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Das Betriebsprogramm Windows
2000 geriet ins Gerede, noch bevor es auf dem Markt war.
Grund: eingebaut war das
Programm Diskeeper.
Dieses stammt von der kalifornischen
Firma Executive Software des bekennenden Scientologen Craig Jensen.
Dazu unten: Craig
Jensen, Scientology-Anhänger
Es geht bei dieser Kontroverse
allerdings nicht darum, daß Scientology-Anhänger für eine
bestimmte Firma arbeiten.
Es geht vielmehr um ein
Sicherheitsrisiko.
Der Umgang mit einem Risiko
erfordert immer eine Prognose, vgl. Warum
Scientology-Kritik?
Diese sieht bei der Scientology-Organisation
nicht gut aus und auch Windows hatte damals ohnehin schon Probleme mit
der Sicherheit.
Nachdem bekannt geworden war, daß das Programm Diskeeper aus einer Scientologen-Firma eingebaut ist, wurde in der Presse nach der Sicherheit gefragt.
SPIEGEL ONLINE berichtete am 17.2.2000:
Scientology-Software
Spioniert Windows 2000 den User aus?
Neuer Gegenwind für Windows 2000: Jetzt wird das Betriebssystem auch vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unter die Lupe genommen - wegen möglicher Sicherheitsmängel.
.... Überprüft werden soll vor allem, ob Anwenderdaten von der Festplatte unbemerkt an Dritte weitergeleitet werden könnten, erläuterte BSI-Sprecher Michael Dickopf. Auf diese Weise wäre es möglich, den Nutzer auszuspionieren.
Craig
Jensen, Scientology-Anhänger
| In der Scientology-Website mit Scientology-Bekennern
http://on-line.scientology.org/ stellt Jensen sich vor: "Hello, my name is Craig Jensen, and here is a little bit about myself: I am the Chairman and CEO of Executive Software International, a successful and award-winning software firm headquartered in Glendale, California. I am also a Scientologist. This adventure all began in 1974.... "Jensen vor einem Ausschuss des US-Parlaments (unten): "Ja, es stimmt, daß ich Mitglied der Scientology Kirche bin und dies seit 25 Jahren". |
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Die Firma Microsoft - Hersteller des Windows-Betriebssystems
- reagierte unwirsch.
Möglicherweise ist man dort auch
auf den üblichen Universaltrick der Scientologen hereingefallen: "Wir
können aus religiösen, rassischen oder sonstigen Gründen
ohne einen gültigen Richterspruch niemanden davon ausschließen,
mit uns Geschäfte zu machen," so der Microsoft-Sprecher.
Die Diskussion schlug um.
Denn das eigentliche Problem war nicht
das Programm aus der Firma des Scientologen, sondern die Tatsache, daß
Microsoft den Inhalt des Windows-Betriebssystem geheimhält.
Ganz anders das Betriebssystem LINUX.
Besonders den Behörden wurde deutlich,
daß das Sicherheitsproblem mit Windows nicht zu lösen war, sondern
nur mit Linux.
Inzwischen hatte sich allerdings auch herumgesprochen,
daß Craig Jensen keineswegs nur der einfache Mitläufer ist.
Er ist vielmehr ein Patron, ein Großspender. Die Zeitschrift IMPACT
72, 1997 enthält seinen Namen und weist aus, daß er 250.000
Dollar in die Kriegskasse gespendet hat.
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Craig Jensen im Scientologen-Feldzug gegen die Psychiatrie?
Die Zeitschrift zeigt auch drastisch, wofür
das Geld bestimmt ist:
Zum Beispiel für den Feldzug gegen
die Psychiatrie.
Einige Zitate aus dieser Zeitschriften-Ausgabe
vgl.
"Durch einen Artikel in der Zeitschrift c‘t wird nun auch einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland bekannt, daß die Scientologen-Firma "Executive Software“ an der Entwicklung des Computer-Betriebssystems "Windows 2000“ beteiligt ist, und dort den Plattendefragmentierer "Diskeeper“ einbringt.
httn://www.heise.de/ct/99/25/058/
Die Firma "Executive Software“ fiel bereits 1991 negativ auf, weil sie dem Pharma-Hersteller Ciba-Geigy teilweise den Wartungssupport verweigerte, weil diese "Ritalin“ herstellt, ein Medikament für "hyperaktive“ Kinder, welches von Scientology mit Propaganda bekämpft wird. Ein Mitarbeiter von Ciba-Geigy mußte sich u.a. den Vorwurf anhören, die Medizin "treibe Kinder in den Selbstmord“. "
| Hier eine Vergrößerung
aus dem oben abgebildeten Zeitschriften-Titel.
