt es zu "Das Warum":
"In der ursprünglichen (jetzt wieder eingesetzten) Richtlinie wurde von der PTS-Person verlangt, die Situation in Ordnung zu bringen oder die Verbindung abzubrechen ....""Situation in Ordnung bringen" bedeutet, denjenigen, von dem die tatsächliche oder vermeintliche Bedrohung für Scientology (das ist die SP, die suppressive Person) ausgeht, zu "handhaben".
Das betrifft insbesondere Familien:
"Jede PTS-Person sollte sich als ein Schritt ihrer Handhabung bei der Ethiksektion melden und mit Hilfe des Ethik-Officers ein WARUM für den Antagonismus in ihrer Familie finden und dann beginnen, die Situation wirklich zu bereinigen. ..."vgl. dazu auch: Die Familie "handhaben": Gutes Essen, schönes Wetter"
| Aus: Admin Dictionary und MODERN MANAGEMENT TECHNOLOGY DEFINED
SEPARATION ORDER, there are instances met with by Ethics Officers, especially in relation to husbands and wives, where there may be suppressions on individual people but not suppressive of Scn. In such case a separation order for a specific period of time is the best action. For example, Joe S_ and Mary S_ are hereby placed under a separation order while Joe is undergoing processing. They are to have no contact with each other during this period from (date) - to - (in this case to the end of the Power Processing 2nd Stage Release). (HCO PL 19 Jul 65, Separation Order) SEPARATION PAY, see SEVERANCE PAY. |