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9.9.97
Beckstein: "Scientology ist ein System organisierter Kindsmißhandlung"
+++ Bayerns Innenminister Dr. Günther Beckstein bezeichnet die Scientology-Organisation (SO) als ein System organisierter Kindsmißhandlung. Aussteigerberichte belegten, daß bereits Kinder entwürdigender und härtesterZwangsarbeit unterworfen werden: "Das System SO zielt darauf, das natürliche Eltern-Kind-Verhältnis zu zerstören mit der Gefahr schwerster psychischer Schäden bei Kindern. "Mit ihrer Roboterpädagogik zur Erschaffung einer kybernetisch gesteuerten Technokratie, also einem Cyberfaschismus, verletzt SO die Menschenrechte von Eltern und Kindern", kritisiert Beckstein das System SO. +++
Bei einer Rede am Abend des 18. September 1997 in Augsburg warnte Innenminister Dr. Günther Beckstein Eltern und Schüler, sich auf die Hilfsangebote von Scientology bei der Erziehung und beim Kampf gegen Drogen einzulassen: "Das System Scientology sucht damit lediglich neue Opfer. Die in der Werbung gezeigte Menschenfreundlichkeit ist lediglich vorgeschobene Fassade."
Das wahre Gesicht der SO-Pädagogik zeigt sich laut Beckstein am Beispiel der jugendlichen Aussteigerin Tanya. Diese mußte bei der Scientology-Elite-Einheit SeaOrg neben anderen Jugendlichen und auch Kindern Zwangsarbeit verrichten. Unter gänzlicher Mißachtung ihrer Menschenrechte werden dort Kinder und Jugendliche systematisch mißhandelt und ihre Arbeitskraft durch das System ausgebeutet. Dabei wird härteste körperliche Arbeit von 8.30 Uhr bis 22.00 Uhr von Kindern und Jugendlichen bis zu sieben Tage die Woche gefordert. Weitere Beispiele: Nachtarbeit; Gräben ausheben, verstopfte Abwassersiele reinigen; Wände mauern; säckeweise Post sortieren bis 3.00 Uhr morgens durch 13-jährige; keine ausreichende Zeit zum Mittagessen; Bestrafung beim unerlaubten Aufsuchen der Toilette während der Arbeit.
"Eltern, die dem Erziehungsrezept Hubbards folgen und ihre Kinder nach 'Kinder-Dianetik' erziehen, gefährden die Entwicklung ihrer Kinder", warnte Beckstein. Zu den brutalen Erziehungsmethoden, die Hubbard empfiehlt, gehören inquisitorische Frageprozeduren und lieblose Dressur bereits von Kleinkindern. Funktionäre werden im Umgang mit ihren Kindern oft auf ein Minimum beschränkt. Gegebenenfalls werden Kinder, die die Arbeit ihrer Eltern für SO stören, zur "Unterdrückerischen Person" erklärt. Dies heißt: Eltern und Kind müssen sich trennen.
Zur Kampagne der SO "Kinder sagen nein zu Drogen" meinte Beckstein:
"SO stellt sich dabei als Kämpfer gegen Drogen dar, verteilt Flugblätter
und Broschüren gegen Drogenmißbrauch; es werden auch nach dem
Vorbild in den USA Veranstaltungen angekündigt, auf denen Kinder öffentlich
geloben, ein drogenfreies Leben zu führen. Tatsächlich dient
diese Kampagne aber nur der Rekrutierung der Opfer für den Machtapparat
und die Geldpreßmaschinerie
Scientology. Mit der verstärkten Werbung für die SO-Unterorganisation
Narconon wird behauptet, bei Drogenproblemen helfen zu können. In
Wirklichkeit werden Eltern aber finanziell ausgebeutet und Jugendliche
sowie ihre Eltern in ein Abhängigkeitsverhältnis gebracht. Es
sind Fälle belegt, wo nach solcher Ausbeutung Betroffene ohne weitere
Hilfe von der Organisation fallen gelassen wurden."