Oben fliegt der Werbezeppelin mit der Aufschrift "Psychiatrie tötet". Unten Scientologen mit Plakaten: "Liebe mich, gib mir keine Drogen". |
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Angenommen das stimmt so:
Der Gedanke liegt nicht allzu fern, daß
diese Firma ihre Marktmacht auch anders ausnutzt.
Craig Jensen vor US-Parlamentsausschuss: "Embargo"
Am 14.6.2000 wurde Craig Jensen von einem
Ausschuss des US-Parlaments zum Thema "Die Behandlung religiöser Minderheiten
in Europa" angehört.
So berichtet die Scientology-Website http://germany.freedommag.org/press/craig.htm
Dort wird auch die Aussage wörtlich
wiedergegeben, wobei unklar ist, ob die Überschrift "Deutsches Embargo
amerikanischer Produkte" richtig wiedergegeben oder eingefügt ist.
Jensen stellt sich als "Gründer,
Eigentümer und Leiter" der Firma Executive Software vor.
Fakten nennt er so gut wie keine.
Craig Jensen trägt Meinungen vor:
"Ein ausländisches und besonders ein deutsches Embargo amerikanischer Software muß als feindselige Handlung angesehen werden. ...Tatsache ist:
Der Kauf von Software meiner Firma wird in Deutschland durch Erlaß der Regierung behindert und es wird versucht, ihn vollständig zu verbieten ....
Ja, es stimmt, daß ich Mitglied der Scientology Kirche bin und dies seit 25 Jahren".
Das Programm "Diskeeper" ist auch für
sich allein zu kaufen (siehe unten).
Niemand hat dagegen Einwände gehabt
und schon garnicht der Staat.
Es geht also nur um die Verbindung des
Programmes mit Windows.
Eine solche Verbindung ist aber auch in
den USA keineswegs unumstritten.
Dem Microsoft-Konzern droht bekanntlich
sogar die Zerschlagung, weil er einen Internet-Browser - ein selbständiges
Programm - derartig in Windows integriert hatte, daß der Kunde jeden
Anreiz verlor, sich ein Konkurrenzprodukt anzusehen.
Bleibt abzuwarten, ob in den USA jemand
den Begriff Embargo aufgreift.
Das
Programm Diskeeper: nicht nur in Windows
| Das Programm Diskeeper ist keineswegs nur zusammen mit Windows zu haben. Rechts eine Anzeige aus der Zeitschrift c't Nr. 8 aus 2000. Diese Zeitschrift hatte im übrigen als erste in aller Deutlichkeit darauf hingewiesen, daß in Windows das Programm aus der Scientologen-Firma enthalten war, vgl. http://www.heise.de/ct/99/25/058/ | ![]() |
Die
Drohung: "Scientologen unterstützen auch Linux"
Im Scientology-Magazin "Freiheit" (aus
dem Jahr 2000, wie üblich ohne Datum, Titelfoto der Bayerische Innenminister
Beckstein, Titelzeile: "Beckstein in der Sackgasse") findet sich auf Seite
1 der folgende Text:
"Von der Chefredaktion: "Mittelalter kontra Microsoft" von Sabine Weber |
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Die Drohung ist eine Täuschung
"Der Umstieg auf ein anderes Betriebssystem
würde da wenig nützen",
so die Scientology-Pressespecherin Weber,
"weil Scientologen ... auch Freeware-Systeme
wie Linux seit jahren erfolgreich unterstützen".
Es geht bei dieser Kontroverse allerdings
nicht darum, daß Scientology-Anhänger für eine bestimmte
Firma arbeiten.
Es geht vielmehr um ein Sicherheitsrisiko.
Das Problem ist der "Quellcode", der Bauplan
des Betriebssystems.
Der von Windows ist geheim. Niemand weiß,
was drin versteckt ist.
Der von LINUX ist öffentlich.
Man kann ihn aus dem Internet abrufen.
Dort läßt sich nichts verstecken.
Waren mit unbekanntem Inhalt: bedenklich
Es ist anzunehmen, daß damit die
Diskussion um eine Ware eröffnet wurde, die unbekannte Ingredienzien
enthält. Das ist bei solchen Waren bedenklich, welche die Gesundheit
oder die Sicherheit betreffen.
Deshalb werden ja auch die Inhaltsangaben
bei gesundheitsrelevanten Waren immer präziser.
Es geht also längst nicht mehr um
den Nachweis, daß im Programm etwas drinsteckt.
Sondern darum, daß man nicht offenlegen
will, was da überhaupt drin ist.
Stuttgarter Zeitung vom 22.2.00
Windows 2000 startet mit Gegenwind
Behördliche Untersuchungen, Horrormeldungen über Fehler und ein starker Konkurrent: Linux
Pünktlich zur Computermesse Cebit beginnt am 24. Februar in Deutschland der Verkauf von Windows 2000. Zumindest propagandistisch droht es ein Fehlstart zu werden. Die Sympathien gehören dem nicht kommerziellen System Linux.
Von Rainer Klüting
Die Marktforscher der Unternehmensberatung Gartner Group empfehlen, Windows 2000 vorerst nicht einzusetzen, sondern zu warten, bis Microsoft mit einem ersten "Service Release'' die gröbsten Fehler bereinigt. In der Zwischenzeit empfiehlt Gartner einen genaueren Blick auf die "Open Source Software'', zu der auch das Betriebssystem Linux gehört. "Open Source'' heißt, dass diese Software grundsätzlich kostenlos ist und der Programmcode - der so genannte Source Code - veröffentlicht wird.
In einer "Notiz aus der Forschung'' vom
18. Januar, veröffentlicht im Internet unter
http://gartner12.gartnerweb.com/public/static/hotc/hc00085832.html,
schreiben die Autoren von Gartner: "Im
Gegensatz zu einer weit verbreiteten Ansicht ist die Entwicklung von Open-Source-Programmen
weder etwas Neues noch ein vorübergehendes Phänomen. Sie wird
vielmehr in zunehmendem Maße im Umfeld von kommerziellen Anbietern
und Konsumentenorganisationen entstehen. Wir empfehlen allen EDV-Organisationen,
die derzeit aus grundsätzlichen Erwägungen keine Open-Source-Software
kaufen, ihre Einkaufsprinzipien zu überprüfen.''
Gartner nennt mehrere namhafte Unternehmen, die schon heute die Open-Source-Bewegung aktiv unterstützen: IBM, Apple, O'Reilly and Associates und das jüngst an die Börse gegangene Linux-Unternehmen Red Hat. In Deutschland zählt dazu außerdem der kürzlich von Sun aufgekaufte Bürosoftware-Hersteller Star Division.
Windows 2000 konkurriert direkt mit Linux, weil es - wie der Vorgänger Windows NT - als Profibetriebssystem unter anderem für Netzwerkdienste angelegt ist. Auf diesem Sektor ist Linux besonders beliebt, weil es als zuverlässig und flexibel gilt. Linux-Organisationen nahmen den 17. Februar, das Datum des offiziellen Starts von Windows 2000 in den USA, zum Anlass, zu einem Linux-Informationstag aufzurufen. Ziel war es ausdrücklich, bei Partnerfirmen oder an öffentlich zugänglichen Orten Interessenten über die Vorteile von Linux aufzuklären, nicht aber gegen Windows 2000 zu polemisieren.
So hat beispielsweise die "Linux User Group
Stuttgart'' (LUG-S) zusammen mit Linux-Anbietern abgespeckte Demonstrationsversionen
von Linux verteilt. Auf ihren Informationsseiten im Internet
(lugs.faveve.uni-stuttgart.de/veranstaltungen
sowie
www. lug-s.org)
weist sie auf die Vorteile, aber auch
auf Nachteile und mögliche knifflige Probleme bei der Installation
von Linux hin. Es gebe "wenig kommerzielle Software'', die unter Linux
läuft, nicht jede PC-Hardware werde unterstützt, und man laufe
"Gefahr, auf die Nase zu fallen, wenn man immer das absolut Neueste haben
will''.
Beispiel: Der "Universal Serial Bus'' (USB), inzwischen Standard in allen neuen PCs, wird in Linux derzeit nicht unterstützt. Grund: viele Hersteller wollen die technischen Spezifikationen ihrer Geräte nicht veröffentlichen. Auch Scanner und Wechsellaufwerke, die an den Parallelport des Rechners (Druckeranschluss) gesteckt werden, funktionieren mit Linux nicht oder nur eingeschränkt.
Doch die Unterstützung für Linux nimmt auch unter den Unternehmen zu. Sicher war es kein Zufall, dass ausgerechnet in diesen Tagen der Prozessorhersteller Intel Windows 2000 als langsam kritisierte. Man brauche mindestens einen Prozessor mit 250 Megahertz, sagte Intel-Vizepräsident Pat Gelsinger öffentlich und widersprach damit der Angabe von Microsoft, das neue System laufe auch auf einem Pentium-Rechner mit 133 Megahertz vernünftig. Erst kürzlich hatte Intel bekannt gegeben, dass es für eine neue Reihe von speziellen Internet-Zugangsgeräten Linux als Basis verwenden will.
Microsoft richtet sich mit Windows 2000 ausdrücklich an Kunden mit professionellen Ansprüchen. Das zeigen schon die Preise: Die kleinste Version, Windows 2000 Professional, kostet in Deutschland mehr als 800 Mark; der Umstieg von Windows NT schlägt immerhin noch mit mindestens 350 Mark zu Buche, und Umsteiger von Windows 95 oder 98 müssen 550 Mark oder mehr berappen.
Am billigsten bekommt man das System beim Kauf eines neuen Rechners. Dann kann man zudem sicher sein, dass das System auch läuft. Manch ältere PC-Komponente wird nämlich mit dem Neuling nicht funktionieren; besonders kritisch ist ältere ISDN-Hardware und Software. Wer Wert auf Computerspiele legt, ist ohnehin besser beraten, auf die "Windows Millennium Edition'' zu warten, den Nachfolger von Windows 98, der noch in diesem Jahr erscheinen soll.
Doch gerade weil Windows 2000 das Betriebssystem für den Profi sein soll, ist eine Nachricht katastrophal, die Anfang vergangener Woche die Runde machte. Nachrichtendienste wie der "Newsticker'' der Fachzeitschrift "c't'' zitierten aus dem Fachhändler-Blatt "Smart-Reseller'', das sich auf eine interne Nachricht aus dem Hause Microsoft bezog. Windows 2000 habe noch 63000 Fehler, soll Marc Lucovsky geschrieben haben, einer der Entwicklungsleiter bei Microsoft. Diese Fehler könnten zu "echten Problemen'' führen. Tests von Computerzeitschriften förderten in der Tat Mängel zu Tage. Das System versagte zum Beispiel, wenn die Stromspartechnik ACPI aktiviert wurde.
Nicht zuletzt ist Windows 2000 auf skeptisches Interesse bei Behörden in mehreren europäischen Ländern gestoßen. Eine Komponente des Systems stammt von einer Scientology-Firma. Die Komponente dient dazu, die Festplatte aufzuräumen - zu defragmentieren - und hat daher Zugriff auf sämtliche Dateien. Die SPD-Abgeordnete im bayerischen Landtag Monica Lochner-Fischer will nun in einer parlamentarischen Anfrage wissen, ob die bayerischen Behörden das neue Windows unter diesen Umständen einsetzen dürfen. Microsoft hat inzwischen eingewilligt, dass das "Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik'' (BSI) den Programmcode prüfen darf.
Schweizer Behörden halten Windows 2000 für zu teuer und prüfen die Preispolitik von Microsoft. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti geht Beschwerden nach, Microsoft habe Netzwerkfunktionen in Windows 2000 so angelegt, dass sie nur zusammen mit weiterer Software aus dem Hause Microsoft funktionierten.
Auch ein französischer Importeur klagte vor einem EU-Gericht über Wettbewerbsbehinderung. Das Unternehmen hatte französischsprachige Microsoft-Programme in Kanada eingekauft, weil sie dort billiger waren. Microsofts Tochterfirma in Frankreich untersagte den Verkauf dieser Importe. Ein EG-Gericht erklärte die Beschwerde des Importeurs in der vergangenen Woche für berechtigt und zwang damit die EU-Kommission, sich des Falles anzunehmen.
Entschlussfreudig geben sich die Franzosen: Eine Initiative im französischen Senat zielt darauf ab, dass vom Jahr 2002 an alle Regierungsstellen nur noch kostenlose und im Quellcode veröffentlichte Software einsetzen sollen; das Kulturministerium stellt bereits auf Linux um.
Auch auf der Cebit stehen sich die beiden
Produkte Windows 2000 und Linux in harter Konkurrenz gegenüber - und
das auch in räumlicher Hinsicht: Microsoft präsentiert sich in
Halle 2, das Linux-Umfeld in einem eigenen Pavillon in Halle 6.
BSI
prüft Windows 2000 nicht
Heise online 3.11.2000
Nach monatelangem ergebnislosen Streit[1] um eine Sicherheitsüberprüfung von Windows 2000 durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) haben das Bundesinnenministerium und Microsoft sich anders geinigt: Die Auseinandersetzung um die in das Betriebssystem integrierte Defragmentier-Software, die von einer Firma aus dem Umfeld der umstrittenen Scientology-Organisation stammt, soll nun durch Deinstallation dieser Komponente aus der Welt geschafft werden.
Das Defragmentierprogramm in Windows 2000 wird von der kalifornischen Firma Executive Software hergestellt. Deren Direktor Craig Jensen bekennt sich offen zu seiner Mitgliedschaft bei Scientology. Windows 2000 gilt als das größte kommerzielle Software-Projekt der Computer-Geschichte und hat das Vorgängersystem Windows NT abgelöst. Nach einem c't-Bericht[2] über Vorbehalte in der katholischen Kirche wegen der Verstrickung mit der Scientology-Organisation wurden auch von Firmen und Regierungsbehörden Sicherheitsbedenken[3] laut.
Das BSI war daraufhin aufgefordert worden, die Sicherheit von Windows 2000 und des Defragmentierprogramms zu überprüfen. Doch während das BSI erklärte, dass eine seriöse Überprüfung ohne Einsicht in den Quellcode unmöglich sei, wollte Microsoft der deutschen Behörde den Einblick nicht gewähren[4] – ein Gegensatz, der offenbar auch in monatelangen Verhandlungen nicht aufgelöst werden konnte.
"Während der laufenden Gespräche über Art und Umfang dieser Überprüfung hat Microsoft ein Verfahren entwickelt, getestet und im Internet publiziert, mit dem das Tool komplett aus Windows 2000 entfernt werden kann", teilte Microsoft nun mit. Die Deinstallation ist im Internet beschrieben[5]. Damit habe jeder Windows-Anwender die freie Wahl, welchen der am Markt erhältlichen Defragmentierer er unter Windows 2000 nutzen wolle. "Auf Grund der gefundenen pragmatischen Lösung sind das Bundesinnenministerium und Microsoft übereingekommen, auf die aufwändige Überprüfung zu verzichten."
Bei einem Treffen in Berlin hätten die Staatssekretärin im Innenministerium, Brigitte Zypries, und der Chef von Microsoft Deutschland, Richard Roy, außerdem die Absicht erklärt, im Bereich der Sicherheit beim Einsatz von Betriebssystemen und im Internet verstärkt zusammenzuarbeiten, etwa bei der digitalen Signatur.
Unterdessen deutet sich an, dass auch der
in Bonn ansässige Verband der Diözesen Deutschlands sich mit
der technischen Lösung zufrieden geben will, die es ihm ermöglicht,
seine Empfehlung zum Verzicht auf Windows 2000 zurückzunehmen.
Mehr im Bericht "Kuh vom Eis?" in der
kommenden c't-Ausgabe 23/00 (ab Montag im Handel). (cp[6]/c't)
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[1] http://www.heise.de/newsticker/data/chr-30.03.00-002/
[2] http://www.heise.de/newsticker/data/cp-03.12.99-000/
[3] http://www.heise.de/newsticker/data/chr-30.03.00-002/
[4] http://www.heise.de/newsticker/data/cp-03.03.00-000/
[5] http://www.microsoft.com/IntlKB/Germany/support/kb/d43/D43422.htm
[6] mailto:cp@ct.heise.de
SPIEGEL ONLINE
3.11.2000:
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Bundeswehr
lizenziert eigenes Defragmetierungstool
| COMPUTERWELT 51/200 MELDUNG VOM
05.01.2001
Deutsche Bundeswehr lizenziert eigenes Defragmetierungstool Aus Sicherheitsgründen blieb Windows 2000 bis zuletzt aus den deutschen Amtsstuben ausgeschlossen. Der Grund liegt im Defragmentierungstool von Windows 2000, welches von der Scientology-Firma Executive Software entwickelt wurde. Da Scientology in Deutschland aus Sicherheitsgruenden "unter Beobachtung" steht, sah die deutsche Bundesregierung Windows 2000 als nicht sicher an. Microsoft hat zwar eine Methode zur Deinstallation des Defragmentierers veröffentlicht, doch änderte das an der Haltung des Verteidigungsministeriums gegenüber dem Betriebssystem wenig. Jetzt fand die deutsche Bundeswehr einen Weg, trotzdem Windows2000 auf den eigenen Rechnern Einzusetzen und kaufe als Ersatz ein Defragmentierungstool der Berliner Forma O&O Software. Der umfangreiche Vertrag sieht vor, dass zuerst die rund 105 000 PC und ca. 4000 Server der Bundeswehr mit dem Tool ausgestattet werden. Zusätzlich besteht die Option, dass alle Institutionen des öffentlichen Dienstes dem Rahmenvertrag beitreten können. Damit ist der Weg für Windows 2000 in die Rechner der öffentlichen Verwaltung in Deutschland geöffnet. (el) |